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    Nur, - auch hier spricht meine Erfahrung - egal ob bei Männern oder Frauen - die wenigsten haben die "Eier" dafür. Würden niemals riskieren, dann alleine dazustehen oder mal was zu riskieren und ehrlich zu sein. Viel zu feige und sicherheitsorientiert!

    Das ist eine Charakterfrage. Und wenn du das tolerierst und akzeptierst, dann weisst du ja was dich bei diesem Mann erwartet. Wie du hier siehst, gibt es Menschen, die eben einen anderen Anspruch an einen potentiellen Partner haben.

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    Also ich stell mir die gleichen Fragen wie er: Wie kann ich das nach so kurzem Kontakt wissen? Ich bin sowieso eine, die ewig braucht, um sowas zu wissen oder sich trotz großer Gefühle in eine Beziehung einzulassen.


    Ich schaue immer, was passiert. Es einfach auf mich zukommen lassen. Derzeit ist es eben so, dass man sich mag, super Zeit zusammen hat, und alles schön ist. Da sind er und ich einer Meinung. Weiter sind wir noch nicht. ;-D Es ist halt schwer, dann mit der Vernunft zu hantieren, und sich dem Schönen nicht einfach mal hinzugeben..und einfach schauen was passiert.

    Du hast dir doch deine eigene Position schon beantwortet damit. Du findest die Situation soweit in Ordnung, du kannst ihn verstehen, du bist ähnlich gestrickt. Wunderbar. Was willst du also noch mehr? Ihr harmoniert doch dann zusammen. Es ist Einstellungssache wie gesagt, nur weil die meisten diese Kombi so nicht wollen, heisst es ja nicht das du nicht anderer Meinung sein kannst. Die Zweifel können wir dir nicht nehmen. Die Fragen werden bestehen bleiben, solange er weiterhin mit seiner Freundin zusammen bleibt und du wirst für dich herausfinden, ob er der richtige Partner für dich ist. Was dir halt passieren kann ist, dass du merkst er ist der richtige für dich, aber du bis es nicht für ihn. Risiko besteht immer, hier ist es nur erhöhter, weil es eine dritte im Boot gibt.

    @ Monika65

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    Wie lange leben sie denn zusammen? Haben sie Kinder?

    Keine Kinder. Bin auch froh drüber..


    Sie wohnen nicht wirklich fix zuammen, sind aber schon 7 Jahre zusammen. Sehen sich am Wochenende durchgehend, unter der Woche so gut wie gar nicht. 1-2 Mal, soweit ich das jetzt richtig mitbekommen habe. Er hat eine 2. Wohnung.


    Dinge, die für mich als freiheitsliebender Mensch auch eher Plus- als Minuspunkte sind. :-)

    @ -vietnamesin-

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    Ist es nicht schöner sich zu verlieben wo alles auf Anhieb ok ist, ohne diesen Beziehungshintergrund bei ihm?

    Es wäre auch schöner, wenn meine Lieblingsschokolade keine Kalorien hätte. ;-D Sorry, ich weiß natürlich was du meinst, aber ich persönlich kann das oft überhaupt nicht steuern oder mir quasi aussuchen! Es passiert ab und zu so schnell, sich mit jemandem toll zu verstehen (und mehr), so schnell kann ich gar nicht schauen. Vielleicht ist das auch von Mensch zu Mensch sehr verschieden, ich kann nur von mir sprechen.

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    Du findest die Situation soweit in Ordnung, du kannst ihn verstehen, du bist ähnlich gestrickt. Wunderbar. Was willst du also noch mehr?


    Was dir halt passieren kann ist, dass du merkst er ist der richtige für dich, aber du bis es nicht für ihn. Risiko besteht immer, hier ist es nur erhöhter, weil es eine dritte im Boot gibt.

    Stimme dem zu. Bin (NOCH) zufrieden mit der Situation, weil ich mir selbst noch nicht sicher bin. Was sich natürlich eines Tages ändern kann und dann beginne ich wohl zu leiden, wenn er fröhlich mit der Freundin weitermacht. Diese Erfahrung muss ich wohl machen; es selbst herausfinden.

