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    Wie bleibt denn ein Charakter verborgen?

    extreme introvertiertheit, schlechte kommunikationsfähigkeiten.

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    Der Charakter ist ja sowieso erst mal unwichtig.

    huch, wieso das?

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    Was bleibt also noch? Karriere, Aussehen, womit soll man sonst kompensieren? Intelligenz hatte ich ja auch bereits erwähnt.

    ja gut, wenn man körperlich unauffällig, doof, arm, hässlich, unlustig, dauerschlechtgelaunt, langweilig, etc ist, stellt man keine erste wahl dar. gilt wohl für frauen auch (aber solche gibt es deiner definition nach ja nicht, wenn ich das richtig kapiert habe).

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    extreme introvertiertheit, schlechte kommunikationsfähigkeiten.

    Ist das nicht Teil des Charakters?

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    huch, wieso das?

    Es findet jeder Topf seinen Deckel. Niemand ist aufgrund seines Charakters unfreiwillig Dauersingle.


    Die schlimmsten Menschen haben Beziehungen.

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    ja gut, wenn man körperlich unauffällig, doof, arm, hässlich, unlustig, dauerschlechtgelaunt, langweilig, etc ist, stellt man keine erste wahl dar. gilt wohl für frauen auch (aber solche gibt es deiner definition nach ja nicht, wenn ich das richtig kapiert habe).

    Dann stellt man gar keine Wahl für Frauen dar. "Dauerschlechtgelaunt" irritiert mich allerdings. Man kann also kompensieren, indem man manchmal nicht schlecht gelaunt ist? ":/

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    Na wenn dem so wäre, dann müsste es ja einen Weg geben durch den die unglücklichen Untermänner glücklich werden könnten.

    Es gibt nicht nur unglückliche "Untermänner", sondern auch unglückliche "Obermänner" und unglückliche "Unterfrauen" und unglückliche "Oberfrauen" und so allerlei sonstige unglückliche Menschen.


    Und ja, es gibt einen Weg:


    1. Dinge, die man wirklich nicht ändern kann, sollte man mit Gelassenheit so akzeptieren und annehmen, wie sie nunmal sind. Ein gesundes Maß Selbstironie kann auch nicht schaden. Man kann seine vermeintlichen Unzulänglichkeiten auch mit einem lächelnden Augenzwinkern betrachten und einfach souverän damit umgehen.


    Kopf hoch, Brust raus, Hände aus den Taschen, "Hallo Welt, hier bin ich."


    2. Ziele, die man erreichen oder Dinge, die man verbessern möchte, sollte man auch selbst anpacken. Ohne Eigeninitiative erreicht und verbessert man nichts. Ein "echter Mann" nimmt sein Leben in die Hand und arbeitet mit Mut und Selbstvertrauen an der Verwirklichung seiner Ziele. Natürlich hat kein Mensch eine Garantie alle Ziele im Leben zu 100% zu erreichen, wenn er nur danach strebt. Natürlich kann man immer scheitern oder stürzen. Der "echte Mann" steht dann wieder auf und versucht es erneut.


    Die unmännliche Alternative wäre: Nichts tun, in Selbstmitleid versinken, über "die Gesellschaft" schimpfen und bittere Tränen über das unabänderliche Schicksal des geborenen Verlierers vergießen. Eine selbsterfüllende Prophezeiung.

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    Was erhoffst du dir? Kannst du dir kein Mobbing auf der Straße vorstellen? Keine Sprüche bezogen auf das Aussehen einer Person, zeigen, lachen?

    Exakt. Das habe ich seit Jahren nicht mehr mitbekommen. Passiert ist es mir auch, aber das war zur Jugendzeit, als ich noch das war, was du als "Betamann" bezeichnest. Das letzte Mal, dass ich so etwas erlebt habe, war, als auf einem öffentlichen Platz ein Neonazi einen Schwarzen heftig anrempelte. Ich drehte mich um, die in einer Ecke sitzenden Punks auch... und auf einmal kam der panische Kameramann angelaufen und beteuerte, es sei alles nur ein Filmdreh (wahrscheinlich über fehlende Zivilcourage).

    Oh, Enigmatic, dann war aber eher das hier das, worüber Du so gestolpert bist, oder?

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    Das würde ich aber dennoch von der Partnerfindungsfrage deutlich trennen, einfach wegen vieler Gegenbeispiele. Wenn Du natürlich sagst, X ist klein und schmächtig und findet deshalb keine Freunde, und wenn dann einer fragt, wie der sonst so drauf ist, und dann sagst Du, ach, der hat keinen Humor, ist hässlich, ist beruflich unglücklich gestrandet, dumm wie Brot ist er auch noch, und nee, Hobbys hat er keine, raus geht er nicht, Menschen kann er nicht leiden ... irgendwann findet sich dann wirklich nichts mehr dran, weswegen irgendwer denjenigen auch nur ansatzweise als Partner in Erwägung ziehen würde, und wenn Du dann ankommst und sagst, siehste, sag ich ja, kleine schmächtige Männer finden niemals eine Frau ... tja. Hm. Dann finde ich das schon so ein bisschen grotesk.

