Zu langweilig für Freundschaften

    Hallo liebe Forengemeinde,


    ich habe schon seit längerer Zeit hier nicht mehr geschrieben, derzeit beschäftigt mich eineThematik jedoch (mal wieder) ziemlich und ich wollte das mal loswerden.


    Konkret geht es darum, dass ich mich schon seit frühester Jugend irgendwie "anders" fühle. Ich hatte selten bis nie Interesse an den Dingen, an denen meine Altersgenossen Spaß hatten. Ich war schon seit ich denken kann super viel alleine und hab mich mit mir selbst beschäftigt. Ich hatte einen ganzen Zoo an Kuscheltieren, mit denen ich gespielt habe. Später online Spiele und viel Bildbearbeitung. Ich hab viel gechattet. Anfangs nur online in Chatrooms, dann zunehmend mit Leuten aus meinem echten Leben über icq und später SMS und whatsapp. Ich bin trzd nicht gut in Kommunikation, zumindest in smalltalk. Und es war und ist fürmich immer etwas besonderes, von jemanden gemocht zu werden, eben weil ich das nie viel hatte. Ich bin ein sehr ernster Mensch. Geschuldet durch eine eher anstrengende Kindheit und ein problematisches Elternhaus ist für mich Veränderung sehr anstrengend. Ich kann nicht aus mir raus, möchte mich immer unter Kontrolle behalten. Habe außerdem große Angst vor Ablehnung, weil ich das viel zu viel erlebt habe in der Schule. Früher dachte ich, dass ich deshalb keine Freunde habe, liegt, dass ich keinen Alkohol trinke, die anderen das Gefühl haben, dass ich deswegen langweilig bin und sich das mit der Zeit "auswächst", wenn alle älter werden und man sich Interessetechnisch "angleicht". Leider ist das nie passiert.

    Mit Anfang des Studiums hatte ich zum ersten Mal eine Gruppe von Leuten, die mich akzeptiert haben. Wir haben in der Uni viel Zeit verbracht und auch öfters etwas unternommen. Aber mit Ende des Studiums löst sich das alles immer weiter auf. Mir ist es wichtig, ich versuche, Treffen zu organisieren (mit einzelnen und in der Gruppe), aber meistens ist die Resonanz entweder so gering, dass es sich von Anfang an nicht lohnt oder es sagen kurz vor knapp alle ab. Es macht mich traurig, aber ich nehme es hin. Dadurch verbringe ich meistens meine Wochenenden allein daheim. Oder ich gehe allein irgendwo hin. Ich habe außerhalb dieser Unifreundschaften eig. nur zwei enge Freundinnen, eine noch aus der Schule, die andere kenne ich von meinem Nebenjob. Das Verhältnis zu einer sehr langjährigen Freundin aus der Grundschule ist zur Zeit leider eher schwierig (aus verschiedenen Gründen).

    Ich hadere, immer mal wieder mit mir als Person, weil ich offenbar nicht "liebenswert" genug bin für diese Leute, die mir doch so viel bedeuten, und weil das so weh tut Frage ich mich, ob ich mich grundlegend ändern muss und ich weiß doch nicht wie das funktionieren soll.


    Zuletzt sind einige Dinge passiert, die mich sehr verletzt haben und mich schwer zum nachdenken gebracht, derlei Beispiele gibt es haufenweise, hier nur drei ausgewählte:


    Eine meiner, wie ich dachte guten, Freundinnen aus der Uni lebt mittlerweile in einer anderen Stadt, ca. 1h Autofahrt entfernt. Sie arbeitet quasi non-stop, deshalb ist es schwierig, sich zu sehen. Ich war aus anderen Gründen in der Stadt und fragte (frühzeitig), ob wir dann zsm Abendessen wollen. Sie sagte mir, dass sie wegen der Arbeit schaien müsse, es aber bestimmt klappt, und letztlich sagte sie mir ab. Weil sie am nächsten Tag früh weg müsse wegen einer anderen Freundin, die sie wohlgemerkt jeden Tag sieht, und das nicht klappen würde, wenn sie mich dann auch noch trifft. Das war wie ein Schlag ins Gesicht für mich. Ich sagte nichts und nahm es so hin.


