Hallo liebe Sheilagh,


    ich benötige kurz deine Hilfe um dich einsortieren zu können. Warst du nicht die Jenige die ebenfalls als Sozialarbeiterin tätig war?


    Wenn ich dich nicht verwechsle möchte ich dir eine Frage stellen: was würdest du einem Klienten raten, welcher mit exakt der selben Problematik bei dir um Rat bittet? Würdest du dich rein objektiv betrachtet um das Wohl des Kindes sorgen?


    (verzeih mir wenn ich dich verwechsle)

    Sheilagh, ich wünsche dir, dass der Abstand bis zum nächsten Ausraster sehr, sehr lange dauert und dass er nicht so heftig zutritt bzw. -schlägt.


    Ansonsten habe ich keinen Ratschlag, denn du redest dir die Situation sowieso nur schön.


    Also sind Antworten ziemlich zwecklos. Traurig aber wahr.

    Wenn du schon keine Angst um dich hast - was macht dich so sicher, dass er eurem Sohn nichts antut? Du weisst doch von deinen großen Kindern bestimmt noch, WIE schwierig und anstrengend es werden kann, besonders ohne den Babystatus, den euer Sohn noch genießt. Er hat dich letztes Mal schon nicht mehr zu eurem Sohn gelassen. Mir wäre das Ganze viel zu gefährlich. Ich hätte da keine ruhige Sekunde in einer Wohnung mit so einem Pulverfass. Und ich würde um alles in der Welt meinen Sohn schützen wollen, auch wenn das bedeuten würde, dass wir erstmal nur in einer 1 Zimmer Wohnung wohnen würden.

    Mich irritiert auch am meisten die anscheinend mangelnde Besorgnis, dass dem Kind etwas passieren könnte. Das Kind bleibt doch nicht süß und klein... und wenn mich jemand schlägt und dann nicht zu meinem Kind lässt ....


    Ich könnte mir das nicht mehr mit finanziellen Erwägungen schönreden. Wie kann man da so.... ohne Angst ums Kind sein? Ich verstehe es ehrlich nicht. %:|

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    du lebst ziemlich gefährlich mit ihm, einem Mann der nun weiß, dass er es mit dir machen kann, denn mit Strafen muss er ja nicht rechnen.

    Genau das finde ich in Kombination dazu, dass schon wieder keine Art der Aufarbeitung stattfindet, auch gefährlich.


    Er zeigt ja offensichtlich keinerlei Reflektion, wie es dazu kommen konnte, was es für dich und euer Kind bedeutet und scheint auch keine Notwendigkeit der Entschuldigung zu sehen.


    Er scheint ja sogar noch bei seinen "Ausrastern" irgendwie rational denken zu können, wenn er dich dafür extra in den Flur bringt %:|


    Ich glaube, keiner der vielen guten Hinweise und Tipps kommt hier irgendwie an. Im Grunde ist es genauso wie beim letzten Faden.


    Möchte nur einwerfen, dass du früher wieder anfangen könntest zu arbeiten. Du verdienst nach eigenen Aussagen mit wenigen Stunden sehr viel Geld - umso unverständlicher, freiwillig in einer solchen Situation zu bleiben und sein Kind da mit reinzureißen. Gerade nach deinen Hinweisen, dass du der Meinung bist, dass Fremdbeteuung unter drei Jahren für Kinder schädlich ist. Ein prügelnder Vater und eine Zweckehe sind da wohl deutlich schädlicher.

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    und wenn mich jemand schlägt und dann nicht zu meinem Kind lässt ....

    Die Situation hatte ich auch, das war nach seinem Umzug, als meine Tochter bei ihm zu besuch war, ich wollte sie abholen, er lies mich nicht zu ihr, seine Mutter, bei der er lebte, sagte er solle mich reinlassen und das machte ihn wütend weshalb er ausflippte und mich aus der Wohnung versuchte zu katapultieren, wo dann seine Mutter, eine ihrer Freundinnen und seine neue dazwischen gingen. Ich mein ja nur, so sicher wie du denkst, ist es nicht auch wenn es eine Zeit lang so scheint.

