Guten Morgen @all! @:)


    Es war gut, dass ich die Diskussion hier gestartet hab, ich hatte gestern Abend Zeit, um über eure Beiträge nachzudenken. Gern möchte ich auf ein paar Dinge eingehen.

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    Klingt für mich nach klassischer Torschlusspanik, hatte ich auch mal als ich in das Alter kam wo es so langsam 5 vor 12 wird.

    Das ist gut möglich, das hab ich mir ja auch schon gedacht. X-

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    Realistisch gesehen ist es bei euch aber schon 5 nach 12. Selbst wenn er die Vasektomie rückgängig machen würde: Danach sind nicht sofort wieder aktive Spermien da, das dauert teils etliche Monate. Und selbst wenn die Spermien wieder auf die Beine kommen sind deine Eizellen auch nicht mehr die Besten.

    Ja, das schätzt du vermutlich durchaus realistisch ein.

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    …Und dass er bereit wäre, meinem Wunsch nachzugeben, wenn es so wäre… Das sagt dir ein sterilisierter Mann? Wie stellt er sich sowas denn konkret vor?

    Er hat gesagt, dass er sich rückoperieren lässt, wenn ich mir ein Kind wünsche.

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    Die Frage ist: Hast du Lust dich mit Mitte 40 um ein Grundschulkind zu kümmern während dir die Meno-Pause den letzten Nerv raubt? Hast du auch Bock dich mit Anfang 50 um einen rebellischen Teenager zu kümmern? Wollt ihr von eurer Rente später mal das Studium des Kindes finanzieren? Kommst du damit klar, dass deine Enkel dann vermutlich ohne Großeltern aufwachsen werden?

    DAS hat mich schon nachdenklich gestimmt.


    Die Antwort lautet nämlich. NEIN. Das möchte ich nicht. Ich möchte das alles nicht. :|N

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    Oft passiert ja das Gegenteil: Man entfremdet sich eher, weil mein keine Zeit mehr füreinander hat. Nach gerade mal 1 Jahr Beziehung kann ich mir gut vorstellen, dass ihr auch noch bestimmte Dinge ausprobieren wollt, sei es im Bett, gemeinsame Urlaube, etc. Das fällt mit Kind vielleicht erstmal flach.

    Ebenfalls ein gutes Argument. Ich habe noch nie eine Beziehung gesehen, die sich durch das Kinderkriegen verbessert hat. Wobei es bei uns jetzt ja nicht darum geht, irgendwelche Probleme zu vertuschen, wir zwei sind uns beide genug und wir kommen wunderbar miteinander zurecht.

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    Ganz nüchtern betrachtet solltest du dich mit dem Gedanken anfreunden, dass selbst bei einer beiderseitigen Entscheidung für Nachwuchs die Chancen nicht rosig stehen.

    Eben. Und bevor wir uns das Theater antun und ich dann mittendrin in diesem schrecklichen "Hibbelwahnsinn" bin und dann klappt es nicht, lass ich es lieber ganz bleiben.

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    Für mich schaut das wie so eine unrealistische Verliebtheitsträumerei aus. Ist das wirklich so einfach, eine Sterilisation rückgängig zu machen? Ich finde dieses Ansinnen eine Zumutung, schließlich ist das eine OP.

    Ich hätte dieses Thema niemals auf den Tisch gebracht, aber mein Freund hat ausdrücklich festgehalten, dass er bei einem Kinderwunsch meinerseits bereit wäre, die Vasektomie rückgängig zu machen.

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    Abgesehen davon scheint in eurer Beziehung ja auch nicht alles FriedeFreudeEierkuchen zu sein. Wenn dir zB der Sex zuwenig ist, kann es ganz schnell vorbei sein, denn Harmonie auf sexuellem Gebiet ist von recht großer Bedeutung in einer Beziehung.

    Vielleicht hast du meinen anderen Thread nicht zuende gelesen (musst du ja auch nicht), und ich hasse den Ausdruck "FriedeFreudeEierkuchen", aber wenn eine Phrase unsere Beziehung beschreiben müsste, dann könnte man durchaus diese Bezeichnung verwenden. Nirgends ist immer alles eitel Wonne und auch wir haben unsere Spinnereien. Aber wir passen zusammen, wir sind aus demselben Holz geschnitzt. Wir lieben uns.


