Zukunftsplan - er zieht sich zurück

    Hallo zusammen,


    ich bin seit 4,5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir sprechen seit einiger Zeit über das Heiraten und Zusammenziehen. Bislang hat es mit dem zusammenwohnen aus beruflichen Gründen nicht geklappt.


    Nun arbeiten wir beide in derselben Stadt und ich habe wieder die beiden Themen angesprochen, zu Weihnachten und konkret letzten Sonntag auch wieder. Wir haben am Sonntag gestritten, ich habe ihm schon "die Pistole" auf die Brust gesetzt, indem ich sagte, wenn wir bald nicht die Themen angehen, sehe ich keine Zukunft für uns. Er sagte ja ja, wir machen das alles und er hätte wohl im März vorgehabt mir im Urlaub einen Antrag zu machen. Ich weiß nicht recht, ob ich das glauben soll. Er sagte, er wolle mir einen besonderen Antrag machen, Weihnachten oder Silvester wären nichts Besonderes gewesen.


    Wir lieben uns sehr, ich bin seine große Liebe, das sagt er immer wieder und ich liebe ihn auch sehr.


    Am Montag ging er zur Arbeit. Wir waren noch leicht mitgenommen vom Streit und haben uns verabschiedet. Er nahm mich aber liebevoll in den Arm. Es folgten kurze Nachrichten am Montag. Als ich ihn Dienstag anschrieb, wann wir uns sehen, schrieb er, er würde mich morgen anrufen, er habe gerade viel zu tun und ob es für mich OK sei. Am Tag darauf kam kein Anruf von ihm und meinen Anruf nahm er auch nicht entgegen. Nun ist es Samstag. Ich habe nicht mehr versucht, ihn zu kontaktieren.


    Ich muss zu ihm sagen, dass er sich immer Tage zurückzieht, wenn wir großen Streit haben. Ich gehe auf ihn zu. Und irgendwie vertragen wir uns. Er ist auch schnell verletzt. Leider sind seine Eltern auch gegen mich und er versucht alle zufrieden zu stellen. Dieses Mal habe ich auch meinen Stolz und werde ihn erstmal nicht mehr kontaktieren.


    Habt Ihr auch solche Erfahrungen gemacht? Ich weiß nicht so recht, wie ich seinen Rückzug deuten soll? Er braucht Bedenkzeit, er schließt oder hat mit mir abgeschlossen? Keine Ahnung, schön ist es nicht.


    Ich würde mich über Mitteilung von gleichen Erfahrungen und Tipps freuen.


    Ich danke Euch im Voraus.

  • 133 Antworten

    Du erzählst, dass er sich meist erst einmal zurück zieht, wenn ihr Streit habt und noch dazu, dass er gerade viel zu tun hat - daher würde ich nicht denken, dass er nun gedanklich die Trennung vorbereitet. Oder gibt es einen Grund, für diese Befürchtung?


    Dass du ihm nun erst einmal die Zeit lässt, die er braucht, halte ich für richtig. Es geht gerade ja auch um einen großen Schritt, mit dem er sich anscheinend nicht ganz so leicht tut.


    Was ich spontan dachte: Warum eigentlich gleich heiraten, wenn ihr noch nicht einmal zusammen gewohnt habt? Muss man das so zwingend verbinden, oder ist es vielleicht sinnvoller erst einmal einen Schritt nach dem anderen zu gehen?


    Sicher, ihr seid schon einige Zeit zusammen - trotzdem lernt man sich nochmal auf einer anderen Ebene kennen, wenn man zusammen wohnt. Vielleicht macht ihm das Sorgen?

    Wie alt seid ihr? Ist es denn wirklich so dringend heiraten zu müssen und warum machst Du dann nicht ihm einen Antrag?


    Ich würde auch vor einer Heirat mindestens drei Jahre Alltagstest im Zusammenleben anstreben, um sicher zus ein, Scheidungen sind ähnlch teuer wie die Hochzeit.


    Du kannst doch auch ohne Trauschein seine große Liebe sein. Was ist Dir so wichtig an einer Heirat, dass Du ihn deswegen sogar so begrängst?

    Vielen Dank MrsHide und Maerad für Eure Antworten.

    @ MrsHide:

    Der Gedanke, dass er an Trennung denkt, kommt bei mir daher, weil er vielleicht doch nicht heiraten möchte. Weil es doch ein großer Schritt ist...er zu viel Respekt davor hat...keine Ahnung, man macht sich 1000 Gedanken, was in ihm vorgehen könnte.


