Wohnlage

    Hallo ihr alle hier


    Ich bin neu hier und da meine bzw. unsere Lage so ist wie sie ist - schreib ich euch ihr mal um vielleicht für mich/uns was mitnehmen zu können.


    Zu uns, wir sind ein Ehepaar, Anfang-Mitte 50 und wohnen, leben sehr abgelegen. Es ist das Elternhaus meines Mannes das wir vor 10 Jahren gründlich sanierten, ausbauten und renovierten - jedoch hatte ich da schon meine bedenken - auch wir waren damals schon um die 40 also im mittleren Alter und da dachte ich schon an die Zukunft was wohl in 10-15 Jahren sein wird. Da mein Mann jedoch Mutter im Haus hatte - ging es nicht anders und alles andere konnte sich mein Mann damals noch nicht vorstellen.


    Mittlerweile lebt Mutter nicht mehr und wir sind nun allein in dem großen Haus in einer wunderschönen aber sehr abgeschiedenen Lage. Mein Mann weiß und erinnert sich gut, hätten seine Eltern ihn nicht gehabt, sie hätten hier ebenso nicht wohnen bleiben können.

    Zu den Lagefakten. Wir haben nur eine 1,5 km lange Schotterwegzufahrt die aufgrund der Streitereien der Nachbarn (wo wir mitten drin sitzen) nie asphaltiert wurde und auch nie werden wird. Die Sanierung derer bleibt ebenso am meisten auf uns sitzen da die Gemeine kaum was übernimmt und die Nachbarn sich weigern mitzuhelfen auf den Stücken die sie weniger befahren als wir. Genauso ist es auch mit der Schneeräumung auf diesen 1,5 km Weg, die ebenso privat geräumt werden muss da die Gemeine hier nicht fährt. Nicht nur das es viel Zeit und Geld kostet, sondern auch extremst belastend ist wenn man zb. einkaufen fährt oder arbeiten war und einfach nicht mehr nach Haus kommt wegen Schnee, weil ja in der Zwischenzeit niemand räumt. Mistkübeln und Postkasten ebenso ein schwieriges Thema, Mistkübeln muss man hin bringen wo die öffentliche Straße geht, sprich diese 1,5 km hinunter bringen und wieder holen, die Post wird übrigens auch nur dort abgeladen. Lieferdienste kommen schon mal gar nicht zu uns.

    Dafür Natur pur - ja das ist schon das einzigste.

    Dennoch, wir werden auch älter und es strapaziert enorm. Nicht nur weil wir beide beruflich mehrfach eingespannt sind und dann diese Strapazen auch noch haben.

    Seit längerem befassen wir uns nun schon mit dem Gedanken hier weg zu gehen. Haben uns schon viel angesehen und aktuell wieder ein tolles Haus bald zum besichtigen. Gescheitert sind wir bis dato jedes mal an der Frage, will man das wirklich? Siedlung? Menschen? Hoffen und denken uns wie es doch noch irgendwie weitergehen könnte hier, wo nach einigen Wochen wenn man wieder ein tolles Objekt im Internet findet - doch wieder grübelt und sagt, ja es wäre schon toll zentraler zu sein und es einfacher zu haben - vor allem die Belastung mit Zufahrt/Strasse nicht mehr zu haben aber auch einkaufen in der Nähe gehen zu können nicht wie aktuell erst mal 25 km fahren zu müssen zum nächsten Geschäft.


    Aber was wenn es der falsche Schritt ist und man dann nicht glücklich wird dort? Da gibt s dann noch gute Freunde die meinen, bleibt doch da wo ihr seid, wenn "etwas" kommt, Kriegsmäßig oder Wirtschaftsmäßig könnt ihr da wo ihr jetzt seit, überleben - und ja klar das stimmt schon. Aber an das denken wir weniger das so etwas kommt, denn dann müssten alle Menschen in Wohnungen/Häusern verhungern oder was auch immer. Und sollte sowas je kommen, wer weiß erleben wir das überhaupt noch?!


    ja vielleicht kennt das ja wer von euch, oder habt einen Tipp wie man realistisch aus dieser Spirale raus kommt? Wir drehen uns im Kreis ohne Aussicht auf Besserung.

  • 23 Antworten
    Frau-X schrieb:

    Da gibt s dann noch gute Freunde die meinen, bleibt doch da wo ihr seid, wenn "etwas" kommt, Kriegsmäßig oder Wirtschaftsmäßig könnt ihr da wo ihr jetzt seit, überleben

    Was ist damit gemeint? Im Sinne der reinen Selbstversorgung oder wie? Also habt ihr einen Brunnen und fruchtbaren Boden, der euch dann länger nähren könnte und entsprechende Fähigkeiten, das zu bewirtschaften? Seid nicht auf Elektrizität angewiesen?