    @ Sheilagh

    Es hat sich rein gar nichts geändert. Du hast einfach wieder eine neue Wendung/ Ausrede/ Zurechtbiegung, etc. für dich gefunden, um an deiner Situation nichts ändern zu müssen. Du manipulierst dich sozusagen selbst hervorragend...


    Wenn du Respekt vor dir hättest, würde es dir nicht eine einzige Sekunde in den Sinn kommen, mit einem gegen dich gewalttätigen Mann unter einem Dach wohnen zu wollen. Nicht einmal einen Bruchteil einer Sekunde. Ob ihr noch in einer Beziehung seid oder getrennte Zimmer habt, ist in dem Fall vollkommen irrelevant.


    Was ich aber sehe: Du arbeitest an der Loslösung. Ich weiss, dass das von einem Tag auf den anderen schwierig ist. Manchmal sogar von einem Jahr auf das andere. Aber du arbeitest dran und das ist gut.

    Wenn es nur um euch beide ginge, würde ich sagen, macht doch, wie ihr denkt, prügelt euch quer durch die Bude, ist euer Leben. Aber der Gedanke, dass ein Kind in dieser Atmosphäre aufwachsen soll?!


    Sheilagh, das geht einfach nicht. Ich denke, wir haben mittlerweile alle begriffen, dass dir der Gedanke Angst macht, nochmal in der Alleinerziehenden-Situation zu sein, nochmal soziale Abstriche hinnehmen zu müssen.


    Aber die Kröte musst du einfach schlucken: es wird nicht in eine Art nette WG münden. Es wird wieder zu solchen Situationen kommen, es wird wieder zu Prügeleien kommen.


    Es ist das Recht deines Kindes, zwei fröhliche, unbefangene Elternteile zu haben - bei deinem Plan hat es die nicht. Und wird sie auch nie haben, egal, wie wunderbar du dir das schönquatschst.


    Paritu sagte dazu:

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    Auch, weil ich Freunde habe die das erzwingen wollten. Die mittlerweile erwachsenen Kinder leiden immer noch unter den Folgen, sind psychisch krank. Es klappt einfach nicht auf die Art, eine Illusion aufrechterhalten zu wollen. Kinder sind doch keine Zuschauer, denen man einfach jahrelang eine Farce vorspielen kann!

    Das möchte ich fett unterschreiben. Ich kenne auch zwei Mädchen, Freundinnen meiner ältesten Tochter, die so aufgewachsen sind - minus Prügel allerdings, waren ja schließlich vornehme Akademiker - und es hat die beiden ganz, ganz schwer beschädigt. Die beiden waren schon mit 12 ein Häufchen Elend, was haben die mir leidgetan.


    Mach für deinen Sohn die Augen auf und guck nach vorne. Er ist noch sehr klein, das Argument mit der gewohnten Umgebung, die du ihm nicht nehmen willst, zieht überhaupt nicht.


    Du und der Vater habt Mist gebaut. Ihr beide müsst jetzt aufräumen, damit euer Sohn nicht unter diesem Erwachsenenmist leiden muss.

    Was spielt sich hier nur für ein Drama ab?


    Sieh bloß zu, dass du da rauskommst und bringe dich und deinen Sohn in Sicherheit!


    Ich hätte dort Tag für Tag Todesangst. Wenn ich mir überlege, was ich Angst hatte vor Exfreunden, ob sie mir oder den Tieren was antun und dabei haben sie nicht mal etwas in der Art gemacht.


    Ein Mann, der einmal handgreiflich wurde, ist eine tickende Zeitbombe. Du hast mit der mehr oder weniger erfundenen Trennung, eine komplett unberechenbare Situation erschaffen. Du meinst, du hast die Kontrolle über ihn gewonnen. In Wahrheit, hast du das letzte bisschen Kontrolle verloren.