    Ich würde natürlich erst mit ihm zusammenziehen und dann das Thema Hochzeit angehen, aber schon relativ schnell. An WE oder sonst, wenn wir frei haben wohnen wir zusammen...

    @ Maerad:

    Wir sind beide 35 Jahre alt. Klar, können wir ohne Trauschein leben, aber ich finde es schöner verheiratet zu sein. Ich fühle mich mehr mit ihm verbunden. Eigentlich denkt er gleich und will auch heiraten...das hatten wir schon am Anfang besprochen bzw. unsere Vorstellungen waren einander schnell bekannt.

    Ok, aber irgendwas passt doch dann nicht, wenn er sich dem Thema entzieht. Vielleicht will er nicht und er hat Angst, dass Du ihn dann verlässt. Aber ich frage auch nochmal: Warum hast Du ihm keinen Antrag gemacht? Dann hätte er ja oder nein sagen können. Und wer sich nach einem klaren Antrag zurückzieht und nichts sagt, das ist wohl auch eher dann als nein zu werten.


    Du willst mit ihm zusammenziehen und dann so schnell wie möglich heiraten - das kann den Partner schonmal einengen gefühlsmäßig. Er will da vielleicht auch erstmal 2-3 Jahre schauen, ob das dauerhaft so funktioniert. Allerdings sollte er das dann auch äussern und Dich nicht ohne Antwort stehen lassen. @:)

    Wenn nach 4 1/2 Jahren Beziehung aus einer Diskussion über die Zukunft ein Streit entsteht, und sich ein Partner dann für Tage jeder Kommunikation entzieht, dann stimmt da etwas ganz und gar nicht.


    Ich weiss nicht, ob du auch einen Kinderwunsch hast. In diesem Fall solltest du dir tatsächlich überlegen wie du mit der Beziehung weiter umgehen möchtest. Überhaupt für alle Pläne, die kontinuität und Verlässlichkeit erfordern, würde ich mir das gut überlegen.


    Selbst wenn er keine Trennung möchte, so halte ich es dennoch für unwahrscheinlich das er dich heiraten und/oder mit dir zusammenziehen will.

    @ Maerad:

    Ich bin da traditionell. Ich finde es schöner, wenn der Mann den Antrag macht. Das mag jeder anders sehen...


    Klar, ist das viel Druck für ihn. Ich bin auch bereit, ihm zu sagen, dass wir es step by step angehen können...vielleicht war ich am Sonntag sehr fordernd und wollte alles aufeinmal...jetzt hat er sich zurückgezogen und ich will ihm auch nicht hinterher rennen...

    @ AufDerArbeit:

    klar, ich will Kinder und deshalb dränge ich auch ein bisschen. Man wird ja nicht jünger...und er will eigentlich auch Kinder...aber Männer können sich etwas mehr Zeit lassen...

    @ Alle:

    Wann würdet Ihr auf ihn zugehen oder soll ich überhaupt mich bei ihm melden?


    Danke Euch!

    Sprich mit ihm. Sag was du dir vorstellst und du kannst ihm auch im ruhigen Ton erklären, dass keine solche Mimose zu sein braucht. Mein Gott. Mit 35 solche Eiertänze zu veranstalten. Warum reden die Leute nicht mehr miteinander? ..und was ist mit den Männern passiert? Verletzte Heulsusen vor dem Herrn. Echt tragisch.

    Ich finde, dass man mit Mitte 30 und nach 4,5 Jahren Beziehung durchaus wissen kann/sollte, ob überhaupt und wie man sich die Zukunft mit jemanden vorstellt. Und auch jedem Mann wird klar sein, dass er zwar mit Kinderkriegen warten kann, aber die Frau nicht. Dass die Frau "drängt", weil sie eben nicht bis Mitte 40 mit dem Kinderkriegen warten kann, ist verständlich.


    Liebt man die Person ehrlich, will man das Leben mit einer Person verbringen (in der optimistischen Annahme natürlich, dass es bis ins hohe Alter geht), will man Kinder mit dieser Person? Welchen Grund gibt es dann nicht zu heiraten? Außer, wenn man ein ausgesprochener Gegner von Heirat und Ehe ist?


    Lass ihm erst einmal noch seinen eigenen Gedanken nachgehen und wenn er dafür noch ein paar Tage mehr braucht. Und dann könnt ihr vielleicht in Ruhe darüber reden, ohne dass es wieder in einem Streit endet.

