Wundervollen Mann kennen gelernt, er ist HIV-Positiv !! Hilfe !!

    Schönen Abend liebe Med1-Gemeinde,


    ich bin völlig emotional durcheinander und ich brauche jetzt ein paar offene Ohren und Ratschläge wie ich die Situation und die Zukunft einschätzen soll.


    Ich weiss das klingt jetzt alles nach arg viel Gefülschaos, aber ich habe noch nie in meinem Leben vor dieser Situation gestanden.


    Kurz vorneweg zur Entwarnung: Wir hatte noch keinen sexuellen Kontakt !!


    Also was ist passiert:


    Ich wohne seit 3 Jahren einer neuen Großstadt Deutschlands und bin damals wegen einer langjährigen zerbrochenen Beziehung eben weiter weggezogen um auch damit besser abschließen zu können.


    Seit 2 Jahren kam dann doch wieder dieser innige Wunsch nach einem festen Partner wieder, eine neue Liebe (vielleicht diesesmal durch bis ins hohe Alter?)


    Bin eine 38-jährige, sportliche, engangierte und gebildete Frau. Und natürlich gabs viele Angebote, aber ich war einfach nicht bereit mich mit dem nächsten wieder einzulassen.


    So und nun trat vor 1 Monat dieser Mann in mein Leben. Er ist einfach umwerfend, optisch eine Schnitte, voll mein Typ.


    Anfang 50, gebildet, will auch keine Kinder (gut dürfte nun klar sein warum) und charakterlich passt er zu mir perfekt.


    An einem Ausgeh-Abend hat er damals sich den Mut gefasst und mich angesprochen und wir hatten ein tolles Date, so wiederholten sich bisher 3 - 4 Abende an denen wir ausgingen und das war auch das erste mal, das ich nicht das Druckgefühl vernahm der will gleich Sex oder ich müsse mich der sexuellen Lust hingeben.


    Gewundert hatte dies mich schon irgendwo, bisher bin ich das nicht gewohnt das ein Mann solange mit dem ersten Sex wartet. Bzw. es kommen zumindest schon Zeichen und Signale des sexuellen Interesses.


    Gestern, also war nun Dating-Abend 4 dran. Und er hat nun gesagt warum es noch nicht weiter intimer ging.


    Er ist seit mehreren Jahren HIV-Positiv und er machte leider bisher doch häufig die Erfahrung das Frauen gleich Abschied nahmen. Auch dem geschuldet weil sie Kinder haben wollten (was bei mir nicht der Fall ist)


    Ich fand das echt mutig und natürlich wichtig, sowie richtig das er ehrlich sagt was Sache ist. Ich rechne ihm das hoch an, auch wenn einige von euch meinen werden, sowas müsse man schon früher ansprechen.


    Wie gesagt menschlich ist da eine tiefe Sympathie und Liebe an diesen Mann.


    Aber... mich hat die Info total geschockt. Ich mein ich habe noch nie mit einem HIV-positiven Menschen zu tun gehabt, ich bin getestet selbst HIV-negativ, also gesund. Und noch ehrlicher, ich weiss nicht wie ich damit umgehen muss? Glaube so ziemlich jeder kennt die Teufelsangst HIV, da neigt wohl jeder zum Reiss-aus...


    Ich weiss nun nicht wie es weitergehen soll. Er meinte er ist seit der Feststellung erfolgreich in medikamentöser Therapie und in den Körperflüssigkeiten ist die Virenkonzentration so gering das die Ansteckungsgefahr fast ausgeschlossen ist.


    Natürlich würden wir die erste Zeit verhüten, mir zuliebe.


    Ich fürchte das ich durch meine Unwissenheit momentan sonst ohnehin schwer tun würde mich da beim Sex fallen zu lassen, zu groß wäre die Hemmungen das kleinste Tröpfchen Sperma beim Oralverkehr o. Sex kann mich infizieren.


    Ja sogar beim Küssen, wenn er oder ich eine Wunde im Mund hätte die unbemerkt ist...


