Ich hatte befürchtet, das es auch um einen Kinderwunsch geht.


    Daher finde ich, du hast es schon richtig gemacht mit dem "Ultimatium". Nach 4 1/2 Jahren und mit 35 muss man mal klare Worte über die Zukunft verlieren dürfen. Hat der Mann dann ab, war er sowiso nicht der richtige. Du hast ja nicht nach 4 Wochen Druck gemacht, sondern nach 4 1/2 Jahren. Da sollte man schon wissen, wo die Beziehung hingeht.


    In meinen Bekanntenkreis hat eine sehr gute Freundin damit viel zu lange gewartet. Immer um das Thema herumlaviert. Blos keinen Druck aufbauen. Als Sie 40 war hat er sich dann getrennt, weil er eine andere kennen gelernt hat, die jünger war. Und mit der hat er heute ein Kind. Meine Bekannte bleibt Kinderlos für den Rest ihres Lebens, sie hat ihre Chance aus biologischen Gründen verpasst.


    Nach so einer langen Beziehung und unter Anbetracht der biologischen Uhr sind hier deutliche Worte angebracht. Und kommt der Mann damit dann nicht klar, will er das nicht. Kinder machen manchen Mann viel mehr Angst als Heirat.

    Zitat

    In meinen Bekanntenkreis hat eine sehr gute Freundin damit viel zu lange gewartet. Immer um das Thema herumlaviert. Blos keinen Druck aufbauen.

    Wobei es sicher einen gewissen Spielraum zwischen "nichts tun und das Thema meiden" und "sofort mit Trennung drohen" gibt ;-)


    Und auch mit Mitte 30 ist es sicher sinnvoll, einen Schritt nach dem anderen zu gehen - das Zusammenziehen wurde ja aus beruflichen Gründen aufgeschoben.

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    Nach so einer langen Beziehung und unter Anbetracht der biologischen Uhr sind hier deutliche Worte angebracht.

    Aha und warum redet sie dann vom Heiraten und nicht vom Kinderkriegen?


    Ich würde jedem dazu raten, erstmal mit der Person zusammen zu wohnen bevor man weitere Schritte plant. Und wenn man es in 4,5 Jahren nicht schafft zusammen zu ziehen, sollte man nicht deprimiert sein, wenn es nicht sofort die Heirat und das Kind als Einzugsgeschenk dazu gibt.


    Und entschuldige, aber das Wochenende zusammen zu verbringen ist nicht "am Wochenende zusammen wohnen".

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    Aha und warum redet sie dann vom Heiraten und nicht vom Kinderkriegen?

    Weil manche Leute doch gerne ZUERST heiraten und DANN Kinder kriegen wollen. Daran ist auch nichts verkehrt.


    Aber klar, Zusammenziehen wäre schon ratsam, bevor man weitere Schritte geht.

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    Zu der Frage bzgl. seiner Eltern: sie sind streng neuapostolisch. Sie mögen mich, aber sie wollen eine Frau mit derselben Religion für ihn. Das ist meinem Freund überhaupt nicht wichtig.

    Danke für die Offenheit. Hat sich dein Freund denn klar gegenüber seinen Eltern positioniert? Also dass er dennoch eine Zukunft mit dir plant? Hat er ein enges Verhältnis zu seinen Eltern?


    Mir geht es bei den Fragen nur darum, wie sehr sein Verhältnis zu seinen Eltern seine Entscheidung beeinflussen könnte, Nägel mit Köpfen zu machen.

    Marie hat geschrieben das sie seit Jahren über das Zusammenziehen reden. Bisher gab es die Gelegenheit nicht - ok. Nun gibt es die Gelegenheit, und er will immer noch nicht.


    Da ist doch was faul, also sind klare Worte angebracht. Und ja, wenn der Kinderwunsch besteht, auch mal deutlicher.


    Wäre das Thema neu, wäre es etwas ganz anderes gewesen. Aber wenn man nach einem Jahr oder mehr bei einem Thema nicht weiter kommt, muss man es entweder abhaken (keine Heirat, keine gemeinsame Wochnung, keine Kinder) oder kämpfen. Und zum Kämpfen gehört auch mal eine "unbequeme" Position zu beziehen: du ziehst mit, oder ich gehe.


    Man kann natürlich alternativ weiter 5 Jahre diskutieren... dann hat sich das Thema Kinder erledigt. Praktisch für den Mann. Aber eine denkbar schlechte Lösung für Marie.

