Zusammenziehen - Ängste, Zweifel beseitigen. Nur wie?

    Hallo zusammen,


    mein Partner und ich führen seit 2,5 Jahren eine (meistens) sehr harmonische Beziehung. Seit einigen Monaten reden wir immer öfter übers Zusammenziehen, dabei hab ich das Gefühl, dass der Druck auf mich immer etwas größer wird. Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie fix mit einem Partner zusammengewohnt habe, da es sich in vergangenen Beziehungen nie wirklich ergeben hat und das auch für beide ok war.


    Ich habe mir vor 10 Jahren eine schöne Eigentumswohnung gekauft, in der ich mich sehr wohl fühle. Alles ist genau nach meinen Wünschen und Vorstellungen eingerichtet, meine Freunde, Familie wohnen in meiner Nähe, meine Arbeitsstelle ist sehr nah und perfekt zu erreichen. Zudem gibt mir meine Wohnung ein Gefühl der Sicherheit und ich bin stolz, dass ich mir alles selbst erarbeitet habe.


    Mein Freund hat ein Haus, welches er vor ein paar Jahren (damals noch mit seiner Ex) gebaut hat. Grundsätzlich kann ich mir schon vorstellen, dass wir dort gemeinsam wohnen. Nun zu meinem ABER. Ich habe Bedenken, dass das Zusammenleben nicht so funktioniert, wie wir uns das vorstellen und es für mich dann erstmal kein Zurück mehr gibt, da meine ETW zwischenzeitlich vermietet sein wird. Ich habe Angst, dass ich mich nicht so wohl fühlen werde, wie in meiner Wohnung und ich unglücklich bin. Mein Freund arbeitet sehr viel und ich bin viel alleine. Wenn er arbeitet, bin ich fast nur bei mir zuhause, da ich mich bei ihm dann irgendwie verloren fühle in dem großen Haus.


    Momentan hat er eine Putzfrau, da er den Haushalt ansonsten niemals schaffen würde. Mein Freund ist auch ein ziemlicher Chaot, was den Haushalt betrifft. Ich dagegen bin sehr ordentlich und sauber und räum ihm jetzt schon oft hinterher. Er ist auch der Meinung, dass er danach keine Putzfrau mehr benötigt, weil wir den Haushalt dann ja "gemeinsam" machen werden. Hierzu frage ich mich dann schon, wie das gehen soll, da er während der Woche kaum vor 21:00 oder noch später von der Arbeit kommt und auch fast jeden Samstag von früh bis spät arbeitet. Ich habe selber einen Fulltime-Job, mache regelmäßig Sport, habe auch noch Hobbys, Freunde, Familie und komme jetzt mit dem Haushalt in meiner Wohnung oft nicht hinterher.


    Ich habe ihm vorgeschlagen, dass wir Themen wie Haushalt, Finanzielles, etc. erst mal besprechen, wie wir das in Zukunft handhaben wollen und erst dann fix zusammenziehen. Mein Freund sieht das aber ganz locker und meint dann nur, dass wir das dann schon irgendwie machen, wenn ich dann mal bei ihm wohne.


    Mir ist das aber leider zu wenig und ich möchte bestimmte Dinge geklärt haben, bevor ich das Risiko und den ganzen Aufwand der mit einem Umzug verbunden ist, auf mich nehme.


    Ich würde mich über Gedankenanstöße, Anregungen von euch freuen, wie ich meine Schranke im Kopf überwinden kann und unserer gemeinsamen Zukunft positiv entgegen blicken kann. Leider bin ich ein sehr kopflastiger Mensch und denke und plane immer viel zu weit.


    Danke euch schon mal für eure Bemühungen @:)

  • 37 Antworten
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    Ich habe ihm vorgeschlagen, dass wir Themen wie Haushalt, Finanzielles, etc. erst mal besprechen, wie wir das in Zukunft handhaben wollen und erst dann fix zusammenziehen. Mein Freund sieht das aber ganz locker und meint dann nur, dass wir das dann schon irgendwie machen, wenn ich dann mal bei ihm wohne.

    genau da würde ich ansetzen! ich habe damals mit meinem kerl ganz klar abgesprochen, wie das organisatorische und logistische laufen muss, damit ich mich zum einen nicht als gast in seiner wohnung fühle und zum anderenkeine schieflage bei der finanziellen und haushaltsmäßigen belastung anfällt. (das geld für eine putzfrau würde ich mir übrigens lieber teilen, als den haushalt ;-) )

    Also die reinigungskraft würde ich behalten....warum abschaffen....sind doch dann 2 gehälter und ein haus....da kann man es sich doch erst recht leisten.