    Ihr haltet mich jetzt mit 38 bestimmt für bescheuert, aber vielleicht versteht ihr diese Angstgedanken.


    Bin auch ehrlich ich mag es nicht auf einem Kondom zu blasen, bzw. finde auch das mit Kondomen Sex zu haben für mich und für den Mann auch nicht so toll.


    Blanker intensiver Hautkontakt ist das intimste und lustvollste was es gibt. Daher war ich auch nie so ein ONS-Frauentyp.


    Mit unverbindlichen Männern würde ich natürlich niemals ohne Kondom sexeln, aber hier bei diesem "Traumkerl" geht es um eine mögliche Beziehung und ich liebe diesen Mann, doch ist auf der anderen Seite irgendwo die Angst jetzt da.


    Habe schon mehrmals im Forum hier stillschweigend gelesen, das manche einen HIV-positiven Partner haben und selbst negativ sind.


    Angeblich haben die Pärchen keine Probleme, kann mich da mal jemand aufklären?


    Gibt es eine Beratungsstelle o. Arzt an den ich mich wenden kann? Habt ihr selber Erfahrungen?


    Bin echt durcheinander. Ich finde ihn sehr toll und würde es schon gern versuchen, aber ich weiss eigentlich noch nichtmal ob das alles so richtig ist.


    Er wird alle 6 Monate am Rückenmark getestet und daher die Ergebnisse vermittelt das der Virenload (wenn man es so schimpft) zu gering sei um andere anzustecken...


    Wie sieht so ein Testbericht aus? Was sind das für Bestandteile bzw. welche Werte sind hier entscheidend? Würde mir sicherheitshalber gerne den letzten Test anschauen und mir ein Bild machen. Nur die Frage ist ob ich als Laie diesen verstehen kann.


    Bin jetzt mit ihm verblieben das wir uns das nächste mal in 3 Wochen treffen, weil ich über meinen 2 Wochen-Urlaub zu meiner Familie fahre. Gute Zeit um hier auch das sacken zu lassen und eine Entscheidung zu treffen.


    Ohje, schon spät geworden.


    Danke fürs Lesen,


    freue mich von euch zu hören.


    Danke


    LG Klara

  • 30 Antworten

    Hallo,


    Ich selbst habe keine Erfahrung, aber hier gibt es eine Userin, die schon seit Jahren eine Ehe mit einem HIV positiven Mann führt, soweit ich weiß und sogar Kinder mit ihm hat, wenn ich mich richtig erinner.


    Lies doch mal ihren Thread um ein paar Eindrücke zu bekommen:


    http://www.med1.de/Forum/HIV/733516/


    Du könntest ihr auch eine PN schreiben :-)

    Danke Xrain, das war eines der Dinge, sie ich mir von meinem Faden erhofft habe, PN bekommen, gelesen und gesagt, dass ich morgen antworte, werde diesen Faden aber auch abspeichern, wie immer gilt, wenn Fragen da sind, her damit, dafür schreib ich hier!

    Gern, ich hab nur befürchtet, dass die TE nicht an dich gerät, weil der Faden in Beziehungen ist und nicht im HIV Forum :)_


    Du kannst sicher ihre offenen Fragen auch gedanklich verstehen und gleichzeitig rational beantworten.

    Zitat

    Natürlich würden wir die erste Zeit verhüten, mir zuliebe.

    Das verstehe ich nicht ganz. Selbst, wenn du damit "mit Kondom noch extra verhüten" meinst (denn wenn du keine Kinder willst müsst ihr ja eigentlich immer verhüten), so ändert sich doch an der Erkrankung auch in ein paar Wochen nichts. ":/ Vielleicht stehe ich hier wegen der späten Uhrzeit auch nur auf dem Schlauch und sicher gibt es viele Paare, die in der Beziehungsanbahnungsphase eher auf Nummer Sicher gehen als später in der Beziehung, wenn man weiß, dass man zusammenbleibt. Aber trotzdem klingt das bei dir, als wenn ihr das nur wegen der Erkrankung erstmal machen wollt und da erschließt sich mir der Sinn nicht.

