Eisensubstitution gerechtfertigt oder Alternativmedizin pur?

    Ich bin alle 6 Monate beim Endokrinologen weil die Schilddrüsenwerte überprüft werden. Dabei wurde nun auch Ferritin ermittelt. Ergebnis: 33 ng/ml bei einem Referenzwert von 30-400. Der Arzt sagte, das sei schon recht tief, und weil ich mich seit längerem ziemlich abgeschlagen fühle hat er mir nahe gelegt, mich an ein "Eisenzentrum" zu wenden.


    Gesagt getan. Beim googlen danach habe ich festgestellt, dass die entsprechende Leistung stets privat abgerechnet wird. Und mir scheint die ganze Sache etwas dubios, weil all die Ärzte an einen Schweizer angeschlossen sind, der die Substitution propagiert.


    Ich bin etwas skeptisch was Alternativmedizin angeht, andererseits klingt es nicht so dumm, was auf deren Seite steht. Und meinen Endokrinologen halte ich auch nicht für von Gestern. Der Kontakt mit dem entsprechenden Arzt hier hat ergeben, dass er mir zu Eiseninfusionen raten würde um den Wert auf mindestens 100, eher größer als 200 zu bringen.


    Hat jemand von Euch Erfahrungen damit gemacht? Mein Hämoglobin sieht gut aus (15 g/dl), deshalb gibt es laut Schulmedizin kein Problem. Allerdings, sagte der Arzt, würde die Schulmedizin trotzdem Eisen substituieren wenn man zB unter Restless Legs leide, und man sei sich über die Wirkung auch noch nicht wirklich klar.

  • 57 Antworten

    Eisen kannst du doch auch ohne ein "Eisenzentrum" substituieren - ich finde dein Ferritin auch ziemlich niedrig, vor allem weil du ja Symptome hast. Das Ferritin ist übrigens das Speichereisen, der Hämoglobinwert wird quasi davon gespeist und ist daher natürlich noch gut. Der Speicher selber wird aber immer leerer mit der Zeit -> Ferritin sinkt. Also Speicher auffüllen! :)^

    Bezüglich der Infusionen ist das Argument, dass das Auffüllen mit Tabletten für viele Leute nicht verträglich ist und vor allem Ewigkeiten dauert. Mir wäre auch lieber, ein paar (wenn ich es richtig verstanden habe vielleicht 2-3) Infusionen zu bekommen als täglich Tabletten zu nehmen.

    Solange der Hämoglobin-Wert in der Norm ist, also keine reguläre Anämie vorliegt, und ja auch der Ferritin-Wert im Normbereich liegt (und ich keine Restless Legs habe ;-D) macht die Krankenkasse und damit auch der Hausarzt gar nichts, wenn ich das richtig verstanden habe, das ist ja der Knackpunkt

    Ich glaub preislich liegt die Geschichte eher bei 200-400. Ich dachte bisher auch, dass Eisentabletten verschreibungspflichtig seien. Sind sie offenbar nicht. Also, ja, ich könnte mir auch einen Haufen davon kaufen. Mir ist die ärztliche Begleitung aber schon wichtig.


    Zur Ursache reichte dem Arzt übrigens, dass ich seit mehr als 20 Jahren kein Fleisch und keinen Fisch mehr esse.


    Ich frage mich einfach vor allem, ob das so eine Geldmacherei-Geschichte ist, wo jemand eigenhändig bestehende Normwerte nach oben verschiebt oder ob so niedriges Ferritin tatsächlich behandlungsbedürftig ist. Medizin ist ja nunmal im Wandel. Siehe zum Beispiel die neuen Schilddrüsennormwerte, die in immer mehr Praxen Einzug halten.

    Zitat

    Zur Ursache reichte dem Arzt übrigens, dass ich seit mehr als 20 Jahren kein Fleisch und keinen Fisch mehr esse.

    Wie schaut's bei Dir aus mit Vitamin B12 ? Welcher Wert wurde da bestimmt? Und Vitamin D?


    Eiseninfusionen würde ich eher nicht zur "Alternativmedizin" zählen. Auf diese Weise bekommt man das Eisen halt am schnellsten in den Körper hinein. Im Darm können wohl nur einige mg pro Tag resorbiert werden, ungefähr 1/1000 der im Körper enthaltenen Gesamtmenge von ca. 4–5 g Eisen.

    Wenn ich ehrlich bin, ist das ein schwieriges Thema.


    Wichtig wäre zu wissen, ob Speichereisen und normales Eisen erniedrigt ist.


