Blasenentzündung, Blinddarm oder doch etwas anderes?

    Hallo liebe Forengemeinde,


    ich brauche mal euren Rat. Kurz zur Vorgeschichte:


    Ich bin 34 Jahre alt, weiblich und hatte im Mai einen Magen-Darm-Infekt. Bei der Kontrolle wurde auch Urin getestet mit dem Ergebnis, dass sich rote und weiße Blutkörperchen sowie Eiweiß im Urin befinden. Nicht dramatisch, ich sollte viel trinken. Nach 2-3 Tagen hatte ich jedoch das Gefühl, dass ein Fremdkörper in meiner Blase steckt. Es war ein sehr unangenehmes Ziehen. Daraufhin bekam ich Cystinol verschrieben, Kultur blieb unauffällig, keine Symptome mehr, also auch keine Nachkontrolle, alles super. Nun bekam ich am Donnerstag so einen Druck auf den Nieren und hab mir zunächst nichts weiter gedacht. Am Freitag dann das böse Erwachen: Starke Schmerzen in der rechten Flanke, in der rechten Leiste, Übelkeit und Schwindel. Also wieder zum Arzt. Urin auffällig, wieder rote und weiße Blutkörperchen drin, Ultraschall, rechte Niere leicht, aber "nicht signifikant" (so war der Ausdruck des Arztes) gestaut, linke Niere unauffällig. Also habe ich Fosfomycin verschrieben bekommen, sollte ich dann nehmen. Leider habe ich dies nach zwei Stunden wieder erbrochen (das Zeug lag einfach schwer im Magen!) . Die Nierenschmerzen verschwanden zwar, aber der Schmerz in der Leiste blieb und wurde schlimmer (das kann mein subjektives Empfinden sein, da die Nierenschmerzen alles überschattet haben). Also den Bereitschaftsdienst gerufen und die Situation erklärt. Sehr netter Arzt, hat ein bisschen auf mir rumgedrückt und meinte, es könne der Blinddarm sein, also lieber ins KH. Gesagt, getan. Der Urin gestern Abend (also nur wenige Stunden nach dem Arztbesuch) war völlig in Ordnung, was mir schleierhaft war. Der Arzt machte einige Tests, u. a. auf meinem Bauch rumklopfen und rumdrücken. McBurney-Test positiv, kein Loslassschmerz, kein Schmerz beim Hochheben des Beins. Im Ultraschall war der Wurmfortsatz nicht darstellbar, was wohl gut ist. Leukozyten bei 17.000, CRP bei 20. Dies war für mich nicht verwunderlich bei einer zuvor diagnostizierten Nierenbeckenentzündung. Ich sollte im KH bleiben, sie wollen mich sofort operieren, Blinddarm raus. Damit war mich nicht ganz wohl und ich bin nach Hause, natürlich unter der Voraussetzung, dass ich sofort wiederkomme, wenn es sich verschlimmert und mich auf jeden Fall am nächsten Tag, also heute, um 9.15 Uhr nüchtern wieder in der Aufnahme einfinde. Das habe ich getan. (Heute ist dann auch der zweite Tag ohne Essen, ich knabber bald die Schwestern an. ;-D)

    Der Oberarzt kam, sagte mir, wie unverantwortlich ich gehandelt hätte und drückte nun auch wieder auf meinem Bauch rum. Wäre nicht akut genug, soll zur Beobachtung bleiben. CRP hat sich auf 25 erhöht, Leukos sind wieder im Normbereich (9000). Ich hab dann gefragt, ob sie den Blinddarm nicht rausholen wollen, da ich ja unverantwortlich gehandelt hab und es ja dann doch irgendwie akut sein muss. Nein, Beobachtung. Okay. Nun bin ich auf Station und konnte nicht mehr richtig pinkeln. Flankenschmerzen, Leistenschmerzen, also wollten sie mir einen Katheter legen. Ich habe darauf bestanden, dass der Urin noch einmal getestet wird und dass mir kein Katheter gelegt wird, bevor die Ursache nicht gefunden ist. Also Ultraschall, Urintest (das Ergebnis habe ich noch nicht), Urin war sehr trüb und flockig. Die Schmerzen treten übrigens nur bei Bewegung auf und haben sich tendenziell etwas verbessert.