    @ Kleio

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    Inwieweit bremst Dich die Freundin?

    Womöglich genau aus dem Grund. Weil ich Angst vor Verletzungen habe. Angst, sie zu verletzen und somit ein Chaos heraufzubeschwören, und natürlich Angst, dass ich selbst verletzt werde. Die ersten paar Treffen wars so schwer für mich, dass ich sehr emotional wurde und er einfach gehen musste. .. Ich habe sehr großen Respekt und Angst vor der Situation und habe Angst, dass etwas Schlimmes passiert und nicht alles Friede Freude ist bzw. bleiben wird. Habe Angst, das Falsche zu tun. Völlig ohne Gewissen bin ich (leider/Gott sei Dank? ;-) ) nicht. Mit der Zeit wird das Gewissen wohl weniger....? -> und dann bin ich wohl mit

    @ Waterli2

    auf einer Länge! :-D siehe ihren Beitrag. Denke teilweise schon ziemlich ähnlich..

    @ Kadhidya

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    Am schlimmsten wäre es für mich, wenn er aus purer Bequemlichkeit in der Beziehung verbleibt, weil es so nervig ist, auszuziehen, Haushalt komplett alleine zu machen, sich neu einzurichten und keinen potentiellen Sexpartner an der Hand zu haben. dass er nicht einfach in der Beziehung mit Dir verbleibt, obwohl er keine wirkliche Liebe empfindet, weil es eben so bequem ist.

    Aber ist es nicht ganz genau das, das Paare heutzutage über einen (sehr) langen Zeitraum zusammenhält?


    Da bleibt man eben aus diversen Gründen zusammen, weil man es sich geschworen hat. Weil man Verantwortung trägt. Gegenüber Frau, Kindern, Haus, etc. Und nicht, weil das Feuer der großen Liebe & Leidenschaft noch genauso stark ist wie am ersten Tag, ich denke das ist eher sehr selten der Fall ... Traurig aber wahr.

    @ Lavazza1981

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    aber warum interessiert er sich für dich? wenn ich glücklich bin mit meinem freund/mann, dann interesieren mich andere nicht!

    Seid alle mal ganz ehrlich zu euch selbst. Gab es noch nie eine Situation in eurem Leben, wo ihr ein bisschen "fremd" geflirtet habt, oder ein anderer euer Interesse hattet, obwohl ihr vergeben wart? Warum soll das nicht passieren können?


    Das passiert schneller und öfter als man denkt.


    Ich glaube das einzige, das Leute mit Moral dann versuchen zu tun ist, dagegen anzukämpfen ...

    Morticia1984

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    Aber ist es nicht ganz genau das, das Paare heutzutage über einen (sehr) langen Zeitraum zusammenhält?

    Wenn Du es noch oft genug wiederholst, glaubst du es vielleicht auch oder warum wiederholst Du das so oft? Es gibt eben solche und solche. Letztlich ist es egal, was Paare heutzutage so tun. Die Frage ist, was Du tust.

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    Da bleibt man eben aus diversen Gründen zusammen, weil man es sich geschworen hat. Weil man Verantwortung trägt. Gegenüber Frau, Kindern, Haus, etc. Und nicht, weil das Feuer der großen Liebe & Leidenschaft noch genauso stark ist wie am ersten Tag, ich denke das ist eher sehr selten der Fall ... Traurig aber wahr.

    Sicher gibt es solche Paare. Ich würde so ein Leben nicht wollen und würde mich inmitten solcher Menschen auch nicht wohl fühlen, die so leben. Jeder sucht sich die Umgebung, die zu ihm passt.

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    Seid alle mal ganz ehrlich zu euch selbst. Gab es noch nie eine Situation in eurem Leben, wo ihr ein bisschen "fremd" geflirtet habt, oder ein anderer euer Interesse hattet, obwohl ihr vergeben wart? Warum soll das nicht passieren können?

    Wieso diese Pauschalität? Und wenn dann die meisten ja schreiben, dann geht es Dir mit Deiner Einstellung und Entscheidung besser?


    So, wie Dir kann es mir nicht passieren. Ich bin nicht Du. Ich ziehe Menschen nicht als Liebes oder potentielle Partner in Erwägung, die ich sehr mag oder mit denen ich mich gut verstehe.

