• Wir können nicht miteinander diskutieren

    Oder anders gesagt: Mein Freund kommt nicht damit klar, wenn wir mal unterschiedlicher Meinung sind. Gestern gab es mal wieder eine dieser typischen Diskussionen. 'Mal wieder' heißt nicht, dass wir tagtäglich diskutieren würden, wir tun es sogar ziemlich selten, aber wenn, dann ist es symptomatisch. Es ging um ein philosophisches Thema und ein…
  • 186 Antworten

    Es wäre jetzt interessant die Sichtweise des Partners von Rain81 zu lesen. Vor allem ob er auch so gestochen klar schreiben kann. Zahlreiche User hier haben ja eine gruselige Art zu schreiben, von den Fehlern drin ganz zu schweigen.


    Ich denke, das ist durchaus auch ein Anhaltspunkt um zu begreifen wie jemand tickt.


    Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass Rain81 auf der richtigen Seite steht und ihr Partner möglicherweise ein Choleriker ist, der von Jahr zu Jahr schlimmer werden kann. :-/


    Und dann würde es heißen "Gute Nacht!". :(v

    @ Monika65

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    Muss ich das verstehen... :-/ Nö. 8-)

    Wenn Du mich nicht verstehen willst, >:( ;-) ist natürlich keine Diskussion möglich. %:|

    Das ist natürlich nur deine Interpretation.


    In Wirklichkeit drückst du dich bloß nicht klar und verständlich aus.


    Deine Meinung dazu mag eine ganz andere sein. Es ist auch nicht wichtig, welche Meinung du dazu hast.


    Du könntest aber einfach repektieren, dass andere eine andere Sichtweise haben.

    Zitat

    Sie bezeichnet es als Diskussion. Das ist ihre Interpretation.

    Ach so. :-D


    Und was ist deine Interpretation? Keine Diskussion, sondern ...?

    Zitat

    Wie bei so gut wie jedem Thema hier im Beziehungsforum möchte sie nichts ändern, sondern sie möchte, dass ihr Freund sich ändert.

    Ändern sollte der etwas, der sich fehlverhält. Wer das ist, finde ich hier sehr eindeutig.

    Zitat

    Man sieht ja, wie unterschiedlich man damit umgehen kann, aber Diskussionen, in denen einer "Bullshit" krakeelt, wären sicher für viele Leute keine lohnenswerte Diskussion mehr. Auf die Art kann es meiner Meinung nicht zu "Wissensgewinn" kommen, wie Forenuser freundlicherweise unterstellen möchte. Aber gut, ganz eventuell und vielleicht könnte zumindest Lola einen gewissen Nutzen daraus ziehen und entsprechend darauf reagieren. Mir würde es schlicht und ergreifend einfach nur zu blöd und ärgerlich sein.

    Mir auch.

    @ Monika

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    Das Problem ist dann ja nicht der Schlagabtausch, sondern die unterschiedliche Sicht und Bewertung der Welt. Und die wäre ohne Schlagabtausch ja nicht weniger divergent.

    Ich verstehe immer noch nicht, woher das Gefühl von Hilflosigkeit kommt. ":/ Weil du mit jemandem diskutierst, der die Welt anders bewertet, also seine andere Sicht?

    Die grundlegende Hilflosigkeit kommt in so einer Situation bei mir aus der Unfähigkeit einen (globalen) Missstand beheben zu können. Ich kann (leider) so direkt nichts (bzw. wenig) dagegen machen, dass z.B. immer noch Kinder verhungern oder dass vieles oft sehr ungerecht zugeht in der Welt. Ich bin von so einer Tatsache emotional aber betroffen, und leide darunter, dass es so ist wie es ist, und leider noch nicht besser. :-/ Wenn ich dann auch noch ein Gegenüber habe, das z.B. mit Menschen auf einem anderen Kontinent gar nicht wirklich Mitgefühl haben kann (oder es ok findet, wenn Menschen ihre Partner hintergehen), dann macht das für mich die Situation noch schlimmer, weil ich dann auch noch mit Indifferenz gegenüber dem von mir so negativ empfundenem Fakt konfrontiert bin. Mir fehlt dann das Verständnis, wie einem andere Menschen so egal sein können, dass man von dem, was mich so aufwühlt, emotional so rein gar nicht berührt wird. ":/ Das empfinde ich dann tendentiell als herzlos und es sorgt natürlich für Distanz zwischen mir und der Person, die etwas, das mir emotionale Probleme bereitet, einfach so mit einem schulterzucken hinnimmt...