    Aber viele Männer reagieren ja panikig, wenn es um Heirat geht. Als würden sie an Souveränität verlieren, sich versklaven oder sonst was, als könnte man es nie nie nie wieder rückgängig machen.


    Und dann fängt der besagte Eiertanz an: Ich liebe dich doch über alles, aber ich wollte, dass der Antrag ganz besonders wird etc. pp.

    Zitat

    ..und was ist mit den Männern passiert? Verletzte Heulsusen vor dem Herrn. Echt tragisch.

    Vermutlich eine Zunahme von Narzissmus, bedingt durch erhöhte individuelle Aufmerksamkeit durch Eltern (da weniger Kinder im Haushalt) und Internet (Facebook, Twitter, Instagram). So werden viele jüngere Menschen seit den letzten Jahrzehnten zunehmend in Europa, USA, Japan, Südkora, China, ... groß. Es fällt schwerer, ein Miteinander zu pflegen, da das "Ich" deutlich in den Vordergrund drängt.

    @ mari82

    Zitat

    Wann würdet Ihr auf ihn zugehen oder soll ich überhaupt mich bei ihm melden?

    Was wäre denn die Alternative? Schmollend auf ihn warten und sich ärgern, weil er nun mal an der Reihe ist?


    Ihr beiden wart vor wenigen Tagen noch ein Liebespaar, das die Zukunft miteinander geplant hat. Und dann kam es zu einer Situation, die euch eine Grenze aufgezeigt hat. es war eine Situation, mit der ihr nicht beide zugleich vernünftig umgehen konntet – ohne das jetzt zerpflücken zu wollen. Dein Partner hat dich also möglicherweise von einer Seite kennen gelernt, die ihm Angst macht und mit dieser Angst kann er nun nicht umgehen.


    Da ist die Lösung nicht das Abwarten. Die Lösung liegt in solchen Situationen immer nur im schrittweise aufeinander zu gehen und im Eingeständnis einen Fehler gemacht zu haben. Es sei denn, du bist der Meinung, keinen Fehler gemacht zu haben und er sei jetzt nun mal dran mit dem Sich-Melden. Das glaube ich aber nicht.

    Zitat

    Wir haben am Sonntag gestritten, ich habe ihm schon "die Pistole" auf die Brust gesetzt, indem ich sagte, wenn wir bald nicht die Themen angehen, sehe ich keine Zukunft für uns.

    Das war eine Drohung, eine Wenn-Dann-Bedingung. Die schaffen Klarheit, man übt aber auch sofort Macht über den Partner aus. Das zeigst du ja durch die "Pistolen-Metapher". Er muss sich dieser Bedingung unterordnen, sonst droht die Trennung. Das ist nicht sonderlich liebevoll und geschickt ist es auch nicht. Auch die Ansicht: "Du musst den Antrag stellen, sonst heirate ich nicht!" setzt ihn unter Druck. Und ebenso die Tatsache, dass für dich Zusammenziehen nur in der Kombination zur Hochzeitsplanung in Frage kommt ist Druck.


    Ich fürchte also, dein Partner fühlt sich unterlegen und das erzeugt bei ihm Ängste in Sachen Zukunftsplanung. Seine Ängste solltest du ernst nehmen und außerdem darauf hin arbeiten, wieder echt auf Augenhöhe zu kommen.

    Zitat

    Er sagte ja ja, wir machen das alles und er hätte wohl im März vorgehabt mir im Urlaub einen Antrag zu machen. Ich weiß nicht recht, ob ich das glauben soll.

    Wenn du sogar anfängst, seine Aussagen anzuzweifeln und ihm Lügen oder Ausreden unterstellst, wird die Beziehung immer unausgewogener. Da müsst ihr erst mal wieder raus finden.

    Zitat

    Ich muss zu ihm sagen, dass er sich immer Tage zurückzieht, wenn wir großen Streit haben. Ich gehe auf ihn zu. Und irgendwie vertragen wir uns. Er ist auch schnell verletzt. Leider sind seine Eltern auch gegen mich und er versucht alle zufrieden zu stellen. Dieses Mal habe ich auch meinen Stolz und werde ihn erstmal nicht mehr kontaktieren.