    Sieh zu, dass du ein paar Tage auf heile Welt machst und suche dir währenddessen gut geplant irgendwo Unterkunft bei Leuten die dir helfen können und erstelle dir eine Liste an Dingen, die du mitnehmen musst, damit du nichts vergisst. Mache dir im Vorfeld Gedanken, wo die Sachen sind, damit du nicht ewig suchen musst. Denn du solltest damit rechnen, dass du zumindest für sehr lange Zeit, nicht mehr zurück kannst. Dokumente, Bankunterlagen, Unterlagen von deinem Sohn, Impfpässe, sonstige medizinische Unterlagen, persönliche wichtige Gegenstände, Wertgegenstände, Spielzeug deines Sohnes, Kleidung für dich und ihn. Sachen des täglichen Bedarfs kannst du außer Acht lassen.


    Plane es weise und ruhig, aber lass nicht zu viel Zeit vergehen.


    Und lösche den Verlauf und alles, was ihn auf den Thread hier bringen könnte. Er darf nichts von deinen Fluchtplänen mitbekommen.


    Freunde von dir müssen dann bescheid wissen, wann sie dich holen können und sollten auf Bereitschaft sein. Sobald du dann weißt, dass er einige Stunden außer Haus ist, er ist ja schließlich berufstätig, dann sollen sie vorbeikommen und du packst nur noch ohne nachzudenken die Sachen auf deiner Liste zusammen und haust ab!!!

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    Dieser "Vorwurf" kommt immer wieder.


    Es geht derzeit nicht. Wir müssten beide hier ausziehen, und eine neue Wohnung finden. Was hier finanziell unmöglich wäre, solange ich noch in Elternzeit bin.


    Es macht auch keinen Sinn. Sobald ich wieder arbeite geht das problemlos. Und das soll dann auch das Ziel sein. Aber bis dahin, möchte ich es mit diesem Arrangement probieren.

    Du lässt dich von der derzeitigen Sturmpause einlullen, wie auch schon zuvor. Aber du siehst, diesmal kam der Angriff für dich aus dem "Nichts". Du bist für deinen Partnern mittlerweile ein rotes Tuch, Blitzableiter und/oder Fußabtreter. Und wenn die Fliege ihn an der Wand stört, irgendwas außerhalb der vier Wände nicht so lief wie er wollte, du Huhn statt Rind als Mahlzeit servierst, das Kind nörgelt und du eventuell zum "falschen" Zeitpunkt ??nämlich piepegal wann?? ‚Aha‘ während des gemeinsamen Gesprächs sagst, kann es wieder zu einer körperlichen Attacke kommen.


    Willst du wirklich (aus Angst vor dem Ungewissen oder was auch immer) ständig wie auf rohen Eiern durch den Tag balancieren?


    Und egal wo dein Sohn in der Wohnung ist, wenn es zu Handgreiflichkeiten zwischen Eltern kommt, als Kind bekommt man es mit. Mein Erzeuger hat im Suff auch gerne meine Mutter verprügelt; das haben mein Bruder und ich sogar voller Panik und Angst

    das mitbekommen, denn in dieser Situation stehen weder Angreifer noch Angegriffener still bzw sind stumm wie Fische. Teilweise waren zwei Zimmertüren zwischen uns Kindern und unseren Eltern. WIR HABEN ES MITBEKOMMEN! Und es war ein verdammt tolles, befreiendes Gefühl, als wir wussten, das die Scheidung durch war und mein Erzeuger nicht mehr bei uns wohnte. Es war, als hätte jemand einen riesig großen Stein von meinem Brustkorb genommen, der mich daran vorher gehindert hat, richtig durchatmen zu können. Und vermisst habe ich meinen Erzeuger NULL. Einfach weil gewalttätig war, wenn er betrunken nach Hause kam. All die Dinge, die er mal mit uns Kinder unternommen hat, waren das nicht wert. Seine Ausraster und die Angst, die seelische Belastung diese in mir ausgelöst haben, haben alle schönen Momente negiert.

    Zitat

    • Wir verbringen keine Zeit mehr gemeinsam, außer die Mahlzeiten, falls der Nichtberreuende Teil dies möchte.


