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    Losertypen sind unmännliche Hässliche.

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    Es fällt aber auch auf, wenn man es mit anderen Szenarien sozialer Interaktion vergleicht, in denen keiner etwas mit Losertypen zu tun haben möchte und sie bestenfalls ignoriert werden.

    Puh, krass. Aber okay: deine subjektive Wahrnehmung und die sei dir vergönnt.


    Schade finde ich daran, dass es wohl kaum schubladiger geht und zwar in beide Richtungen.


    Du sagst nämlich, hässlich (- auch hier die Frage: wer macht denn fest, ob jemand nun hässlich ist oder grade noch die Kurve kriegt?) plus unmännlich (noch bescheuerter) ergibt Losertyp. Jo, aber was, wenn jemand, der optisch vielleicht nicht zu den 10% der Leute gehört, die von der breiten Masse in die Kategorie "unwiderstehlich gutaussehender Typ" gepackt wird und nicht über die klischeehaften Männlichkeitsattribute der Marke rassiger, südländischer Macho mit extrastarkem Bartwuchs und Twelvepack unter dem nach Testosteron riechendem Feinripp-Unterhemd verfügt, aber DENNOCH insgesamt und auf anderer Ebene ein total toller Hecht ist? Weil der vielleicht ne coole Art hat, oder viel drauf hat, einiges kann und weiß, geiler Humor, etc. pp. (Was weiß ich. Gibt ja im Leben eines Kerls nicht nur die Parameter Schönheit und Männlichkeit.) Ist der dann ein Losertyp? Bloß weil der halt nicht wie aus der Calvin Klein-Werbung daherkommt?


    Die andere Richtung: du unterstellst den Leuten, dass sie ihre Mitmenschen auf Grund von rein subjektiven äußeren Merkmalen ("hässlich", "unmännlich") ignorieren oder nichts mit ihnen zu tun haben wollen.


    Du hast echt wenig Vertrauen in das gesunde Urteilsvermögen anderer und ich fürchte, damit vermiest du dir in deinem Leben eine ganze Menge an potenziell sauguter Zwischenmenschlickeit.

    was ich mich bei J_B wirklich frage ist, woher diese aus jeder zeile triefende, tiefsitzende aggression gegenüber "losertypen" kommt.


    mal angenommen man folgt deinem weltbild, J_B: müsste dann nicht jeder normalo-mann und jeder "alpha" froh sein über jeden "losertyp"? nach dieser logik bedeutet doch jeder losertyp einen konkurrenten weniger um frauen, status, anerkennung.


    oder siehst du dich selbst, vielleicht auch nur unterbewusst, als einen "losertypen", und das ganze ist so ne art autoaggression? ":/


    ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es so ne art versuchte autosuggestion ist: indem man sich ständig über die vermeintlichen losertypen stellt und "nach unten" tritt, kann man sich einen status einreden, an den man tief im herzen eben nicht glaubt. also der versuch, ein mangelndes selbstbewusstsein durch das niedermachen vermeintlich schwächerer zu stärken.

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    Als Nebenbeispiel: Ich habe herausgefunden, dass Losertypen auffallend häufig von fremden Menschen auf der Straße nach Dingen gefragt werden: Kleingeld, Zigaretten, Wegbeschreibungen. Natürlich wird jeder mal irgendwie danach gefragt, aber "Männlein" eben sehr häufig.

    Die Bezeichnung "Loser Typ" ist natürlich problematisch, die Beobachtung im Zitat aber realistisch. Um den Weg zu fragen o.ä. spricht man natürlich lieber freundlich und "harmlos" aussehende Leute, als ein Typ vom Schlag Türsteher / Motorclub /--, von dem man befürchten muss, gleich eine auf der Fresse zu kriegen, an. Und die meisten Leute werden sogar eher eine 80-jährige nach dem Weg fragen als eine bildhübsche 25-jährige.

    Zunächst:

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    Jo, aber was, wenn jemand, der optisch vielleicht nicht zu den 10% der Leute gehört, die von der breiten Masse in die Kategorie "unwiderstehlich gutaussehender Typ" gepackt wird und nicht über die klischeehaften Männlichkeitsattribute der Marke rassiger, südländischer Macho mit extrastarkem Bartwuchs und Twelvepack unter dem nach Testosteron riechendem Feinripp-Unterhemd verfügt

    Damit beschreibst du die breite Masse des Durchschnitts. Nur weil man nicht gleich zu den Top 10% einer Kategorie gehört ist man doch nicht gleich direkt ganz unten. Nur (verhältnismäßig) sehr wenige Männer sind hässlich.