    Wie wäre es mit einem probewohnen... 3-4 kartons für ein paar monate und dann erst die wohnung leer räumen und vermieten.

    Ein gewisses Risiko ist immer vorhanden, auch wenn ihr erst nach 10 Jahren zusammen zieht, das Risiko muss man einfach eingehen wenn man die Beziehung auf die nächste Stufe bringen will. Andererseits gibt es Paare die nie zusammen ziehen, mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen.


    Die Fragen die ich mir jetzt stelle: Wie oft seht ihr euch im Moment ? Arbeit und Hobbies sind ja gleich, d.h. ihr würdet euch dort ja eher mehr sehen. Oder geht es einzig darum das du dich in dem Haus "verloren" fühlst wenn du dort alleine bist ?


    Und welche Dinge möchtest du denn vor einem Umzug geklärt haben ? Sprich die ganz direkt bei ihm an und verlang eine sachliche Klärung. Auch wenn er die Sachen eher locker nimmt und ein "Chaot" ist muss er einsehen das das für dich wichtig ist. Wenn es denn dann an so einer Klärung schon scheitern sollte weiß ich nicht ob das gemeinsame wohnen auf stabilen Füßen stehen würde.

    An ein Probewohnen dachte ich auch schon, er wäre mit dem Vorschlag auch einverstanden. Trotzdem denke ich sogar da schon wieder weiter. Es kann ja auch sein, dass er sich "zusammenreißt", solange ich meine Wohnung noch habe. Ist meine Wohnung dann vermietet, lässt man wieder schön alles schleifen und ist halt so, wie man ist :=o

    Zitat

    Wie oft seht ihr euch im Moment ? Arbeit und Hobbies sind ja gleich, d.h. ihr würdet euch dort ja eher mehr sehen. Oder geht es einzig darum das du dich in dem Haus "verloren" fühlst wenn du dort alleine bist ?


    Und welche Dinge möchtest du denn vor einem Umzug geklärt haben ?

    Wir sehen uns im Moment 4 bis 5 Tage pro Woche. 2 Abende verbringe ich ganz bewusst alleine oder mach was mit meinen Freundinnen. Da wir viel bei mir zuhause sind, fühle ich mich bei ihm noch nicht wirklich "angekommen". Liegt halt auch da dran, dass er wirklich viel arbeitet und wenn ich schon oft alleine bin, dann fällt es mir einfach leichter, in meiner gewohnten Umgebung zu sein und das ist nun mal meine Wohnung.


    Dinge wie Haushalt, Finanzielles, aber auch andere Dinge wie zB wie handhaben wir Besuche von Freunden, Familie. Ich bin der Typ, der zwar gerne Besuch bekommt, aber nicht spontan und unangemeldet. Mein Freund ist das komplette Gegenteil, er liebt Besuch zu jeder Tages- und Nachzeit, gerne auch mal Sonntag morgen unangemeldet.


    Es ist schon öfter vorgekommen, dass Samstag zu späterer Stunde ganz spontan seine Kumpels vor der Tür gestanden haben. Mal wars für mich ok, mich zu ihnen zu setzen und zu quatschen. Mal war ich sooo müde und fertig und wollte einfach nur in Ruhe aufm Sofa rumgammeln, da bin ich dann halt heim gefahren und hab die machen lassen.


    Dann sind da noch seine Brüder, 2 von denen fliegen regelmäßig bei deren Freundinnen raus und wohnen dann mal wieder ne Weile bei meinem Freund. So lange ich meine Wohnung hab, hab ich damit kein Problem, ist ja sein Haus und er kann machen was er will. Aber würde ich dort einziehen, hätte ich ehrlich gesagt damit ein Problem.

    Zitat

    Du ordnungsliebend, er Chaot. Das wird nicht gut gehen. Aber auf ein Probewohnen für ca 2-3 Monate, kannst du dich einlassen.

    Ich denke, dass es durchaus Partnerschaften gibt, in denen einer der Chaot, der andere der Ordnungsliebende ist und es trotzdem funktioniert bzw. funktionieren kann :)z

    puh... das sind ganz viele unterschiede zwischen euch, die auf den ersten blick nicht so gut zu kombinieren sind!?


    allerdings wäre das genau das, was ich besprechen würde: liste machen, gemeinsamkeiten herausfinden, unterschiede thematisieren, lösungen suchen!


    ich bin vor 10 jahren aus meiner großen familienwohnung zu meinem kerl gezogen in die fertig eingerichtete wohnung. da war aber abgesprochen, was von meinen möbeln mir wichtig ist mitzunehmen, wie wir die finanzielle aufteilung machen, den haushalt...


