Zusätzlich zu den geschätzten, wahren Worten von danae gibt es aber noch den Aspekt, wie man die Sache betrachten will - als isoliertes Problem für sich, oder in den hier bekannten Gesamtkontext von reizende eingebettet. Da kommt man durchaus zu unterschiedlichen Schlußfolgerungen.

    danae


    Ich will aber nicht warten! Er gefällt mir besser als der jetzige. Das werde ich natürlich noch überprüfen. Aber er hat die Defizite nicht, die mich bei dem Aktuellen aggressiv machen. Klar, dafür andere, die mir noch nicht bekannt sind. Egal. Mal sehen. Und nein, ich will den Kontakt nicht reduzieren. Deine Worte ergeben Sinn, wenn man die aktuelle noch aufrecht erhalten will. Sie schätzt.

    Und warum ich eine Beziehung brauche:


    Ich kann nicht allein sein. Das erfüllt mich mit Entsetzen. Ich brauche sehr sehr viel körperliche Nähe. Ich brauche jemand der immer für mich da ist. Viel Sex und kuscheln. Zusammen einschlafen. Zusammen frühstücken. Sowas.

    Ich habe festgestellt dass ich seit acht Jahren oder so fast durchgängig in Beziehungen war. Mir geht es da wohl eher um die Beziehung als solche. Und ich liebe den Kick und Reiz des Neuen. Das Bauchkribbeln. Das Verliebtsein des Anderen. Das gibt mir Stärke.

    Na wenn es nur um die Beziehungsproblematik geht, ist es so, wie danae schreibt.. jede längere Beziehung wird zwangsläufig irgendwann etwas unprickelnd und da mag einem etwas neues spannender und aufregender erscheinen, und man zweifelt das bestehende an, aber dabei übersieht man auch oft das positive und läuft Gefahr, affektgetriebene Fehlentscheidungen zu treffen. Aber es ist letztlich ein nicht auflösbares Dilemma, ein Grundproblem des Mensch-seins. Einerseits Sehnsucht nach langen, stabilen Bindungen, andererseits nach Prickeln und Abenteuer.


    Aber bei Dir gehts ja um viel mehr, das schreibst Du ja nun auch selber, die Beziehung (bzw eher der Partner) dient ganz massiv dem Kompensieren von Defiziten (oder sollte man sagen - dem Stillen von Wunden?), und da hat jeder Partner irgendwann ausgedient und ein neuer kann da mehr "Zufuhr" verschaffen. Damit nutzt Du die Leute zumindest teiweise einfach nur aus (wobei die sicher auch was davon haben, im Bett ists mit Dir wohl nicht langweilig ;-) ), aber alles in allem ist das kein Konzept, was auf Dauer irgendwas bringt, im Gegenteil, es wird eher schlimmer, die Defizite werden nicht konstruktiv aufgearbeitet sondern lediglich überdeckt und das AUsnutzen anderer macht das Selbstwertgefühl auch nicht gerade besser, also ist das eher eine Abwärtsspirale. Da hilft nur, die zugrundeliegenden Probleme aufrichtig in Angriff zu nehmen.


    Ich glaube, was ein großes Problem bei Dir ist, und einer der Hauptgründe für die Aggressivität, ist, dass Dir dieser ganze scheiss unverschuldet angetan wurde, aber Du es nun ausbaden musst, oder? Und daher auch das Verspüren einer gewissen Legitimation, selber nicht viel besser mit der Welt umzugehen. "Man hat mir das angetan, da seh ich es nun nicht ein, wieso ich es ausbaden soll und nicht selber mit gleichen mitteln mit anderen Leuten umgehen sollte".


    Aber hilft halt nix..

    Bemerkung zum ursprünglichen Thema:


    Mir kann ein Partner ruhig mitteilen, wenn er etwas an mir schöner oder besser fände. Ich entscheide dann, ob er vielleicht recht hat oder ob ich es anders sehe. Beides schon vorgekommen. Verlassen wurde ich nicht, wenn ich etwas so gelassen habe wie es ist. Wenn einer meint deswegen gehen zu müssen, weiß ich ja auch, was ich von ihm zu halten habe. Mit der Optik hatten Partnerschaftsprobleme bei mir jedenfalls noch nie etwas zu tun (und das nicht wegen beidseitiger Perfektion).


    Für Hinweise, die über Optik hinaus gehen, bin ich dankbar (Mundgeruch oder Schweißgeruch oder so), da will ich drauf hingewiesen werden und nicht, dass jemand aus falscher Rücksicht schweigt.


    Zum aktuellen Thema: Dahinter steckt wohl die Ansicht: "Auf mich nahm/nimmt auch keiner Rücksicht, warum sollte ich es tun?" Kann ich auf gewisse Weise nachvollziehen.

    Zitat

    Dahinter steckt wohl die Ansicht: "Auf mich nahm/nimmt auch keiner Rücksicht, warum sollte ich es tun?" Kann ich auf gewisse Weise nachvollziehen.

    ich glaub sogar das ist bei "unsereins" (und unseren "Tätern") so ziemlich der Dreh- und Angelpunkt. Das Opfer-Sein ist die Basis von Narzissmus und Arschlochtum. Schlimm wirds, wenn dies wie z.B. bei meinen Eltern, absolut nicht erkannt wird, sondern sich sogar zwei finden, die sich gegenseitig in dieser Rolle bestärken.


