Zum Freund ziehen - wie Kosten aufteilen?

    Hallo,


    ich bräuchte da mal ein paar Ratschläge von euch, um meine Gedanken zu sortieren.


    Ich bin jetzt seit gut einem Jahr mit meinem Freund (er 36, ich 32) zusammen und wir möchten zusammenziehen. Eigentlich ganz einfach, geteilte Miete, geteilte Nebenkosten, geteilte Haushaltskosten. Wäre da nicht dieses (Luxus-) Problem, dass er bereits ein eigenes Haus hat, was er noch abbezahlt. Das Ziel ist es natürlich, dass es gerecht wird und beide einen Vorteil daraus ziehen.


    Wenn wir die Kosten aufteilen, dann würde ich ja sein Haus mit abbezahlen, ohne im Fall einer Trennung etwas davon zu haben. Andererseits wäre das Geld auch weg, wenn ich weiter zur Miete wohne. Also muss irgendwie eine gerechte Aufteilung her.


    Sein Vorschlag war, dass wir die Nebenkosten teilen und ich die Einkäufe übernehme. Aber das gefällt mir nicht so gut, weil es so unkalkulierbar ist, wie hoch die Summe ist. Ein fester Betrag ist mir da lieber. Außerdem besteht die "Gefahr", ihm (vielleicht unterbewusst) bestimmte Dinge nicht zu "gönnen", weil ich die dann bezahlen muss. Bisher gab es da noch keine Probleme, aber man muss ja auch weiter denken.


    Eine Kollegin meinte heute, dass wir auch meine dann erhöhten Fahrtkosten zur Arbeit mit einrechnen sollten. Ich habe es zur Zeit 2 km zur Arbeit, nach dem Umzug wären es 30 km mehr. Würde das für euch eine Rolle spielen? Man bekommt doch dann bei der Steuererklärung mehr raus, oder macht das nicht so viel aus?


    Was wäre für euch eine gerechte Aufteilung?


    Vielen Dank schon mal für eure Antworten, weitere Fragen gerne stellen.

  • 114 Antworten

    Nebenkosten du allein, Einkäufe teilen? Dann bestünde zumindest das Problem nicht, dass du ihm evtl unbewusst etwas nicht gönnst. Wir haben hier einen Haushalts-Geldbeutel eingerichtet. Am Anfang des Monats zahlt jeder 150€ ein. Allerdings kamen wir bisher nie damit aus ;-D Der letzte Einkauf des Monats wird dann von einem noch so bezahlt. Mein Freund hat jetzt aber seit März 50€ mehr einbezahlt, weil er es selbst ungerecht fand, dass ich seinen Fleisch/Wurst und hohen Milchkonsum mitzahle. Aber das hat mir ehrlich nichts ausgemacht. Wir bezahlen von unserem Haushaltsgeld: Einkäufe im Supermarkt, Katzenfutter etc, Tanken (fahren zusammen zur Arbeit) und was sonst so anfällt.

    Wie hoch sind denn die Nebenkosten? Und wie hoch war Deine bisherige Miete? Ich würde das davon abhängig machen, ob ich mir die Summe gut leisten kann. Ich war aber auch nie ein Freund davon, alles bis auf Heller und Pfennig aufzuteilen.


    Und so in etwa wirst Du doch wissen, was Ihr an Einkäufen ausgebt. Nachverhandeln kann man doch auch immer noch.

    ":/


    wie wäre es denn, wenn nebenkosten & einkäufe geteilt werden und du einen betrag XX pro monat auf ein sparkonto packst? davon könnte dann entweder unvorhergesehes / ein urlaub / irgendwann (wenn ihr dann zusammen in rente geht) eine größere abzahlung fürs haus geleistet werden?

    Ich finde diese Geld-Diskussionen immer sehr erstaunlich. Aber gut.


    Ich persönlich würde es gar nicht so sehen, daß ich sein Haus abzahle. Sondern quasi eine Art Mietezahle, wenn ich weiter alleine leben würde, müßte ich die ja auch zahlen. Daß er damit eben vielleicht teilweise seinen Kredit bezahlt (und nicht nur die Zinsen, das ist dann eben ein Nebeneffekt, der mir aber ehrlich gesagt egal wäre.