    Ich an deiner Stelle hätte da auch erst mal Panik, da ich damit auch keine Erfahrungen habe. Mich würde es auch interessieren, wo/ wie er sich angesteckt hat. Ich denke, das hätte ich ihn spontan gefragt. Habt ihr auch darüber gesprochen?

    Zitat

    Mich würde es auch interessieren, wo/ wie er sich angesteckt hat.

    Letzlich egal; ich würde niemanden damit bedrängen. Kann man später immernoch klären.


    Ich kann die Ängste der TE auch gut verstehen: Meine Frau kommt aus Afrika. Prävalenzrate von 18,x% - was hätte ich gemacht, wenn meine Frau (damals ja ers Freundin) positiv gewesen wäre? - Ehrlich, ich weiss es nicht.


    In der Theorie ist das alles halb so schlimm; kein ungeschützter Sex, Schwangerschaft wäre sogar gut für sie, kein Blutaustauschen. - aber bekommt man das wirklich aus dem Kopf, wenn man intim sein möchte? Verkopft man den ganzen Sex nicht zu sehr? - Ich weiss es nicht; und schliesslich ist es ja auch bei mir anderes gekommen.


    Ich wünsche dir, Klara1979, alles Gute!

    Zitat

    Letzlich egal; ich würde niemanden damit bedrängen. Kann man später immernoch klären.

    Mir wäre es eben nicht egal. Und wenn sich jemand, der mit mir Sex möchte, durch solche Fragen bedrängt fühlt, lasse ich es lieber gleich.

    Mit "erstmal" ist vermutlich gemeint das sie solange (zusätzlich) mit Kondomen verhüten will (auch wenn sie es ohne besser findet) bis festgestellt ist das er nicht mehr infektiös ist.


    Es ist entgegen der landläufigen Meinung gar nicht so leicht sich mit HIV zu infizieren. Und jemand bei dem die medikamentöse Behandlung gut funktioniert, kann durchaus (obwohl er noch infiziert ist) nicht mehr ansteckend sein. Die Infektion kann so weit eingedämmt werden das gängige HIV-Tests negativ ausfallen.


    Jemand der HIV positiv ist, entsprechend antiretrovirale Medikamente nimmt und die Virenmenge 6 Monate lang unter der Nachweisgrenze liegt, gilt als nicht mehr ansteckend und auch ungeschützer Geschlechtsverkehr wäre kein Problem mehr. Das einzige was dann noch als Problem vorliegt ist die höhere Anfälligkeit gegen alle möglichen Erkrankungen (aufgrund der zwingend notwendigen Medikamente) und damit zusammenhängend eine Lebenserwartung leicht unter dem Durchschnitt.


    Dabei müssen die Medikamente aber dauerhaft konsequent und korrekt eingenommen werden. Hier kann sogar die Uhrzeit der Einnahme entscheidend sein.

    Das ist natürlich eine ziemlich unschöne Situation und ich weiss auch nicht, wie ich handeln würde. Ich vermute, dass ich auf Abstand gehen würde. Was mich ziemlich irritiert, liebe TE, Du kennst diesen Mann seit 4 Wochen, ihr hattet (zum Glück) noch keinen Sex - und Du sprichst von LIEBE? :-/ Ist das nicht ein wenig sehr naiv und voreilig? Vor diesem Hintergrund solltest Du dir in deinem Urlaub nun wirklich nochmal Gedanken machen, ob Du gewillt bist mit einem HIV+ Mann zusammen zu sein. Du kennst ihn noch nicht einmal richtig, davon ist man nach 4 Wochen doch wohl sehr sehr weit entfernt.

    Er wird sich nicht angesteckt haben weil er eine Klobrille abgeleckt hat. %-| Aber das er sich in einer Schwulenbar angesteckt hat weil er sich dort bei Musik der Village People einen lederbekleideten Motorradfahrer geangelt hat, ist nur ein billiges Klischee. Hey, selbst Klara1979 gibt zu das sie lieber Sex ohne Kondom hat...