    Die zweite Sache: Ich fragte einen Freund aus dem Studium nach einem Treffen. Er sagte dann, man könne ja die anderen fragen, ob noch wer Lust hätte. Wir haben dann in der Gruppe gefragt, woraufhin eine andere Freundin sagte: Ja, aber nir vormittags und wenn wir zu ihr in die Stadt kommen würden. Ich hatte da eig. keine Zeit, aber mein Kollege sagte ihr direkt zu. Ich dachte mir ok, cool, ist nicht so, als wenn wir uns da nicht eig zu zweit treffen wollten. Ich hab dann alles umgeplant, um dabei sein zu können.


    Und die nächste, aktuellste Geschichte:

    Mit einer meiner "außer Uni" Freundinnen gehe ich regelmäßig auf Konzerte. Als klar war, dass eine "unserer" Bands in der Nähe sein wird fragte ich sie ob wir hingehen. Sie sagte zu und fragte, ob wir eine andere Freundin mitnehmen könnten, die ich nicht kenne. Ok alles klar. Zunächst alles gut, hieß es dann ein paar Tage vor Kartenrelease, dass wir die Stadt ändern müssten, weil besagte Freundin von ihr sonst nicht mitkäme. Nahm ich zähneknirschend hin, obwohl ich in der anderen Stadt Verwandschaft habe, und wir dort kostenfrei hätten nächtigen können. Dann haben wir drei Karten gekauft. Eine Woche später wurde das Line-Up eines Festivals veröffentlicht. Dieselben Bands u.a. Nun haben sich die beiden entschieden, gemeinsam zum Festival zu fahren. Ich hab ihnen eine Karte abgekauft, um mit jmd anderen hinzugehen. Wohlgemerkt waren meine Freundin und ich dieses Jahr gemeinsam auf diesem Festival. Sie hat nichtmal darüber nachgedacht, mich zu fragen, ob ich mit möchte. Ich wurde einfach ersetzt. Und sie hat mir nichtmal gesagt, was genau ich falsch gemacht habe :°(


    Naja, soviel erstmal zum allgemeinen Sachverhalt. Fälle von "Hey, wir müssen uns mal wieder treffen" und dann auf Nachfrage (ich bemühe mich wirklich darum!) keine Zeit gibt es tausendfach.


    Ich habe nun sehr lange mit jmd aus meiner Familie darüber gesprochen und der sagte mir: "Naja, vllt sind ernste Gespräche eher nicht so das, was eine Freundschaft braucht, man führt so etwas ja, um Leichtigkeit zu erleben und gemeinsam Spaß zu haben und was zu unternehmen." Offenbar reicht also meine Art und mein "geben" nicht aus, um interessant genug für die anderen Leute zu sein, mir ihre Zeit zu opfern.


    Aber wie komme ich da raus? Ich fühle mich auch durch die Dinge die passiert sind zuletzt und in der Vergangenheit derzeit sehr einsam und ungeliebt und es tut sehr weh, zu realisieren, dass man offenbar selbst ein Problem hat, aber nicht die geringste Ahnung hat, wie man das ändern soll.


    Gibt es jmd hier mit ähnlichen Erfahrungen? Wie seid ihr da rausgekommen? Bin für jeden Rat dankbar. Oder auch einfach nur dafür, dass jemand hier "zuliest" und etwas dazu sagt ":/

  • 101 Antworten

    Hallo Rennmaus, du schreibst immer, dass du es hinnimmst, wenn dir jemand vor den Kopf stößt. Vielleicht liegt da der Fehler. Du vermittelst vielleicht nicht, wie wichtig dir diese Freundschaften sind. Und was dieses Festival mit der Freundin angeht, hättest du vielleicht darauf anspringen sollen und von selbst sagen können, super Idee mit dem Festival, da komme ich auch mit. Warte nicht darauf gefragt zu werden, ergreife auch mal die Initiative. Und das Treffen, welches in eine andere Stadt verlegt wurde... da hättest du doch auch intervenieren können, dass dir das nicht passt. Aber wenn du immer stumm bleibst und alles hinnimmst, dann können es die anderen ja mit dir machen.

    Oder hast du Angst, dass du auf der Strecke bleibst, wenn du aufmuckst?

    "GENAU so machen wirs Oder?" -

    "Fragen wir noch unsere Rennmaus?"

    "Ach was die ist sowieso immer einverstanden oder hast du schonmal erlebt dass sie nein gesagt haette oder anderer Meinung war"

    Zitat

    Und was dieses Festival mit der Freundin angeht, hättest du vielleicht darauf anspringen sollen und von selbst sagen können, super Idee mit dem Festival, da komme ich auch mit.