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    aber DENNOCH insgesamt und auf anderer Ebene ein total toller Hecht ist? Weil der vielleicht ne coole Art hat, oder viel drauf hat, einiges kann und weiß, geiler Humor, etc. pp. (Was weiß ich. Gibt ja im Leben eines Kerls nicht nur die Parameter Schönheit und Männlichkeit.) Ist der dann ein Losertyp? Bloß weil der halt nicht wie aus der Calvin Klein-Werbung daherkommt?

    Nein, ganz und gar nicht. Mit Losertyp meinte ich diesem Fall wirklich nur den rein äußerlichen Loser. Es gibt also quasi sehr viele "Losertypen" die keine (durch und durch) Loser sind. Andere Attribute erkennt man ja nicht zwangsläufig direkt auf einen Blick und genau darum ging es ja: Fremde Leute auf der Straße.

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    Die andere Richtung: du unterstellst den Leuten, dass sie ihre Mitmenschen auf Grund von rein subjektiven äußeren Merkmalen ("hässlich", "unmännlich") ignorieren oder nichts mit ihnen zu tun haben wollen.

    So sind die Menschen.

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    mal angenommen man folgt deinem weltbild, J_B: müsste dann nicht jeder normalo-mann und jeder "alpha" froh sein über jeden "losertyp"? nach dieser logik bedeutet doch jeder losertyp einen konkurrenten weniger um frauen, status, anerkennung.

    Richtig, sind sie ja auch. Das äußert sich aber natürlich nicht durch Freundlichkeit, sondern Dominanz. Dominanz, die in solchen Fällen besonders leicht auszuüben ist und somit einen schnellen einfachen Egoboost bringen.

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    oder siehst du dich selbst, vielleicht auch nur unterbewusst, als einen "losertypen", und das ganze ist so ne art autoaggression? ":/


    ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es so ne art versuchte autosuggestion ist: indem man sich ständig über die vermeintlichen losertypen stellt und "nach unten" tritt, kann man sich einen status einreden, an den man tief im herzen eben nicht glaubt. also der versuch, ein mangelndes selbstbewusstsein durch das niedermachen vermeintlich schwächerer zu stärken.

    Nein, ich habs halt nur mit der Zeit gelernt.

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    Mit Losertyp meinte ich diesem Fall wirklich nur den rein äußerlichen Loser. Es gibt also quasi sehr viele "Losertypen" die keine (durch und durch) Loser sind.

    Ahja. ":/

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    Ich habe herausgefunden, dass Losertypen auffallend häufig von fremden Menschen auf der Straße nach Dingen gefragt werden: Kleingeld, Zigaretten, Wegbeschreibungen. Natürlich wird jeder mal irgendwie danach gefragt, aber "Männlein" eben sehr häufig. Einfach weil die Fragenden Unterwürfigkeit vermuten und sich sicherer sind nicht auf Ablehnung zu stoßen.

    Kannst du dir eigentlich vorstellen, dass der vermeintliche, von dir so bezeichnete "Losertyp" auf andere womöglich einfach sympathisch wirkt und der Rest keine Rolle spielt?


    Siehe Erklärung von Konrad-qwertz:

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    Um den Weg zu fragen o.ä. spricht man natürlich lieber freundlich und "harmlos" aussehende Leute, als ein Typ vom Schlag Türsteher / Motorclub /--, von dem man befürchten muss, gleich eine auf der Fresse zu kriegen, an.

    Ist jetzt natürlich auch wieder ein Spiel mit Stereotypen und Extremen, das ist mir klar.


    Für mich hakt deine These u.a. vor allem an deiner Interpretation. Vielleicht entscheidet sich der Fragende für einen bestimmten Menschen, weil er sympathisch wirkt und zwar ganz unabhängig von Faktoren wie Schönheit/Hässlichkeit und Männlichkeit/Unmännlichkeit.


    Du allerdings interpretierst die Wahl negativ, allein deine Begriffe: "Losertyp", "Männlein", "Unterwürfigkeit".