    Da müsste ja schon ein riesen GAU passieren, dass unsere Gesellschaft so weit zurückgeworfen wird, dass das in den nächsten Jahren irgendwie relevant wird. Noch dazu dürft ihr nicht krank werden und auch auf die sonstige Infrastruktur nicht angewiesen sein.


    Also das wäre für mich definitiv kein Grund in der Einöde mit all den Nachteilen zu bleiben und da quasi auf den 3. Weltkrieg zu warten.


    Frau-X schrieb:

    Gescheitert sind wir bis dato jedes mal an der Frage, will man das wirklich? Siedlung? Menschen?

    Das könnt nur ihr selbst beantworten, es gibt ja auch nicht nur die zwei Extreme, absolute Abgeschiedenheit oder Großstadt, sondern noch ganz viel dazwischen. Wie habt ihr denn vorher gelebt? Wenn ich das richtig verstanden habe, dann lebt ihr doch erst seit 10 Jahren in dem Haus, oder?


    Müsstet ihr das bisherige Haus denn direkt verkaufen, um euch etwas anderes finanzieren zu können? Denn ansonsten würde ich sagen, geht nicht direkt aufs Ganze, sondern behaltet das alte Haus halt erstmal. Dann könnt ihr zur Not auch wieder die Rolle rückwärts machen, wenn ihr merkt, dass euch die Abgeschiedenheit fehlt.

    Komorebi


    Mein Mann lebt schon immer da, da Elternhaus - ich seit knapp über zehn Jahren. Auf Elektrizität natürlich angewiesen ;) und ja wir würden wenn das hier verkaufen und was neues kaufen oder selbst bauen.

    Frau-X schrieb:

    Aber was wenn es der falsche Schritt ist und man dann nicht glücklich wird dort? Da gibt s dann noch gute Freunde die meinen, bleibt doch da wo ihr seid, wenn "etwas" kommt, Kriegsmäßig oder Wirtschaftsmäßig könnt ihr da wo ihr jetzt seit, überleben - und ja klar das stimmt schon.

    Finde ich ziemlichen Unsinn, ehrlich gesagt. Klar, es könnte mal wieder einen Krieg geben. Und in einer Wirtschaftskrise stecken wir aktuell. Und ich schätze mal, ihr fangt nun auch nicht an, im Übermaß Kartoffeln und Zwiebeln zu pflanzen, damit ihr im Herbst was zu essen habt? ;-)


    Ihr solltet diese Entscheidung davon abhängig machen, wie euer Gefühl ist und nicht, wie gut es wäre, in so einem Haus zu leben, wenn die Zombiapokalypse kommt. ;-D

    Frau-X schrieb:

    ja vielleicht kennt das ja wer von euch, oder habt einen Tipp wie man realistisch aus dieser Spirale raus kommt? Wir drehen uns im Kreis ohne Aussicht auf Besserung.

    Ein Gedanke, der mir jetzt kommen würde wäre, dass es grade viele Städter gibt, die viel dafür bezahlen würden, mal eine Weile so abgelegen wohnen zu können. Wäre es für euch denn eine Idee, das Haus als Ferienhaus zu vermieten und dann selbst woanders zu wohnen?

    Das hätte den Vorteil, dass das Haus nicht "weg" wäre und dass ihr eben auch mal zeitlich befristet dorthin zurück könntet, wenn es euch in der neuen Gegend zu bunt wird. Dann plant man einfach 2-3 Mal im Jahr ein paar Tage im alten Haus ein und hat einen entsprechenden Ausgleich.

    Und wie gesagt könntet ihr das Haus oder auch einzelne Zimmer an Feriengäste vermieten, die sich nach Ruhe und Landluft sehnen. Dadurch könntet ihr vielleicht ein paar Euro verdienen.

    Ich bin der Meinung, man muß nicht in der Einöde und nicht direkt in der Großstadt wohnen. Die Entscheidung müsst ihr schon selber treffen. Pro und Kontra aufschreiben und gegeneinander abwägen. Wir werden alle älter und wissen nicht, ob uns ein eigenes Haus zuviel wird. Selber noch anfangen zu bauen, der ganze Stress wäre mir persönlich auch zuviel. Immer Ärger mit den Handwerkern. Wenn ich an eurer Stelle wäre, ich würde das Haus verkaufen und mir von dem Erlös in einer ruhigen Gegend am Stadtrand eine Eigentumswohnung kaufen, Parterre mit einer schönen Terrasse für Blumen und Terrassenmöbel. In der Nähe die nächste U Bahn oder S Bahn Haltestelle. Ihr seid schnell in der Stadt, Arzt, Friseur, Krankenhaus, Supermärkte etc. alles in der Nähe oder bequem mit der U-Bahn zu erreichen. Cafés, Restaurants in der Nähe. Wenn ihr in Rente geht, ist eventuell sogar das Auto überflüssig. Das ist meine persönliche Meinung dazu. Viele Grüße

    Deine Beschreibung wäre für mich der absolute Wohn-Horror.

