Essstörungen und Herzversagen

    Hallo. Ich hoffe, mir kann jemand etwas erklären.


    Ich habe vor kurzem im Internet den Bericht einer 21jährigen Frau gelesen, die berichtet hat, aufgrund ihrer Essstörung leide sie an einer linksventrikulären systolischen Dysfunktion und werde deshalb wohl nicht mehr allzu lange leben. Als Gründe, die ihr Kardiologe ihr genannt hat, gibt sie neben einem relativ hohen Koffeinkonsum vor allem eine starke Gewichtsabnahme in relativ kurzer Zeit an und eine stark schwankende Kalorienaufnahme (3000+ kcal im Wechsel mit 0-200 kcal). Es wurde nicht erbrochen und soweit ich das erkenne wurden auch keine Abführmittel benutzt. Die Dame hat im adipösen Bereich angefangen und war am Ende knapp über Normalgewicht.


    Ich bin auch esssgestört und habe eine ähnliche Symptomatik und will lieber nicht sterben. Mich interessiert vor allem Folgendes:

    1. Wieso ist die beschriebene stark schwankende Nahrungsaufnahme so schlecht für das Herz? Sie hatte sich dabei explizit auf dieses Hin-und-her bezogen, nicht nur auf die niedrige Kalorienaufnahme allgemein

    2. Wieso genau ist eigentlich ein starker Gewichtsverlust schlecht fürs Herz - hängt das allein mit der defizitären Nahrungsaufnahme zusammen oder gibt es einen speziellen anderen Grund?

    3. Gibt es Warnzeichen für einen solchen Herzschaden?

    4. Was würdet ihr mir hier als Schadensbegrenzungsmaßnahmen empfehlen, wenn ich mich im Moment nicht zu einer Therapie in der Lage sehe? Ich werde wohl sowieso meinen Arzt darauf ansprechen, wäre aber gerne schon etwas vorbereitet, damit ich evtl speziell nach einigen Dingen fragen kann.

    5. Gehe ich richtig in der Annahme, dass solch ein Fall eher selten ist? Die Frau war gerade mal 2 Jahre essgestört und es gibt doch viele, die jahrelang mit der Krankheit leben...


    Mir ist klar, dass mir hier niemand spezifische Details zum Fall der Frau nennen kann. Ich möchte nur ihren Fall zum Anlass für allgemeine Fragen nehmen.


    Danke schon mal für jegliche Anmerkungen.

  • 4 Antworten

    Nur soweit dazu, das Herz ist ja auch ein Muskel. Und wenn man zu schnell abnimmt und ohne Sport nimmt man ja i.d.R. auch Muskelgewebe ab. Und da das Herz auch ein Muskel ist, verringert sich dieses Gewebe auch.


    Zu deiner eigenen Situation, käme für dich nicht eine ambulante Therapie in Frage. Da müsstest du nur alle 1-2 Wochen für eine Stunde erstmal hin und ihr könnt deine Probleme versuchen anzugehen.


    Darüberhinaus wäre sicher auch eine Ernährungsberatung sinnvoll. Hier solltest du mit deinem Arzt reden, ob er dir diese verschreiben kann. Dann bezuschusst die Krankenkasse, je nach Kasse, einen Teil.

    Ab einem gewissen Grad der Unterernährung stirbt man das ist Fakt und meistens an Herzversagen. Meine Schwester litt selbst an einer Essstörung und sie sah teilweise sehr sehr dünn aus. Aber dass man an einer schwankenden Nahrungsaufnahme sterben kann, kann ich irgendwie nicht glauben.

    Man sollte vielleicht nicht alles 1:1 glauben was man im Internet so liest. Vielleicht kannst du den Artikel ja mal verlinken.

    Der Artikel ist folgender:


    https://www.reddit.com/r/EDAno…_to_die_of_heart_failure/


    Mir ist schon klar, dass man nicht alles im Internet glauben darf, aber wenn ein Betroffener sich extra die Mühe macht, andere zu warnen, und es auch Leute gibt, die kommentieren, sie seien in einer ähnlichen Position...


    Danke für die Antworten. Jana1995 Ich bin leider momentan im Kopf einfach überhaupt nicht bereit für eine Therapie. Ich möchte aber schon soweit es geht Schadensbegrenzung betreiben, um der Krankheit nicht völlig frei ihren Lauf zu lassen.


    Zu Lodens wollte ich sagen, dass der Beitrag ein bisschen so klingt wie Unterernährung = dünn. Das ist leider nicht so. Studien zeigen, dass atypische Anorektiker (BMI >17.5) dieselben Gesundheitsprobleme haben wie solche, die untergewichtig sind, und diese sind dabei oft sogar schwerer ausgeprägt. Es kommt mehr auf die Dauer der Erkrankung an, auf das verlorene Gewicht und die Methoden. Der Körper ist einfach irgendwann kaputt und man kann auch im Über- oder Normalgewicht einen Herzinfarkt dadurch bekommen.


    Madame Charenton Das mit dem Elentrolythaushalt würde Sinn ergeben... Darauf wollte ich meinen Arzt auf jeden Fall ansprechen. Über die anderen Folgeerkrankungen weiß ich aus eigener Erfahrung schmerzlich Bescheid, weil dies leider nicht mein erster "Tanz" mit der Krankheit ist und auch nicht mein erster Rückfall. Ich bin 23, erkrankt bin ich erstmals mit 13. Ich kann quasi dieses Jahr zehnjähriges Jubiläum "feiern".


    Schade, dass irgendwie keiner eine Erklärung für das mit der schwankenden Nahrungsaufnahme hatte. Im Moment ist das so ungefähr mein Ernährungsplan, weil ich mich deshalb wenigstens an einigen Tagen konzentrieren kann (ich bin Studentin)...