    So etwas würde ich nicht machen. Ich finde, dass ich mich da aufdrängen und sozusagen "selbst einladen" würde und das möchte ich nicht. Da würde ich mich immer fragen, ob ich den anderen nicht "auf den Zeiger gehe". Ganz besonders würde ich das nicht aus so einer Situation heraus machen. Wenn sie sich so oder so schon gegen mich entschieden haben, warum sollte ich mich ihnen dann noch aufdrängen.


    Zitat

    Oder hast du Angst, dass du auf der Strecke bleibst, wenn du aufmuckst?


    Jein. Ich denke, das ist eine Sache des Tons, der die Musik macht. Wenn ich verletzt bin neige ich dazu, ein wenig zu emotional zu sein und zu wenig rational. Dann reagiere ich über und werde gemein. Ich habe es mir deswegen angewöhnt erst abzuwarten und meine Gefühle zu hinterfragen, bevor ich etwas dazu sage. Aber in der Regel sage ich dszu nichts mehr, weil ich nicht als "Meckertante" dastehen will (so hab ich das in der Vergangenheit nämlich schon oft abgekriegt)...

    Zitat

    "GENAU so machen wirs Oder?" -


    "Fragen wir noch unsere Rennmaus?"

    "Ach was die ist sowieso immer einverstanden oder hast du schonmal erlebt dass sie nein gesagt haette oder anderer Meinung war"

    Mal ganz abgesehen davon, dass ich diesen Beitrag ohne weitere Erläuterungen eher wenig hilfreich finde, versuche ich ja nicht "möglichst keine Meinung zu haben", sondern. s.o. mittlerweile angestaute Traurigkeit über solche Situationen nicht zum eskalieren einer Situation zu führen, die für mich sowieso schon schwierig ist.

    Ich kann Dir so keinen Tipp geben, nur sagen, dass nunmal nicht alle Menschen gleich sind - daran, introvertiert, still und ernst zu sein ist jedenfalls nichts falsch und Du bist bestimmt auch nicht "zu langweilig" für Freundschaften. Viele introvertierte Menschen haben sogar ein ziemlich reiches und vielschichtiges Innenleben - es auszudrücken fällt aber tatsächlich den meisten schwer. Menschen, die extrovertiert sind und sozial leicht interagieren können, sind deswegen noch lange nicht interessanter oder wertvoller als Du...dies nur, weil aus Deinen Zeilen ein eher geringes Selbstwertgefühl durchklingt.

    Ich finde es auch nicht nett, wie Deine Freunde Dich in den Beispielen behandelt haben, aber wahrscheinlich drückst Du durch Deine ausbleibende Wut und Dein "hinterherlaufen" eine Bedürftigkeit aus, die in der Tat auf viele Menschen eher nicht so attraktiv wirkt. Du solltest lernen, an Deiner Selbstliebe zu arbeiten, Dich mit Dir selbst zu beschäftigen und andere eben nicht zu brauchen. Vielleichtzieht das dann Menschen in Dein Leben, die Dich so wertschätzen, wie Du nunmal bist, ohne, dass Du um Aufmerksamkeit bettelst. Aber erst musst Du Dich eben selbst wertschätzen :-)

    Ich kann das nachvollziehen. Je mehr Ablehnung man erfährt, desto vorsichtiger wird man, da reg man sich nicht auch noch auf, selbst wenn das berechtigt wäre.


    Schwieriges Thema. Freunde sind Menschen, die weitestgehend ticken, wie man selbst. Man ist kompatibel zueinander, hat ähnliche Interessen, einen ähnlichen Humor. Solche Menschen sind schwer zu finden, und dann fallen noch hin und wieder Freunde weg, wegen Umzug oder was auch immer. Neue Freunde zu finden wird mit zunehmendem Alter immer schwieriger.


    Ich erlebe meine Eltern in einem großen Freundeskreis, der sich mal vor Urzeiten in der Form fest zusammengefunden hat und seitdem so Bestand hat. So etwas fehlt mir. Freunde aus der Uni? Ich lebe inzwischen 200km vom Studienort entfernt, der Rest ist auch weg gezogen, da gibt es keine Kontakte mehr. Kollegen, mit denen man sich anfreundet wechseln den Job und ziehen weg, weit weg...