    Ich kann gut abgeschieden leben, das wäre jetzt nicht das Problem, aber 25 km fahren um überhaupt mal was einkaufen zu können? Nein. Einfach nein. Ebenso diese Sache mit den 1,5 km zur Straße runter.

    Ganz ehrlich, ihr werdet auch nicht jünger. Stell dir mal vor was wäre, wenn ihr alt und krank wärt und zu den Ärzten müsst. Wenn ihr schon zum Einkaufen 25 km fahren müsst wird es zu den Ärzten auch kaum näher sein. Und wenn ihr mal gar nicht mehr selber fahren könnt? Oder Euch das ganze drumherum (Mülltonnen 1,5 km schleppen und 1,5 km Schneeschaufeln) einfach körperlich zu viel wird?

    Ganz ehrlich, ich würde zusehen dass ich da weg komme, und zwar innerhalb der nächsten 2 Jahre oder so. NOCH seid ihr fit und stemmt den Umzug und das alles, aber wenn ihr irgendwann mal nicht mehr könnt und dann von heute auf morgen müsst, dann ist das viel, viel schlimmer.

    Zwischen dieser Einsamkeit und einer Großstadt gibt's ja auch noch etwas dazwischen, oder nicht? Was wäre denn mit einem Randstadtteil einer Kleinstadt?

    Schön machen kann man es sich überall. Wie gesagt für Leute die aus dieser Einsamkeit kommen, wird es schwierig, in die Großstadt zu ziehen, das ist klar. Aber ich weiß ja nicht woher Ihr kommt und wie das da ist. Doch wenn ich mal so denke, wie das an der Mecklenburgischen Seenplatte ist... da hat man Örtchen, da ist nichts und man muss auch kilometerweit für alles fahren, und dann gibt es Städte mit ca 5 tausend Einwohner und selbst die haben noch Randlagen oder vorgelagerte Dörfer mit weniger Bebauung.

    Ich denke Eure Hauptproblem wird in der Zukunft der 1,5 km Weg zur Straße sein und die 25 km um überhaupt mal was einzukaufen. und ich denke es würde reichen da anzusetzen. Also in das nächstgrößere Dorf vor der nächsten Kleinstadt in ein Haus ohne 1,5 km Schotterweg und einer 2-5 km Entfernung zu Einkaufsmöglichkeiten und medizinischer Versorgung.

    Unter Wohnanlage stelle ich mir eher so etwas wie Eigentumswohnung in einer Seniorenresidenz vor.

    Das würde ich nie machen.

    Klar man muss auch ans Alter denken, das ist in der Einöde schwierig, wenn körperliche Gebrechen kommen. Da wöllte ich auch nicht 1,5 km Schnee schippen oder dergleichen.
    Ich würde eher ein kleines Haus am Stadtrand vorziehen, mit guten Einkaufsmöglichkeiten. Keinesfalls eine Wohnung, schon gar nicht Eigentumswohnung.

    Ich bin kein Freund von SUVs, aber in euren Falle hätte ich einen:

    Hoch, große Räder plus drei Differentialsperren. Also eher so einer wie ihn Förster, Landwirte und Weltreisende fahren. Und mit dem täte, wenn nötig den Weg an jedem Tag und bei jedem Wetter fahren. Bzw. am besten in Pickup-Ausführung, wenn man die Mülltonnen auch mit nach vorne zur Straße bringen muß.

    Zitat

    Da gibt s dann noch gute Freunde die meinen, bleibt doch da wo ihr seid, wenn "etwas" kommt, Kriegsmäßig oder Wirtschaftsmäßig könnt ihr da wo ihr jetzt seit, überleben - und ja klar das stimmt schon. Aber an das denken wir weniger das so etwas kommt, denn dann müssten alle Menschen in Wohnungen/Häusern verhungern oder was auch immer. Und sollte sowas je kommen, wer weiß erleben wir das überhaupt noch?!

    Also, das Argument finde ich sehr suspekt - die Wahrscheinlichkeit, sich während eines Krieges oder einer massiven Wirtschaftskrise selbst versorgen zu müssen, ist ja doch eher gering. Die Wahrscheinlichkeit, im "Alter" (oder auch schon früher) den Alltag ein einem so abgelegenen Haus nicht mehr bewältigen können, ist viel höher. Mein Vater hatte z.B. vor ein paar Jahren ein Hüft-OP, nicht völlig ungewöhnlich im Alter, und er durfte 3 Monate nicht Autofahren. Allein das stelle ich mir in Eurer jetzigen Lebenssituation sehr schwierig vor.