    • Es wird nur noch das Nötigste kommuniziert


    • Es gibt keinerlei körperliche Berührungen mehr (keine Umarmung/Küsse o.Ä.

    Selbst wenn es einzelne Prügeleien auch mal nicht mitbekommt, merkt das Kind, dass da war ganz und gar nicht stimmt. Und das ist auch nicht nur eine "Zweckehe" - unter der verstehe ich, dass man sich immerhin zwischenmenschlich gut versteht, nur eben nicht romantisch-verliebt. Und mit Kind in die kleinste, hässlichste Wohnung ever in der Pampa zu ziehen ist sicher finanziell möglich und ggü. dem Kind verantwortungsbewusster als Reihenhaus, aber mit solchen Verhältnissen.

    Zitat

    • Wir verbringen keine Zeit mehr gemeinsam, außer die Mahlzeiten, falls der Nichtberreuende Teil dies möchte.


    • Es wird nur noch das Nötigste kommuniziert


    • Es gibt keinerlei körperliche Berührungen mehr (keine Umarmung/Küsse o.Ä.

    Ja das waren wunderbare Jahre als meine Mutter und mein Stiefvater beide stumm durch die Wohnung gingen, kein Blick, kein Wort, immer diese "laute" Stille. Kommunikation auf Zetteln, man kam sich immer vor wie ein Störenfried. Es war so toll das ich mir gewünscht habe sie würden endlich lauthals streiten und vorallem sich endlich trennen!


    Und weil ich doppeltes Scheidungskind bin, als mein Mutter und mein Vater sich anfingen nicht mehr zu verstehen war ich kaum älter als dein kleiner und ich hab sehr wohl gespürt das überhaupt nichts in Ordnung ist.


    Vielleicht denkst du einfach nochmal drüber nach was du deinem Kind damit antust und das du ihm keine heile Welt vorspielen kannst.

    Sheilagh,

    alle schreiben das gleiche und halten eure derzeitige Lösung für nicht dauerhaft umsetzbar. Und trotzdem argumentierst du immer dagegen. Du hast dich doch längst entschieden, welche Antwort möchtest du lesen???

    Ich habe eine Weile überlegt, ob ich zu Deinem Thema etwas schreiben sollte oder nicht. Wir wissen beide, von uns, dass wir uns nicht zwingend mögen von der Art und Weise her. Nichtsdestotrotz, gibt es Seiten an Dir, die ich sogar sympathisch finden kann, andere dafür weniger.


    Aber nun zu eurer Situation. Das was Du hier beschreibst von euch, ist keine einseitige Dynamik, von Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Ihr habt euch beide gemeinsam dieses destruktive Beziehungsgeflecht erarbeitet und gelebt. Wirklich gepasst habt ihr nie und das zeigt sich auch in diesen Ausbrüchen Deines Partners.


    Nachdem, was ich von Dir 'weiß' bist Du eine sehr liebes fähige und kommunikative Frau, die weiß was sie will und das Ganze auch sehr stringent verfolgt. Dein Partner war schon immer eher, dieser Ruhe bedürftige, weniger kommunikative Menschentyp, der sicher oft versucht hat Deine emotionalen Bedürfnisse und Deine Lebensansprüche zu erfüllen. Anders als Du, ist er vor eurer Beziehung komplett beziehungsunerfahren, hat eher seinen Stiefel gelebt, ohne Kinder und Verantwortung für eine Beziehungspartnerin.


    Du bist jemand, der seine Themen und Bedürfnisse kommuniziert, es mitunter vielleicht sogar in Momenten durchdrücken will, in denen Dein Partner durch seinen Job und seine Befindlichkeiten nicht gewillt ist, es jetzt und sofort abzuklären. Du erkennst glaube manchmal zu spät, wann genug genug ist, dieser Mann nicht mehr gewillt ist zuzuhören und kritisiert wird, weil etwas nicht ganz nach Deinen sicher oft auch angemessenen Ansprüchen, verläuft.