    Zitat

    Man sieht ja, wie unterschiedlich man damit umgehen kann, aber Diskussionen, in denen einer "Bullshit" krakeelt, wären sicher für viele Leute keine lohnenswerte Diskussion mehr. Auf die Art kann es meiner Meinung nicht zu "Wissensgewinn" kommen, wie Forenuser freundlicherweise unterstellen möchte. Aber gut, ganz eventuell und vielleicht könnte zumindest Lola einen gewissen Nutzen daraus ziehen und entsprechend darauf reagieren. Mir würde es schlicht und ergreifend einfach nur zu blöd und ärgerlich sein.

    Das wäre für mich in der Tat überhaupt kein Problem, wenn in einer Diskussion irgendeine Aussage mit "Bullshit" quittiert wird. Mache ich teilweise selbst so. ]:D Wenn jemand in meiner Gegenwart z.B. sagen würde, dass man doch die Todesstrafe unbedingt braucht, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen, dann könnte es durchaus sein, dass ich sage "Das ist doch Blödsinn!" und dann die wichtigsten Argumente anführe, warum diese These aus meiner Sicht völlig unhaltbar ist.


    Ich habe auch kein Problem, wenn man eine meiner Aussagen mit "Bullshit" quittiert. Ich will dann nur, dass eine detaillierte Argumention folgt, warum mein Gegenüber zu dieser Einschätzung kommt. Die vorgebrachten Argumente leuchten mir dann entweder ein und ich räume ein, dass meine Aussage in der Form wohl Bullshit war, oder ich argumentiere eben dagegen, und versuche zu erläutern, warum es aus meiner Sicht eben kein "Bullshit" ist.


    Mir sind solche Diskussionen weder zu blöd, noch machen sie mich ärgerlich. Und ich finde auch nicht, dass in so einer Diskussion kein Wissensgewinn möglich ist.

    Es geht hier doch nicht um Diskussionen mit irgendwelchen Vollidioten, sondern um Diskussionen mit dem Partner. Ich kann mich nicht erinnern, wann irgendein Partner zu mir in einer Diskussion gesagt hätte, dass ich "Bullshit" rede, und ebensowenig kann ich mich erinnern, dass ein Partner von mir so einen Blödsinn verzapft hat, dass ich versucht gewesen wäre, das als "Bullshit" zu bezeichnen.

    Also ich für meinen Teil halte nicht gleich jeden Menschen, der etwas sagt, das ich (in der Form) für Blödsinn halte, für einen Idioten. o:)


    Aus meiner Sicht hat jeder schon hin und wieder Blödsinn gedacht und auch formuliert. So what. Niemand hat immer nur tiefschürfende Erkenntnisse und Geistesblitze.

    Lola

    Danke für deine Erläuterungen im ersten Absatz. Jetzt ist es mir klarer, kann ich auch gut nachvollziehen. Da es mir dann ähnlich geht wie dir, ist ein Grund, warum ich mich dem nicht so häufig wirklich aussetze.

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    Das wäre für mich in der Tat überhaupt kein Problem, wenn in einer Diskussion irgendeine Aussage mit "Bullshit" quittiert wird. Mache ich teilweise selbst so.

    Dacht ich mirs doch. ;-D


    Ich möchte mich da aber CoteSauvage anschließen. Zumindest in einer ernstgemeinten Diskussion (ich nehme einen Streit oder irgendein Alltagspalaver mal aus, bei dem vielleicht mal solche Worte fallen) reagiere ich auf Bullshit und Blödsinn allergisch.

    Zitat

    reagiere ich auf Bullshit und Blödsinn allergisch.

    Das kommt drauf an wie es gesagt wird.


    Wenn mir jemand eher aufgebracht und wütend sagen würde ich rede bullshit, :-( dann kommt das ganz anders an als wenn das eher veräppelnd gesagt wird mit einem Lächeln. ;-)

    Rain81

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    Ja, das trifft es wohl besser, denn bis zu einem gewissen Punkt können wir schon gut diskutieren und problematisch wird es erst, wenn wir an den Punkt ankommen, an dem das Thema für mich ausdiskutiert ist und ich unsere Meinungen gerne so stehen lassen würde, während ihm es schwer fällt, meine Meinung dann zu respektieren.

    Schwierig.

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    Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr 100%ig wie ich es formuliert habe, also ob ich sagte "Deine Argumente haben mich überzeugt" oder "Du hast mich überzeugt", gemeint war jedenfalls ersteres: Das Argument hat mich überzeugt und ja, das würde mich auch überzeugen, wenn es von Micky Mouse käme.