    Ich habe kein Rezept für Dich. Du bemühst Dich aktiv, ich glaube, das ist schon mal das wichtigste. Aber man muss gucken, um wen man sich bemüht. Wenn die Mühen nicht auf fruchtbaren Boden fallen, dann nutzt das nichts. Wer Dich nicht treffen will, um den bemühst Du Dich vergeblich. Das ist mitunter eine bittere Erkenntnis. Ich hab mal eine Feier machen wollen mit Kollegen. Von 20 kamen ganze 2, das war das letzte Mal, dass ich so etwas versucht habe. Bei einem anderen Kollegen wurde das quasi als Pflichtveranstaltung wahrgenommen und man erschien quasi vollzählig. Da fragt man sich dann schon, was man verkehrt macht.


    Ich glaube, man muss immer wieder neu auf neue Menschen zugehen und nicht aufgeben. Dabei aber die Menschen ziehen lassen, die nicht wollen. Es nutzt ja nichts, man kann niemanden zu einer Freundschaft zwingen. Bestenfalls sucht man sich Hobbies, wo man unter Leute kommt, ich hab mal Sport gemacht, wo man regelmäßig hinterher noch mal privat weg war, das war nett.

    Zitat

    Wenn ich verletzt bin neige ich dazu, ein wenig zu emotional zu sein und zu wenig rational. Dann reagiere ich über und werde gemein

    Ich denke, das ist menschlich und es wäre besser, wenn Du Deine Gefühle ausdrücken würdest. Du wärst authentischer, für andere greifbarer und sie würden Dich ernster nehmen. Wenn man wirklich über das Ziel hinaus schießt, kann man sich hinterher immer noch entschuldigen.

    Zitat

    Menschen, die extrovertiert sind und sozial leicht interagieren können, sind deswegen noch lange nicht interessanter oder wertvoller als Du...dies nur, weil aus Deinen Zeilen ein eher geringes Selbstwertgefühl durchklingt.

    Mir ist auch bewusst, dass jeder seine eigenen Baustellen hat. Deren Leben wirkt nur auf eine Art attraktiver als meins, weil sie eben etwas haben, das ich nicht habe. Das weiß ich auch. Ich bin ja auch nicht immer traurig und geknickt und einsam, nur diese Ereignisse summieren sich in letzter Zeit und da komme ich ins Grübeln.


    Zitat

    Dein "hinterherlaufen" eine Bedürftigkeit aus, die in der Tat auf viele Menschen eher nicht so attraktiv wirkt. Du solltest lernen, an Deiner Selbstliebe zu arbeiten, Dich mit Dir selbst zu beschäftigen und andere eben nicht zu brauchen.

    Ich hab zumindest von mir selbst nicht den Eindruck, dass ich hinterher laufe. Ich frage nur alle naselang (schätzungsweise alle 2-3 Monate) mal überhaupt jmd nach einem Treffen, weil es meist eh unter den Tisch fällt oder derjenige keine Zeit hat oder es vergisst. Das hat mich mit der Zeit so frustriert, dass ich es mittlerweile ganz bleiben lasse.

    Und wenn ich mal wirklich keine Zeit habe, dann sag ich das auch. Nur meistens hab ich sie nunmal. Künstlich nein sagen wäre da ja auch irgendwie Quark.

    Das mit dem "andere nicht brauchen" ist eines meiner allergrößten Lifetime goals und ich arbeite daran, mache ja so oder so das meiste allein, was andere mit Freunden machen. Ich hoffe, dass ich daran wachsen kann. Aber man nunmal ein soziales Tier. Es fehlt schon häufig jmd, der dabei ist. Und durch die allgegenwärtogen sozialen Medien fühlt man sich noch einsamer, wenn sich eben niemand meldet.


    ralfHH

    Ich kann vieles aus deinem Beitrag sehr gut nachempfinden, besonders das mit der Feier. Zu meiner letzten Feier kamen immerhin 4 Leute, das war schon ziemlich viel.

    Derzeit ist wohl grade eine Phase, wo ich viele Leute ziehen lassen muss. Ich bin gespannt, ob sich neue ergeben. Und gleichzeitig versuche ich einfach, mit mir selbst zufrieden zu sein.


    Zitat

    Du wärst authentischer, für andere greifbarer und sie würden Dich ernster nehmen.

    Auch das habe ich ja schon versucht, so ist es nicht. Aber zumeist kommt dann zwar eine Entschuldigung von demjenigen und dass das bald nachgeholt wird, aber letztlich passiert es dann doch nicht. Oder noch besser, dass ich ja jetzt übertreibe und derjenige doch gar nichts dafür kann. Dann dachte ich, vllt ist es besser, einfach nichts zu sagen. Das scheint ja gesellschaftlich anerkannt zu sein, dass man sich so verhält. Das Ergebnis ist dasselbe.