    Mir persönlich wäre nur die ganze Aufrechnerei, die viele betreiben, viel zu aufwendig. Allerdings wurde es uns von unseren Eltern auch anders vorgelebt und zweitens haben wir den Vorteil, daß wir uns alles eh zu zweit aufgebaut haben. Auch zu den kinderlosen Zeiten haben wir letztlich alles zusammengeworfen. Lange war unsere Vereinbarung, daß jeder denselben Betrag zur freien Verfügung hat und der Rest der beiden Gehälter in den Haushaltstopf fließt. Daraus wurde aber eben alles Gemeinsame bezahlt, Urlaube, Weggehen, Haushalt, Sparen für Haus oder andere Dinge. Fanden wir beide fair.

    Er wird für das Haus ja keine 4000€ im Monat abbezahlen, oder? Meist ist es doch ein Mietähnlicher Betrag. Dieser dürfte doch nun auch wieder - bei Halbierung - kleiner sein als deine aktuelle Mieter, richtig?


    Dann passt das doch. Ansonsten einfach noch prozentual die Einkommenunterschiede mit einrechnen.

    Dazu gibt es ja hier gerade einen ähnlichen Faden.


    Ihr könntet überlegen, was ihr eigentlich an Miete für das Haus zahlen müsstet und davon halbe/halbe rechnen. Mit dem Rest ebenso.


    Ich habe mit meinem Mann ein Konto, auf das jeder im Monat einen Betrag einzahlt. Davon geht dann Miete, Nebenkosten, Versicherungen und Sprit ab. Das was dann davon übrig bleibt, wird gespart für größere Neuanschaffungen oder wir stecken es in unseren Urlaub. Steuererstattungen kommen auch auf das Konto. Beim Einkauf bezahlen wir abwechselnd, wobei wir da keine Strichliste führen.


    Klamotten, persönlicher Luxus etc. bezahlt dann jeder für sich.

    Bei uns ist es ähnlich, ich bin letztes Jahr in das Haus meines Freundes gezogen (welches er auch noch abbezahlt).


    Da er aber 2-3 mal soviel verdient wie ich, zahle ich monatlich nur einen Festbetrag an ihn. Das deckt ca. 50% der Nebenkosten.


    Geld für essen usw zahlen wir 50:50. Jeder holt am 1. den gleichen Betrag und steckt ihn in die Spardose zum einkaufen. Wieviel wir da brauchen, haben wir im ersten Monat ausgetestet und da nochmal etwas draufgeschlagen. Kommen damit auch super zurecht und meist bleibt etwas über.


    Ich zahle, zu dem betrag an ihn, nur mein Handy und meine Versicherung und halt Fahrtkosten zur Arbeit.


    An den monatlichen raten vom Haus würde ich mich so oder so nicht beteiligen, es ist ja seins. Die Nebenkosten (Strom, Gas, Wasser usw) gehen auch von seinem Konto ab.


    Er wollte anfangs gar kein Geld von mir, dies war mir aber unangenehm. Immerhin wohne ich hier, nutze die Dusche, verbrauche Strom usw. Die kosten steigen bei zwei Leuten ja auch wieder (er hat vorher fast 4 Jahre alleine im Haus gelebt).

    Ellagant

    Zitat

    Am Anfang des Monats zahlt jeder 150€ ein. Allerdings kamen wir bisher nie damit aus

    Meine Kollegin meinte, ich müsste so mit 500 - 600 € rechnen. :-o Aber das kann ich mir nicht vorstellen. Haushaltsbuch hab ich auch schon ein paar Mal versucht zu führen, aber nach kurzer Zeit wird mir das zu lästig. |-o

    Schmidti

    Zitat

    Wie hoch sind denn die Nebenkosten? Und wie hoch war Deine bisherige Miete?

    Er hat was von ca. 190 € gesagt. Ich zahle im Moment 335 € kalt + 165 € Nebenkosten + 10 € Parkplatz.

    hummel

    Ja, kann man drüber nachdenken.

    Schokoladensüchtige

    Zitat

    Ich finde diese Geld-Diskussionen immer sehr erstaunlich. Aber gut.

    Aber ohne darüber zu reden, gehts doch auch nicht? ":/

    Verhueter / Rhelia

    Zitat

    Meist ist es doch ein Mietähnlicher Betrag. Dieser dürfte doch nun auch wieder - bei Halbierung - kleiner sein als deine aktuelle Mieter, richtig?

    Nein, da würde ich draufzahlen. Das Haus ist zwar schätzungsweise etwa doppelt so groß wie meine Wohnung, liegt aber auch schon (fast?) im Speckgürtel einer der teuersten Städte Deutschlands.

    kruemel

    Danke auch dir. Das klingt ja tatsächlich ziemlich ähnlich.

    Versteh jemand die jungen Paare...


    Wenn ich mein Leben mit jemanden teilen will, dann mache ich das.