    Nein, ich würde ihn nicht mit dieser Frage bedrängen. Ich würde mir aber wünschen das er mir irgendwann seine Geschichte von sich aus erzählt. Für ihn steht jetzt gerade an erster Stelle das sie trotz dieser Diagnose bei ihm bleibt. Alles weitere wird sich ergeben.


    Angst muss man keine haben. Aber Respekt.

    Zitat

    Er wird sich nicht angesteckt haben weil er eine Klobrille abgeleckt hat. %-|

    Man kann sich auf völlig verschiedene Arten anstecken. Wenn ein HIV-positiver Mann mit mir eine Beziehung mit Sex haben möchte, muss er mir seine komplette Geschichte erzählen, und zwar GLEICH. Ich gehe davon aus, dass er selber mit dieser Krankheit im Reinen ist (vorher sollte er am besten gar nicht an Sex und Paarbeziehung denken) und es versteht, wenn jemand, der mit HIV bisher noch nichts zu tun hatte, nicht gleich das Weite sucht, sondern erst mal ganz viele Fragen stellt.

    Zitat

    Für ihn steht jetzt gerade an erster Stelle das sie trotz dieser Diagnose bei ihm bleibt.

    Und für mich als potenzielle Sexualpartnerin stünde an allererster Stelle meine Gesundheit. Da wird auch ganz viel Vertrauen (von der TE) verlangt. Wenn ich da auch nur den allergeringsten Zweifel hätte, wäre ich weg. (Kann sein, dass ich mir das sicherheitshalber auch gar nicht antun würde.)

    Ich habe das so verstanden das er auffällig zurückhaltend ist was Sex angeht. Und er ist niemandem Rechenschaft schuldig!


    Ich meine damit das er nach drei Dates nicht komplett sein Hosen runterlassen und Einblick in sein tiefstes Inneres gewähren muss, nur weil er mit HIV infiziert ist. Auch so einem Menschen steht ein letztes bisschen Würde zu. Und nein, die muss er auch nicht aufgeben nur weil er mit dir ins Bett will...


    Selbstverständlich steht die Gesundheit an erster Stelle. Ansonsten würde es diesen Faden nicht geben.


    Ich verstehe nur nicht warum das sehr viel Vertrauen (von der TE) verlangt? Inwiefern? Es ist sicher nicht so das er sich freiwillig angesteckt hat und die Umstände bei denen er sich mutmaßlich angesteckt haben wird, wird er auch nicht wiederholen wollen.


    Und Zweifel woran? Das ihm seine eigene Gesundheit (und die der TE) womöglich egal ist? Wie realistisch ist das? Warum hätte er dann zögern sollen? Ohne diesen Makel wären die beiden (nach ihrer Schilderung) doch schon lange im Bett gelandet...

    Zitat

    Nein, ich würde ihn nicht mit dieser Frage bedrängen. Ich würde mir aber wünschen das er mir irgendwann seine Geschichte von sich aus erzählt.

    Möglicherweise kann aber gerade die Antwort auch entscheidend für eine Beziehungsentscheidung sein? Ich sehe darin auch nichts Diskriminierendes. Man hat ja kein "Anrecht" darauf, dass eine Beziehung zustande kommt, nur weil die Gefühlsparameter bei den ersten Dates stimmen. Ich würde z.B. gerne wissen wollen, ob sie Raucherin ist. Selbst, wenn ich ein tolles Gefühl bei den Dates hätte, würde dies eine Beziehung definitiv verhindern, weil ich nicht mit einer Raucherin zusammen sein möchte. Und ich möchte nicht warten, bis sie damit irgendwann mal von sich aus rausrückt, weil es dann soweit sein könnte, dass es schmerzt.