    O krass... das macht mich total betroffen. Deine angestaute Traurigkeit, das völlig unrealistische Ziel, niemanden mehr brauchen zu müssen und die Gesamtsituation.


    :)_:)_:)_


    Ich würde dich einfach echt mal einfach nur umarmen.

    Also...


    Mir ging es in der 5. klasse ungefähr ähnlich wie dir. Ich habe sehr darunter gelitten. Meine Mama hat dann immer gesagt, ich sei zu reif für die anderen. Ich habe dann den Einfall gehabt: da ich so nicht ankomme, muss ich mich eben komplett ändern und lustig werden. (Kinderlogik)

    Das war ein Fehler, weil plötzlich alle mit mir befreundet sein wollten und ich mich auf der Toilette versteckt habe.

    Da haben sie mich aber gefunden.

    Dann habe ich mir angewöhnt, ein wenig speziell zu sein, damit nur die bleiben, die mich echt mögen, auch meine Eigenheiten. Das sind dann ausreichend.


    Ich bin jetzt inzwischen 35 und bin vor zwei Jahren in eine neue Stadt gezogen. Und bin in meinem Leben 5 mal groß (also Städte- und länderübergreifend) umgezogen.

    Was wirklich geholfen hat waren soziale Gruppen zu besuchen, zu denen man sich zugehörig fühlt. Ich bin Christ, also habe ich einen Alphakurs besucht. Dann habe ich beim erneuten pilgern in Spanien eine Frau kennen gelernt, die bei mir um die Ecke wohnt und auf mädelsabenden andere Mädels kennen gelernt und auf Arbeit zwei ganz liebe. Joa...

    so kommt eins zum anderen.


    Wo fühlst du dich zugehörig? Könntest du nicht mal ne Gruppe suchen UND jetzt kommt’s: so wie ich als Kind dachte, ich muss lustig werden, könntest du doch mal aus dir herausgehen, mal nicht alles kontrollieren, was du sagst.

    Du kannst ja auch ne völlig fremde Gruppe mal aufsuchen, wo du niemanden kennst und es ausprobieren. Denn wenn die Leute dich kennen lernen, wie du bist (nicht dein kontrollierte, soziale Maske), dann gibt es sicher ein paar, die dich SEHEN, so wie du bist und erkennen.


    Na klar wird es auch die geben, die sehen und nicht erkennen und dir Dinge über dich vorwerfen, wo du dich völlig unverstanden fühlst. Die zeigen einem andere Dinge über einen selbst. Lass dich von denen aber nicht von deinem Weg abbringen.

    Sondern vertrau dir. So wie du hier schreibst, bist du ein total liebenswerter Mensch!

    Zitat

    Wo fühlst du dich zugehörig? Könntest du nicht mal ne Gruppe suchen UND jetzt kommt’s: so wie ich als Kind dachte, ich muss lustig werden, könntest du doch mal aus dir herausgehen, mal nicht alles kontrollieren, was du sagst.

    Du kannst ja auch ne völlig fremde Gruppe mal aufsuchen, wo du niemanden kennst und es ausprobieren.

    Also das kam vllt falsch rüber: Ich stelle mich nicht absichtlich übertrieben ernst dar. Ich bin so. Ich bin immer ich selbst und auch meistens abgrundtief ehrlich. Ich kontrolliere mich nicht, was ich sage oder wo. Was vllt auch ein Teil des Problems ist. Was ich meine mit aus mir raus kommen ist, dass ich selten bis nie aktiv auf jmd zugehe. Gespräche ergeben sich bei mir aus dem Kontext. In einer ruhigen Gruppe wo sich die Leute kennen, ich aber niemanden z.B. in der Uni damals, war es so, dass ich erstmal sitze und zuhöre und mich irgendwann dann am Gespräch beteilige. Aber in Situationen, wo ich nicht automatisch durch die äußeren Bedingungen integriert bin, da integriere ich mich nicht selbst aktiv.

    Und das ist unabhängig von der Situation: Egal ob eine Party oder, wie zuletzt, eine berufliche Veranstaltung. Ich bin darin einfach eine Niete. Ich fühle mich dann unwohl, rede Blödsinn, fühle mich noch unwohler und rede noch mehr Blödsinn und so kommt eins zum anderen. Daher ist fie Idee mit den Interessengruppen zwar nett, aber ich befürchte, dass das nur unter ganz bestimmten Bdg. funktionieren könnte.