    Und rechne doch nicht schon von Anfang an, wer welchen Vorteil draußen ziehen könnte und was ich meinem Partner nicht gönne.


    Du zahlst doch jetzt auch Miete und das an eine fremde Person.

    Wie wärs damit: Ihr nehmt seine bisherigen monatlichen Wohnkosten (ungefähr, inkl Nebenkosten) und deine bisherigen monatlichen Wohnkosten (same). Das setzt ihr in ein Verhältnis, zB 3:2. Dann nehmt ihr die aktuellen Wohnkosten, mit den erhöhten Verbrauchskosten und deinen nun erhöhten Fahrtkosten und teilt das ganze wieder im gleichen Verhältnis auf (ok, seine Fahrtkosten eigentlich auch, davon hattest du noch nix gesagt). Was kommt dann raus?


    Alternativ nimmst du deine 500Euro der bisherigen Miete, ziehst deine Fahrtkosten ab und dann schaut ihr, wie viel du ihm noch geben musst, damit ihr im Verhältnis beide gleichviel spart.

    Ich fände es hängt nicht zuletzt davon ab, wie man selbst zum Thema Miete vs. Eigentum steht.


    Wenn man selbst immer nur zur Miete wohnen wollen würde, dann leuchtet es mir eher ein, dass man bereit ist, auch dem Partner Miete zu zahlen. Ganz anders wenn man eigentlich Wohneigentum anstrebt. Dann würde man sich ohne den Partner mit dem schon vorhandenem Wohnraum ja vermutlich selbst etwas kaufen und eben NICHT Miete zahlen. Man würde dann selbst Vermögen aufbauen.


    Wenn letzteres der Fall ist, würde ich keine Miete zahlen. Und die Lebensmittel komplett zu zahlen wäre ja auch quasi eine Miete durch die Hintertür!


    Sein Haus, seine Rückzahlungsverpflichtung. Durch die Teilung der Nebenkosten und der Lebensmittelkosten profitiert er ja ohnehin schon gegenüber der Situation, dass er alleinstehend wäre.


    Die höheren Fahrtkosten sind dann etwas, das du im Gegenzug in Kauf nimmst.


    Außerdem sehe ich es nicht als selbstverständlich an, dass man überhaupt bereit ist ZU jemandem in SEINE Wohnung zu ziehen. ??Insbesondere falls diese Immobilie womöglich mit einer Ex ausgesucht und bewohnt wurde.??

    Zitat

    Wenn wir die Kosten aufteilen, dann würde ich ja sein Haus mit abbezahlen, ohne im Fall einer Trennung etwas davon zu haben. Andererseits wäre das Geld auch weg, wenn ich weiter zur Miete wohne. Also muss irgendwie eine gerechte Aufteilung her. (...) Ich habe es zur Zeit 2 km zur Arbeit, nach dem Umzug wären es 30 km mehr. Würde das für euch eine Rolle spielen? Man bekommt doch dann bei der Steuererklärung mehr raus, oder macht das nicht so viel aus?

    Die einfache Antwort zuerst: Die höheren Fahrtkosten kannst Du als Werbungskosten in der Jahressteuererklärung angeben. Diese wirken sich in Höhe Deines perönlichen Steuersatzes aus. Dieser richtet sich wiederum nach der Höhe Deines Einkommens. Je höher das ist, desto höher ist auch Dein Steuersatz. Wenn Du "normal" verdienst, rechne mal ungefähr damit, dass Du so 27-30% Deiner Fahrtkosten durch die Steuerrückzahlung erstattet erhältst.




    Wenn ihr die Kosten aufteilt, bezahltst Du mMn nicht sein Haus mit ab, sondern leistest Deinen Beitrag zu eurem gemeinsamen Leben. Je nach Einkommensverhältnissen kann der jeweilige Betrag sicherlich variieren, es läge aber zumindest nach meiner Ansicht nicht im Sinne einer gleichberechtigten Beziehung, sich hier zu drücken. Wenn ihr zusammenbleibt und heiratet, erbst Du das Haus vielleicht sogar mal, falls die Beziehung nicht hält o.ä., greift das Argument, dass Du auch woanders hättest Miete zahlen müssen. Außerdem hast Du bei einer finanziellen Beteiligung gute Argumente, das Haus auch nach Deinen Wünschen mitzugestalten.


    Dass Nebenkosten und Einkäufe geteilt werden, vielleicht auch ein wenig abhängig von der jeweiligen finanziellen Leistungsfähigkeit, halte ich ohnehin für selbstverständlich.