    Dann kommt es auf die Dauer eben auch zur Anämie.


    Noch kann dein körper den Mangel anscheinend gut ausgleichen.


    Du könntest auch versuchen deine Ernährung dementsprechend umzustellen, nicht nur Fleisch kommt dafür in Frage:


    Thymian


    Petersilie


    Minze


    Zimt


    Brennesseln


    Zuckerrübensirup


    Kohlgemüse


    Hülsenfrüchte wie Bohnen und Sojabohnen


    Vollkorngetreide


    Sesam


    Mohn


    Nüsse


    Vollkornbrot (Hefe- u. Sauerteig)


    Koriander


    schwarzer Pfeffer


    Himbeeren


    Aprikosen


    Quelle: http://flexikon.doccheck.com/de/Eisenmangel


    Wenn du dich für ein Eisenpräperat entscheidest, würde ich zum Gang zur Apotheke raten, dort sind die Präperate höher dosiert als bei Drogerien.


    Außerdem solltest du dann bei Einnahme beachten, keine Calciumhaltigen produkte innerhalb von 1-2 Stunden zu dir zu nehmen, diese hemmen die Aufnahme, soweit ich weiß. Tabeltte am besten mit einem Glas Orangen Saft einnehmen. Das Vitamin C fördert die Aufnahme.

    Also bei über 30 find ich Infusionen wie mit Kanonen auf Spatzen schiessen. Womöglich hast du mit 50mg täglich in 2 Monaten auch nen super Wert.


    Such dir mal die Fachinformation der Infusion. Das ist nicht ganz risikolos und sollte nur gemacht werden wenn die Behandlung mit Tabletten keinen Erfolg zeigt.

    B12 wurde vor Jahren mal gemacht, dieser Special-Wert.. der war in Ordnung. Vitamin-D weiß ich nicht.

    Zitat

    Also bei über 30 find ich Infusionen wie mit Kanonen auf Spatzen schiessen. Womöglich hast du mit 50mg täglich in 2 Monaten auch nen super Wert.

    Ja, das fürchte ich auch. Verwundern tut mich aber, dass der Endokrinologe mir diese Eisenzentren nahe gelegt hat. Schulmedizinisch würde man wahrscheinlich sagen: Hau Dir ein paar Eisentabletten rein und schau wie sich der Wert über die Monate entwickelt.


    Die Ärzte die Teil des Eisenzentrums sind, scheinen Tabletten hingegen für die schlechtere und vor allem unwirksamere Variante zu halten.

    Zitat

    B12 wurde vor Jahren mal gemacht, dieser Special-Wert

    Du meinst vielleicht das "Holo-TC". Wenn der Test schon einige Jahre her ist, schadet eine erneute Durchführung nicht. Holo-TC gilt als aussagekräftiger als die (oft noch angeordnete) Bestimmung von Gesamt-B12. - Zusätzlich kann eine Messung des Homocysteinspiegels sinnvoll sein...

    Also ich habe einen Eisenmangel MIT Anämie auch schon mit Eisentabletten behandelt. Hat zwar ein halbes Jahr gedauert bis alle Werte wieder normal waren, aber die Infusionen haben sicherlich ein höheres Allergierisiko.


    Bei Eisentabletten ist es so, dass man frühzeitig merkt, ob man sie verträgt, durch Übelkeit oder Ausschläge...


    Bei einer Eiseninfusion bin ich mir da garnicht so sicher und ein anaphylaktischer Schock ist nichts schönes.

    Also ich würde unbedingt Eisen einnehmen oder wie vorgeschlagen mir eine Infusion geben lassen. Aber es spricht nichts dagegen es zunächst mal mit Tabletten zu probieren. Der Wert ist niedrig. Dass Hämoglobin normal ist, hat leider nicht viel zu heissen, denn normal heisst nur in der Norm. Die entscheidenen Frage wäre nämlich wo wäre der Wert bei dir persönlich, wenn dein Körper mit Eisen gut versorgt wäre und da ist es möglich, dass der Hämoglobinwert für dich persönlich schon zu niedrig ist. Und wie auch schon erwähnt wurde: Vitamin B12! Eisenmangel und Vitamin B12 Mangel gehen oft Hand in Hand. Lass HoloTC nochmals bestimmen, ggf. muss beides substituiert werden.


    Und zur möglichen Ursache: neben Ernährung könnte es an deiner Schilddrüsenerkrankung liegen, viele haben da Eisenmangel und Vitamin B12 Mangel (ich auch).