    Ich halte den Zeitpunkt "auch meinen Stolz zu haben" für sehr ungünstig und fürchte, ihr fahrt da gerade was vor die Wand. Dein Partner ist aus anderem Holz geschnitzt als du. Er verdrängt (meldet sich einfach nicht trotz Absichtserklärung), ist harmoniebedürftig (Eltern), ist wenig selbstsicher (schnell verletzt). Er ist also sensibel, inkonsequent und ängstlich – um es mal kurz auf den Punkt zu bringen. Mit diesen Eigenschaften muss man sich abfinden, sie gehören zu ihm und es ist weder dein Recht noch deine Aufgabe, sie ihm durch Wenn-Dann-Bedingungen abzuerziehen. Du kannst natürlich beschließen, ihn dann nicht mehr als Partner zu wollen, aber damit nimmst du dir deine große Liebe, wie du an andere Stelle schreibst.


    Wenn du ihn aber liebst und als Lebenspartner möchtest, ist es deine Aufgabe, diese negativen Anteile von ihm zu akzeptieren. Man kann immer nur den ganzen Menschen lieben oder gar nicht. "Es stört mich, dass du…" ist eine sinnvolle Formulierung, aber "Wenn du das nicht tust oder änderst, trenne ich mich!" ist Pistolengehabe und hat mit Liebe nichts zu tun.


    Ich würde an deiner Stelle Kontakt aufnehmen, ihm sagen, dass du ihn liebst und nicht verlieren möchtest, das Bedauern äußern, zu hart reagiert zu haben und ein Treffen planen, bei dem dann wirklich auf Augenhöhe ohne Drohungen offen miteinander gesprochen werden kann.


    Dieses Treffen kann schlimmstenfalls euer letztes Treffen werden, das ist dir sicher klar, wenn du die Trennung als Drohung in den Raum gestellt hattest. Es kann aber auch eine Grundlage für eine konkrete und bessere Lebensplanung werden, wenn jeder dem anderen seinen eigenen Standpunkt lässt.


    Abgesehen davon halte ich ein Zusammenziehen ohne "Heiratsbedingung" für unerlässlich. Sonst muss er sich ja völlig unter Druck fühlen. Und Druck zerstört jede Liebe.


    Ich hoffe ihr schafft das. Die Chance habt ihr nach meiner Meinung noch.

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    @ Oldie49:

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar! Klar, ich habe schon ein schlechtes Gewissen. Ich hätte ihm vielleicht nicht so hart die Pistole auf die Brust setzen sollen, aber ich bin etwas enttäuscht, denn wir reden schon seit längerem (Jahre) übers Zusammenziehen und dann auch Heiraten, wenn es soweit ist, macht er einen Rückzieher. Deshalb wurde ich so fordernd und konkret...und habe wohl auch gedroht.


    Er tut sich generell schwer mit Entscheidungen...geht oft vom schlimmsten aus und hat Angst vor den Konsequenzen von Entscheidungen...


    Ich denke, ich werde ihn bald kontaktieren und erklären, wie ich was meinte...

    Zitat

    Klar, ich habe schon ein schlechtes Gewissen. Ich hätte ihm vielleicht nicht so hart die Pistole auf die Brust setzen sollen, aber ich bin etwas enttäuscht, denn wir reden schon seit längerem (Jahre) übers Zusammenziehen und dann auch Heiraten, wenn es soweit ist, macht er einen Rückzieher. Deshalb wurde ich so fordernd und konkret...und habe wohl auch gedroht.

    Dass den meisten Menschen irgendwann die emotionale Kontrolle entgleiten kann, wenn man mit wichtigen Themen allein gelassen wird, scheint verständlich. Eine Drohung ist hier sicher nicht so ganz förderlich. Dennoch entwickelt sich nichts weiter, wenn etwas nur so vor sich hin schwelgt ohne konkrete Termine und verbindliche Zusagen.

    Zitat

    Er tut sich generell schwer mit Entscheidungen...geht oft vom schlimmsten aus und hat Angst vor den Konsequenzen von Entscheidungen...

    Hier sollte Du Dir die konkrete Frage stellen, ob Du damit langfristig gut klar kommst, wenn Dein Partner vor festen Zielen und Plänen öfter in die "Angst starre" verfällt und erst einmal abtaucht. Es könnte bedeuten, dass es auch später oft an Dir "hängenbleibt" die wesentlichen Schritte für Entscheidungen in die Hand zunehmen, weil Dein Partner zu wenig motiviert ist. Ein Mensch, der von Haus aus eher pessimistisch eingestellt ist, kann viel positive Energie "auffressen", die zum Handeln fehlt, wenn alles ewig und langandauernd diskutiert werden muss, bevor etwas aktiv angepackt und umgesetzt wird.