    Ich will seine Schläge gegen Dich weder runter spielen noch verteidigen. Das ist großer Mist und er sollte sich lieber einen Boxsack in einen Raum aufhängen und dort seine Wut auf Dich herauslassen oder besser noch im Wald joggen gehen.


    Dennoch glaube ich, dass es manchmal seine Art von Hilflosigkeit ist (hört sich bescheuert an, ist aber so), weil er nicht die Fähigkeit hat, Dein Nähe- und Kommunikationsbedürfnis auszuhalten. Du Klärung von Problemen gleich und sofort vom Tisch haben willst.


    Ich kenne es auch von mir selbst, dass ich es nicht mag, mit nicht sofort klärungsfähigen Themen, wenn dann immer und immer wieder losgelegt wird, damit ich endlich das mache, was von mir erwartet wird. Ich will dann einfach weg, weil der Kopf nicht zu den Problemen vordringen will in dem Moment. Deswegen kann ich mich in Anteilen in Deinen Partner rein versetzen.


    Du hast in einem anderen Thread von euren unterschiedlichen Bedürfnissen nach Ordnung und Sauberkeit im Lebensalltag geschrieben. Es sind oft die Kleinigkeiten, die ein Fass zum Überlaufen bringen. Du hast selbst lange Zeit als Alleinerziehende gelebt und auch das hinterlässt Spuren, wenn man für alles allein gradestehen musste und Entscheidungen anstehen, in die einem keiner rein quatschen kann.


    Was ich Dir mit den Ausführungen sagen will, ist, dass es auch mit Plänen und Vereinbarungen nicht mehr funktionieren wird. Ihr werdet weiterhin eure Macken und speziellen Reaktionsketten haben, die solche Ausbrüche Deines Partners ermöglichen.


    Du magst vielleicht hoffen, ein "unsichtbarer Geist" in seinem Lebensalltag in dem großen Haus zu sein, aber das ist unmöglich durch dieses täglich lebendiger werde junge Kind, für das ihr beide Verantwortung tragt. Nicht nur in eurer Liebe, dem Vorleben wie Mann und Frau miteinander umgehen.


    Du bist selbst studierte Pädagogin und kennst fachlich die Dynamik auf das Gehirn eines jungen Kindes genau, davon zeugen viele Deiner Beiträge im Forum.


    Die wichtige Prägephase eines Kindes ist mit dem 6. Lebensjahr abgeschlossen. Defizite, die aus dieser Zeit entstanden sind, können kaum mehr ausgeglichen werden. Einem vor kurzem von Dir eröffneten Thread, "Als Paar/Familie freiwillig getrennt wohnen", warst gedanklich Du schon viel weiter als heute.


    In diesem Thread hast Du sehr wohl erkannt, dass ihr beide zu große emotionale und lebenstechnische Individualisten seid, um unter einem Dach leben zu können. Ihr könntet eine 200 Quadratmeter-Villa haben und dennoch wäre der Abstand zwischen euch zu klein. Die negativen Schwingungen zwischen euch bleiben, die löschen sich auch nicht mit mehr "Platz".


    Dein Partner wird sehr große Angst davor haben, dass die Vater-Sohn-Bindung unter einer räumlichen Trennung leidet. Dies vielleicht auch öfter kommuniziert haben und Dir damit ein schlechtes Gewissen machen. Die Angst finde ich durchaus verständlich und nachvollziehbar, ebenso wie Deine, die nach einer festen Struktur und planbaren Finanzen und überschaubarer Stabilität für Dich und das Kind sucht.


    Aber das Experiment kann und wird nicht gelingen, weil ihr beide eure charakterlichen Eigenarten weiterlebt, die zu euren Spannungen führen, schon immer geführt haben.


    Dies zeigt sich in den von Dir hier eröffneten Threads Sheilagh. Und nein ich meine das nicht als Angriff gegen Dich, dann könnte ich mir das hier sparen. Sondern als Ansatz, Dir klar zu machen, dass das was Dir vorschwebt nicht mehr 1,5 Jahre lang als Durchhalteparole klappen wird.

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    Verzeihen können und wieder vertrauen aufbauen. Bloß wie?