    Und ohne jetzt zu wissen, welche Worte sie gewählt hat, aber was ist daran "Pistole auf die Brust setzen", wenn man sagt:


    Du, ich liebe dich über alles und kann mir eine Zukunft mir dir vorstellen. Wir sind jetzt 4,5 Jahre zusammen. Heiraten ist mir wichtig und ich möchte bald schon auch Kinder bekommen. Wenn du diese zwei Dinge in naher Zukunft nicht anstrebst, Heiraten und Kinder, dann muss ich überdenken, ob ich damit leben kann.

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    Weil manche Leute doch gerne ZUERST heiraten und DANN Kinder kriegen wollen.

    Völlig legitimer Wunsch. Aber dann sollte man das auch so kommunizieren. Ist die Frage, ob Marie das ausreichend kommuniziert und was der Freund davon gehalten hat.

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    Nun gibt es die Gelegenheit, und er will immer noch nicht.

    Ja, weil sie gesagt hat: Zusammenziehen und Heiraten JETZT, sonst war es das!!! Und diesmal komme ich nicht angekrochen!


    Und der doofe Mann will einfach nicht. Der muss Bindungsängste haben.

    Um das beurteilen zu müssen, müßten wir wissen wie lange sie nun schon in der gleichen Stadt wohnen.

    @ Mari82:

    Wie lange wohnt ihr denn nun zusammen in der Stadt, so das ein Zusammenzug möglich wäre?

    Mit Mitte 30 ist es ein anderes Zeitfenster als mit Anfang oder Mitte 20. Zudem mag nicht jeder Mensch Kinder erst mit Hängen und Würgen, unter ungewissen Risiken bekommen. So gesehen, ist das Ziel, nach längeren Diskussionen den Reden Taten folgen zu lassen als konkreter Wunsch verständlich.


    Ein Mann, der dann immer noch herum laviert und das Thema verschiebt in eine ferne Zukunft, der weiß entweder nicht genau was er will oder er weiß es und redet darüber nicht offen/ehrlich mit der Partnerin.


    Es geht ja nicht nur um das Ja, ich will, sondern auch um die gemeinsamen Vorstellungen, wie es für beide gelebt werden soll. Es hat sich hier im Forum nicht nur einmal gezeigt, wie sehr Vorstellungen voneinander abweichen können, wenn eine Schwangerschaft unter ungünstigen Vorbindungen eingetreten ist.


    Schon deswegen sollten die beiden die Karten offen auf den Tisch legen, was für die nächste Zukunft vorstellbar ist und was nicht. Erquängeln würde ich mir das allerdings nicht Schritt für Schritt. Von einem erwachsenen gestandenen Mann kann erwartet werden, dass er sich Gedanken gemacht hat, wenn er die Pläne seiner Partnerin kennt.

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    Und der doofe Mann will einfach nicht. Der muss Bindungsängste haben.

    Naja, ich finde schon, dass es ein Unterschied macht ob man zunächst sagt "Ich weiß noch nicht was ich will, lass es auf uns zukommen" oder "ich strebe schon Zusammenleben und Familie gründen an" oder "Ich möchte eigentlich nicht heiraten/ keine Familie".


    Hier war es offenbar so:

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    Eigentlich denkt er gleich und will auch heiraten...das hatten wir schon am Anfang besprochen bzw. unsere Vorstellungen waren einander schnell bekannt.

    Ich zB würde weder heiraten noch zusammenziehen wollen und Kinder schon gar nicht, aber seit ich mich selber durch Herumeiern in jungen Jahren in eine echt blöde Situation gebracht habe, wissen meine Freunde das von Anfang an. Es würde mich nach etlichen Jahren auch irritieren, wenn die Beziehung gut läuft (?), von Anfang an das gleiche Lebensmodell (konservativ) für gut befunden wurde, und dann so ein Drumrumgerede anfängt a la "Ich wollte dir ja einen Antrag machen, aber Weihnachten passte es nicht, zu Silvester passte es nicht, Geburtstag passt auch nicht, usw" Soll er halt ne klare Ansage machen, dass dieses konservative Zeugs halt doch nicht so sein Ding ist. Natürlich kann es sein dass sie sich dann trennt, aber das würde ich in Kauf nehmen.

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    Schon deswegen sollten die beiden die Karten offen auf den Tisch legen, was für die nächste Zukunft vorstellbar ist und was nicht.

    Das wird der Weg sein. In Ruhe und ohne Vorwürfe.

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    Von einem erwachsenen gestandenen Mann kann erwartet werden, dass er sich Gedanken gemacht hat, wenn er die Pläne seiner Partnerin kennt.

    Das finde ich auch.


    Es ist natürlich bitter, wenn die Vorstellungen doch zu sehr auseinander gehen. Da muss jeder für sich entscheiden, wie er damit leben kann und ob eine Trennung nicht doch das Beste wäre.