    Und auch wenn es hier OT ist: Es gab eine kurze Phase, in der mein Freund einfach andere Probleme hatte, die ihn belastet haben, deshalb gab es weniger Sex. Und da unsere Beziehung dort noch nicht so gefestigt war, hab ich das sehr persönlich genommen. Das Problem ist aber schon lange Geschichte und wir harmonieren im und außerhalb des Bettes außerordentlich gut. ;-) |-o

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    Hätte Dein Freund keine Tochter von seiner Ex, glaubst Du, dass Du dann auch plötzlich diesen Kinderwunsch hättest ? Diese Frage würde ich mir an Deiner Stelle stellen und versuchen, sie mir ehrlich zu beantworten.

    Gute Frage und ich sage dir, dass du Recht haben könntest mit deiner Vermutung:

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    Denn es könnte sein, dass Du bewusst oder unbewusst etwas neidisch bist auf die Ex, weil sie von Deinem Freund ein Kind hat und Du nicht.

    Ja. Und das ist bekloppt und abstrus, aber eine Userin hier hat an einer anderen Stelle dies mal gut erklärt:

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    Da spielt auch die Evolution etwas rein. Vereinfacht gesagt:


    Max und du ihr seid ein Paar, schlaft miteinander, d.h. gäbe es keine Verhütung, hättest du demnächst ein Baby zu versorgen.


    Nun bist du keine Steinzeitfrau, sondern stehst beruflich auf eigenen Beinen, nur weiß das dein Körper und deine Psyche, die sich seit der Steinzeit nur unwesentlich verändert haben, nicht. Ist dein Kerl nun also mit der Brut einer anderen Frau beschäftigt, gehen bei der Steinzeitfrau in dir alle Alarmglocken an: --> Eifersucht.

    Tja, dem ist wohl nichts hinzuzufügen. Mag überspitzt formuliert sein, trifft es aber wahrscheinlich doch irgendwie auf den Punkt. ":/

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    Ich würde vorschlagen, das Thema mit deinem Partner mal ganz locker anzusprechen. Eine Vasektomie macht man nämlich auch nicht einfach mal so eben und ich würde behaupten wollen, dass Männer dabei auch bedenken, dass es noch andere zukünftige Partnerinnen geben kann. Aber dennoch hat er sich der Vasektomie unterzogen.

    Ja, mein Freund behauptet, sein Arzt hätte ihm damals angeblich gesagt, dass man dies auch wieder rückgängig machen könnte, sollte er doch nochmal eine neue Partnerin mit Kinderwunsch an seiner Seite haben.

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    Was genau macht dich daran denn so traurig?

    Ach, das sind einfach nur blöde Emotionen. Im Grunde weiß ich, dass a) der Zug mehr oder weniger schon abgefahren ist und b) ein Kind mich wahrscheinlich nicht glücklicher machen würde.


    Es ist halt diese Endgültigkeit, die da dahinter steht, dass ich niemals eine Familie haben werde. Das macht mich einfach traurig. :-(

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    Die Frage ist: Hast du Lust dich mit Mitte 40 um ein Grundschulkind zu kümmern während dir die Meno-Pause den letzten Nerv raubt? Hast du auch Bock dich mit Anfang 50 um einen rebellischen Teenager zu kümmern? Wollt ihr von eurer Rente später mal das Studium des Kindes finanzieren? Kommst du damit klar, dass deine Enkel dann vermutlich ohne Großeltern aufwachsen werden?

    DAS hat mich schon nachdenklich gestimmt.


    Die Antwort lautet nämlich. NEIN. Das möchte ich nicht. Ich möchte das alles nicht. :|N

    DAs ist eine sehr klare Aussage. Ich gehe jetzt auf die 50 zu und bin kinderlos. Und das ist ein Alter, wo man langsam darüber nachdenkt, wie lange man welche Dinge noch gut machen kann. Nicht, dass ich Angst vor dem Alter hätte, aber ich betrachte es realistisch bis optimistisch und hoffe, dass ich auch mit 80 noch ziemlich fit bin. Aber hier und da gibt es Dinge, wo man sich leichte Rückzüge erhofft, ein paar ruhigere Bahnen. Und auch mal die Früchte des Lebens ernten möchte und anstrengende Investitionen ins Leben eher mal bisschen reduziert.


