Alkalisierung des Urins mit Natron und weiteren Mitteln

    Guten Tag,


    ich war bestürzt zu lesen, wie viele das gleiche Problem haben wie ich.


    Ich habe meines inzwischen recht gut im Griff und behandle seit einigen Jahren gelegentlich noch auftretende BEs mit Bärentraubenblättern und Alkalisierung des Urins.


    Das mache ich folgendermaßen:


    Daueralkalisierung: Ernährung mit viel alkalisierende pflanzlichen Nahrungsmitteln. Was ich weglasse: sämtliche Zusatzstoffe (koche immer frisch) und Salz beschränke ich ziemlich.


    Außerdem sämtliche Genußmittel: Kaffee, Tee, Alkohol, Schokolade.


    Was ich einschränke: Eiweiß. Das entweder als Miniportiönchen Fleisch (keine Wurst) oder Fisch (besser) oder durch geschickte Kombination pflanzlicher Nahrungsmittel oder z.B. Ei plus Kartoffeln (Standard aus der Nierenschondiät).


    Was ich esse und trinke: Wasser ohne Kohlensäure, grünen japanischen Tee in großen Mengen. Harntees.


    Tritt eine BE auf, alkalisiere ich den Urin noch stärker und setze Arctuvan (soll keine Werbung sein, jemand anders nannte das schon, hoffe, es ist ok) ein.


    Das geht seit Jahren gut so, und ist eigenständig zu machen.


    Ich hoffe, jemandem vielleicht noch eine Anregung geben zu können.


    LG


    Aliette

  • 23 Antworten

    Habe ähnliche Erfahrungen

    Liebe Aliette,


    das ist sehr interessant, was Du schreibst.


    Mir empfahl mein Urologe ähnliches. Das allerdings nach langem Hin und Her und mit einem Gesichtsausdruck, der sagte: Ich halt nicht viel davon, du wirst schon sehen...


    Er zitierte seinen Vater, der auch Urologe war, und mit dem er sich immer gestritten habe. Sein Vater habe immer gesagt, Alkalisierung würde im Bereich der Harnwege fast alle Beschwerden lindern. Er sagte auch, dass man zu Beginn des 20. Jh. Alkalisierung sogar vor Operationen einsetzte, um die Abwehrkräfte und die Heilungskräfte zu verbessern.


    Mein Urologe hielt von diesen Lehren seines Vaters gar nichts und zitierte sie mir nur, weil ich so insistierte und von dem Ansäuern des Urins gar nichts mehr wissen wollte.


    Ich habe probiert, was er sagte, und fand, dass es auch bei mir super gut wirkte: Das ständige Brennen in Blase und Harnröhre ist jetzt, nach mehreren Monaten dieser Behandlung, fast weg.


    Ich bin glücklich und freue mich, dass vielleicht mein Urologe, dem ich davon berichtet habe, seinen Frieden mit seinem Vater schließen wird...


    Was mir noch unklar an Deinen Erfahrungen ist: Warum verzichtest Du auch auf Schokolade?


    Liebe Grüße


    deep-green

    Alkalisieren ist absoluter Quatsch.


    Bakterien verursachen einen alkalischen Harn und fühlen sich in diesem sehr wohl. Wenn man Infekte vermeiden möchte muß man den Harn ansäuern, also genau das Gegenteil. Saures Milieu vertreibt Bakterien.


    Daher ist unsere Scheide ja auch leicht sauer - ein körpereingener Schutz vor Bakterien, oder um diese einzudämmen.

    absoluter quatsch???

    hallo danyca,


    was Sie da sagen, halte ich nun wieder für absoluten Quatsch.


    Ein Dr. med Zimmermann schreibt in der Zeitschrift "Naturheilweisen", dass Escherichia coli den Urin sauer macht. Was soll da weiteres Ansäuern helfen? Tut bloss weh.


    Dass Coli den Harn sauer macht, leuchtet auch ein, die fressen Zucker, das Abbauprodukt ist Säure. Wie Sie schon richtig sagten, Schokolade und Zucker sind Säurebildner....


    Weiterhin verweise ich auf die sehr interessanten Beiträge der Seite http://www.semmelweis.de


    Gruss


    Deep Green

    E coli ist der häufigste Erreger von Blasenentzündungen. Daher haben E coli in der Blase nix zu suchen. Ich war wegen den blöden E coli schon mit NIerenentzündung im Krankenhaus, die reiningen nicht den Urin. Das kann man in jedem Urologielehrbuch nachschlagen.