    Und wenn mans erkannt hat, kann man versuchen, was dagegen zu tun, aber die Prägungen sitzen natürlich tief in einem. Alles nicht so einfach.

    Reizende

    Zitat

    Ich kann nicht allein sein. Das erfüllt mich mit Entsetzen. Ich brauche sehr sehr viel körperliche Nähe. Ich brauche jemand der immer für mich da ist. Viel Sex und kuscheln. Zusammen einschlafen. Zusammen frühstücken. Sowas.

    Das ist ja aber nicht alles was eine Beziehung definiert, wenn man da von längeren Phasen spricht, meine ich. So wie du es schreibst klingt es nach der Phase des frisch verliebt seins, aber nicht nach einer Beziehung. So eine Verliebtheit ist ja auch ein gewalitger Kick, homronell, vergleichbar mit einem Rausch und damit kann man natürlich gewaltige Defizite übertünchen. Nicht umsonst sind Beziehungen zwischen Patienten in Kliniken nicht gerne gesehen oder gar verboten, weil man mit Leuten in dem Hormonrausch einfach nicht an ihren Problemen arbeiten kann. Sie sehen sie schlicht nicht, steigern sich rein in die Illusion das alles gut ist und wird und ganz einfach, weil sie den Schmerz im Dopaminrausch einfach nicht mehr spüren.


    Das ist aber keine Beziehung. Eine Beziehung, so wie ich sie verstehe, ist viel viel umfassender und hat eine Zukunftsperspektive die Probleme und das Lösen dieser mit einschließt.

    Zitat

    Aber bei Dir gehts ja um viel mehr, das schreibst Du ja nun auch selber, die Beziehung (bzw eher der Partner) dient ganz massiv dem Kompensieren von Defiziten (oder sollte man sagen - dem Stillen von Wunden?), und da hat jeder Partner irgendwann ausgedient und ein neuer kann da mehr "Zufuhr" verschaffen. Damit nutzt Du die Leute zumindest teiweise einfach nur aus (wobei die sicher auch was davon haben, im Bett ists mit Dir wohl nicht langweilig ;-) ), aber alles in allem ist das kein Konzept, was auf Dauer irgendwas bringt, im Gegenteil, es wird eher schlimmer, die Defizite werden nicht konstruktiv aufgearbeitet sondern lediglich überdeckt und das AUsnutzen anderer macht das Selbstwertgefühl auch nicht gerade besser, also ist das eher eine Abwärtsspirale. Da hilft nur, die zugrundeliegenden Probleme aufrichtig in Angriff zu nehmen.


    Ich glaube, was ein großes Problem bei Dir ist, und einer der Hauptgründe für die Aggressivität, ist, dass Dir dieser ganze scheiss unverschuldet angetan wurde, aber Du es nun ausbaden musst, oder? Und daher auch das Verspüren einer gewissen Legitimation, selber nicht viel besser mit der Welt umzugehen. "Man hat mir das angetan, da seh ich es nun nicht ein, wieso ich es ausbaden soll und nicht selber mit gleichen mitteln mit anderen Leuten umgehen sollte".


    Aber hilft halt nix..

    :°( du hast so recht. Und ja, es ist der Hass, warum ich so leiden musste, also sehe ich nicht ein, andere davor zu bewahren, ich will es jetzt, also mache ich es. Wer darunter leidet hat Pech. Auf mich nimmt auch keiner Rücksicht.


    Und ja, ich brauche viele neue Partner, um mich zu stabilisieren. In den letzten zehn Jahren waren es vielleicht 15 Stück, also schon nicht wenig

    Zitat

    Das ist aber keine Beziehung. Eine Beziehung, so wie ich sie verstehe, ist viel viel umfassender und hat eine Zukunftsperspektive die Probleme und das Lösen dieser mit einschließt.

    Ja. Wenn man jemand hat, mit dem man bleiben will und mit dem man leben will. Ich finde aber niemand!


    Die Kraft Schluss zu machen konnte ich bisher nicht auftreiben.

    Naja, Problem ist halt, ohne Belehrung oder so, ganz sachlich, dass das

    Zitat

    Und ja, es ist der Hass, warum ich so leiden musste, also sehe ich nicht ein, andere davor zu bewahren, ich will es jetzt, also mache ich es. Wer darunter leidet hat Pech. Auf mich nimmt auch keiner Rücksicht.

    kein Verhalten ist, welches Dir auf Dauer besonders gut tut. Es wird Dir niemals wirkich besser gehen wenn Du so denkst und Dich so verhältst.

    Zitat

    Ja. Wenn man jemand hat, mit dem man bleiben will und mit dem man leben will. Ich finde aber niemand!

    Das Problem liegt halt darin, dass du gar niemanden dazu finden kannst, weil du das Gefühl des Frisch-verliebtseins brauchst. Es liegt nicht daran das du die falschen Männer kennenlernst, es liegt halt an dir, deinen unverheilten Verletzungen und dem was du daraus machst. Niemand wird das heilen können, ausser dir, also verbrauchst du einen beträubungsmann nach dem anderen.