Blasenentzündung Tipps zur Selbsthilfe

    In dieser Jahreszeit ist es besonders leicht, sich eine Blasenentzündung einzufangen. Schnell unterschätzt man die Gefahr, die von der kalten Sitzgelegenheit an der Bushaltestelle ausgeht, oder ist anderweitig unvorsichtig. Ist dann noch das Immunsystem geschwächt, haben Bakterien ein leichtes Spiel, es sich in Blase und Harnröhre gemütlich zu machen.


    Erste Symptome


    Draußen ist es nasskalt und dauernd verspüren Sie Harndrang, ohne dass Ihre Blase wirklich gefüllt ist? Außerdem brennt das Wasserlassen? Dies könnten die ersten Anzeichen für eine Blaseninfektion sein. Folgende Tipps können helfen, sie wieder loszuwerden. Zahlreiche natürliche Hausmittel können jedoch Abhilfe schaffen, sodass der Griff zu Antibiotika vermieden werden kann.


    Trinken, trinken, trinken


    Hat man sich erst einmal eine Blasenentzündung geholt, so ist es noch wichtiger als sonst, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dabei werden schädliche Bakterien ausgespült. Empfohlen werden drei Liter Wasser am Tag, am besten mineralstoffarmes oder Mineralwasser ohne Kohlensäure. Denn Kohlensäure kühlt laut chinesischer Medizin die Nieren ab, verringert die Durchblutung und hemmt somit das Ausheilen von Entzündungen. Zusätzlich kann der Genuss diverser Kräutertees helfen, die Beschwerden zu lindern. Obstsäfte (wie etwa Preiselbeersaft, nicht jedoch Zitrussäfte) und Milch sorgen ebenfalls dafür, dass eingedrungene Bakterien schneller ausgespült werden und die Blase widerstandsfähiger wird.


    Welche Teesorten helfen?


    Hilfreich sind alle Tees mit harntreibender Wirkung. Entzündungshemmend wirken vor allem Thymian, Ringelblume oder Wacholder sowie Birkenblätter, Goldrute, Liebstöckel oder der Ackerschachtelhalm. Schafgarbe, Hauhechel und Käsekraut gehören ebenfalls zu den Kräutern, die den Harndrang anregen. Oft wird auch zu Bärentraubentee geraten. Die Blätter dieser mit der Preiselbeere und der Heidelbeere verwandten Pflanze desinfizieren den Harn und verringern so die Zahl der Krankheitserreger.


    Beachten Sie bei diesem Tee jedoch die lange Einwirkzeit von sechs bis zwölf Stunden! Auch ist er nur wirksam, wenn Ihr Urin alkalisch ist. Essen Sie dazu überwiegend Gemüse, Kartoffeln und Früchte! Fertige Nieren- und Blasentees oder Mittel in Tropfenform sollten jedoch nur in begrenztem Maße eingenommen werden. Ratsam sind nicht mehr als drei bis vier Tassen täglich, wobei eine Dauer von ein bis zwei Wochen nicht überschritten werden sollte.


    Schwangere sollten auf die Einnahme mancher Kräuter (beispielsweise Bärentraube) aufgrund ihrer wehenfördernden Wirkung besser ganz verzichten!


    Weitere Tipps im Überblick


    Meiden Sie Alkohol, Koffein und gewürzhaltige Speisen, da sie irritierend auf die Blase wirken. Ernähren Sie sich vorübergehend salzlos und begrenzen Sie die Eiweißzufuhr. (Verzichten Sie deshalb weitgehend auf Fleisch.)


    Meerrettich: Nicht nur als Gewürz erfüllt er seinen Zweck, auch eine antibiotische Wirkung wird ihm zugesprochen. Dazu reiben Sie ihn klein, mischen ihn zu gleichen Teilen mit Honig und nehmen dreimal täglich einen Esslöffel davon. Meerrettich in Pastenform geben Sie vor dem Trinken zu warmer Milch.


    Apfelessig, mit Wasser oder Kräutern gemischt, reguliert als Tee oder als Sitzbad das Säure-Base-Verhältnis im Urin und hemmt ebenfalls Entzündungen.


    Warme Sitz- und Fußbäder (beispielsweise mit Zinnkraut oder Kamille) fördern die Durchblutung und haben entspannende Wirkung. Auch die gute alte Wärmflasche lindert die Schmerzen. Heublumen-, Leinsamen- oder Fangopackungen erfüllen den gleichen Zweck. Ebenso: Wärmetherapien mit Rotlicht.


    Massagen mit natürlichen Ölen (etwa Teebaumöl) steigern das Wohlbefinden und dienen der Entspannung.


    Leiden Sie an einer akuten Blasenentzündung, so empfiehlt es sich, erst einmal auf Sex zu verzichten. Ansonsten ist es ratsam, nach dem Geschlechtsverkehr die Blase zu entleeren, um mögliche Keime abzutransportieren.


    Was kann ich zur Vorsorge tun?


    Wenn Sie anfällig für Blasenentzündungen sind, sollten Sie keine langen Fahrrad-, Motorrad- oder Reittouren unternehmen.


    Der Harndrang sollte nicht unterdrückt werden. Gehen Sie auf die Toilette, wenn Sie müssen.


    Ziehen Sie sich warm an, um sich vor Unterkühlungen zu schützen.


    Setzen Sie sich möglichst nicht auf kalte Untergründe.


    Frauen sollten nach dem Wasserlassen oder dem Stuhlgang immer von vorne nach hinten wischen. Sonst werden Bakterien leichter verteilt.


    Achten Sie bei der Intimpflege darauf, nur schonende, möglichst unparfümierte Waschlotionen zu verwenden, um das natürliche Gleichgewicht nicht zu stören.


    Für Empfindliche ist locker sitzende Unterwäsche aus Baumwolle besser geeignet als eng anliegende Wäsche aus synthetischen Materialien. Diese begünstigt nämlich das Schwitzen und sorgt so dafür, dass sich Bakterien erst richtig wohl fühlen.


    Stärken Sie Ihr Immunsystem durch eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung. Beckenbodengymnastik, Sauna-Gänge, Kneipp-Kuren und jegliche Form von Entspannung sind ebenfalls hilfreich.


    Generell gilt: Sollten sich die Beschwerden trotz aller Vorsichts-und Selbsthilfemaßnahmen nicht bessern oder sogar verschlimmern, müssen Sie Ihren Arzt zurate ziehen. Das gilt auch, wenn Sie häufiger unter Blasenentzündungen zu leiden haben.

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