Extreme Angst vor Herzerkrankungen, Panik :(

    Hallo Leute, also: es fing gestern nacht an. Ich bekam gegen 19 Uhr immer häufiger herzstolpern, was ich aber aus der Vergangenheit auch kannte und das auch öfter untersucht wurde. Jedenfalls traten diese alle paar Minuten bis 30 Minuten auf und ich dachte mir erst mal nichts. Gegen Mitternacht habe ich dann einfach so meinen Blutdruck gemessen und er lag bei 89/43. Also ziemlich niedrig.


    Dann fuhr ich in die Notaufnahme, weil ich mir Sorgen machte. Dort wurde ein EKG geschrieben, das unauffällig war. Gleichzeitig wurde mir Blut abgenommen um den Wert ck zu ermitteln. Er war anfangs leicht erhöht, weshalb die Ärztin mir vorgeschlagen hat, ihn in 1 Stunde wieder zu kontrollieren, und falls er steigt, Stationär aufgenommen zu werden. Bei der 2 Blutentnahme sank er dann um 80 in den normwert ab. Außerdem wurde ich in der ganzen Zwischenzeit an ein zweites, aber längeres EKG angeschlossen.


    Am Ende sagte sie, dass der ck wert wegen meiner sportlichen Tätigkeit gestiegen sei. Außerdem sei keine einzige Rhythmusstörung in den 3 studen EKG gewesen. Es war eine ziemlich gute Ärztin, so eine gute Ärztin sieht man nicht alle Tage.


    Ich mache mir trotzdem Sorgen. Mein Opa ist leider an einem Herzinfarkt gestorben, und mein Vater hat herzrhythmusstörungen.


    Ich selber ernähre mich ziemlich gesund und mache viel Sport, Leistungssport. Rauchen, Trinken oder generelle Drogen habe ich auch noch nie zu mir genommen.


    In der Vergangenheit wurden sehr viele EKGs, Ultraschalluntersuchungen und auch Belastung und Langzeit EKGs gemacht. Alles unauffällig. Heißt das, dass ich zumindest keinen angeborenen Herzfehler habe? Ich habe Angst, dass ich ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen habe. Ich weiß nicht weiter...

  • 46 Antworten
    Alex10002 schrieb:

    89/43

    Das ist aber extrem niedrig. Messfehler?


    Alex10002 schrieb:

    In der Vergangenheit wurden sehr viele EKGs, Ultraschalluntersuchungen und auch Belastung und Langzeit EKGs gemacht. Alles unauffällig.

    Das heisst vor allem, dass Du offenbar eine Herzangst-Neurose hast oder entwickelst ;-).



    Alex10002 schrieb:

    Ich weiß nicht weiter

    Psychologe?

    In der Notaufnahme war er 140 zu 70. Komisch.


    Ich denke auch, dass zu diesem Zeitpunkt alles gut ist, aber ich habe Angst, dass ich ein erhöhtes Risiko habe, gerade wegen der familiären Geschichte.. :(

    Hm, es gibt ja immer viele Gründe, Angst um sein Leben zu haben. Vor den meisten Sachen hast Du keine Angst, obwohl die wohl eher wahrscheinlicher sind (Verkehrsunfall, Corona..). Vor dem Herzkram schon. Darüber kannst Du ja mal nachdenken.


    Leider - muss man sagen - schreibst Du genau das, was "typische Herzängstler" hier immer schreiben. Und die Erfahrung zeigt, dass diesen hier nie geholfen werden kann (ich kann mich in vielen Jahren med1 nicht an einen einzigen Fall erinnern, wo sich Besserung eingestellt hat, und das mit dem Forum zusammen hing).


    Was soll man also tun? Man kann Dir nur empfehlen, nimm das Problem ernst und such Dir eine Therapie.


    rr2017 schrieb:

    Hm, es gibt ja immer viele Gründe, Angst um sein Leben zu haben. Vor den meisten Sachen hast Du keine Angst, obwohl die wohl eher wahrscheinlicher sind (Verkehrsunfall, Corona..). Vor dem Herzkram schon. Darüber kannst Du ja mal nachdenken.


    Leider - muss man sagen - schreibst Du genau das, was "typische Herzängstler" hier immer schreiben. Und die Erfahrung zeigt, dass diesen hier nie geholfen werden kann (ich kann mich in vielen Jahren med1 nicht an einen einzigen Fall erinnern, wo sich Besserung eingestellt hat, und das mit dem Forum zusammen hing).