    Ich wollte Dich auch nicht festnageln. Nur ist es meine Erfahrung, dass damit das Ego jemanden, der Recht haben will, der andere belehren will natürlich wächst.

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    Diesen Punkt werde ich mir für die Zukunft auf jeden Fall zu Herzen nehmen, danke für den Hinweis.

    Ich denke, damit kannst Du für Dich feststellen, worum es ihm geht. Meine Erfahrung ist da leider auch eine Negative, denn eine Aussage: Du hast aus Deiner Sicht recht und ich aus meiner Sicht oder Du siehst es so, ich anders, befriedigt solche Menschen gar nicht. Er will, dass ich ihm recht gebe, denn damit hat er "gewonnen". Das ist ein absolut anderer Zugang zu einer Diskussion, als ich ihn z. B. habe. Das, wo derjenige vielleicht auch Spaß daran hat, noch ein Argument und noch ein Argument hervorzubringen um zu gewinnen, finde ich langweilig und sinnlos, da es ja kein Ziel gibt. Er hat aber ein Ziel – zu gewinnen. Ich habe ein Ziel, das Thema zu erörtern.

    Zitat

    So habe ich es noch nicht formuliert, sondern ihm nur in dem zugestimmt, worauf er hinaus wollte, also dass ich von IHM etwas gelernt habe.

    Ich habe das auch probiert und gemerkt, dass das dann von solchen Leuten wiederum als Beleidigung aufgefasst wurde. Es soll nicht "Micky Mouse" das überzeugende Argument liefern, sondern sie, denn damit sind sie ja klüger.

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    Denn ich sehe keinen Sinn darin, die immer gleichen Argumente wieder und wieder auszutauschen (und dann irgendwann nur noch lauter zu werden, so wie mein Freund – weil inhaltlich eben alles gesagt ist).

    boring

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    Ich habe das Gefühl, dass es ihm mit den Jahren immer wichtiger wird, mir gegenüber zu demonstrieren, dass er NICHT dumm ist, dabei habe ich ihn nie für unterlegen gehalten.

    Ich fürchte, da kannst Du auch nichts daran ändern, nur er.

    Zitat

    Nur nicht immer, manchmal findet man einfach keinen gemeinsamen Nenner und irgendwann sind die Argumente ausgetauscht.

    Hast Du ihn denn schon einmal darauf angesprochen, wie es kommt, dass es hin und wieder in einem Schlagabtausch endet und gar nicht mehr um das Thema? Ich kann mir allerdings vorstellen, dass das gar nicht so einfach ist.

    Zitat

    Er ist dann der festen Überzeugung, ich hätte ihn nur nicht (richtig) verstanden.

    Hast Du ihm schon einmal in einer Zusammenfassung reflektiert, was Du verstanden hast? Allerdings habe ich da auch noch keine Antwort bekommen die da wäre: Okay, ich merke Du hast verstanden, wie ich es meine. Du hast einen anderen Zugang. Denn damit wären wir ja bei zwei Meinungen, die gleichwertig nebeneinander stehen bleiben.

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    Ich weiß nicht, ob das nun beigetragen hat dazu, mehr über ihn zu erfahren. Natürlich wird meine Schilderung immer subjektiv sein und es wäre interessant, wie er das hier beschreiben würde. Ich habe auch schon überlegt, ihm die Diskussion zu zeigen, aber das würde sicher ausufern...

    Es geht ja auch um Dich – subjektiv. ;-)

    Zitat

    Solche Diskussionen wie vor ein paar Tagen führen aber auf jeden Fall dazu, dass ich anfange, bestimmte Themen zu meiden und mir in Zukunft genau überlege, ob ich etwas unbedarft kommentieren kann oder nicht.