    Zitat

    Ich denke, ich werde ihn bald kontaktieren und erklären, wie ich was meinte...

    Ruder dabei nicht zu sehr zurück, wenn er nicht signalisiert, dass er mit seinen Plänen mit Dir auf einer Linie ist. Es könnte bedeuten, dass er sich darauf ausruht und hofft, zeitlich noch weiter "schwimmen" zu können.

    @ Oldie49:

    ...vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass ich ihn unter Druck setze und Bedingungen stelle. Aber wir reden schon so lang davon und wenn es soweit ist, dann macht er einen Rückzieher und das enttäuscht mich...und ich will immer noch eine Familie...das geht ohne Heiraten, aber ohne zusammen wohnen, ist es schwierig ;-)


    Wenn wir sprechen, werde ich ihm sagen, dass ich nicht drohen wollte...

    Okay Mari,


    dein "schlechtes Gewissen" ist nur ein Symptom für "Schuldgefühle". Die brauchst du in dem Moment nicht mehr zu haben, wo du alles tust, damit ihr als Paar aus dieser verfahrenen Situation heraus kommt. Würde es aber jetzt tatsächlich schon zur Trennung kommen, dann blieben dir diese Schuldgefühle schlimmstenfalls lange erhalten. Das müsste man sich dann ggf. noch mal anschauen.

    Zitat

    Ich hätte ihm vielleicht nicht so hart die Pistole auf die Brust setzen sollen, aber ich bin etwas enttäuscht, denn wir reden schon seit längerem (Jahre) übers Zusammenziehen und dann auch Heiraten, wenn es soweit ist, macht er einen Rückzieher.

    Das kann ich so nicht einschätzen und beurteilen. Es geht dabei ja um Ängste deines Partners. Und die verschwinden nicht durch Drohungen, sondern werden da eher größer.

    Zitat

    Deshalb wurde ich so fordernd und konkret...und habe wohl auch gedroht.

    Du kannst ihm sagen oder schreiben, dass du das bedauerst. Das macht es nicht ungeschehen, verschiebt aber das Machtverhältnis wieder.

    Zitat

    Er tut sich generell schwer mit Entscheidungen...geht oft vom schlimmsten aus und hat Angst vor den Konsequenzen von Entscheidungen...

    Es ist nicht angenehm, einen solchen Partner zu haben und ich kenne etliche Beziehungen, in denen es ähnlich ist. Aber dieses Verhalten hat er ja über 30 Jahre lang erlernt und es hat Gründe. Die sind nicht einfach verschwunden, weil es dich nervt, dass er so ist. Das meinte ich damit, dass es nicht dein Recht ist, ihn ändern zu wollen. Wenn du ihn liebst, wirst du diese Anteile akzeptieren und integrieren müssen. Wenn das aber zur Trennung führt, dann ist das eben so und ihr werdet beide damit leben müssen.

    Zitat

    Ich denke, ich werde ihn bald kontaktieren und erklären, wie ich was meinte.

    Klingt gut!

    Zitat

    Klar, ich habe schon ein schlechtes Gewissen. Ich hätte ihm vielleicht nicht so hart die Pistole auf die Brust setzen sollen, aber ich bin etwas enttäuscht, denn wir reden schon seit längerem (Jahre) übers Zusammenziehen und dann auch Heiraten, wenn es soweit ist, macht er einen Rückzieher. Deshalb wurde ich so fordernd und konkret...und habe wohl auch gedroht.

    Ich finde du hast das ganz richtig gemacht und solltest kein schlechtes Gewissen haben. Meine Güte, du bist in einem Alter, in dem die Fruchtbarkeit langsam nachlässt und viele Risiken langsam zunehmen. Das mögen manche hier als eine lächerliche Torschlusspanik abtun und darüber spotten, das ändert aber nichts daran dass es ein biologischer Fakt ist. Deine eventuell vergangene Fruchtbarkeit bringt dir später niemand mehr zurück, von daher hast du ein Recht auf Klarheit und zwar jetzt! Du kannst ihm ruhig die Pistole auf die Brust setzen, bei manchen Männern geht es nicht anders.


    Und ich weiß sehr genau wovon ich spreche, da ich in genau der selben Situation war.