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    Das passiert schneller und öfter als man denkt.

    Bei den einen ja, bei anderen nicht.

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    Ich glaube das einzige, das Leute mit Moral dann versuchen zu tun ist, dagegen anzukämpfen ...

    Es gibt nicht nur eine Moral. Du hast Deine Moralvorstellungen, ich meine und andere andere. Warum sollte ich mir eine Moralvorstellung machen, gegen die ich ankämpfen müsste? Das wäre nicht besonders klug. Ich z. B. bin halt auch so, dass ich mich nicht in zwei Menschen gleichzeitig verliebe. Ich liebe nicht zwei Männer, die potentielle Partner sein könnten bzw. einer schon ist und einer noch sein könnte. Andere sind anders. Menschen sind unterschiedlich.

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    Da bleibt man eben aus diversen Gründen zusammen, weil man es sich geschworen hat. Weil man Verantwortung trägt. Gegenüber Frau, Kindern, Haus, etc. Und nicht, weil das Feuer der großen Liebe & Leidenschaft noch genauso stark ist wie am ersten Tag, ich denke das ist eher sehr selten der Fall ... Traurig aber wahr.

    Für mich nicht vorstellbar. Ich würde nicht bei jemanden aus oben genannten Gründen bleiben. De rGrund warum ich bleibe: Ist die Liebe. Sollte diese versiegen, gehe ich. So ist es bei mir passiert. Ich habe kein Interesse an einem Zusammenleben, mit einem Mann, wo alles tot ist, ich habe diese Erfahrung schon machen müssen, deswegen ist das kein reiner Gedanke. Mich hält da nichts.

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    Seid alle mal ganz ehrlich zu euch selbst. Gab es noch nie eine Situation in eurem Leben, wo ihr ein bisschen "fremd" geflirtet habt, oder ein anderer euer Interesse hattet, obwohl ihr vergeben wart? Warum soll das nicht passieren können?


    Das passiert schneller und öfter als man denkt.


    Ich glaube das einzige, das Leute mit Moral dann versuchen zu tun ist, dagegen anzukämpfen ...

    Ist mir auch so noch nicht passiert, mein damaliger Partner, mit dem ich 12 Jahre zusammen war, war für mich mein ein und alles. Ich liebte ihn sehr, ich war Jahre lang sehr verliebt in ihn. Es gab keinen besseren. Ich wollte nur ihn.

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    Es wäre auch schöner, wenn meine Lieblingsschokolade keine Kalorien hätte. ;-D Sorry, ich weiß natürlich was du meinst, aber ich persönlich kann das oft überhaupt nicht steuern oder mir quasi aussuchen! Es passiert ab und zu so schnell, sich mit jemandem toll zu verstehen (und mehr), so schnell kann ich gar nicht schauen. Vielleicht ist das auch von Mensch zu Mensch sehr verschieden, ich kann nur von mir sprechen.

    Ja das ist sehr unterschiedlich, jeder verliebt sich auf eine andere Art und Weise. Mir ist das so schon passiert, aber ich musste feststellen, dass es so nicht funktoniert. Darum veränderte ich meine Strategie-zum Vorteil für mich. Denn aus schneller Anziehung, bleibt meist auch nur das, reicht mir nicht. Da ich schnell feststellte, dass ausser einer Geilheit füreinander nichts übrig bleibt-langweilig :)z

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    Ich liebe nicht zwei Männer, die potentielle Partner sein könnten bzw. einer schon ist und einer noch sein könnte. Andere sind anders. Menschen sind unterschiedlich.

    Könnte ich auch nicht. Eigentlich führt es hier zu nichts, weil es sich um individuelle Vorstellungen handelt, jeder jeck ist anders, keiner besser oder schlechter, eben nur anders. Da sollten sich zwei treffen, die gleiche Ansichten haben, dann passt es, dafür gibt es nun mal unterschiedliche Typen.

