Zwischen Partner und der Mutter

    Hallo Ihr Lieben,


    ich wusste einfach nicht weiter und brauche neutrale Meinungen, daher habe ich mich hier angemeldet.


    Es ist so, ich(30) bin mit meinem Partner (38) seit über zwei Jahren zusammen. Wir leben gemeinsam mit seinem Sohn in seiner Wohnung.


    Mein Freund ist eher ein ruhiger, zurückhaltender Typ. Er mag keine großen veranstaltungen bzw. Familienfeiern, wo alle an einem Tisch zusammen sitzen und durcheinander quasseln. In meiner Familie ist es so, dass an Festtagen(Geburtstage, Weihn., Ostern,) alle zusammen kommen. Ich kenne es nicht anders seitdem ich geboren bin. Für mich also normal. Da es nicht so, das Ding meines Freundes ist, haben wir Kompromisse gefunden. Und gingen zu manchen Veranstaltungen garnicht(das war eher selten), oder kürzer (zB nur Mittagessen, statt Mittag und Kaffeetrinken) oder eben später. Das ist meiner Familie nicht so gut aufgestossen. Haben es eher negativ aufgefasst. Wobei er sich immer bemüht hatte. Und auch mal Sonntags der Vorschlag von ihm kam "Hey, lass und heute mal zu deiner Oma fahren"


    Das als Vorgeschichte.


    Knackpunkt war, ein anderer. In der heutigen Zeit von Smartphones gibt es ja für alles mögliche "Gruppen" in denen man sich alles mitteilen kann. Wir haben eine "Family-Gruppe", in der meine Mutter einmal einen Gruß an alle von meinem Ex-Freund ausrichtete, den sie getroffen hatte (sie weiss das mein Freund schlecht auf meinen Ex u sprechen ist). Mein Freund verlies daraufhin die Gruppe. Was wieder negativ gesehen wurde von meiner Familie. Als ich meine Mutter darauf ansprach meinte sie "So ein Kindergarten, ich muss mir nicht überlegen müssen was ich vor deinem Freund sagen kann und was nicht. Wenn er damit nicht klar kommt ist es sein Problem, nicht meins."


    Später sagte meine Mutter noch solche Sachen wie, er solle mal zum Psychologen gehen, er wäre nicht normal.Ob er eine Hypersensible Persönlichkeitsstörung habe. Er würde mich zuhause einsperren, sonst war ich auch immer gern bei den Familienfeiern etc. Das alles hat meinen Freund so verärgert dass er den Kontakt abbrach zu meiner Mutter. Ich fühle mich jetz etwas zwischen den Stühlen. Und weiss nicht sorecht was ich machen soll.


    Meine Mutter wirft mir vor ich würde mich immer mehr abkapseln und aus allem raushalten und mein Freund wirft mir vor ich würde kinen ordentlichen Cut machen und nicht hinter ihm stehen. Kennt ihr solche Konfilte zwischen Partner und Eltern?


    Sorry, das war jetz etwas viel, wenn etwas unklar erscheint oder Fragen auftauchen können die gern gestellt werden

  • 68 Antworten

    Ich kenne diese Situationen auch und bin da ganz auf der Seite deiner Mutter. Er ist ein erwachsener Mann, kein Teenager und wird es wohl mal gebacken bekommen eine Feier durchzustehen. Und das Verhalten wegen dem Gruß vom Ex ist ja mehr als einfach nur kindisch, sondern schon Mädchenhaft. Mit "Kindergarten" und "hypersensibel" hat sie da garnicht so unrecht.


    Die Lösung war folgende: Ich bin wenn sie nicht wollte, allein zu den Feiern, habe die schlechte Laune davor und danach ertragen und gut wars. Mir ist dieses Verhalten einfach zu kindisch und unfundiert. Ich mach bestimmt keinen "Cut" zu Leuten die mich lieben, die ich liebe nur weil mein Partner seine "unangenehmen Gefühle" nicht im Griff hat.

    danke für deine Meinung.


    bisher läuft es bei uns auch so dass ich dann allein zu den feiern gehe. Momentan mag das noch funktionieren, aber ich spinne mal weiter: wie ist das wenn dann Kinder dazu kommen?


    Und wo jetz gerade Weihnachten vor der Tür steht, ein gemeinsames Weihnachtsfest ist da nun auch nicht mehr drin.

    Sehe es ähnlich wie der Vorschreiber. Deine Familie hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Hat Deinen neuen Partner höflich und respektvoll im Kreis der Familie aufgenommen. Sich darauf eingestellt, dass er als Menschentyp nicht der Gesellige ist, der mit großen Familienfeten etwas anfangen kann.


