Antibiotikum in 10/2020 abgelaufen - trotzdem noch wirksam?

    Hallo,


    momentan plagt mich eine Blasenentzündung. In meinem Medikamentenfundus habe ich noch Antibiotikum (Nitrofurantoin 100 mg) gelagert, auf dem das MHD bis 10/2020 ausgewiesen ist. Das MHD bezieht sich ja immer auf den letzten Tag des Monats...... darf ich das noch nehmen und ist davon auszugehen, daß das Medikament noch zu 100% wirkt?


    Danke schon mal Vorab!

  • 23 Antworten

    Bei AB wäre ich sehr vorsichtig, zumal wir ja schon ab Di im Dez. sind.

    Eigenmächtig solltest Du das auch nicht einnehmen. Hole dir einen Termin beim Arzt oder frage ihn ob Du das noch nehmen kannst, sollst.


    Für die Zukunft ein Rat, wenn auch ungefragt. Wenn dir AB verschrieben wird, dann nimm es auch ein oder lehne die Einnahme gleich ab.

    Ich gebe den anderen recht, keine Eigentherapie mit AB. Dennoch wäre ich da schmerzfrei, ich würde es nehmen. Bevor ich mich in ein grippe- und coronsverseuchtes Wartezimmer begebe, würd ichs einwerfen. Ein Monat drüber, egal. Also, MIR wäre es egal.

    Sapient schrieb:

    Bevor ich mich in ein grippe- und coronsverseuchtes Wartezimmer begebe

    Diese Vorurteile überall. %-|

    Vielen Dank für Eure Antworten!

    Fizzlypuzzly schrieb:

    Für die Zukunft ein Rat, wenn auch ungefragt. Wenn dir AB verschrieben wird, dann nimm es auch ein oder lehne die Einnahme gleich ab.

    Ich versuche es erst immer mit den üblichen Methoden wie viel trinken, Cystinol etc. und nehme das AB erst, wenn es für mich unerträglich ist. Des Weiteren bin ich - durch einen zweiwöchigen Horrorurlaub in Italien mit durchgängiger BE trotz Monuril - ein gebranntes Kind und froh, immer ein AB als Notfallmedikament im Koffer zu haben.

    Verhueter schrieb:
    Sapient schrieb:

    Bevor ich mich in ein grippe- und coronsverseuchtes Wartezimmer begebe

    Diese Vorurteile überall. %-|

    Vorurteile. Achso. Grippe und Corona gibt es gerade gar nicht. 😂

    Ich würde idR ja auch dafür plädieren keine Selbstmedikation vorzunehmen. Aber mal ganz realistisch: was macht ein Arzt denn großartig bei einer BE? Ist ernst gemeint, ich hatte erst eine vor Jahren. Der Arzt hatte n Urinstick genommen, damit getestet und AB verschrieben.. das war jetzt keine diagnostische raketenwissenschaft.

    Sapient schrieb:
    Verhueter schrieb:
    Sapient schrieb:

    Bevor ich mich in ein grippe- und coronsverseuchtes Wartezimmer begebe

    Diese Vorurteile überall. %-|

    Vorurteile. Achso. Grippe und Corona gibt es gerade gar nicht. 😂

    Sehe ich auch als ein Vorurteil. Ich war jetzt nicht selten bei Ärzten in den letzten Monaten und alle haben das vorbildlich geregelt.


    Früher war das in der Erkältungszeit furchtbar, zum Arzt zu gehen, da wusste man, dass man danach kränker ist als vorher. Aber zur Zeit werden bei uns zumindest Leute mit solchen Symptomen beim Hausarzt in einer separaten Infektionssprechstunde bedient. Da war nie jemand der gehustet oder geniest hätte. Bei den Fachärzten bei denen ich war, war auch immer ein ziemlich leeres Wartezimmer, wenn man nicht sogar direkt ins Sprechzimmer gesetzt wurde (manche haben das Wartezimmer ganz geschlossen und organsieren scheinbar aufeinmal ihre Termine viel besser).


    Also ich finde Arzttermine seit Corona angenehmer als vorher .... Ich habe mehr Sorgen beim Einkaufen infiziert zu werden als beim Arzt.