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    Für mich nicht vorstellbar. Ich würde nicht bei jemanden aus oben genannten Gründen bleiben. De rGrund warum ich bleibe: Ist die Liebe. Sollte diese versiegen, gehe ich. So ist es bei mir passiert. Ich habe kein Interesse an einem Zusammenleben, mit einem Mann, wo alles tot ist, ich habe diese Erfahrung schon machen müssen, deswegen ist das kein reiner Gedanke. Mich hält da nichts.

    Ich gehe auch, wenn die Liebe da ist, aber sich die Sachebene ändert. Ganz egal, was sich innerhalb der Rahmenbedingungen für eine Beziehung ändert, bzw. sie nicht mehr erfüllt, gehe ich.


    Umgekehrt finde ich jetzt auch nichts trauriges daran, wenn Menschen aus Verantwortung gegenüber Frau, Kindern, Haus, etc. und nicht, weil das Feuer der großen Liebe & Leidenschaft so stark ist wie am ersten Tag. Ich gehe nicht davon aus, dass das Feuer der großen Liebe & Leidenschaft für eine Beziehung reicht. Umgekehrt durchaus. Es hängt davon ab, wie der Beziehungsrahmen von beiden definiert ist.

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    Na gut, dann mal eine Frage an alle "Kritiker" -


    Das einzig Wahre wäre eurer Meinung nach: Sofort nach paar Wochen des Kennenlernens alles Alte stehen und liegen lassen, die Person in der "alten Beziehung" zutiefst verletzen, mehrere Leben auf den Kopf stellen, - nur um zu schauen, ob die Neue vielleicht doch für eine Beziehung passt?


    Wirklich?

    Wenn ich jemanden nicht mehr liebe, verlasse ich ihn. Mit oder ohne "Ersatz" im Hintergrund. Ich hab das bewusst so eingerichtet, dass ich gehen kann wenn ich meine dass es Zeit dafür ist.

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    Folgende Frage taucht auch immer wieder von untreuen Menschen auf: "Wieso soll man nur eine Person mögen oder lieben können?"

    Kann schon sein, dass ein Mann mal gleichzeitig 2 Frauen liebt (oder eine Frau 2 Männer). Wenn man aber keine polyamore Beziehung möchte, dann muss sich der Partner eben entscheiden, und falls er das nicht tut, damit rechnen, dass der nicht-polyamore Teil der Beziehung sich verabschiedet.

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    Ich schaue immer, was passiert. Es einfach auf mich zukommen lassen. Derzeit ist es eben so, dass man sich mag, super Zeit zusammen hat, und alles schön ist. Da sind er und ich einer Meinung. Weiter sind wir noch nicht. ;-D Es ist halt schwer, dann mit der Vernunft zu hantieren, und sich dem Schönen nicht einfach mal hinzugeben..und einfach schauen was passiert. Mit einer Freundin im Hintergrund bremst mich das natürlich immer wieder etwas ab.

    Keine Sorge, das ist nur eine Frage der Zeit, bis du die Freundin nicht mehr als Bremse betrachtest ;-)

    Bei solchen Geschichten muss ich immer an den alten Spruch denken:"Drum prüfet, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet."


    Oder so ähnlich... ;-D


    ich hatte einmal in meinem Leben eine solche Dreierkonstellation und möchte das nie nie wieder erleben müssen. Das war viel Leid für alle Beteiligten. :|N

    @ Kleio

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    Ich ziehe Menschen nicht als Liebes oder potentielle Partner in Erwägung, die ich sehr mag oder mit denen ich mich gut verstehe.

    Ich denke, ich hab hier meinen persönlichen Haken gefunden. :)


    Bisher hat das bei mir immer automatisch zu "mehr" geführt, wie selbstverständlich. Und ich hatte noch nie einen dabei, der mir bei Annäherungsversuchen eine Ohrfeige gegeben hätte. *lach*


    Schon allein mit diesem Hintergrund"wissen", dass ein Mann prinzipiell immer mehr will und es versucht, - kommt bei mir die Idee gar nicht erst auf, mit einem Mann nur befreundet sein zu wollen.

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    Ja eben. Vergleiche bringen da nicht viel.