    Ich sehe es nicht als "ihm in den Rücken fallen" an, wenn Du das Band zu Deiner Familie nicht wegen ihm zerschneidest.


    Wäre in meinen Augen auch unklug, weil man nicht in die Zukunft schauen kann wie das Leben mal spielen wird.


    Auf gute intakte Familienbindungen kann man im Allgemeinen in guten wie in schlechten Zeiten bauen. Ob das in einer Beziehung ebenso laufen wird, lässt sich nicht so genau voraus sagen.


    Zudem geht es hier nicht um Schwiegereltern, die permanent bei euch einfliegen und euch die Paarzeit "stehlen", oder sich ständig quer stellen in Bezug auf euch beide.


    Wenn es Deinem Freund nicht gelingt Dein Vorleben zu akzeptieren, dann hat er ein Problem mit dem er selbst klar kommen muss. Wie Deine Familie das für sich handhabt, ist ausschließlich deren Sache. Es ging nicht um einen Verkupplungsversuch in Sachen Ex, sondern um einen Gruß der nicht mal ausschließlich speziell an Dich ging, sondern allgemein in den Kreis der Familie.


    Versuche Dich etwas abzugrenzen und zeige Dich selbstbewusster statt Dich zwischen die Fronten zu begeben, die Du nicht eröffnet hast.


    Frage Dich wie wichtig Dir selbst die Familienfeiern sind, ob Du ihnen gern beiwohnst um sie zu sehen und wie bisher auch gute Verbindungen zu ihnen zu pflegen.


    Lass Dir nicht die Wahl sie oder ich von Deinem Freund aufdiktieren. Das könnte sonst in der Perspektive noch andere Ausmaße annehmen, die Deine Grenzen noch deutlicher negativ verschieben.


    Versuche die Wogen zwischen Freund und Familie zu glätten soweit möglich, aber entscheide für Dich wann Du zu welchen Treffen gehen möchtest und wie lange. Seine Welt wird nicht untergehen, wenn er Zeit ohne Dich verbringen muss.


    Du akzeptierst das Zusammenleben mit seinem Sohn als Partnerin. Ein Mensch der ihm bzw. euch wichtig ist. Er hätte nach über 2 Jahren Beziehung sicher auch kaum Verständnis dafür, wenn Du ohne große Ursache Deine Meinung einseitig wandelst und darauf bestehst, dass sich euer Zusammenleben zu Deinen Gunsten verändert.


    Ohne Toleranz geht es in einer Beziehung nicht, und das Jahr hat im Vergleich zu den Resttagen eher überschaubare Feiertage, die man im größeren Kreis familiär gemeintsam begeht.

    Ich bin nicht auf Seiten deiner Mutter. Ich denke mal, dein Freund möchte keinen innigen Kontakt und durch ihr Verhalten legt sie doch ganz klar den Finger immer tiefer in die Wunde. Er möchte halt nicht und man sollte ihn auch nicht zwingen.


    Würde meine Mutter meinen Partner zum Psychologen schicken wollen, würde ich ziemlich angepisst sein. Mir würde es völlig auf den Geist gehen, wenn ich ständig Vorwürfe zu hören bekäme.

    Zitat

    danke für deine Meinung.


    bisher läuft es bei uns auch so dass ich dann allein zu den feiern gehe. Momentan mag das noch funktionieren, aber ich spinne mal weiter: wie ist das wenn dann Kinder dazu kommen?


    Und wo jetz gerade Weihnachten vor der Tür steht, ein gemeinsames Weihnachtsfest ist da nun auch nicht mehr drin.

    Ich kann deine Gedankengänge zu 100% nachvollziehen und habe mir genau die gleichen gemacht. Ich muss aber leider sagen ich kenne dafür auch keinen Königsweg. Aber gerade wenn man Kinder will ist es toll wenn man eine Familie im Rücken hat mit der man sich versteht. Das macht vieles einfacher insbesondere wenn das Kind mal Krank wird, man Termine hat wo man es nicht mit hinnehmen kann und ähnliches. Dann kannst du es auch mal bei deinen Eltern oder Großeltern abgegeben und die freuen sich dass der Enkel oder Urenkel mal da ist.


    Und aus meiner Erfahrung herraus ... er hat keinen guten Kontakt zu seiner Familie oder?

    "Sehe es ähnlich wie der Vorschreiber. Deine Familie hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Hat Deinen neuen Partner höflich und respektvoll im Kreis der Familie aufgenommen."