    Was soll man also tun? Man kann Dir nur empfehlen, nimm das Problem ernst und such Dir eine Therapie.

    Solche Gespräche beruhigen mich eigentlich sehr :)

    Ja, aber das ist ja immer nur quasi eine kurze Droge, eine kurze Beruhigung. Die ändert am Problem nichts, Du fühlst Dich nur kurzzeitig besser. Die Angst wird sogar größer und so eine "Sucht nach (Forums-)Beruhigung" kann sich ausbilden.


    Viele Leute gehen ja dann auch dauernd zum Arzt und machen ständig EKGs weil sie dann kurzzeitig beruhigt sind, aber wirklich helfen tut das halt nicht.

    rr2017 schrieb:

    Ja, aber das ist ja immer nur quasi eine kurze Droge, eine kurze Beruhigung. Die ändert am Problem nichts, Du fühlst Dich nur kurzzeitig besser. Die Angst wird sogar größer und so eine "Sucht nach (Forums-)Beruhigung" kann sich ausbilden.


    Viele Leute gehen ja dann auch dauernd zum Arzt und machen ständig EKGs weil sie dann kurzzeitig beruhigt sind, aber wirklich helfen tut das halt nicht.

    Soll mir recht sein :)

    Weil momentan ist es sehr sehr schlimm. Eine kurze Pause, bis mein Therapeut wieder aus dem Urlaub ist, wäre gut :)


    Wenn du mich irgendwie mit Fakten beruhigen kannst, tu das bitte.

    Zitat



    Extreme Angst vor Herzerkrankungen, Panik :(


    Alex10002 schrieb:

    In der Vergangenheit wurden sehr viele EKGs, Ultraschalluntersuchungen und auch Belastung und Langzeit EKGs gemacht. Alles unauffällig.

    Es macht Sinn wenn du dich an einen Psychologen wendest und mit ihm über deine Angst sprichst und mit einem Psychologen zusamen an deiner Angst arbeitest.


    Rufe gleich Morgen dort an und mache einen Termin aus.

    Alex10002 schrieb:

    Dort wurde ein EKG geschrieben, das unauffällig war.

    Alex10002 schrieb:

    Außerdem sei keine einzige Rhythmusstörung in den 3 studen EKG gewesen.

    Normales EKG unauffällig, 3 Stunden EKG unauffällig.

    Alex10002 schrieb:

    In der Vergangenheit wurden sehr viele EKGs, Ultraschalluntersuchungen und auch Belastung und Langzeit EKGs gemacht. Alles unauffällig.

    Sehr viele EKGs, Ultraschalluntersuchungen und auch Belastung- und Langzeit EKGs gemacht, alle unauffällig.


    Du kannst noch Hunderte von EKGs anfertigen lassen, erwartungsgemäß werden auch diese unauffällig sein. Trotz NULL Befund hast Du Panik, an einer Herzgeschichte vorbelastet oder akut erkrankt zu sein? Warum? Es besteht kein Anlass zur Sorge, es ist trotz diverser Untersuchungen nichts, absolut nichts bei Dir gefunden worden. Also warum steigerst Du Dich da in was rein? Was brauchst Du noch an Befunden (die nichts ergeben), um endlich zu glauben, dass Du zur Zeit komplett Herzgesund bist?


    Jedes Mal wenn Du Deine Panik fütterst und ein EKG (womöglich noch in der Notfallaufnahme) machen lässt, blockierst Du einen Platz von jemanden, der vielleicht wirklich was am Herzen hat und aus gesundheitlichen Gründen viel schneller ein EKG bräuchte. Der muss dann warten, weil Du Dich in eine komplette Nerzneurose katapultiert hast und keine der vielen Untersuchungen Dich beruhigen konnten.


    Ich kann Dir auch nur dringlichst zu einer Therapie raten.

    Dankeschön für die Antwort. Ich habe ja auch mehr Angst wegen der familiären Geschichte.. Das da was entsteht.

    Find das auch nicht so schön.

    Vorallem muss man auch sehen, was da für Kosten dahinter stecken.


    Ich find es ja vertretbar sich eine Zweitmeinung zu holen.

    Wenn man aber ein gesundes Herz attestiert bekommen hat, unzählige kardiologische Untersuchungen ohne Befund hatte dann kann ich es nicht verstehen wieso man das Ganze dann so weitermacht.