    Die Vorstellung, jetzt noch Kinder großzuziehen, fände ich persönlich sehr belastend. Ich finde, Kinder sollte man früh bekommen, weil das Leben sowieso erst danach passiert und man nicht auf viel verzichten muss. Man will nicht von der Wiege zur Bahre laufen und nicht schon Rente kassieren, wenn das Kind gerade mal ins Studium geht. Oder man muss so eine Entscheidung ohne Wenn und Aber treffen und voll dahinterstehen. Und das sehe ich bei dir gerade nicht.

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    Ich hätte dieses Thema niemals auf den Tisch gebracht, aber mein Freund hat ausdrücklich festgehalten, dass er bei einem Kinderwunsch meinerseits bereit wäre, die Vasektomie rückgängig zu machen.

    Vielleicht fühlte er sich aufgrund deiner früheren Aussagen sicher genug, dass er damit Charming-Punkte machen wollte. Das wirst du nur erfahren, wenn du es nun "einforderst". ;-)

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    Ja, mein Freund behauptet, sein Arzt hätte ihm damals angeblich gesagt, dass man dies auch wieder rückgängig machen könnte, sollte er doch nochmal eine neue Partnerin mit Kinderwunsch an seiner Seite haben.

    Ich bin ebenfalls seit über 10 Jahren unterbunden. Mein Arzt (Professor für Urologie mit langjähriger chirurgischer Erfahrung) sagte mir im Beratungsgespräch klipp und klar: wenn doch noch ein Kinderwunsch kommt, kann man es versuchen. Die OP ist aber deutlich aufwändiger, schmerzhafter und es gibt große Risiken, dass sie versagt. Er meinte, die Rück-OP ist nicht mehr als ein theoretischer Notanker und man dürfe sich nicht darauf verlassen. Man sollte die Vasektomie als endgültige Entscheidung betrachten.

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    Es ist halt diese Endgültigkeit, die da dahinter steht, dass ich niemals eine Familie haben werde. Das macht mich einfach traurig. :-(

    Du hast 15 Jahre so gehandelt, wie du es für richtig hieltst. Und man ist oft geneigt, immer genau das zu wünschen, was man gerade nicht hat. Aber es ist besser, der verpassten Chance nachzutrauern, als jetzt auf Gedeih und Verderb in einer frischen Beziehung das Experiment "Kind" zu starten, nur weil du Angst hast, dass dir später etwas fehlen wird. Denn "Familie" ist nicht immer nur romantisch. Wärst du jetzt noch mit deinem langjährigen Partner zusammen, dann würde ich dir sagen: probiert's mit der OP und folge deinem Kinderwunsch. Vielleicht klappt es ja. Aber mit deinem neuen Partner befürchte ich, dass der hohe Aufwand und die hibbelige Erwartungshaltung, ein Kind zu zeugen, die nächsten Monate eurer jungen Beziehung beanspruchen und belasten werden, ohne dass ihr in dieser Zeit weiter zueinander finden könnt. Vielleicht bewirkt es sogar das Gegenteil für euch (wenn es zur fixen Idee wird, wenn du aufgrund von Misserfolgen enttäuscht bist, wenn die OP-Folgen für deinen Partner belastend werden ...).


    Ich würde es wirklich lassen und das Leben mit ihm genießen. Familie ist toll, aber nicht alles. Und wenn du dein potenzielles Kind am dringendsten brauchst, ist es gerade mal flügge geworden und geht dem eigenen Leben nach. Erwarte da nicht zu viel, denn auch Kinder können sonstige enge Sozialkontakte nicht ersetzen, die später umso wichtiger werden. :)z

    Hm, ich glaube, wenn die Vasektomie von deinem Freund nicht wäre, dann würde ich dir raten, das ganze 1-2 Monate sacken zu lassen und - wenn der Wunsch dann noch da ist - das deinem Freund gegenüber anzusprechen. Nicht als ernstes, ausdrückliches Gespräch, sondern es locker oder lustig verpackt als Bemerkung fallen zu lassen und zu sehen, wie er reagiert. Denn wenn er so ausdrücklich schon zu Beginn der Beziehung gesagt hat, daß er dich bei Kinderwunsch unterstützen würde, dann wäre meine Vermutung, daß er dem ganz und gar nicht abgeneigt wäre und eher dich nicht unter Druck setzen will - du hast ja immer gesagt, du willst keine.


    Das Alter finde ich jetzt noch nicht sooo dramatisch. Ja, vielleicht ist es anstrengender, wenn man älter ist und vielleicht erlebt man seine Urenkel nicht mehr, aber wir werden auch immer älter und bleiben länger fit. Außerdem hätte das Kind eine große Halbschwester und stünde nicht zwangsläufig ganz allein da, wenn die Eltern nicht mehr sind.