    ... mit besuchern habe ich kein problem, auch nicht mit unangemeldeten - allerdings gibt es bei mir auch zeiten, die tabu sind... kann man aber auch kommunizieren, wenn ihr beiden euch einigen könnt.


    ich sehe eure situation als schöne herausforderung für den nächsten schritt in der beziehung - schwierig, aber nicht unlösbar :)_

    Die Seherin

    Zitat

    da war aber abgesprochen, was von meinen möbeln mir wichtig ist mitzunehmen, wie wir die finanzielle aufteilung machen, den haushalt...

    :)z


    Wichtig finde ich, dass man eine gute (ausgewogene) Aufteilung findet, die aber auch individuell zugeschnitten ist sozusagen. Finanziell wie auch in anderen Bereichen.


    Man kann da nicht sagen: "Pärchen XY macht das so und so, also machen wir das auch so".


    Alias


    Warum sollst Du unbedingt in sein Haus ziehen? Warum sollst Du Dich da alleine aufhalten wenn Du Dich doch in Deiner Wohnung viel wohler fühlst? Ich meine, welcher Sinn steckt dahinter? Einfach um sagen zu können "Wir wohnen jetzt zusammen, dann ist die Beziehung fester"? Seid Ihr denn so unzufrieden wie es jetzt ist?

    @ Alias

    Ich kann deine Bedenken voll und ganz verstehen. Deshalb: Ist es wirklich notwendig, deine Wohnung sofort zu vermieten? Falls nicht, würde ich das in jedem Fall sein lassen. (Für mich zumindest wäre damit der Druck raus, und ich hätte jederzeit die Freiheit, mich zurückzuziehen, wenn es denn sein müsste).


    Dein Freund könnte sich auf keinen Zeitrahmen stützen, in dem er sich nur "zusammenreißen" müsste, und du hättest entspannt die Möglichkeit zu beobachten, inwieweit eure Absprachen nach der ersten Euphorie stand halten.


    Dennoch, insgesamt scheinst du den schlechteren Deal zu machen. Außer, dass ihr dann eine gemeinsame Adresse und ein paar Groschen mehr habt, würde sich doch auf der Haben-Seite nicht wirklich was ändern, oder? (Ihr seht euch bisher oft, jeder hat seine Freiheiten, finanziell scheint es bei euch beiden jeweils zu passen, du hast dich mit deiner ETW und allem anderen gut gebettet). Was hingegen so alles auf der Soll-Seite für dich steht...tja.


    Die Ansage deines Freundes "das sehen wir dann schon" wäre mir in diesem Gesamtzusammenhang zu dünnes Eis. Nichts dagegen zu sagen, dass man sich einfach mal in Situationen hinein begibt und dann weitersieht, aber gerade diese Sache hier ginge mir doch zu sehr ans Eingemachte. Hinzu kommt, dass du offenbar eh nicht so ein Fan von schnellem Zusammenziehen bist, deshalb würde ich dir unbedingt raten, das alles langsam, in deinem Tempo, anzugehen. Auch wenn mit Netz und doppeltem Boden. Egal. Findet euch Schritt für Schritt in diese neue Situation, ohne eine umfängliche Zwangsanpassung im Hauruck-Verfahren. :)z

    Ich finde deine Bedenken höchst vernünftig und würde sie keinesfalls beiseite schieben! So wie du die Situation beschreibst, erschiene es mir äußerst unklug zu ihm zu ziehen.


    Ich würde ganz grundsätzlich nicht in ein Haus oder eine Wohnung ziehen, dem/der die frühere Beziehung stattfand.


    Insofern käme für mich ein Zusammenziehen wohl eher nur in Frage, wenn man sich gemeinsam was Neues sucht.

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    Zitat

    Wegen Eigenbedarf kann man doch dem Mieter immer kündigen. Das sollte also mit Ausnahme der Frist kein Problem sein.

    Kein Problem? So einfach ist das nicht. Und auch eine Räumungsklage, sollte der Mieter nicht brav gehen, kann sich über Monate bis Jahre ziehen. Selbst wenn eine Kündigung rechtskräftig ist, bringt einem das nix, wenn der Mieter nunmal nicht geht. Oder wenn er selbst einen Härtefall vorträgt ;-) - das ist nicht kalkulierbar.


    Wenn die TE sich ihre Wohnung als Fluchtoption, wenn es gar nicht läuft mit dem Zusammenwohnen, einigermaßen als Option freihalten will, ist ein Zeitmietvertrag sehr, sehr viel sicherer.