    Im übrigen machen E coli den Harn alkalisch, da sie Nitrit bilden.

    Ansäuern hilft nicht

    auch wenn's wirklich fast alle Urologen erzählen.


    Aber die könnten ja ihre Gründe dafür haben.....


    Warum wohl verkaufen sich die Bücher von Angela Kilmartin so gut, die auch Alkalisierung empfiehlt?


    Weil ihre Ratschläge helfen!!!


    Im übrigen gibts ein britisches Mittel zur unterstützenden Therapie bei Harnwegsinfektionen, das alkalisiert: "Cystopurin".


    Sind britische Blasen anders als deutsche?


    Warum wohl hat das wichtigste Harnwegstherapeutikum Arbutin den Anwendungshinweis "nicht in saurem Urin"? Das stünde doch nicht drin, wenn es nicht eine häufige Kondition wäre, vor der es zu warnen gilt.


    Arbutin (Wirkstoff, ggf. in Apotheke fragen) wirkt wunderbar in alkalischem Urin. Hochdosiert lassen sich damit selbst schwere Harnwegsinfekte therapieren. Das kann ein Ausweg aus dem Antibiotika-Teufelskreis sein.

    Zitat

    die reiningen nicht den Urin.

    hä???

    Zitat

    Das kann man in jedem Urologielehrbuch nachschlagen. Im übrigen machen E coli den Harn alkalisch, da sie Nitrit bilden.

    Das ist leider Unsinn, wenn es auch häufig zu lesen ist. Coli machen nicht den Harn alkalisch und das Nitrit spielt schon gar keine Rolle dabei. Proteus machen den Harn alkalisch, weil sie den Harnstoff als Futter nutzen. Coli nutzt Zucker und bildet dabei Säure. Das sind die biochemischen Fakten, nachzulesen in Lehrbüchern der Mikrobiologie.


    Grüsse,


    ein aufklärender Urologe


    Ali Alkali

    :-/

    Ehrlich gesagt finde ich es ja fast ein bisschen lustig, wie viele unterschiedliche Meinungen es hier gibt....


    hmmm, vielleicht hilft es ja bei jedem anders.


    danyca, hast du deine Beschwerden in den Griff bekommen? Ich lese immer nur deine vielen Tips ;-)

    NÖ, meine Beschwerden haben aber auch ne ziemlich spezielle Ursache, da ich katheterisiere, also ständig wohl wieder Bakterien in die Blase schleppe.


    Im Moment ignoriere ich Blasenentzündungen so lange, bis ich Fieber bekomme und es auf den NIeren ist. Ja, keine gute Lösung.


    Naja, mein Harn ist jedenfalls bei Infekten, der meist von E coli verursacht wird alkalisch pH 9 bis 10 - also schon alkalisch.


    Im übrigen hat mir teilweise ansäuern mit L-Methionin schon geholfen. Hab im übrigen auch ne Studie zur Verwendung von Vitamin C prophylaktisch gelesen - wissenschaftlich nachgewiesener erfolg. Und Vitamin C ist eine Säure - säuert also an.

    ich kann nur von mir selbst sprechen: jahrelang habe ich auf Anraten meines Arztes den Urin angesäuert - ohne Erfolg. Durch Zufall bin ich dann auf Alkalisierung gestoßen, hab's ausprobiert und es geht mir damit viel besser.

    mit Alkalisierung gehts viel besser

    wie Somoza sagt, weil Alkalisierung die Nieren entlastet, die "Klärwerke" des Körpers.


    Sie habe die Aufgabe, basische Stoffe zurückzuhalten und Säuren auszuscheiden.


    Deshalb macht die Zufuhr von alkalischen Stoffen ihnen die Arbeit leichter.


    E coli wachsen, wie Danyca richtig sagt, in sehr alkalischem Urin gut, ab ca. pH 8. Aber sie wachsen auch sehr gut in sehr saurem Urin mit pH 4,5 bis 5,5. Es gibt eine wissenschaftliche Arbeit, wonach die körperlichen Abwehrkräfte die Bakterienabwehr (vor allem gegen E coli) am besten bewerkstelligen bei einem Harn-pH von 6,5 bis 6,8. Daher hilft es bei Harnwegsinfektionen, diesen pH für einige Tage aufrechtzuerhalten.


    Es kann jeder/m nur empfohlen werden, das auszuprobieren, wofür ja auch Somozas Erfahrungen sprechen.


    Liebe Grüsse


    Ali Alkali, der Urologen-Aufklärer