    Nun wurde mir gerade gesagt, dass ich noch ein paar Tage bleiben soll, weil man ja nicht weiß, was es ist. Mir geht es sonst aber gut, kein Fieber, wenig Schmerzen, Pipi machen geht etwas besser. Der Arzt sagte mir, man würde den Blinddarm nicht rausnehmen, weil man nicht unnötig operieren will, aber wenn es Montag nicht besser ist, würde man mich "mal aufschneiden und gucken, was da los ist". :-o Ich will mich nicht aufschneiden lassen, nur um zu gucken, was da los ist! Wozu gibt es CT, MRT und Ultraschall?


    Die Schmerzen treten übrigens nur bei Bewegung, insbesondere beim Bücken oder anziehen bzw. ausstrecken des Beines auf. Oder wenn man halt auf die Blase oder die rechte Seite der Leiste drückt.


    Hatte so etwas jemand schon mal und kann mir berichten, was es war? Und ist es der richtige Weg, mich zu operieren, nur um zu sehen, was da los ist?


    Ich fühle mich ehrlich gesagt nicht ganz wohl hier und überlege, ob ich morgen nach Hause gehe und einen Urologen oder ein anderes Krankenhaus aufsuche. Das wäre natürlich blöd, wenn der Blinddarm wirklich entzündet wäre, was für mich aber wenig plausibel ist bei der Symptomatik (hier lasse ich mich gern eines Besseren belehren).


    Entschuldigung für den langen Text und danke für eure Hilfe! @:)

  • 26 Antworten

    Ist man schon auf die Idee gekommen, Nierensteine zu vermuten, die dann abgehen?


    Ich habe das immer wieder mal wieder und kann dann ganz genau sagen, wo sie auf dem Weg von der Niere über die Leiste abgehen, bei Bewegung kommen die in Wallung, dann hat man auch Schmerzen in dem Bereich, bis das Steinchen ausgeschieden ist.


    Man hat dann natürlich durch das Langschrammen im Harnleiter blutigen Urin, Leukos können auch sein....

    Danke für deine Antwort!

    Das war meine Vermutung, die habe ich auch genannt. Im Ultraschall war heute nichts sichtbar, ich weiß nicht, ob man die Steinchen zwingend sehen muss. Es tut schon in der Nähe des Blinddarms weh und es tut sehr weh, wenn man auf die Blase drückt. Der Schmerz zieht geradewegs in die Nieren, deswegen war meine Vermutung auch, dass es etwas urologisches sein könnte. Ich denke halt, wenn es der Blinddarm wäre, würde man es im Ultraschall und an den Blutwerten sehen und vermutlich wäre es auch schon schlimmer. Blut im Urin habe ich scheinbar nicht bei jedem Mal. Vorhin war der Urin orange, jetzt gerade ist er wieder okay gewesen. Ich habe auch das Gefühl, dass das "Spülen" ganz gut hilft, das kann aber auch ein Trugschluss ein, da ich aktuell Paracetamol bekomme.


    Wie fühlt sich der Schmerz bei Nieren-/Blasen-/Harnleitersteinen an? Ziehend? Strahlt der aus? Müsste ich in Ruhe auch Schmerzen haben?

    Bei mir passiert das gerne nach dem Essen von Spinat, von Rhabarber, Stachelbeeren, dass ein Steinchen so etwas löst....


    Allerdings habe ich schon seit 63 Jahren keinen Blinddarm mehr, das kann ich definitiv ausschließen....

    Ich würde meinen Blinddarm grundsätzlich gern noch ein paar Jahre behalten. X-\


    Wie fühlt sich das an, wenn sich so ein Stein löst?

    Zitat

    Wie fühlt sich das an, wenn sich so ein Stein löst?

    Man fühlt da nüschte, wenn es ein kleiner Stein ist. Große machen eben Nierenkoliken.


    Und wenn ich schreibe, kleine Steinchen machen genau das, was D U auch beschreibst, was genau verstehst du daran nicht?


    Genau so fühlt es sich eben an. Zumindest bei mir mit den gleichen Folgen. Man hat Blut im Urin, Leukos.... Kann sich bei Bewegung verstärken und dann ist auch wieder Ruhe zwischendurch oder Monate lang....


