Solche Familienkonflikte sind meines Erachtens immer von beiden Seiten recht gut nachvollziehbar, und es ist etwas kurz gedacht, die "Schuld" dafür einseitig bei der (Schwieger)Mutter oder dem sich unbehaglich fühlenden Partner zu suchen. Die Situation ist nur ein Symptom für etwas, was mit der Partnerschaft an sich zu tun hat; hier gilt es genauer hinzusehen.


    Wo Liebe wohnt, gibt es auch wohlwollende Kompromisse und nötigt keiner dem anderen seine Position auf. Ebenso braucht an Weihnachten nicht "bewiesen" zu werden, wer wichtiger ist, besteht die ganze Feierlichkeit schließlich aus mehreren Tagen.


    Es würde sich doch anbieten, Heiligabend als Paar liebevoll zu begehen, und an den Feiertagen kann z.B. jeder seine eigenen Angehörigen besuchen.

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    Ich bin nicht auf Seiten deiner Mutter. Ich denke mal, dein Freund möchte keinen innigen Kontakt und durch ihr Verhalten legt sie doch ganz klar den Finger immer tiefer in die Wunde. Er möchte halt nicht und man sollte ihn auch nicht zwingen.


    Würde meine Mutter meinen Partner zum Psychologen schicken wollen, würde ich ziemlich angepisst sein. Mir würde es völlig auf den Geist gehen, wenn ich ständig Vorwürfe zu hören bekäme.

    :)^


    Außerdem:

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    "So ein Kindergarten, ich muss mir nicht überlegen müssen was ich vor deinem Freund sagen kann und was nicht. Wenn er damit nicht klar kommt ist es sein Problem, nicht meins."

    Plump und rücksichtslos!


    Mir so einer Person würde ich auch nichts zu tun haben wollen. :|N

    Mir kommt in dieser Schilderung auch eher die Mutter intrigant vor! So, als ob sie - bewusst oder unbewusst - gegen die Beziehung arbeiten würde, nur weil sie meint, dass die Tochter auf ewig die Konventionen der Herkunftsfamilie über alles stellen sollte.

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    Also deine Mutter richtet ganz unschuldig einen Gruß deines Ex-Freundes in der WA-Gruppe aus? Ja klar :=o

    Seh ich auch so, ist aus meiner Sicht eher eine bewusste Provokation als schlicht ein unschuldiger netter Gruß. Sie findet den jetzigen Freund doof weil er ihr ins Familiengefüge pfuscht, fand den Ex vermutlich viel besser und stichelt jetzt das sie immer noch so nen tollen Kontakt zu dem Ex hat und die Tochter sich so nen "Deppen" angelacht hat der sie von der Familie "isoliert".

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    und stichelt jetzt das sie immer noch so nen tollen Kontakt zu dem Ex hat und die Tochter sich so nen "Deppen" angelacht hat der sie von der Familie "isoliert".

    Ich glaube, den Punkt sollte man nicht ausser acht lassen. Vielleicht steckt ja ein Ziel dahinter (von Mutter oder Freund)?


    Man kann es nicht allen recht machen und jeder hat immer etwas zu meckern >:( . Finde einen guten Kompromiss und gib nicht so viel auf das Geschwätz von anderen. Lass Dir von Deinem Freund nicht Dein Band zur Familie zerstören. Und lass Dir von Deiner Familie nicht das Verhältnis zu Deinem Freund beeinträchtigen. Sei wachsam, damit Du nicht plötzlich von einer Seite isoliert wirst. Aus Deinen Schilderungen habe ich das Gefühl, Dein Freund reagiert etwas seltsam. Zu dem geschilderten WhatsApp-Fall kann ich nur sagen: ich bin der gleichen Meinung wie Deine Mutter. Ihre weiteren Aussagen finde ich allerdings gewagt.


    Dein Partner ist zwar fast 40, aber auch in dem Alter kann man(n) sich noch entwickeln. Und gerade in dem Alter sollte man ein Gespür entwickelt haben, was wichtig ist. Und man sollte genug Fähigkeiten entwickelt haben, um regelmäßig gesellschaftliche Kontakte zu pflegen.

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    Und man sollte genug Fähigkeiten entwickelt haben, um regelmäßig gesellschaftliche Kontakte zu pflegen.

    Man muss den Kontakt aber auch nicht weiter pflegen als unbedingt notwendig. Wenn ich merken würde das die Familie meiner Partnerin mich absolut nicht mag und versucht zu sticheln und zu provozieren dann würde ich den Kontakt zu denen auch meiden wo es nur geht. Es spräche in so nem Fall ja auch nix dagegen das meine Freundin alleine zu irgendwelchen Feiern fährt, sowas muss halt nur geklärt werden und in dem Rahmen sollte auch geklärt werden das eventuelle Lästereien (die dann mit Sicherheit kämen) unterbunden würden.