    Das ist falsch. Die Familie hat sich schwer etwas zuschulden kommen lassen, indem sie gegen eine vernünftigen Kompromiss, der unter Erwachsenen Partnern getroffen wurde, angestichelt hat:


    "Da es nicht so, das Ding meines Freundes ist, haben wir Kompromisse gefunden. Und gingen zu manchen Veranstaltungen garnicht(das war eher selten), oder kürzer (zB nur Mittagessen, statt Mittag und Kaffeetrinken) oder eben später. Das ist meiner Familie nicht so gut aufgestossen. Haben es eher negativ aufgefasst."


    Die Familie hat aus meiner Sicht ins Innenverhältnis der Beziehung illegitim hineinzupfuschen versucht, indem Druck auf die Threaderöffnerin aufgebaut wurde, um zukünftig eine Anwesenheit des Freundes zu erzwingen. Was die Zielsetzung bei diesem Vorgehen ist stelle ich hier in den Raum. Ich gebe aber wegen der destruktiven und druckbeladenen Form die Bewertung ab, dass die Ziele entsprechend destruktiv sind.


    "Ich kenne diese Situationen auch und bin da ganz auf der Seite deiner Mutter. Er ist ein erwachsener Mann, kein Teenager und wird es wohl mal gebacken bekommen eine Feier durchzustehen."


    Ich kann keinen Grund erkennen, warum der Partner in verschärfter Form an Familienfeiern seiner Partnerin teilnehmen sollte, verschärfter, als die beiden ausgehandelt haben. Nur weil die Familie rumstänkert, und den Freund, der offensichtlich feinselig gesehen, in die Nähe hineinzuzwingen.


    Ich lese hier übrigens mit keinem Wort, dass der Partner der Familie feindselig entgegensteht, im Sinne von ihnen böswollen.


    Umgekehrt erwarte ich, dass der Freund vorgeladen werden soll, um gemobbt werden zu können. Meine Prognose. Probier es aus, bewerte es selber.

    Zitat

    Ich bin nicht auf Seiten deiner Mutter. Ich denke mal, dein Freund möchte keinen innigen Kontakt und durch ihr Verhalten legt sie doch ganz klar den Finger immer tiefer in die Wunde. Er möchte halt nicht und man sollte ihn auch nicht zwingen.

    Welcher innige Kontakt? Hier wird nur von ein paar Feiern gesprochen und davon dass sie in einer Gruppe was gepostet hat. Sie hat es ja nicht mit höhnischen Unterton die Grüße direkt an Ihn weitergereicht. Und wer wegen sowas eingeschnappt und beleidigt ist ... ja der hat ein psychisches Problem und ist ein ganz schönes Sensibelchen.

    Zitat

    Ich kann keinen Grund erkennen, warum der Partner in verschärfter Form an Familienfeiern seiner Partnerin teilnehmen sollte, verschärfter, als die beiden ausgehandelt haben. Nur weil die Familie rumstänkert, und den Freund, der offensichtlich feinselig gesehen, in die Nähe hineinzuzwingen.

    Weil es unhöflich ist? Wie empfindest du Leute die später zu dir kommen und dafür früher gehen? Das ist auch eine Frage des Respekts gegenüber den Schwiegereltern.

    "Welcher innige Kontakt?"


    Die Threaderöffnerin schreibt, dass es die seltensten Fälle waren, wo er nicht mitgegangen ist, sie haben halt nur drei Stunden, und nicht acht Stunden an Festlichkeiten teilgenommen.


    Was ist daran unhöflich?


    Dennoch wollte die Familie das nicht so stehen lassen, sondern hat mit negativen Gefühlen reagiert, und Druck aufgebauscht.


    Hast du der Familie denn die Abmachung und den Hintergrund erklärt und dich hinter die gemeinsame Abmachung gestellt? Oder hast du im Angesicht deiner Familie nichts von der Abmachung gesagt und nur mitgeteilt, dass du es auch nicht verstehen kannst, sehr traurig findest, und dein Bedauern ausgedrückt?


    Du musst selber wissen was dir wichtiger ist, Wahrung von Formeln, an die ihr glaubt, Aufspielen von Höflichkeiten, Wahrung deines Einflusses in der Familie, falls man dir demnächst aus dem Charakter deines Partners selber einen Strick flicht, oder ob dir die Partnerschaft wichtiger ist.


    Ich sehe hier ein Potenzial, das mit Fug und Recht leicht eine Partnerschaft sprengen kann.

    Ich sehe das Familiengefüge hier noch nicht so zerrüttet, dass es einen Cut geben muss. Sicher war die Bemerkung der SchwieMu in spe übergriffig, wenn sie aufgrund unterschiedlicher Meinungsbilder gleich den Psychologen als Ratgeber für den Partner bemühen möchte.