    Ob man das ganze nun als Torschlußpanik bezeichnet oder nicht - ein unerfüllter Kinderwunsch kann belasten, egal wann und aus welchen Gründen er aufgetreten ist.


    Was ich für wirklich kritisch halte ist die Unsicherheit, ob er überhaupt noch Kinder zeugen kann. Wie du schon sagst, werdet ihr euch sehr ausdrücklich für den Kinderwunsch entscheiden müssen. Und dann werdet ihr der belastenden Situation ausgesetzt sein, daß ihr warten müßt und nicht wißt, ob es jemals klappt oder nicht. Wenn die Rück-OP nicht erfolgreich ist, wird sich die Frage nach künstlicher Befruchtung stellen usw. Dh. es kann sein, daß ihr eure Beziehung mit dem Kinderwunsch stark belastet. Manche schweißt sowas zusammen, andere zerbrechen daran. Ich hab das mit Ende 20/Anfang 30 gehabt und bei uns hat es vergleichsweise gut geklappt, aber ich kenne da auch ganz andere Geschichten. Und mit Ende 30 steigt da der Druck halt schon nochmal an :-/


    Ich weiß nicht wirklich, was ich dir raten soll. Vermutlich auf jeden Fall, dir etwas Zeit zu lassen und zu versuchen, dir sicherer zu werden, was du willst. Auf jeden Fall wünsche ich dir alles Gute @:) @:)

    Mach es lieber nicht und bring das Thema besser gar nicht zur Sprache.


    Ihr habt es jetzt schön, genieß es und versuche nicht noch, "das Glück zu steigern".


    Kinder sind soooo eine Umstellung fürs ganze Leben.


    2 Jahre kaum Schlaf, dann wieder arbeiten (mit wenig Schlaf uffffff), weniger Geld, Windeln wechseln.....


    Stell dir vor du kommst von der Arbeit nach Hause, der Kopf noch voll, du hättest gerne deine Ruhe, aber du musst ein Kleidkind betreuten und später Hausübungen mit einem vielleicht unwilligen Schulkind machen, später die Troubles der Pubertät.....


    Vielleicht belastet es eure Beziehung dann extrem.


    Oder ihr versucht es und es klappt nicht, aber du bist dann schon so auf das Thema fixiert und enttäuscht, wenn es doch nicht klappt.


    Genieß besser das Leben, wie es jetzt ist.


    Ihr könnt euch Urlaube, essen gehen usw. leisten.


    Mit Kind wäre alles viel reduzierter möglich von Zeit und Geld her.

    So grauenhaft ist es nun auch nicht Kinder zu haben. ;-D ;-D


    losgetreten, vielleicht versuchst du dir erstmal darüber klar zuwerden wie du dir das Leben mit Kind vorstellen würdest, was daran dich konkret reizen würde und guckst dann ob es lohnt das Fass aufzumachen oder ob da gar nichts ist worauf du dich freuen würdest. In letzterem Fall wäre ich wohl deutlich vorsichtiger ob ich es anschneide und würde da eher nochmal eine Weile warten. Wenn da aber im Grunde ganz viel wäre, woran du Freude haben könntest, wenn du mal die üblichen "aaahh mein Leeeben" Ängste beiseite schiebst (ohne sie ganz zu ignorieren, nur für den Moment), dann würde ich es eher zügiger ansprechen.

    Zitat

    Ich hätte dieses Thema niemals auf den Tisch gebracht, aber mein Freund hat ausdrücklich festgehalten, dass er bei einem Kinderwunsch meinerseits bereit wäre, die Vasektomie rückgängig zu machen.

    Das kann auch in einem Überschwang von Innigkeit geschehen sein, gepaart mit der Gewissheit, dass du, da du keinen Kinderwunsch hattest, sowieso nicht darauf eingehen würdest.


    Ich unterstelle dir nicht, dass du den Mann durch ein Kind an dich binden willst. Ich glaube nicht dass das "Berechnung" bei dir ist. Ich glaube, dass du einfach den Wunsch hast, dich mit ihm noch inniger zu verbinden, und ein gemeinsames Kind ist natürlich eine sehr intime Verbindung für 2 Menschen. Aber man kann sich auch innig verbunden sein, ohne eine Realität zu schaffen, die auch dann noch da ist, wenn man diese Verbindung nicht mehr so empfindet oder es nicht mehr "brauchen" würde, um diese besondere Innigkeit zu empfinden.