    Ich bin allerdings auch ein totaler Stadtmensch, die Vorstellung, 1,5 km Schotterweg bis zur Straße und 25 km bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit zu haben, finde ich total abwegig (ehrlich gesagt wundert es mich, dass man in Deutschland überhaupt so wohnen kann :-o). Aber das muss jeder für sich entscheiden - wie die anderen schon geschrieben haben, gibt es ja auch viele Varianten zwischen Großstadtmietwohnung und Eurer jetzigen Wohnsituation. Ob Ihr lieber relativ zentral in einem kleinen Ort oder etwas außerhalb in einem großen Ort wohnt, müsst Ihr letztlich selber wissen. Besser wird die Anbindung an Versorgung, Ärzte etc. auf jeden Fall sein. Vielleicht müsst Ihr Euch einfach mal auf Verdacht ein paar Häuser oder Wohnungen ansehen und gucken, wie Euch das gefällt und mit welchem Gefühl Ihr wieder rausgeht.

    Ich sehe gerade, dass Ihr Euch schon einiges angesehen habt. Vielleicht ist einfach noch nicht das Richtige dabei gewesen. Die Frage, ob Ihr Menschen um Euch herum haben möchtet, ist natürlich sehr wesentlich ":/ Nachbarn können Konflikte mit sich bringen, aber man kann sich ja eine Wohnsituation suchen, wo man sich nicht so auf der Pelle sitzt.

    Mann042


    was denkst du, klar haben wir beide solche Autos die durch die Strasse dennoch in Mitleidenschaft gezogen werden, Lösung ist das dennoch keine.


    Grottig


    du sagst es, ne Eigentumswohnung kommt definitv nicht infrage. Sehs bei meinem Vater, der hatte auch ein Haus und kaufte sich dann eine Eigentumswohnung wo ich ihn besuche, es is absoluter Horror. Sowas möchten wir beide nicht, vor allem weil wir Hund und Katz auch haben.

    Direkt in der Stadt werden und wollen wir auch nicht sein, so 10 Minuten entfernt in einer Randlage ist für uns vorstellbar und realistisch und auch findbar denken wir, jedoch den tatsächlichen Schritt zu wagen, daran scheitern wir immer wieder eben wegen etwaiger Aussagen von Bekannten.

    Dein Mann hat ja selber gesagt, dass seine Eltern das ohne ihn bis zum Ende nie durchgehalten hätten. Und die Option fällt ja für euch scheinbar weg.


    Ich finde die Idee mit selber bauen gar nicht so schlecht. Da kann man alles bedenken.

    - Wohnlage nicht komplett in der Pampa (Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte)

    - kleines Grundstück (das muss man im Alter auch noch bewirtschaften können)

    - zu ebener Erde gebaut (Treppen mögen lange zu bewältigen sein, können aber zum Grund werden, dass man im Alter ausziehen muss)

    - im Alter frei umzugestalten (die nötige finanzielle Basis vorausgesetzt)

    - Altersvorsorge (sollte das Thema Betreutes Wohnen/Pflegeheim im Raum stehen)

    Zitat

    , jedoch den tatsächlichen Schritt zu wagen, daran scheitern wir immer wieder eben wegen etwaiger Aussagen von Bekannten.

    Wohnen die von der Wohnlage her ähnlich "günstig" wie ihr? Oder ladet sie doch mal zum Schneeschippen ein.


    Man kann ländlich wohnen und trotzdem nicht am Arsch der Heide. Auch wenn man das mag. Irgendwann geht es halt nicht mehr.

    Zitat

    daran scheitern wir immer wieder eben wegen etwaiger Aussagen von Bekannten.

    Drei Leute, vier Meinungen. Ich würde nicht auf irgendwelche Bekannten hören, sondern einfach mal, wie hier schon geraten wurde, eine Plus-Minus-Liste aufstellen.

    Einsamkeit ist ja schön und gut, aber für das Alter wohl nicht unbedingt optimal. Hättet ihr denn überhaupt einen Käufer für euer Haus? Da muss man ja auch erst einmal jemanden finden, dem solch ein Objekt zusagt.

    Eine Eigentumswohnung wäre jetzt auch nicht meine erste Wahl; dann schon lieber einen Bungalow, bei dem alles ebenerdig ist. Sollte der Garten irgendwann mal nicht mehr selbst zu bewerkstelligen sein, gibt es immer noch Firmen, die man anheuern kann.

    Auf jeden Fall ist es eine Kostenfrage und wenn ihr keinen Käufer zu einem bestimmten Preis für euer Haus findet, haben sich viele Optionen ja schon einmal erledigt.

    Es ist immer eine schwierige Entscheidung, weil viel Vertrautes aufgegeben werden muss. Aber das Neue muss nicht unbedingt schlechter sein und kann viele Vorteile haben :)^.