    Aber es wird doch wohl gelingen, dass vernunft- begabte Erwachsene einen Konsens finden, ohne das man Zäune aufbaut. Wenn jeder an geeigneter Stelle etwas zurückrudert, keine unnötigen Feindbilder aufbaut, die auch im Sinne vorhandener und später dazu kommender Kinder ungünstige Auswirkungen haben lassen sich Familienbande leben, die allen nutzen.


    Allerdings sollte versucht werden, niemand mit klarer Kante vor den Kopf zu stoßen. Genauso wie Deine Familie eure Zweisamkeit für vorher vereinbarte Feiertage respektieren sollte, geht es umgekehrt auch. Einmal geprägte Familientraditionen müssen nicht in Stein gemeißelt gelebt werden, sondern sollten ohne Pflichterscheinen eine Lösung finden.


    Händelt es nach eigenem Ermessen und sprecht es vorher ab, wie es gewünscht wird von eurer Seite. Ebenso könnten auch spezielle Wünsche der Familie bei besonderen Anlässen, runden Geburtstagen oder ähnliches von eurer Seite Entgegenkommen zeigen. Die ungünstige Variante sind komplette Kontaktabbrüche, die keinen glücklich machen auf längere Sicht.

    Dass der Freund von einem "cut" zur Familie redet, erscheint doch bedenklich.


    Könnt ihr nicht weiter wie bisher zu vielen Familienfeiern gehen, und nur der Freund geht eben früher. Dass du selber länger bleibst liegt doch auf der Hand.


    Das wäre vernünftig. Wenn ihr allesamt damit Probleme habt (Ironie an)dann kann es ja heiter werden(Ironie aus).

    Ich glaube, deine Mutter hat die Befürchtung, du würdest wegen ihm immer mehr auf Abstand gehen. Das, was bei euch normal und bewährt ist, passt plötzlich nicht mehr, du gehst früher, kommst später und bist so gesehen einfach nicht mehr die Alte. Ich würde eher empfehlen, dass er einfach gar nicht mitkommt oder immer wieder mal, dann aber kommt und geht wie die anderen auch. Mir aus Muttersicht gesprochen, wäre es 10 mal lieber er käme gar nicht als mit schlecht verborgenem Widerwillen, der sich dann auf diese Weise äußert.


    Umgekehrt hätte sich das mit dem Exfreund deine Mutter in seiner "Anwesenheit" sparen können. Ich hätte es dir mal am Telefon persönlich gesagt, aber vermutlich nicht da gepostet. Seine Reaktion darauf war allerdings echt kindisch.


    Was dich anbelangt, setze dich einfach nicht zwischen die Stühle. Deine Familie ist dir wichtig, es ist Teil deines Lebens und ein Cut kommt nicht in Frage. Wenn er das als mangelnde Rückendeckung auffasst ist ihm echt nicht zu helfen. Wie würde er reagieren, wenn sein eigener Sohn das später mal mit ihm macht, nur weil er eine Freundin hat, die mit ihm nicht kann??

    Zitat

    Umgekehrt hätte sich das mit dem Exfreund deine Mutter in seiner "Anwesenheit" sparen können. Ich hätte es dir mal am Telefon persönlich gesagt, aber vermutlich nicht da gepostet. Seine Reaktion darauf war allerdings echt kindisch.

    Das war doch ein Gruß an alle. Sie kann ja schlecht jeden anrufen. Mir würde das auch tierisch auf den Zeiger gehen, wenn man nicht mal einen "Gruß an alle" schicken kann, nur weil sich wieder einer pikiert fühlt, weil Ihm der Absender nicht passt.

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    Wenn er damit nicht klar kommt ist es sein Problem, nicht meins."

    Also deine Mutter richtet ganz unschuldig einen Gruß deines Ex-Freundes in der WA-Gruppe aus? Ja klar :=o Würde meine Mutter ganz sicher nicht machen, auch wenn sie Vorbehalte meines aktuellen Freundes gegen meinen Ex doof fände. Und für deinen Freund ist es ja nun auch kein Problem mehr, nachdem er aus der Gruppe ausgetreten ist. Aber anscheinend für deine Mutter, wie auch die Kompromisse, die ihr ausgehandelt habt, offenbar ein Problem für sie sind.


    Nach meiner Erfahrung geht eine Beziehung zwischen einem Familienmenschen und einem der mit Familie eher wenig bis gar nichts am Hut hat selten länger gut. Und meist ist es die Familie, die es nicht packt, wenn ein Dritter sich da nicht eingliedern möchte.