    Aber ich kann natürlich nicht für alle Ärzte, bundesweit, sprechen, nur für die kleine Stichprobe meiner Ärzte. Da hat sich wirklich viel geändert.

    Sehe ich auch so. In Arztpraxen, wo ich war, war immer schon an der Praxistür ein Zettel mit Aufdruck, wo man gebeten wurde, bei geringsten Anzeichen von Erkältungssymptomen die Praxis nicht zu betreten sondern gezielt deshalb vorher anzurufen.


    Beim Zahnarzt ist es so: schon an der Tür Händedesinfetionsmittel, danach sofort eine Lösung, mit der man auf dem WC den Mund auszuspülen bzw den Rachen zu gurgeln hat.

    tiramisu01 schrieb:

    Ich würde idR ja auch dafür plädieren keine Selbstmedikation vorzunehmen. Aber mal ganz realistisch: was macht ein Arzt denn großartig bei einer BE? Ist ernst gemeint, ich hatte erst eine vor Jahren. Der Arzt hatte n Urinstick genommen, damit getestet und AB verschrieben.. das war jetzt keine diagnostische raketenwissenschaft.

    Sehe ich genauso.

    Ich war im Sommer zwei Mal wegen BE beim Doc - er hat einen Urintest gemacht, der war leicht auffällig, beim ersten Mal hab ich Monuril bekommen. Nächstes Mal das gleiche Spiel - Urintest, leicht auffällig. Da Monuril anscheinend nix gebracht hat, hat er mir was anderes verschrieben. (Furatandin oder so?) Ich hab's sogar (Auf Anraten des Arztes!) noch einige Tage nur mit Trinken und so probiert, dann Zuhause nen Urintest gemacht, immer noch auffällig - und das AB genommen.


    Von dem AB habe ich übrigens auch noch Tabletten Zuhause. Weil ich sie für 5 Tage 2x nehmen sollte, die kleinste Packung aber 20 Tabletten beinhaltet. Entsprechend liegen noch 10 Tabletten rum - die ich genaugenommen also ja nächstes Mal nehmen könnte...

    (Das mal so als Hinweis, wieso AB Zuhause haben nicht unbedingt bedeutet, dass man es nicht nach ärztlicher Anweisung eingenommen und/oder vorher abgebrochen hat.)

    Ich halte mich medizinisch schon für relativ fit - aber ich würde mir bspw. nicht zutrauen zu entscheiden, ob das noch vorhandene AB wirklich passt. Meine HÄ versucht auch immer (solange kein sichtbares Blut im Urin ist, also wenn nur der Stick was anzeigt), das AB herauszuzögern. Legt aber SOFORT eine Kultur an und verschreibt dann das passende AB.


    Und wenn ich überlege, wie viele verschiedene AB ich schon hatte (insgesamt selten, aus Gründen aber eben doch einige Male)... Wenn das noch vorhandene AB von einer vorherigen BE passt... tja... vielleicht riskieren. Und dann, wenn es nicht reicht/wirkt? Wäre mir zu heikel - und meine HÄ würde mir tendenziell ins Gesicht springen über das eigenmächtige Handeln.


    Und bzgl. Arztpraxen:

    Ich habe in den letzten Wochen einige von innen gesehen... alles vorbildlich, alles unter Berücksichtigung der langen Regeln, die Praxen zu befolgen haben.

    Bzgl. "Termine besser organisiert": Nein. Viele Praxen fahren momentan einfach mit viel weniger Auslastung. Meine HÄ kann reguläre Kontrolltermine erst in 6 statt wie sonst in 3 Monaten anbieten, weil sie fast halbiert hat und auch viel für Akutpatienten frei lässt. D.h. da wird es teilweise terminlich problematisch und das Einkommen schwindet auch. Meine Augenarzt fährt nur noch mit 60% Auslastung und Termine gibt's ab Juni wieder.

    Wegen Corona jetzt nicht zum Arzt zu gehen und eine Nierenbeckenentzündung zu riskieren: Keine gute Idee.


    Beim Hausarzt ist es auch nicht gefährlicher als im Supermarkt.