    Ja, ich hab deinen anderen Thread zuendegelesen. Und ich finde nach wie vor, dass eure Beziehung zu kurz ist und in der zu kurzen Zeit schon zu schwierig war, um zu diesem Zeitpunkt das Fass "Sterilisierung rückgängig machen wegen akutem Kinderwunsch" aufzumachen. Auch wenn das bedeutet, dass das dann wegen fortschreitender Zeit eh nichts mehr wird mit dem Kinderkriegen.


    Diesen Rat von danae

    Zitat

    losgetreten, vielleicht versuchst du dir erstmal darüber klar zuwerden wie du dir das Leben mit Kind vorstellen würdest, was daran dich konkret reizen würde

    finde ich sehr gut. Und an deiner Stelle würde ich in diese Überlegungen auch einbeziehen, dass es in deinem/ euren weiteren Leben Probleme geben könnte, zB dass das Kind nicht gesund zur Welt kommt, dass ihr euch trennt wenn das Kind noch klein ist usw. Normalerweise machen sich die Leute über sowas keine Gedanken, müssen sie meinetwegen auch nicht, aber wenn hier eine OP mit ungewissem Ausgang im Raum steht, sollte man vielleicht etwas umfänglichere Überlegungen anstellen.

    Comran

    Zitat

    Die Vorstellung, jetzt noch Kinder großzuziehen, fände ich persönlich sehr belastend. Ich finde, Kinder sollte man früh bekommen, weil das Leben sowieso erst danach passiert und man nicht auf viel verzichten muss. Man will nicht von der Wiege zur Bahre laufen und nicht schon Rente kassieren, wenn das Kind gerade mal ins Studium geht. Oder man muss so eine Entscheidung ohne Wenn und Aber treffen und voll dahinterstehen. Und das sehe ich bei dir gerade nicht.

    Du hast vollkommen Recht. Die Tragweite und das Ausmaß der Entscheidung, jetzt noch ein Kind zu bekommen, sind noch überhaupt nicht in meine Überlegungen mit eingeflossen. Es war wie gesagt lediglich der latente von was auch immer gesteuerte Wunsch vorhanden, mit diesem Mann ein Kind zu haben. Das alleine reicht noch lange nicht aus, um die Kinderplanung wirklich ernsthaft angehen zu können und ich hoffe irgendwie auch, dass ich nie an den Punkt kommen werde…

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    Vielleicht fühlte er sich aufgrund deiner früheren Aussagen sicher genug, dass er damit Charming-Punkte machen wollte. Das wirst du nur erfahren, wenn du es nun "einforderst".

    Ist natürlich möglich, aber ich glaube, das Thema wäre ihm zu heiß, um einfach mal so aufs Geratewohl heraus so eine Aussage herauszuhauen.

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    Ich bin ebenfalls seit über 10 Jahren unterbunden. Mein Arzt (Professor für Urologie mit langjähriger chirurgischer Erfahrung) sagte mir im Beratungsgespräch klipp und klar: wenn doch noch ein Kinderwunsch kommt, kann man es versuchen. Die OP ist aber deutlich aufwändiger, schmerzhafter und es gibt große Risiken, dass sie versagt. Er meinte, die Rück-OP ist nicht mehr als ein theoretischer Notanker und man dürfe sich nicht darauf verlassen. Man sollte die Vasektomie als endgültige Entscheidung betrachten.

    Ich denke, dass das auch der Arzt meines Freundes so oder so ähnlich gesagt hat. Aber um sich vermutlich nicht alle Chancen bei mir zu verbauen (als er noch nicht wusste, dass ich keine Kinder will) hat er diese Aussagen möglicherweise ein bisschen abgeschwächt. ;-)

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    Aber es ist besser, der verpassten Chance nachzutrauern, als jetzt auf Gedeih und Verderb in einer frischen Beziehung das Experiment "Kind" zu starten, nur weil du Angst hast, dass dir später etwas fehlen wird.

    Sehe ich auch so. Vielleicht werde ich manches Mal unglücklich oder wehmütig darüber sein, keine Kinder zu haben. Aber es ist immer noch das kleinere Übel, als dann so verbissen einem Kinderwunsch nachzulaufen, der sich vielleicht gar nicht erfüllt oder wenn doch, dann unsere Beziehung den Bach runter geht und ich total überfordert bin. Denn, wie du richtigerweise sagst:

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    "Familie" ist nicht immer nur romantisch.