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    Gespräche & Beziehungsarbeit - moralische "Pflicht"?

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    Aufgabenverteilung Familie mit Kind(ern)

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    Getrennte Unternehmungen in der Beziehung

    Ihr seid durch eure langen Singlejahre in euren Persönlichkeiten zu verschieden in euren Wünschen, Zielen, Lebensansichten und emotionalen Bedürfnissen geworden. Charakterlich und im Temperament nicht kompatibel genug, um euch einander verständlich zu machen. Rational mag das in Anteilen funktionieren, emotional, empathiefähig und sich in sein Gegenüber hinein versetzend, hat das offenbar nicht geklappt. Bedauerlich, unter dem Aspekt das ihr eine Familie sein wolltet, aber korrigierbar. Das mit der nicht bezahlbaren Wohnung, das weißt Du vor Dir selbst, ist nur die innere Angst davor, Dein Leben heute noch unplanbar neu beginnen zu müssen.


    Ich stand vor langer Zeit vor derselben Entscheidung mit drei kleinen Kindern, es gab auch ein schönes Haus, eine tolle Naturumgebung, viele Freunde, schöne gemeinsame Jahre und sogar noch eine gewisse Art von Liebe zu dem Zeitpunkt auf beiden Seiten, aber die Unmöglichkeit diese leben zu können. Wie viel Kraft, Verzweiflung und Kämpferherz so ein Schritt erfordert, weiß ich nur zu genau. Aber ebenso, dass es zu schaffen ist.


    Es hat auf beiden Seiten durch Streits, nicht erfolgte Aufarbeitung eurer gemeinsamen (Vergangenheits-)Themen (einschließlich der Kindheit mit ihren Problemen) soviel verdrängte und offene Wut, Wehmut, Demütigung, Verletzung, Schmerz und Distanzlosigkeit gegeben, dass ihr das beide mit der größten Vernunft dieser Welt nicht kontrollierte Handlungen umsetzen könnt. Ihr seid keine Maschinen, die einem geschriebenen Programm folgen könnt. Denke in einer ruhigen Minute noch einmal über Deine jetzige Entscheidung nach.


    Kontrolle ersetzt keine Sicherheit und das gilt für beide Seiten von euch, euer Kind badet aus, was ihr für euch erzwingen wolltet. Eine Liebe zu leben, die durch charakterliche Unvereinbarkeit keine Erfüllung findet. Abgezeichnet hat sich das lange und das hast Du tief in Dir auch bereits erkannt. Es fehlt allerdings, dass Du die Entscheidung aus diesem Erkennen umsetzt. Dafür wünsche ich Dir viel Kraft, Weitsicht und Konsequenz.


    Ich stand vor langer Zeit vor derselben Entscheidung mit drei kleinen Kindern. Es gab auch ein schönes Haus, eine tolle Naturumgebung, viele Freunde, schöne gemeinsame Jahre und sogar noch eine gewisse Art von Liebe zu dem Zeitpunkt auf beiden Seiten, aber leider die Unmöglichkeit diese zusammen leben zu können. Wie viel Kraft, Verzweiflung und Kämpferherz so ein Schritt erfordert, weiß ich nur zu genau. Aber ebenso, dass es zu schaffen ist.

    Liebe Sheilagh,


    ich möchte deine Frage aus dem Titel aufgreifen und sie im Kontext deiner Ausführungen beantworten:


    Nein, ich halte eure Version von Zweckehe (gibt ja auch andere Möglichkeiten) keinesfalls für lebbar, sondern für eine untragbare Situation, die euer Kind vermutlich für den Rest seines Lebens schädigen wird.


    Ganz unabhängig davon, was das für deine Psyche bedeutet, die möglicherweise dauerhaft auch darunter leiden wird, da gibt es ja gute Studien zu, zum Leidensdruck unter ständiger Anspannung etc. Ich könnte mir vorstellen, dass du dich davon emotional und psychisch nie wieder erholen würdest, wenn du das so zu leben versuchst.


    Ich hoffe, das hilft dir, dich zu entscheiden.