    Tut mir leid, wenn ich hier zu viel pauschalisiere, ich denke, das kommt hauptsächlich von meiner Erziehung sowie meiner Erfahrungen mit solchen Menschen. Kenne bisher mehr Paare, die nicht aus Liebe, sondern aus tausend anderen Gründen zusammen sind als umgekehrt. Von Verlassen ist trotz unglücklich sein niemals die Rede. Dann kommen Argumente wie Verantwortung, Sicherheitsdenken, Finanzielles, Wohl des Kindes, usw.


    Womöglich ziehe ich gewisse Menschen oder Situationen an, oder "fliege" mehr drauf. ":/


    Jedenfalls bringt mich alles zum Nachdenken.


    Danke euch sehr für eure Ansichten.

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    Sie wohnen nicht wirklich fix zuammen, sind aber schon 7 Jahre zusammen.

    7 Jahre sind jetzt nicht soo viel. ;-) Kommt natürlich aufs Alter auch an, aber so eine Beziehung hat natürlich auch nicht solche Bindungsfaktoren wie Ehe, Kinder, gemeinsames Haus etc. Gut möglich, dass er bereit für was Neues ist.

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    Folgende Frage taucht auch immer wieder von untreuen Menschen auf: "Wieso soll man nur eine Person mögen oder lieben können?"

    Kann schon sein, dass ein Mann mal gleichzeitig 2 Frauen liebt (oder eine Frau 2 Männer). Wenn man aber keine polyamore Beziehung möchte, dann muss sich der Partner eben entscheiden, und falls er das nicht tut, damit rechnen, dass der nicht-polyamore Teil der Beziehung sich verabschiedet.

    Das ist aber nur möglich, wenn der Mann oder die Frau ehrlich zu den anderen ist. Ich halte die Frage, ob man einen oder mehr als einen Menschen liebt gar nicht für so entscheidend. Die Frage ist doch eher, was möchten die anderen Beteiligten und gebe ich ihnen überhaupt die Möglichkeit selbst zu entscheiden, was sie in dieser Situation möchten? Nur weil man zwei Menschen liebt, muss man nicht zwangsläufig fremdgehen. Für mich ist es auch keine Liebe, wenn man seinen Partner bewusst hintergeht.

    @ Morticia

    Ich habe jetzt zwar nicht jedes Wort gelesen, möchte aber die Lage mal kurz beurteilen.


    Es geht meiner Meinung nach – wie fast immer bei Anfragen im Forum – darum, dass du Ängste hast, die diffus sind, die du nicht genau einordnen kannst und die dich daran hindern, etwas zu tun, was dein Herz gern möchte.


    Deine Fragen sind so gestellt, dass du diese Ängste dadurch bekämpfen möchtest, dass du viele Menschen findest, denen es ähnlich gegangen ist oder geht. Hier haben schon viele kluge Köpfe festgestellt, dass das wenig nutzt, denn jeder hat eine andere Geschichte, andere Gedankenwelten, andere Bewältigungsmechanismen und vor allem andere Ängste.


    Es geht also vor allem darum, DEINE Ängste genau zu betrachten und Lösungen dafür zu finden, wie du mit diesen Ängsten umgehst. Du möchtest den Mann gern lieben und möchtest von ihm gern geliebt werden. Dagegen spricht deiner Meinung nach vor allem die Tatsache, dass er eine Bindung hat. Das ist sicher richtig. Aber das verändert nicht den Teil der Liebe, den wir als "leidenschaftliche Liebe" bezeichnen und auch nicht den Teil, den wir als "freundschaftliche Liebe" bezeichnen. Wohl aber wird das, was man als "projektbezogene partnerschaftliche Liebe" bezeichnet, gravierend eingeschränkt. Und dieser Teil ist nun mal die stabilste Säule einer Beziehung. Aber es wird nun mal kaum zukunftsgerichtete Projekte geben, wenn er gebunden ist und das auch bleiben will. In sehr vielen Fällen mit solcher Konstellation ist der gebundene Partner durchaus bereit, mit der neuen Liebe Projekte anzusprechen und scheinbar zu planen – aber das kann dann zur Strategie werden, um die neue Liebe nicht zu verlieren, die alte aber aufrecht erhalten zu können.