    Meistens lerne ich dann neue Leute kennen, wenn diejenigen, die mich schon kennen mir eine Brücke bauen.


    Ich bin halt auch niemand, der von heute auf morgen mit jmd befreundet sein kann. Das dauert für mich einfach seine Zeit, bis ich dieses Gefühl bekomme, auch wenn mir jmd sehr sympathisch ist. Und da gehe ich auch selten die ersten Schritte hin zu einem engeren Verhältnis, wenn der andere es auch nicht tut.

    rennmaus45 schrieb:

    Was ich meine mit aus mir raus kommen ist, dass ich selten bis nie aktiv auf jmd zugehe. Gespräche ergeben sich bei mir aus dem Kontext. In einer ruhigen Gruppe wo sich die Leute kennen, ich aber niemanden z.B. in der Uni damals, war es so, dass ich erstmal sitze und zuhöre und mich irgendwann dann am Gespräch beteilige. Aber in Situationen, wo ich nicht automatisch durch die äußeren Bedingungen integriert bin, da integriere ich mich nicht selbst aktiv.

    Und das ist unabhängig von der Situation: Egal ob eine Party oder, wie zuletzt, eine berufliche Veranstaltung. Ich bin darin einfach eine Niete. Ich fühle mich dann unwohl, rede Blödsinn, fühle mich noch unwohler und rede noch mehr Blödsinn und so kommt eins zum anderen.


    Ich bin halt auch niemand, der von heute auf morgen mit jmd befreundet sein kann. Das dauert für mich einfach seine Zeit, bis ich dieses Gefühl bekomme, auch wenn mir jmd sehr sympathisch ist. Und da gehe ich auch selten die ersten Schritte hin zu einem engeren Verhältnis, wenn der andere es auch nicht tut.

    Hallo liebe Rennmaus,


    also befreundet kann man nicht von heute auf morgen sein. Das zeigt dann die Zeit und die nächste Krise und der nächste Erfolg. Wer in beiden Situationen in deinem Leben bleibt, der ist aus meiner Sicht ein guter Freund.


    So wie sich das für mich anhört, klingt es so, als würdest du ungern Bedürftigkeit zeigen. Ist das so? Vielleicht wäre es nicht schlecht, statt selbst viel zu reden (wenn du eben viel Blödsinn erzählst), eher viel zu fragen und dann aufmerksam (nicken, nachfragen, hm, aha) zuzuhören. Das zeigt Interesse. Aktives Unterstützen in Dingen, wo der andere ein Bedürfnis hat, hilft auch immer. Wenn du jemanden magst und Kaffee holst, kannst du sie/ihn fragen, ob ihr gemeinsam n Kaffee trinken wollt (gemeinsam hingehen oder einen mitbringen, je nachdem was schöner wäre). Oder lustige Beobachtungen teilen, oder was eben so ansteht. In Bezug auf das, was derjenige gesagt hat. Gemeinsam etwas tun und Interesse zeigen durch aktives Unterstützen und Da sein ist viel für Mitmenschen. Sie um Hilfe bitten ist allerdings auch vonnöten.
    Grenzen setzen auf jeden Fall auch. Bei der Hilfe meine ich kleine Aufmerksamkeiten. Sobald es dich etwas kostet, erwähne es. Sonst nehmen sie als selbstverständlich. Im Sinne von "wenn ich das und das geschafft bekomme, melde ich mich" oder "ich muss das noch abklären mit den Freunden, bei denen ich übernachten wollte" "ich muss da meine Finanzen checken und sag Bescheid". Etc. Da geht es nicht um Aufzählen oder vorhalten. Das würde ich auf alle Fälle vermeiden. Sondern nur darum, dass sie sehen, dass du deine Bedürfnisse im Blick hast und diese achtest. Keine Ahnung warum, aber nur dann schätzen sie deine Bemühungen als das, was sie sind: BeMÜHungen für sie.

    Funfact: Es gibt Kulturen, da gehört es zum guten Ton, in der Schuld des anderen zu stehen. Das heißt, man gibt nicht gleich wieder etwas zurück, sondern erst, wenn der andere wieder Hilfe braucht. Dieses in der Schuld stehen hat da den Sinn, die Beziehungen zu verfestigen.