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    Ich würde es wirklich lassen und das Leben mit ihm genießen. Familie ist toll, aber nicht alles. Und wenn du dein potenzielles Kind am dringendsten brauchst, ist es gerade mal flügge geworden und geht dem eigenen Leben nach. Erwarte da nicht zu viel, denn auch Kinder können sonstige enge Sozialkontakte nicht ersetzen, die später umso wichtiger werden.

    Wiederum kann ich dir nur zustimmen. :)z


    Ich bin aber ein totaler Familienmensch, das heißt, es kann gut sein, dass ich total einsam werde, wenn meine Eltern dann mal nicht mehr sind und ich keine eigene Familie habe….

    Mööp Mööp

    Zitat

    Was ich für wirklich kritisch halte ist die Unsicherheit, ob er überhaupt noch Kinder zeugen kann. Wie du schon sagst, werdet ihr euch sehr ausdrücklich für den Kinderwunsch entscheiden müssen. Und dann werdet ihr der belastenden Situation ausgesetzt sein, daß ihr warten müßt und nicht wißt, ob es jemals klappt oder nicht. Wenn die Rück-OP nicht erfolgreich ist, wird sich die Frage nach künstlicher Befruchtung stellen usw. Dh. es kann sein, daß ihr eure Beziehung mit dem Kinderwunsch stark belastet. Manche schweißt sowas zusammen, andere zerbrechen daran.

    Eben, es gibt so viele Unsicherheitsfaktoren, so viele Risikofaktoren, für eine Schwangerschaft, aber auch für unsere Beziehung. Warum also es sich schwer machen….

    Milky

    Wir kennen uns eh ;-D und denken in vielen Dingen ähnlich. All die Argumente, die du gegen das Kinderkriegen in den Raum stellst, kann ich total gut nachvollziehen, es waren auch immer meine Argumente. ;-)


    Aber ich weiß halt nicht, was da grad mit mir oder meinem Körper passiert, ich will diesem Mann einfach nur möglichst nahe sein, und ein Kind stellt für mich halt eben im Moment die Krönung einer solchen Nähe dar.


    Dass diese Gedanken aber völlig verklärt, abstrus und schon gar nicht vernünftig sind, weiß ich auch. :-X X-

    danae87

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    losgetreten, vielleicht versuchst du dir erstmal darüber klar zuwerden wie du dir das Leben mit Kind vorstellen würdest, was daran dich konkret reizen würde und guckst dann ob es lohnt das Fass aufzumachen oder ob da gar nichts ist worauf du dich freuen würdest.

    Genau das habe ich jetzt vor. Meine Gedanken werden sich in den nächsten Monaten konkretisieren, schon alleine weil ich mich mit dem Thema eben auseinandersetze. Ob es nun in die eine oder in die andere Richtung geht, vermag ich noch nicht zu sagen. Ich werde es euch berichten. ;-)

    CoteSauvage

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    Ich unterstelle dir nicht, dass du den Mann durch ein Kind an dich binden willst. Ich glaube nicht dass das "Berechnung" bei dir ist. Ich glaube, dass du einfach den Wunsch hast, dich mit ihm noch inniger zu verbinden, und ein gemeinsames Kind ist natürlich eine sehr intime Verbindung für 2 Menschen.

    Eben. So fühlt es sich für mich im Moment an.

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    Ja, ich hab deinen anderen Thread zuendegelesen. Und ich finde nach wie vor, dass eure Beziehung zu kurz ist und in der zu kurzen Zeit schon zu schwierig war, um zu diesem Zeitpunkt das Fass "Sterilisierung rückgängig machen wegen akutem Kinderwunsch" aufzumachen.

    Ja, ich stimme dir zu. In der jetzigen Phase unsere Beziehung eine Schwangerschaft zu planen, wäre völlig fehl am Platz und das möchte ich auch nicht. Was aber eben auch zwangsläufig bedeutet, dass

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    das dann wegen fortschreitender Zeit eh nichts mehr wird mit dem Kinderkriegen.

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    Ich bin aber ein totaler Familienmensch, das heißt, es kann gut sein, dass ich total einsam werde, wenn meine Eltern dann mal nicht mehr sind und ich keine eigene Familie habe….