    Deshalb ja die Frage, ob man auf die Idee gekommen ist, da auf Nierensteinchen zu vermuten.


    Blinddarm ist auch nicht so einfach zu diagnostizieren, nicht immer sind Werte da aus der Norm, bei meiner Tochter wurden Reizungen immer nie als solche diagnostiziert. Erst als der Blinddarm kurz vor dem Platzen war.... Sie hatte einen Kotstein darin.... Und nicht erst seit gestern....

    BenitaB. schrieb:
    Zitat

    Wie fühlt sich das an, wenn sich so ein Stein löst?

    Man fühlt da nüschte, wenn es ein kleiner Stein ist. Große machen eben Nierenkoliken.


    Und wenn ich schreibe, kleine Steinchen machen genau das, was D U auch beschreibst, was genau verstehst du daran nicht?

    So habe ich das nicht verstanden, entschuldige bitte. @:)


    Ich bin mittlerweile wieder zu Hause. Der Arzt ging nun von einem schweren Harnwegsinfekt mit Beteiligung der Nierenbecken aus, ich soll morgen noch einmal zum Hausarzt und dann schnellstmöglich zum Urologen.


    Das mit dem Blinddarm hat der Arzt mir auch erklärt, dass er mich nur vorsichtshalber dagelassen hat, weil eine Blinddarmentzündung ein "Chamäleon" wäre. Aktuell bin ich glücklicherweise schmerzfrei, es fühlt sich alles nur noch sehr gereizt an, aber nicht schmerzhaft.


    Danke für deine Hilfe, scheinbar hab ich mit meinem Bauchgefühl ja nicht allzu falsch gelegen.

    Bei einer akuten Nierenkollik bist du nicht in der Lage, hier zu schreiben. Die Schmerzen werden von den Patienten als unerträglich beschrieben. Das C reaktive Protein - CRP ist der wichtigste Entzündungswert, eine Erhöhung spricht für eine Entzündung im Körper. Der Wert sollte zeitnah kontrolliert werden. Es gibt noch andere Antibiotika, die eventuell für dich besser verträglich sind. Bei einer Appendizitis kann es zu Übelkeit, Erbrechen und erhöhter Temperatur kommen. Hast du Fieber? Ansonsten wäre eine Computertomografie durchaus sinnvoll. Ich wünsche dir gute Besserung!

    Ich lese gerade, du bist wieder zu Hause. Diese Diagnose war mein Gedanke. Hat man dir ein Antibiotikum rezeptiert?

    Hier wird ja der Urologe aufgesucht. Vielleicht kann der Nierengries erkennen....


    Wenn bei mir ein Sternchen abgeht, der Urin blutig ist, wird keine AB verordnet. Mein Urologe sagt, es ist ja eine mechanische Reizung, die die Schmerzen im Harnleiter verursacht, wie eine Schürfwunde. Die Selbstheilungskräfte machen das schon....


    Und der wenige Tage nach Abgang eines Steinchens kontrollierte Urin hat auch keine Auffälligkeiten mehr.


    Bei einer Schürfwunde am Knie nimmt man ja auch kein AB....

    Ich habe mir, da so etwas durchaus öfter bei mir passiert, Teststreifen gekauft, die genau so einen Verlauf auch anzeigen.


    Sollte natürlich zusätzlich Nitrit positiv sein, wären Bakterien (Coli) im Urin. Dann sollte aber eine Kultur angelegt werden, um zu sehen, welches AB in Frage kommt.

    Bei der Entlassung wurde die Diagnose, schwere Zystitis mit Beteiligung des Nierenbeckens, angegeben. Das C reaktive Protein ist erhöht. Daher gehe ich von einer bakteriellen Entzündung aus. Es folgt zunächst morgen eine Konsultation des Hausarztes. Dieser wird den Urin sicherlich nochmals kontrollieren und ggf. ein Antibiotikum rezeptieren. Selbstheilungskräfte zweifle ich bei solchen Erkrankungen stark an, genau wie das Besprechen von Herpes Zoster, zuzüglich der Schulmedizin, das betrifft auch sogenannte Wunderheilungen. Eine Schürfwunde am Knie? Diese sollte gut desinfiziert werden und als oberste Priorität, würde ich den Tetanusschutz überprüfen, reicht eine Auffrischung oder ist eine Grundimmunisierung notwendig ?