    Das ist natürlich ein hinkender Vergleich. Das Rauchen ist ein allgegenwärtiges Phänomen und man kann sich im Vorfeld schon genügend Gedanken machen, wo die eigenen Grenzen sind. HIV ist für die meisten Menschen zu abstrakt und weit weg und dann muss eine Entscheidung plötzlich fallen. Das ist deutlich schwieriger. Aber für mich gehört es auch zur Persönlichkeit eines Menschens, und die Art der Ansteckung könnte ich glaube ich schneller für mich bewerten als den Umgang mit der Infektion an sich. Da gibt es ja die Möglichkeit, sich gut zu informieren und mit der Zeit hat man auch eine Chance, da eine Normalität zu gewinnen. Aber die Geschichte, warum es zur Infektion kam, hat möglicherweise auch viel mit Lebensführung, Zuverlässigkeit, Vertrauen zu tun. Ich würde mich dafür sehr interessieren und könnte es nicht auf die lange Bank schieben, indem ich mal eine Beziehung starte, und später mit etwas Glück mehr über die Umstände erfahre.

    Hi,


    in erster Linie ist entscheidend ob du mit ihm eine Beziehung haben willst oder nicht.


    Die Frage mit dem HIV ändert ja nichts an ihm als Person.


    Mein Ex hatte kein HIV aber Hep C, auch nicht grade das was man bekommen möchte.


    Er ist sehr ehrlich damit umgegangen, wir waren dann gemeinsam bei seinem Arzt, und danach


    bei der Beratung (Aidshilfe übernimmt auch die Beratung von den Hep C Patienten bei uns).


    Danach konnte ich entspannt damit umgehen. Die Bluttests haben immer ergeben das er mich


    nicht anstecken konnte. Natürlich wurde das dann auch sehr regelmäßig weiter


    überprüft. Wir haben sogar zwei gemeinsame Kinder - auch die sind gesund, war laut Arzt kein


    Problem mit seinen Blutwerten.


    Damals hab ich auch in der Aidshilfe ehrenamtlich mitgearbeitet und kann dir deshalb nur


    empfehlen dich dort mal schlau zu machen. Es gibt Gruppen für Angehörige, es gibt Beratung


    und man ist dort wirklich sehr offen und entspannt.


    Für mich wäre eine HIV Infektion kein Grund eine Beziehung zu einem Mann nicht zu leben.


    Wichtig ist nur verantwortungsvoll mit dieser Infektion umzugehen.


    LG


    Karima

    Zitat

    Ich habe das so verstanden das er auffällig zurückhaltend ist was Sex angeht. Und er ist niemandem Rechenschaft schuldig!

    Er hat die Frau gedatet, und das tut man ja wohl, um später mal Sex zu haben, wenn es passt. "Auffällig zurückhaltend" ist er deswegen (zurecht), weil er positiv ist. Und natürlich ist er einer Frau, mit der er als HIV-Positiver Sex haben will, Rechenschaft über seine Krankheit schuldig! Wenn er darüber nicht reden mag, muss er halt akzeptieren, dass sie, so wie andere Frauen zuvor auch, den Kontakt zu ihm abbricht.

    Zitat

    Ich meine damit das er nach drei Dates nicht komplett sein Hosen runterlassen und Einblick in sein tiefstes Inneres gewähren muss, nur weil er mit HIV infiziert ist. Auch so einem Menschen steht ein letztes bisschen Würde zu. Und nein, die muss er auch nicht aufgeben nur weil er mit dir ins Bett will...

    Bis jetzt hat er sich durchaus korrekt verhalten, finde ich. Wieso soll er seine "Würde aufgeben", wenn ich Fragen zu seiner Krankheit habe? Und ja, HIV ist nun mal eine Krankheit, die intime Bereiche berührt, da bleibt einem nichts anderes übrig, als Gespräche über intime Themen, wenn man mit dieser Krankheit ein einigermaßen normales Sexualleben mit Menschen haben will, die von diesem Thema bisher keine Ahnung haben.

    Zitat

    Ich verstehe nur nicht warum das sehr viel Vertrauen (von der TE) verlangt? Inwiefern?