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    Ebenso braucht an Weihnachten nicht "bewiesen" zu werden, wer wichtiger ist, besteht die ganze Feierlichkeit schließlich aus mehreren Tagen.

    Na das kann aber ganz schön in Stress ausarten – meine Eltern, deine Eltern und irgendwann kommen dann auch noch die erwachsenen Kinder und Enkel dazu.


    Zu bestimmten Anlässen gehört es sich einfach, auch mal an unliebsamen Veranstaltungen teilzunehmen. So lange kann man seinen Unmut auch mal zurückhalten. Die ganze Posterei ist in meinen Augen einfach nur Kinderkram. Da sollte man drüber stehen.

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    aber ich spinne mal weiter: wie ist das wenn dann Kinder dazu kommen?

    Könntest Du nicht auch ohne den Vater des Kindes deine Mutter besuchen?


    Da ich auch nicht so dicke mit meiner Schwiegermutter war, bin ich eben nur wichtigen Anlässen wie Feiern mit gefahren. So zwischendurch hat mein Mann dann allein mit den Kindern die Großeltern besucht. Das war für alle Beteiligten überhaupt kein Problem.


    Wenn man eine neue Familie gründet, tritt die Ursprungsfamilie nach und nach meist automatisch etwas in den Hintergrund.

    Ich kenne so eine Situation sehr gut. Einen introvertierten, tendenziell überempfindlichen Ehemann und eine tendenziell übergriffige vereinnahmende Mutter. Was nicht heißt, dass sie nicht jeweils sehr liebenswerte Menschen sind, nur konnten sie miteinander nicht.


    Letztlich habe ich keine wirklich gute Lösung für das Problem gefunden, es gab jahrelang mehr oder weniger ausbalancierte Kompromisse und das Problem hat sehr zum scheitern meiner Ehe beigetragen.


    Aus heutiger Sicht würde ich sagen, schau mehr auf dich selber. Im Moment versuchst du, Kompromisse zu machen, die jeweiligen Bedürfnisse und Grenzen deiner Lieben zu berücksichtigen. Wenn du in dich selbt hineinhorchst, was willst du eigentlich wirklich? Wie wichtig sind dir Familienfeiern und der enge Kontakt zur Familie? Ist es dir selber, wenn du ehrlich bist auch zu viel und du machst um des lieben Friedens mit? Oder bst du ein Mensch, der es braucht, in ein lebendiges und enges Familiensystem eingebunden zu sein? Oder willst du das jeweils aus der Situation oder Stimmung heraus entscheiden? Versuch dein Ding zu machen, authentisch zu sein, dann ist die Chance am größten, dass die Menschen, denen wirklich etwas an dir liegt damit klarkommen und sich die Situation klärt.

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    Er möchte halt nicht und man sollte ihn auch nicht zwingen.

    Gegen so etwas bin ich super-allergisch. Nur, weil jemand was nicht will, heißt das nicht, dass er es nicht trotzdem tun muss, vor allem, wenn es darum geht,


    1. die Frau, mit der man zusammenlebt und die man liebt, glücklich zu machen und


    2. sich in ein Familiengefüge einzufinden und Harmonie zu schaffen.


    Was macht denn mehr Wind:


    wenn er sich herabläßt und zur Feier geht oder wenn er sich weigert und es dann überall Stress deswegen gibt? Dann hat doch lieber nur er Stress, denn er hat ja da keine Lust drauf - warum sollen das die anderen ausbaden? Im Grunde genommen ist so etwas ein Witz:


    man möchte jemanden um sich haben, das ist doch per se nett. Und derjenige ist beleidigt, weil man ihn so gern hat, dass man ihn dabeihaben möchte. :|N

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    "So ein Kindergarten, ich muss mir nicht überlegen müssen was ich vor deinem Freund sagen kann und was nicht. Wenn er damit nicht klar kommt ist es sein Problem, nicht meins."

    Ja ich finde da hat deine Mutter recht, das ist auch nicht plump oder frech.


    Sie hätte die Grüße vielleicht nicht gerade in die Gruppe schreiben müssen, aber deshalb eine Gruppe verlassen? Meine Güte %-|


    Alles was sie danach gesagt hat, finde ich persönlich aber wieder unverschämt. Den Freund der Tochter zum Psychologen schicken wollen, wegen diesen Kleinigkeiten? Nicht nett.


    Dein Freund, der sich anstellt wegen ein paar Familienfeiern im Jahr? Nervig!