    WurzelimLiebesraum


    Diese ganzen theoretischen Dinge kenne ich ja. Ich weiß man soll aufmerksam sein und Fragen stellen usw. Das funktioniert auch auf der Arbeit z.B. oft ganz gut. Ich hab viele gute Kollegen mit denen ich mich sehr gut verstehe. Aber das ganze geht halt nie in eine private Ebene über. Selbst wenn dann mal ein Treffen zustande kommt war es meist das letzte. Das einzige was ganz gut regelmäßig funktioniert ist gemeinsamer Sport. Aber das ist dann eben auch keine richtige Freundschaft. Ich glaube, ich bin da einfach komisch ":/


    Und das ändert ja auch trotz allem nichts daran, dass die Freunde, die schon da sind, wie oben beschrieben mit mir umgehen.

    Grad heute war ich eig zum schwimmen verabredet, meine Freundin hat es aber vergessen und hat jetzt stattdessen einen Friseurtermin und später die Nachbarn zu Gast. Danach wollten wir eig noch was essen, weil ich letztens Geburtstag hatte. Immerhin es gibt einen Ersatztermin.


    Und das ist ja mein eigentliches Problem: Selbst die Leute, die ich schon habe und die mich auch eig. mögen, vergessen mich. Und ich schätze, dass neue Freundschaften da keine Ausnahme sein werden. Das muss etwas sein, dass mit mir als Person zu tun hat. Und ich wüsste wirklich zu gern, was das ist...

    Was das ist... warum verbringen wir gerne Zeit mit jemandem? Weil die Person uns weiterbringt, uns guttut, uns kurz- oder langfristig etwas positives bedeutet. Warum vergessen wir Dinge? Weil wir sie unbewusst als unangenehm empfinden. Warum verschieben wir das eine zu Gunsten des anderen? Weil uns das andere attraktiver erscheint. Von dem, was hier bis jetzt geschrieben wurde, kann ich mir vorstellen, dass eine gewisse Farblosigkeit oder Unbeteiligtkeit dazu führt, dass es nicht so attraktiv ist mit dir Zeit zu verbringen. Eine gewisse persönliche Distanz kann auch mal als Desinteresse rüberkommen - jemand der sich nicht am Gespräch beteiligt will scheinbar gar nicht dabei sein. Jemand der sich nicht beteiligt trägt auch nichts bei zum Gelingen eines Abends, zB - ist quasi Trittbrettfahrer der guten Laune der anderen. Wieso Zeit mit jemandem verbringen, den man mitziehen muss wie Kaugummi? Mir scheint es, als würde dir ein Bewusstsein und Selbstbewusstsein für deine eigenen Interessen abgehen. Du machst Dinge mit anderen, die dich eigentlich gar nicht recht interessieren, nur um mit ihnen was zu machen. Umgekehrt müsste es sein - du solltest Dir Dinge suchen, die dich interessieren, und dann kann jemand mitmachen oder auch nicht.

    rennmaus45 schrieb:

    Und es war und ist fürmich immer etwas besonderes, von jemanden gemocht zu werden, eben weil ich das nie viel hatte.

    Magst du dich denn selbst?



    rennmaus45 schrieb:

    Geschuldet durch eine eher anstrengende Kindheit und ein problematisches Elternhaus ist für mich Veränderung sehr anstrengend. Ich kann nicht aus mir raus, möchte mich immer unter Kontrolle behalten. Habe außerdem große Angst vor Ablehnung, weil ich das viel zu viel erlebt habe in der Schule.

    Bist du dabei diese Erlebnisse aufzuarbeiten, um zu einer selbstbewussten Person zu werden?



    rennmaus45 schrieb:

    Ich habe außerhalb dieser Unifreundschaften eig. nur zwei enge Freundinnen, eine noch aus der Schule, die andere kenne ich von meinem Nebenjob.

    Und das ist zu wenig? Was würdest du dir denn wünschen, wie viele Freunde du haben sollstest und wollstest?

    rennmaus45 schrieb:

    Ich habe nun sehr lange mit jmd aus meiner Familie darüber gesprochen und der sagte mir: "Naja, vllt sind ernste Gespräche eher nicht so das, was eine Freundschaft braucht, man führt so etwas ja, um Leichtigkeit zu erleben und gemeinsam Spaß zu haben und was zu unternehmen." Offenbar reicht also meine Art und mein "geben" nicht aus, um interessant genug für die anderen Leute zu sein, mir ihre Zeit zu opfern.