    Er ist für die TE ein völlig Fremder und kann ihr doch sonstwas erzählen. Ich hab auch schon Scheidungsurkunden gesehen, die gefälscht waren (im RL, nicht im Internet). Er kann behaupten, dass die Ansteckungsgefahr minimal ist, und ihr Unterlagen zeigen, die gefaked sind. Sie wird also ohnehin sehr viel Vertrauen brauchen, wenn sie sich auf ihn einlassen will. Und dieses Vertrauen kann man nur aufbauen, indem man "die Geschichte erzählt". Jedenfalls bei mir wäre das so.

    Zitat

    Aber die Geschichte, warum es zur Infektion kam, hat möglicherweise auch viel mit Lebensführung, Zuverlässigkeit, Vertrauen zu tun.

    Ganz genau, so sehe ich das.

    Zitat

    wir waren dann gemeinsam bei seinem Arzt, und danach bei der Beratung

    Sowas finde ich zB eine gute Vorgehensweise.

    Also, hier ist ja einiges zusammen gekommen, was ich gerne kurz kommentieren möchte.


    Zum einen, möchte ich zu bedenken geben, dass viele HIV Befunde Zufallsbefunde sind, beim Blutspenden, weil sich bestimmte Krankheiten häufen, dass Imunsystem einfach ziemlich runtergerockt ist, die Möglichkeiten sind fast unendlich. Dadurch wissen viele HIV positive gar nicht, wann und wo sie sich angesteckt haben. Und wie wichtig ist das wirklich, wer früher mal heftigst unterwegs war kann sich auch die Hörner abgestossen haben und heute ein treusorgender Familienvater sein!


    Zum Thema Beratung finde ich es auch immer sehr gut, wenn man einfach mal zusammen zum nächsten Termin beim Schwerpunktarzt geht und auch die AIDS Hilfe ist da eigentliche in guter Ansprechpartner, Hausärzte eher nicht so, die wissen meist selber nicht besonders viel darüber.


    Bleibt noch die medizinische Seite, unter der Nachweisgrenze bedeutet nicht mehr infektiös, nicht über Sperma und auch nicht über das Blut, wenn dieser Status einmal erreicht ist und die Medikamente ordentlich genommen werden, bleibt dieser Status auch bestehen, damit kann man Kinder zeugen und bekommen. Was nicht ganz stimmt, ist die Sache mit der Lebenserwartung, wer sich heute damit infiziert, hat die gleiche Lebenserwartung wie jeder andere auch, Wer es schon sehr lange hat, ist etwas drunter, da die ersten Medikamente doch noch ziemlich Hämmer waren und dem Körper ordentlich zugesetzt haben.

    Zitat

    Und wie wichtig ist das wirklich, wer früher mal heftigst unterwegs war kann sich auch die Hörner abgestossen haben und heute ein treusorgender Familienvater sein!

    Das ist zwar durchaus möglich, aber ich würde mit jemandem, der früher mal "heftigst unterwegs" war und sich dadurch infiziert hat, keine Familie gründen wollen. Menschen können sich zwar ändern, aber für mich gehört die Vergangenheit trotzdem untrennbar zur Person (zum Charakter) und da käme so jemand einfach nicht in Frage.

    Zitat

    Na hoffentlich hat Keiner hier ein Vorleben....


    Pfui.... %:|

    Wieso sollte keiner ein Vorleben haben? ??? Jeder hat ein Vorleben, gerade darum geht es (mir) ja. Und dieses Vorleben gehört mit zur (heutigen) Persönlichkeit. Ich finde es immer erstaunlich, wenn das so strikt getrennt und so getan wird, als hätte sich das eigene Leben vor 5, 10, 15 oder 20 Jahren in einem Paralleluniversum abgespielt und als hätte man mit dem Menschen, der damals Entscheidungen getroffen und dieses Leben geführt hat, heute nichts mehr am Hut.


    Mag sein, dass das bei anderen anders ist, aber Vertrauen fällt für mich nicht vom Himmel. Ich möchte und muss mein Gegenüber kennen(lernen), bevor ich mich nach und nach auf den Menschen verlassen kann und dazu gehört eben auch sein sog. "Vorleben" und sein Umgang damit.