    Dein Freund der von dir den Kontaktabbruch wegen sowas verlangt? UNMÖGLICH!

    LadyEmi


    Du hast nun viele verschiedene Sichtweisen gelesen, und ich denke, wenn ich mich in Dich rein versetze bringt Dich das im Moment nicht wirklich weiter. Jeder von uns lässt zum Teil eigene Probleme und Handlungen im Kommentar mit einfließen.


    Mein Rat wäre, such das Gespräch mit der Ma noch einmal in Ruhe. Da Du sie als Hauptakteurin eurer problematischen Situation benannt hast, scheint sie die richtige Ansprechpartnerin dafür zu sein.


    Frage sie, ob es grundsätzliche Probleme mit Deinem Freund gibt, die in seiner Persönlichkeit liegen. Oder, ob es 'nur' speziell an seiner Art des weniger innigen Umgangs zu Deiner Familie liegt, dass jetzt Spannungen zwischen euch aufgetreten sind.


    Mach allerdings auch deutlich, dass ihr als Paar eigene Sichtweisen und Bedürfnisse habt, die nicht immer 1 zu 1 konform mit den Wünschen Deiner Herkunftsfamilie sein müssen.


    Ich halte es mit meinen erwachsenen Kids so, dass ich sie im Vorfeld von Feiertagen frage, wie sie geplant haben. Wenn als Antwort kommt, wir sind unterwegs, verreisen oder ähnliches kann ich das akzeptieren. Mir ist bewusst, dass sich jeder über zusammenliegende freie Tage freut und diese auch mal für die eigene Erholung nutzen mag.


    Wenn eine Familie größer wird, Kinder ins Erwachsenenalter gehen, eigene Familien gründen ist es für mich normal, nicht alle Wünsche und Bedürfnisse unter einen Hut zu kriegen. Hier sollte man in der Lage sein zurückzustecken und die eigenen Erwartungen angemessen runter schrauben.


    Es gibt außerhalb der Feiertage soviel andere Möglichkeiten sich zu sehen und gemeinsame Zeit zu verbringen. Man muss es nicht explizit an Feiertagen festmachen, sich zu zeigen wie sehr man miteinander verbunden ist. Das spürt man, wenn es authentisch ist auch außerhalb solcher Feierlichkeiten, oder?


    Bitte Deine Mutter darum nicht weiter Sand ins Getriebe zu bringen, und auf Vergleiche und Grüße vom Ex im Beisein Deines Partners zu verzichten. Allerdings wäre es im Gegenzug von Deinem Partner eine schöne Geste, wenn er selbst keine weiteren Gräben zu Deiner Familie zieht und lernt auch mal Fünfe grade sein zu lassen.

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    Die Familie hat aus meiner Sicht ins Innenverhältnis der Beziehung illegitim hineinzupfuschen versucht, indem Druck auf die Threaderöffnerin aufgebaut wurde, um zukünftig eine Anwesenheit des Freundes zu erzwingen.

    Ich denke nicht, dass sie die Anwesenheit des Freundes erzwingen wollten, sie fanden es eher schade, dass die TE dadurch weniger present bei den Feiern war. Nicht nur weniger, als die Familie es wollte, sondern auch weniger, als es der TE lieb ist.

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    Gegen so etwas bin ich super-allergisch. Nur, weil jemand was nicht will, heißt das nicht, dass er es nicht trotzdem tun muss, vor allem, wenn es darum geht,


    1. die Frau, mit der man zusammenlebt und die man liebt, glücklich zu machen und


    2. sich in ein Familiengefüge einzufinden und Harmonie zu schaffen.

    Ich sehe das etwas anders. Ich "muss" gar nichts und ich habe auch nicht jedes mal Lust, stundenlang auf irgendwelchen Familienfeiern von meinem Freund zu gehen. Es gibt Feste, da geht man lieber hin und bleibt dann auch länger dort. Dann gibt es aber noch andere Treffen, zu denen ich weniger gern gehe und sollte ich einmal überhaupt keine Lust haben, bleib ich lieber zuhause. Ich persönlich kann nicht so tun, als hätte ich Spaß und einen auf netten Small-Talk machen, wenn ich in Wirklichkeit tausendmal lieber gerade wo anders wäre. Somit fällt dann für mich auch Punkt 2 flach, da ich durch Zwang keinerlei Harmonie schaffen kann.


    Mein Freund weiß, dass ich manche Besuche ihm zuliebe abstatte, bei anderen Feierlichkeiten aber sehr gerne und "freiwillig" dabei bin. So passt das für uns beide und niemand muss sich zu sehr verstellen :)z