    Naja, ein Konzert klingt nicht nach Ernst. Was heißt, dass du nur ernste Themen hast? Sind es Dinge, die dich belasten oder wie ist das gemeint? Ich meine - niemand ist nur ernst. Wieso du?

    rennmaus45 schrieb:

    Ich bin so. Ich bin immer ich selbst und auch meistens abgrundtief ehrlich.

    Was heißt das? Hast du ein Beispiel?

    rennmaus45 schrieb:

    Und das ist unabhängig von der Situation: Egal ob eine Party oder, wie zuletzt, eine berufliche Veranstaltung. Ich bin darin einfach eine Niete. Ich fühle mich dann unwohl, rede Blödsinn, fühle mich noch unwohler und rede noch mehr Blödsinn und so kommt eins zum anderen. Daher ist fie Idee mit den Interessengruppen zwar nett, aber ich befürchte, dass das nur unter ganz bestimmten Bdg. funktionieren könnte.

    Und wie willst du deine soziale Kompetenz verbessern, wenn du es einfach vermeidest, mit anderen in Kontakt zu kommen?

    rennmaus45 schrieb:

    Aber wie komme ich da raus? Ich fühle mich auch durch die Dinge die passiert sind zuletzt und in der Vergangenheit derzeit sehr einsam und ungeliebt und es tut sehr weh, zu realisieren, dass man offenbar selbst ein Problem hat, aber nicht die geringste Ahnung hat, wie man das ändern soll.

    Deswegen schon vorher meine Frage - magst du dich denn und die Dinge, mit denen du dich befasst?



    rennmaus45 schrieb:

    Gibt es jmd hier mit ähnlichen Erfahrungen? Wie seid ihr da rausgekommen? Bin für jeden Rat dankbar. Oder auch einfach nur dafür, dass jemand hier "zuliest" und etwas dazu sagt ":/

    Bestimmte Gedanken hatte ich früher auch, wie eben, dass ich Freunden nachgelaufen bin und dann trotzdem das Gefühl hatte, dass ich nicht wirklich gesehen werde, angenommen werde. Was ich nicht hatte war der Wunsch nun viele Leute zu kennen. Zeitweise hatte ich nie mehr als eine beste Freundin und das hat mir völlig gereicht. Bekannte hatten halt auch diesen Status und von denen habe ich jetzt auch nicht die Zuverlässigkeit erwartet, die bei Freundschaften da ist oder die Verbindlichkeit. Da bin ich selbst so in die Benkanntschaft reingegangen, dass ich eben auch mal abgesagt habe oder ähnliches. Deswegen gab es da dann auch keine Enttäuschung. Aber zu dieser Erkenntnis musste ich kommen, dass ich mal sehe, dass mit bestimmten Menschen einfach keine Freundschaft drin ist, weil sie nicht das bieten, was ich mir in einer Freundschaft vorstelle. Das muss ja nicht heißen, dass man die Leute alle aus seinem Leben kickt, sondern die eigene Einstellung ändert. Auch dieses - ich mach alles mit, hauptsache, ich werde aufgenommen hat sich mit zunehmendem Selbstbewusstsein gelegt. Das tue ich nicht und vor allem gibt es ein Entgegen kommen von mir sicher nur dann, wenn es gegenseitig ist.

    rennmaus45 schrieb:

    So etwas würde ich nicht machen. Ich finde, dass ich mich da aufdrängen und sozusagen "selbst einladen" würde und das möchte ich nicht.

    Aber du fragst, ob du mitgehen kannst oder ob die beiden das nur gemeinsam machen wollen? Ich meine, ich habe ja auch Veranstaltungen, wo definiert ist, dass da mehrere mitgehen und dann will ich auch Abenden, die einfach exklusiv für zwei sind. Dann entstehen keine Missstimmungen.

    rennmaus45 schrieb:

    Ich hab zumindest von mir selbst nicht den Eindruck, dass ich hinterher laufe. Ich frage nur alle naselang (schätzungsweise alle 2-3 Monate) mal überhaupt jmd nach einem Treffen, weil es meist eh unter den Tisch fällt oder derjenige keine Zeit hat oder es vergisst. Das hat mich mit der Zeit so frustriert, dass ich es mittlerweile ganz bleiben lasse.

    Oh, okay. Sind das die Intervalle, die du Kontakt mit Freunden hast?