    Kommt wahrscheinlich vor, aber es gibt auch andere Motive sich auf der Straße aus einer Vielzahl von Unbekannten einen rauszupicken und anzusprechen. Ganz unabhängig von Dominanz.

    Hey, wir sind doch alle Loser-Typen, die hier abends hinterm PC hocken und in ein Beziehungsforum posten. Echte Männer, sitzen in der Kneipe und trinken Bier, oder schlafen schon längst, keine Ahnung.


    Zu Loser, Alpha-Männchen und Aggression fiel mir gerade folgendes ein:


    "Das Verlorene werde ich suchen, das Vertriebene werde ich zurückbringen, das Verletzte werde ich verbinden, das Kranke werde ich kräftigen. Doch das Fette und Starke werde ich vertilgen."


    Oder anders gesagt: ich war auch mal ein echter Loser-Typ. Es macht mir aber immer noch Spaß die typische Machos eins auszuwischen. Nach unten treten liegt mir fern. Aber der Spruch war ja auch nicht auf mich bezogen.

    Diese Enteilung der Männerwelt in schwarz und weiß ist doch total albern. Das zeugt eigentlich nur von völliger Ahnunglosigkeit, was Frauen wirklich wollen.


    Mein Mann ist außergewöhnlich groß und gutaussehend, auch durchsetzungsstark, also ein astreiner "Alphamann", aber vom Wesen her ein totaler Familienmensch, dem nichts wichtiger ist als das Wohlergehen seiner Frau und seiner Kinder. Der kann über die Würstchen nur lachen, die glauben, mit einem bestimmten Gehabe irgendwen beeindrucken zu müssen.

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    Der kann über die Würstchen nur lachen, die glauben, mit einem bestimmten Gehabe irgendwen beeindrucken zu müssen.

    Vielleicht ist das aber das echte Verhalten eines Alpha-tieres.


    Kürzlich meinte jemand zu mir, dass den kompletten Verzicht auf Statussymbole bzw. statusorientiertes Benehmen, extrem einschüchternd wirke. War mir nie so bewusst, aber es ist wahrscheinlich etwas dran.

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    Mein Mann ist außergewöhnlich groß und gutaussehend, auch durchsetzungsstark, also ein astreiner "Alphamann"

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    Vielleicht ist das aber das echte Verhalten eines Alpha-tieres.


    Kürzlich meinte jemand zu mir, dass den kompletten Verzicht auf Statussymbole bzw. statusorientiertes Benehmen, extrem einschüchternd wirke. War mir nie so bewusst, aber es ist wahrscheinlich etwas dran.

    We Alphamann ist, kann doch sowieso tun und lassen, was er möchte.

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    Vielleicht ist das aber das echte Verhalten eines Alpha-tieres.


    Kürzlich meinte jemand zu mir, dass den kompletten Verzicht auf Statussymbole bzw. statusorientiertes Benehmen,

    Nun ja, wenn man einen gewissen Status hat, muss man ihn ja nicht verstecken. Wäre ja auch wieder albern.

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    Kürzlich meinte jemand zu mir, dass den kompletten Verzicht auf Statussymbole bzw. statusorientiertes Benehmen, extrem einschüchternd wirke.

    es wirkt in der regel wesentlich beeindruckender, statussymbole und statusorientiertes benehmen nicht demonstrativ zur schau zu stellen sondern nur subtil. man vergleiche einfach mal das verhalten von neureichen proleten, millionenschweren sportstars etc mit dem von leuten, die zu "old money" gehören.


    ich denke allerdings nicht, dass ein völliger verzicht auf statusorientiertes benehmen hilfreich wäre. je subtiler, desto besser, aber es sollte schon noch irgendwo vorhanden sein.


    allgemein passt zu dieser thematik sehr gut das nach wie vor aktuelle und lesenswerte "Die feinen Unterschiede" von Pierre Bourdieu. was dort vor allem in bezug auf kulturelle und habituelle vorlieben und ihren zusammenhang mit einer art moderner klassenzugehörigkeit steht, lässt sich weitestgehend auf den zusammenhang zwischen dem benehmen im menschlichen umgang und die positionierung in der sozialen hierarchie übertragen. mit dem hauptunterschied, dass die mobilität in der sozialen hierarchie (partnermarkt, freundeskreis, kollegenkreis) deutlich höher ist als in der sozioökonomischen.