    Kannst du das noch ein bisschen erklären? Für mich war "Familienmensch" und "Kinderwunsch" immer irgendwie deckungsgleich, also Menschen, die "Familienmenschen" sind, haben tendenziell einen Kinderwunsch, und solche die keine "Familienmenschen" sind tendenziell nicht.

    @ Losgetreten:

    Eben, wir kennen uns ja gut und haben viele sehr ähnliche Ansichten zu den Themen Kinder und Arbeit ;-)


    Und da ich eben weiß, dass wir da die selbe Einstellung haben, versuche ich dich jetzt am Boden zu halten.


    Denn die Hormone lassen einen manchmal zu sehr schweben und man sieht die Realität dann nicht so.


    Aber du bist ja immer sehr reflektiert, einen "Schnellschuss" ohne lange Überlegungen machst du sowieso nicht.


    Und in dem Fall wäre ein "Schnellschuss" (eigentlich ein lustiges Wortspiel gerade haha) ja gar nicht möglich, aufgrund der Vasektomie.


    Warte einfach mal ein paar Monate ab und schau, wie sich dein Wunsch entwickelt.


    Dann solltest du aber bald handeln, denn leichter wird es aufgrund Alter und Vasektomie ja wirklich nicht.


    Aber vielleicht wird sich der Wunsch auch wieder verflüchtigen.


    Vernünftiger wäre es ;-)

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    Kannst du das noch ein bisschen erklären? Für mich war "Familienmensch" und "Kinderwunsch" immer irgendwie deckungsgleich, also Menschen, die "Familienmenschen" sind, haben tendenziell einen Kinderwunsch, und solche die keine "Familienmenschen" sind tendenziell nicht.

    Eben. Hier liegt wohl ein Paradoxum begraben.


    Für mich ist und war Familie und Partnerschaft immer das wichtigste. Ich bin sehr häuslich, habe alles gerne in Ordnung, bin auch gerne daheim und null komma null karriereorientiert.


    Die (vermeintliche) Entscheidung, niemals Kinder zu kriegen, resultiert aus mehreren Faktoren, die für mich persönlich eine Rolle spielen.


    1. Ich war 10 Jahre lang ein Einzelkind, dann kam mein Bruder. Das hab ich anfangs ganz ganz schlecht aufgenommen bzw. hab ich die gesamte Schwangerschaft meiner Mutter negiert. Sie durfte mir ihren Bauch nicht zeigen, ich wollte einfach nichts damit zu tun haben. Für mich war diese Schwangerschaft ein Alptraum und seitdem hatte ich immer ein unheimlich grausliches Gefühl, wenn ich daran dachte, meinen Eltern (vor allem meinem Vater! Keine Ahnung, warum!!) möglicherweise mal meinen Schwangerschaftsbauch zeigen zu müssen.


    2. Mein Exfreund war wie ein Kind für mich, es war unvorstellbar, und wenn ich sage unvorstellbar, dann meine ich es wirklich so, mit ihm ein Kind zu haben, wir hatten ja nicht mal das, was es als Voraussetzung für ein Kind braucht.


    3. Ich fühle mich durch meinen 9to5-Job persönlich sehr eingeschränkt, für mein Empfinden bleibt mir nur sehr wenig Zeit, um den Dingen nachzugehen, die mich erfüllen und zufrieden machen. Ein Kind würde diese Freizeit noch mehr einschränken, denn es wäre wohl klar, dass ich nach einiger Zeit wieder - zumindest Teilzeit - arbeiten gehen müsste. Deshalb die Angst vor totaler Überforderung und vor dem Unglücklichsein mit Kind.


    Aber: Der Familiensinn war bei mir immer vorhanden.

    Also abgesehen vom ersten Punkt sind das ja Vernunftgründe oder? Also klar der Freud der noch ein Kind ist, dass man sich da kein Kind vorstellen kann ist klar. Man hat ja im Grunde auch gar keinen Partner dafür.


    Und der zweite Punkt ist etwas das ich im Rahmen der Überlegungen zu einem Leben mit Kind durchdenken würde. Also für mich und ich kann nur für mich sprechen, ist vieles was ich mit den Kindern mache Freizeit. Mit denen ein Hexenhaus bauen im Garten oder Spazieren gehen oder so fällt für mit alles unter Freizeit, sofern nicht eine von beiden gerade extrem rumbockt. Dann ist Freizeit erst wenn sie im Bett sind. Aber ansonsten nervt mich halt vorallem die verbindlichkeit, also das ich immer kochen muss und sowas. Das ist der Punkt an dem Kinder meine Freiheit deutlich beschneiden, nämlich die Freiheit statt einer Mahlzeit einfach eine Tüte Chips zu futtern.