    Es gilt also vor allem, diese Strategie zu entdecken und zu entlarven. Denn sie führt manchmal zu Jahre langem Leiden als "Affärenfrau" (meist sind es nun mal die Männer, die sich nicht trennen wollen). Ich sehe deine größte Angst also in diesem Bereich. Und das ist realistisch. Es ist aber kein Zauberwerk, das relativ bald heraus zu finden und vor allem auch anzusprechen.


    Man kann das ganz pragmatisch mit Hilfe einer Deadline machen. Pragmatismus und Verliebtheit passen zwar schlecht zueinander, aber Verliebtheit ist nun mal ein hormongesteuertes Phänomen, das zeitlich stark beschränkt ist. 6-8 Monate sind realistisch. Und wenn sich nach dieser Zeit keine handfesten gemeinsamen "Projekte" abzeichnen, an deren Verwirklichung auch wirklich von beiden Seiten etwas getan wird, (und dazu gehört dann sicher auch die Trennung von der bisherigen Partnerin) liegt die Vermutung nahe, dass es diese Projekte auch nicht geben wird. Weil nach der Verliebtheit nun mal die stabile Liebe entstehen muss. Und dazu gehören bestenfalls alle drei Säulen, vor allem aber gehört dazu der feste Wille, die Beziehung auch zu den Bedingungen zu wollen, die der jeweils andere will, die Bedingungen also abzugleichen.


    Was deine Ängste betrifft, ist es also hilfreich für dich herauszufinden, was du dann tun wirst, wenn diese "Deadline" erreicht ist. Wenn der Mann den Status mit zwei Frauen – also als Dreiecksbeziehung – aufrecht erhalten will, trägt sowieso zunächst einmal ER die größte Last als Mittelpunkt eines Dreiecks. Du hast die Wahl, aus der Beziehung zu ihm genau das herauszuholen, was dir fehlt – also Intimität und bestenfalls auch guten Sex. Wenn dir das reicht, wirst du das noch eine Zeit lang tun, wenn nicht, wirst du ein Ultimatum stellen und es beenden. Allerdings musst du dazu auch "skrupellos" genug sein, um dich nicht daran zu stören, dass er offensichtlich seine Partnerin betrügt. Das kann nicht jeder. Für das Wort "skrupellos" gibt es sicher auch andere Bezeichnungen, ich will das hier überhaupt nicht moralisch bewerten, das musst du selber tun, denn deine Moralvorstellungen unterscheiden sich ganz sich von meinen und von denen anderer Forumsteilnehmer. Das ist völlig individuell.


    Die Bekämpfung deiner Angst kann also ganz pragmatisch angegangen werden, vor allem indem du dich darauf besinnst, welche Probleme du in deinem bisherigen Leben schon erfolgreich bewältigt hast und wie diese Bewältigungsmechanismen dir dabei helfen können, in dem Moment des beginnenden Zweifels und des Erreichens einer persönlichen Grenze dir bei der Bewältigung helfen werden.


    Du hast im Normalfall alle sin dir, was du dazu brauchst, zumindest gilt das für den psychisch gesunden Menschen. Und vor dem Hintergrund dieser Gewissheit musst du deine Zweifel nicht pflegen, ständig betrachten und dadurch größer machen. sondern du kannst dich darauf konzentrieren, deine Liebe zu zeigen und das, was du zurück bekommst, anzunehmen und zu genießen. Das kann die Gefühle zwischen euch sehr positiv beeinflussen. Und es kann sie so groß machen, dass eine gemeinsame Zukunft wahrscheinlicher dadurch wird. Das sind aber alles nur "Kann-Voraussetzungen" Gewissheit für die Liebe bringt das nicht. Muss es aber auch nicht, denn Gewissheit in der Liebe ist eh eine Ausnahme und normalerweise zeitliche beschränkt. Die Gewissheit, mit den aus dem Ende der Liebe resultierenden Probleme fertig werden zu können, ist erheblich wichtiger. Und sie ist vor allem das wichtigste Gegenmittel gegen deine Ängste.


    Schau dir deine Situation doch mal aus diesem Blickwinkel an. ich nehme gern noch mal Stellung dazu.