    Naja, die Frage ist, wie wichtig es Dir ist, diese Themen, die zu solchen Rechthabereien führen mit ihm zu besprechen und inwieweit Du dies tatsächlich vermeiden kannst? Würde es den Redefluss und die Unterhaltung bedeutend stören, wenn Du gewisse Themen meiden würdest? Kannst Du solche Themen mit anderen besprechen? Ich gehe ja noch immer davon aus, dass so ein Schlagabtausch im Vergleich zum restlichen Miteinander wirklich marginal ist und ob Du dann damit leben könntest hier ein Stückchen Deines Selbst zu verleugnen bzw. ob Du es als eine Art Selbstverleugnung empfinden würdest. Du hast ja den Faden nicht eröffnet, um ihn zu analysieren, sondern wenn ich Dich recht verstehe Dich zu hinterfragen, wie das funktionieren soll, da Dir solche Auseinandersetzungen zu anstrengend sind. In einer Beziehung wäre sie es auch für mich. Es geht ja um Dich und nur weil Du den Grund seines Eifers in so einen Schlagabtausch, ändert für Dich ja nichts daran, dass es anstrengend ist und Du es als Respektlosigkeit empfindest. Letztlich ist die Frage, ob es Dich langfristig nicht zu sehr anstrengt mit jemandem zu leben, der Dir in gewissen Situationen nicht als gleichwertiger Partner gegenübersteht, sondern die Gefahr besteht, dass aus Deiner Sicht unverfängliche Aussagen, bei ihm dazu führen, dass er sich dumm fühlt. Was wäre dazu notwendig? Extreme Einfühlsamkeit und Konzentration auf ihn, weniger als auf Dich – was wieder bedeutet, dass es kein Gleichgewicht gibt, sondern er von Dir höher gestellt würde als Du selbst bzw. Eure Aussagen. Schwierig, denn es ist ein Ungleichgewicht.

    Zitat

    Also ich für meinen Teil halte nicht gleich jeden Menschen, der etwas sagt, das ich (in der Form) für Blödsinn halte, für einen Idioten. o:)

    Ich auch nicht, und das habe ich auch nicht geschrieben.

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    Aus meiner Sicht hat jeder schon hin und wieder Blödsinn gedacht und auch formuliert. So what. Niemand hat immer nur tiefschürfende Erkenntnisse und Geistesblitze.

    Um das, was jemand denkt, geht es hier nicht. Es geht darum, was ein Partner in einer Diskussion zu mir sagt und wie ich das pariere. Und abgesehen davon, dass zwischen "Blödsinn" und "tiefschürfenden Erkenntnissen und Geistesblitzen" noch eine Menge Platz ist, redet mein Partner in unseren Diskussionen keinen "Blödsinn", und wenn ich anderer Meinung bin als er, sage ich auch nicht zu ihm, dass er "Bullshit" redet. Die Diskussionskultur in meinen Partnerschaften schaut halt anders aus als die in anderen, und ich fühle mich nur bei einer solchen Diskussionskultur wohl.

    Zitat

    Und was ist deine Interpretation? Keine Diskussion, sondern ...?


    (Stuhlbein)

    Ich kann da nur spekulieren. Deshalb würde mich die Sichtweise des Freundes interessieren. Inzwischen habe ich den Eindruck, er wollte nur mal seinen Frust los werden über den Nahostkonflikt, weil der scheinbar nie enden wird.


    Was dann daraus geworden ist, könnte man auch als Streit bezeichnen.

    @ Goldtau

    Zitat

    Du könntest aber einfach repektieren, dass andere eine andere Sichtweise haben.

    Das tue ich auch. Was erweckt bei Dir den Eindruck ich würde es nicht tun?

    @ CoteSauvage

    Zitat

    Ich kann mich nicht erinnern, wann irgendein Partner zu mir in einer Diskussion gesagt hätte, dass ich "Bullshit" rede, und ebensowenig kann ich mich erinnern, dass ein Partner von mir so einen Blödsinn verzapft hat, dass ich versucht gewesen wäre, das als "Bullshit" zu bezeichnen.

    Ich kenne es eher so, dass man im Privatleben bisweilen eine Ausdrucksweise hat, die nicht unbedingt zitierfähig ist.


    Ich wundere mich dann immer über Leute, die privat genauso weichgespült reden, wie in der Öffentlichkeit. So scheint es in Deinem Umfeld eher üblich zu sein.

    Zitat

    Es wäre jetzt interessant die Sichtweise des Partners von Rain81 zu lesen. Vor allem ob er auch so gestochen klar schreiben kann. Zahlreiche User hier haben ja eine gruselige Art zu schreiben, von den Fehlern drin ganz zu schweigen.

    Achte auf die Uhrzeiten. Ich entschuldige mich für meine Fehler, sie waren allesamt der Nacht geschuldet und ich habe sie beim Lesen nach dem Posten selbst bemerkt und hätte sie editiert, wäre dies möglich gewesen. Ich hätte vielleicht auch strukturierter schreiben können. Aber ich nahm an, für einen Forenbeitrag sei es gut genug.


    Aber selbst wenn ihr Partner eventuell Probleme hat, sich auszudrücken, können seine Gedanken und Intentionen dennoch vernünftig gewesen sein. Eventuell ist er sogar gerade deshalb etwas hilflos, weil er sich nicht so geschickt zu artikulieren weiß wie sie.