    Ich denke die wenigsten würden das machen, müssten sie diese Behandlungen dann auch tatsächlich aus eigener Tasche bezahlen.


    Gerade bei Notaufnahmen ist das Problem, wenn du nicht stationär aufgenommen wirst, zahlt das Krankenhaus drauf. Von den unnötigen Stress ganz zu schweigen.


    Wegen Herzstolpern und einer einzigen Blutdruckmessung ins Krankenhaus zu gehen war etwas überzogen.

    Wir haben in Deutschland die 116117. Das ist ein Ärztlicher Bereitschaftsdienst.

    Warum ruft man da nicht einfach an statt direkt ins Krankenhaus zu gehen?


    Das klingt jetzt alles sehr Vorwurfsvoll, ist aber nicht so böse gemeint wie es wirkt.

    Ich verstehe deinen Leidensdruck aber für die unnötige Verschwendung von Ressourcen habe ich kein Verständnis wenn man doch weiß, das die Lösung eine Therapie ist.

    Recht hast du ja allemal. Aber ich hatte auch noch Schwindel, und mir kam es richtig vor, lieber zu gehen.

    Alex10002 schrieb:

    Ich habe ja auch mehr Angst wegen der familiären Geschichte.. Das da was entsteht.

    Selbst wenn Du theoretisch eine gentische Komponente vererbt bekommen haben könntest, heißt das erstmal gar nichts. Mein Schwiegervater ist mit 66 J. an Lungenkrebs verstorben, obwohl er nie geraucht hat. Also müsste mein Mann eine genetische Vorbelastung haben, was Lungenkrebs angeht. So Deine Theorie.


    Nee, stimmt nicht. Mein Schwiegervater war Tischler, hat früher viel mit Asbest gearbeitet in Kasernen. Arbeitsschutzmaßnahmen wie Gesichtsmasken oder Schutzanzüge gab es damals noch nicht. Da hat keiner drauf geachtet, das kam erst viel später. So lange weiß man noch nicht, dass Asbest beim Bearbeiten krebserregend ist.


    Dein Opa mit dem Herzinfarkt war sicherlich Kriegs- bzw. Nachkriegskind. Hunger, Flucht, mangelnde Gesundheitsfürsorge usw. haben da sicherlich ein Stück zu beigetragen. Die Jahre nach dem Krieg waren ja nicht geprägt von ausreichend Vitaminen, gesunder Ernährung usw. Vielleicht waren es genau diese schweren Jahre, die damals den Grundstein für seinen Herzinfarkt gelegt haben? Mangelernährung, so weiß man heute, ist nicht zu unterschätzen.


    Zitat

    Koffein, Alkohol, Nikotin und Drogen können Herzrhythmusstörungen auslösen. Da sie auf das zentrale Nervensystem meist stimulierend wirken, wird auch das Herz angeregt, schneller zu schlagen. Häufig entstehen Herzrhythmusstörungen auch durch Stress. Manchmal treten sie hingegen zunächst nur im Schlaf auf, beispielsweise beim Schlaf-Apnoe-Syndrom. Übergewicht spielt bei der Entstehung von Herzrhythmusstörungen ebenfalls eine große Rolle.

    Zu den Ursachen von Herzrhythmusstörungen gehören auch körperliche Erkrankungen wie eine Überfunktion der Schilddrüse. Die Schilddrüsenhormone haben einen erheblichen Einfluss auf Blutdruck und Herzschlag. Sie verursachen in höherer Konzentration Unruhe, Muskelzittern und Herzrhythmusstörungen mit Herzrasen.


    Quelle Netdoktor


    Und das sind die meist zuständigen Faktoren bei Herzrhythmusstörungen wie bei Deinem Vater. Da steht auch nix von Vererbung oder genetischen Komponente. Herzrhythmusstörungen sind eine weitverbreitete Erkrankung unserer Wohlstandsgesellschaft und deren Stress.


    Also hör bitte auf, Dich verrückt zu machen und tu etwas gegen Deine Krankheitsängste. Du hast nur ein Leben, versau es Dir nicht mit Krankheitsängsten, sondern lass Dir dabei helfen.

    Alex10002 schrieb:

    Wenn du mich irgendwie mit Fakten beruhigen kannst, tu das bitte.

    Du kannst Dich selber mit Fakten beruhigen, indem Du Dich sportlich betätigst. Eine 20 km Fahrradtour ohne Atemnot und Schmerzen ist ein ziemlich sicherer Beweis dass Du Dir keine Sorgen machen musst.