    Und obwohl ich es vermisse richtig voll arbeiten zu können, weil das nämlich derzeit sehr fragmentiertes Arbeiten in Freiberuflichkeit bedeutet, ist das weniger das was mich stört, wo ich mich eingeschränkt fühle. Viele HObbys haben nun halt einen Kindertouch, ich stricke halt Kindersachen, aber ich stricke noch immer, eigentlich mehr als vorher. Da finde ich, wird oft auch eine riesen Panik verbreitet. Wenn man Lust hat sich da in einer Rolle neu zufinden und einzufinden, dann muss sich das nicht wie ein Knast anfühlen.

    Eine Kollegin von mir ist gerade aus der Karrenz zurückgekommen und sie hat gesagt, wenn sie gewusst hätte was mit Kind alles anders wird und wie viel Verantwortung es ist, sie hätte es sich wahrscheinlich noch 5 mal mehr überlegt (mit dem jetzigen Wissen als Mutter eines Kleinkindes).


    Immerhin muss sie jetzt nur mehr 18 Stunden pro Woche arbeiten, zumindest anfangs.

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    Die Frage ist: Hast du Lust dich mit Mitte 40 um ein Grundschulkind zu kümmern während dir die Meno-Pause den letzten Nerv raubt? Hast du auch Bock dich mit Anfang 50 um einen rebellischen Teenager zu kümmern? Wollt ihr von eurer Rente später mal das Studium des Kindes finanzieren? Kommst du damit klar, dass deine Enkel dann vermutlich ohne Großeltern aufwachsen werden?

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    Die Antwort lautet nämlich. NEIN. Das möchte ich nicht. Ich möchte das alles nicht. :|N

    ich finde die Aussage auch sehr wichtig. Ich bin mit 30 auch noch kinderlos. Früher hab ich mir Kinder vorstellen können "irgendwann mal später", mittlerweile nimmt das ab, je älter ich werde. Nicht weil ich mir zwangsläufig vorstelle mit 40-50 Kinder großzuziehen, sondern weil ich den Kinderwunsch realistischer betrachte als früher. Klar, wenn ich mir so ein putziges Kleinkind vorstelle, mit dem man spielen kann, was süß ist und einen liebt, das wäre ja schon irgendwie ganz toll. Die Realität sieht aber sehr viel anders aus. Körperliche und emotionale Belastungen in der Schwangerschaft, Schmerzen, Geschrei, wunde Brustwarzen, fünfmal täglich Windeln wechseln, kein Schlaf. Wenn sie größer werden, kommt die Trotzphase, dann irgendwann die Pubertät. Und man macht sich nicht mehr nur Sorgen für eine, sondern für einen neuen Menschen. Kommt das Kind gesund nach hause, wird es das Leben meistern? Wird es krank, gemobbt etc.... %:|


    Ich hab da immer weniger lust drauf. Vielleicht ist das jetzt in deinem Leben auch einfach ein "betrauern" und verabschieden deiner Entscheidung. Früher konntest du dich klar dagegen entscheiden, die Möglichkeit ein Kind zu bekommen, hätte es aber trotzdem gegeben. Diese Möglichkeit fängt nun an immer unwahrscheinlicher zu werden.

    Zitat

    "FriedeFreudeEierkuchen", aber wenn eine Phrase unsere Beziehung beschreiben müsste, dann könnte man durchaus diese Bezeichnung verwenden.

    Nichts für ungut, aber ihr seid noch nicht mal ein Jahr zusammen. Auch das wird sich noch ändern.


    Angenommen du wärst nun nicht mit ihm zusammen, sondern einem anderen Mann. Wärst du dann trotzdem traurig keine Kinder zu bekommen? Wärst du auch als Alleinerziehende Frau glücklich mit einem Kind?


    PS: Ich find's krass das Ü30 Mütter schon als so "alt" betrachtet werden. Das ist doch gerade bei Akademikern eher das Durchschnittalter. ":/

    Boah, also ich find Kinder haben ja auch nicht nur lustig, aber die Horrorshow die da an die Wand gemalt wird trifft es ja nun auch nicht. Wieso immer in Extremen? Kann man das nicht einfach mal realistisch ohne Gruselgeschichten und Aletemärchen betrachten?