    Es gibt so unendlich viele Gründe, weshalb das bei manchen Leuten nicht hinhaut, und ich stelle mir das sehr schmerzlich vor. Aber ja, grundsätzlich glaube ich, dass es zum Teil Glück ist und zum Teil auch in der Person selbst liegt, in eben jener wechselseitigen Dynamik mit der Welt, und zwar mehr als an Äußerlichkeiten. Das ist ja tatsächlich irgendwie so der Punkt, wo wir beide auch schon mal aneinandergerasselt sind, beziehungsweise wo wir wirklich unterschiedliche Sichtweisen drauf haben.

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    Es gibt nicht nur unglückliche "Untermänner", sondern auch unglückliche "Obermänner" und unglückliche "Unterfrauen" und unglückliche "Oberfrauen" und so allerlei sonstige unglückliche Menschen.

    Klar gibt es die, das habe ich nie bezweifelt (nur, dass es in meinen Augen keine Unterfrauen gibt). Die sind aber nicht unglücklich, weil sie Obermänner sind, sondern obwohl sie welche sind.

    Sag ich ja: Karriere machen.


    Wenn das nicht klappt, dann bleibt die Alternative:

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    Nichts tun, in Selbstmitleid versinken, über "die Gesellschaft" schimpfen und bittere Tränen über das unabänderliche Schicksal des geborenen Verlierers vergießen.


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    Was erhoffst du dir? Kannst du dir kein Mobbing auf der Straße vorstellen? Keine Sprüche bezogen auf das Aussehen einer Person, zeigen, lachen?

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    Exakt. Das habe ich seit Jahren nicht mehr mitbekommen.

    ??? Ja was denn nun? Du kannst es dir nicht mehr vorstellen, weil du es seit Jahren nicht mehr mitbekommen hast?

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    Sind meistens Leute mit (gutem) Uni-Abschluss. Die Untermänner mit Freundin/Frau haben auf jeden Fall auch keinen unterdurchschnittlichen Job. Diese Kombination gibt es nämlich nicht.

    Und wieder eine unhaltbare Behauptung die du als scheinbare Tatsache in den raum stellst. Versuch es doch mal als Pressesprecher, ich glaube da hättest du wirklich Potential.

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    Ist das nicht Teil des Charakters?

    von mir aus.

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    huch, wieso das?

    Es findet jeder Topf seinen Deckel. Niemand ist aufgrund seines Charakters unfreiwillig Dauersingle.


    Die schlimmsten Menschen haben Beziehungen.

    na dann, nur die kleinen&schmächtigen männer nicht. wenn du meinst ... ich empfehle synthol ]:D

    @ Shojo

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    Oh, Enigmatic, dann war aber eher das hier das, worüber Du so gestolpert bist, oder?

    Nö, das kam ja auch viel später erst. Ich bin über genau das gestolpert, was ich zitiert habe, bzw. die möglichen Implikationen einer solchen Ausssage.

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    Es gibt so unendlich viele Gründe, weshalb das bei manchen Leuten nicht hinhaut, und ich stelle mir das sehr schmerzlich vor. Aber ja, grundsätzlich glaube ich, dass es zum Teil Glück ist und zum Teil auch in der Person selbst liegt, in eben jener wechselseitigen Dynamik mit der Welt, und zwar mehr als an Äußerlichkeiten

    Klar. Da widerspreche ich gar nicht. Aber nö, das hatte mit dem, was mich gestört hat, tatsächlich nix bzw. wenig zu tun.

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    Das ist ja tatsächlich irgendwie so der Punkt, wo wir beide auch schon mal aneinandergerasselt sind, beziehungsweise wo wir wirklich unterschiedliche Sichtweisen drauf haben.

    Da hast du scheinbar ein besseres Gedächtnis als ich . Aber ja, möglich.

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    b) ich schrieb nicht "guter charakter", sondern "wenn ihr der charakter gefällt". wenn es dauerhaft nicht klappt mit einer partnerschaft (aber der wille dazu prinzipiell da ist), liegen die gründe in den allermeisten fällen nicht in der "untermännigkeit" deiner definition, sondern an inneren gründen. dazu muss der charakter nicht schlecht sein, sondern kann auch ganz einfach völlig verborgen bleiben, so dass es gar nicht zu einem gefallen kommen kann.


    ich sage übrigens nicht, dass diese inneren gründe einfacher zu ändern wären als irgendwelche äußeren (ich tendiere sogar zum gegenteil).

    Also liegt es deiner Meinung nach doch primär am Charakter?


    Schonmal darüber nachgedacht, dass Introvertiertheit auch Resultat der Untermännlichkeit sein kann? Wer jahrzehntelang gemobbt wird, dessen Charakter passt sich entsprechend an.


    Und abseits von der Verborgenheit des Charakters gibt es ja keinen schlechten.