    Durch eine schwere Zystitis kann es durchaus zu einer Pyelonephritis kommen. Die Therapie der Schulmedizin lautet dann, das richtige AB und viel Flüssigkeitszufuhr. Die Therapien der Alternativmedizin zu diesen Erkrankungen sind mir nicht bekannt und für mich nicht von Interesse. Wenn ein Patient prophylaktisch rezidivierenden Blasenentzündungen vorbeugen möchte, sehe ich Cranberry Saft als nicht falsch an.

    Hier wird sich etwas aus anderen Beiträgen von mir zurecht gesponnen.


    Ich habe hier geschrieben, wie in meinem Fall mit Abgang von Nierensteinchen vorgegangen wird. Ich erwähnte da auch meine Behandlung beim Urologen. Nix mit mit Besprechen...

    Und weiter schrieb ich, wenn Bakterien vorhanden sind, sollte ein Kultur angelegt werden, mein Urologe würde das so handhaben.


    Hier geht einigen Leuten irgendwie die Fantasie mit ihnen durch....

    BenitaB. schrieb:

    Hier wird sich etwas aus anderen Beiträgen von mir zurecht gesponnen.


    Ich habe hier geschrieben, wie in meinem Fall mit Abgang von Nierensteinchen vorgegangen wird. Ich erwähnte da auch meine Behandlung beim Urologen. Nix mit mit Besprechen...

    Und weiter schrieb ich, wenn Bakterien vorhanden sind, sollte ein Kultur angelegt werden, mein Urologe würde das so handhaben.


    Hier geht einigen Leuten irgendwie die Fantasie mit ihnen durch....

    Du schreibst doch in deiner Antwort von Selbstheilungskräften, oder verstehe ich da etwas falsch? Bezieht sich das auf eine Schürfwunde oder eine Erkrankung? Nicht böse sein, ich kann deine Antworten, bzgl. dem Besprechen von Herpes Zoster nicht tolerieren. Die FS werden verunsichert. Dir ist sicher bekannt, daß eine Gürtelrose auch die inneren Organe befallen kann und eine Post Zoster Neuralgie, neben der Schulmedizin besprechen? Ich würde eher sagen, wenn Pregabalin nicht die gewünschte Wirkung zeigt, wäre eine eingeleitete Schmerztherapie nach dem Stufenschema 1 - 3, eher geeignet dem Patienten zu helfen. Tramal, Tilidin oder btm pflichtige Medikamente.

    Zitat

    Wenn bei mir ein Steinchen abgeht, der Urin blutig ist, wird keine AB verordnet. Mein Urologe sagt, es ist ja eine mechanische Reizung, die die Schmerzen im Harnleiter verursacht, wie eine Schürfwunde. Die Selbstheilungskräfte machen das schon....

    Und wenn wir nicht genau diese Selbstheilungskräfte besitzen würden, dann würden weder Schürfwunden noch blaue Flecken oder sonstwas heilen....


    Zitat

    Nicht böse sein, ich kann deine Antworten, bzgl. dem Besprechen von Herpes Zoster nicht tolerieren.

    Und wieso vermengst du nun alles? Fehlt dir jegliches Denken, was differenzieren kann?


    Ich habe hier nur meinen Urologen zitiert, der sehr darauf bedacht ist, nicht immer nur AB zu verschreiben, wenn es nicht nötig tut, um so auch Resistenzen zu vermeiden.


    Wenn es nötig tut, legt er Kulturen an. Bei kleinen Steinabgängen heilt das eben auch durchaus so....

    Und hier in diesem Falle geht ja eindeutig hervor, dass Bakterien vorliegen.


    Du vermittelst hier den Eindruck, ich würde in diesem Fall Besprechen empfehlen. Komm mal runter.


    In den entsprechenden Posts zu Herpes habe ich geschrieben, man könne dies parallel zur Schulmedizin machen lassen. Dazu stehe ich weiterhin.