Verhungern wird sie auch nicht hat man uns bestätigt. Sie wird auch kein Hungergefühl haben.


    Eine Magensonde einsetzen wäre auch eine OP hat man uns gesagt. Ich weiß echt nicht wie man entscheiden soll.


    Einerseites macht man sich immer wieder Hoffnung, aber andererseits weiß man das es nicht besser wird. Soll man sie dann noch quällen oder fühlt sie sich gut. ?


    Oder soll man sie gehen lassen. Was wäre das wenn sie Monate so liegt wie nun. Sie kann uns leider nicht erzählen wie dieser jetzige Zustand ist.


    Vielleicht könnte man dann besser entscheidungen treffen.

    Meine Schwiegermutter macht seit letzter Woche eine Kurzzeitpflege in der Rehaklinik.


    Sie war nicht transportfähig.


    Sie bekam nun PK MERK ein Medikament auf das das Gehirn reagiert.


    Die letzten Beiden Wochenenden war sie klarer. Sie hat nicht so viel geschlafen.


    Lächelte uns an. Sie versucht ständig zu reden, doch man versteht fast kein Wort. Nur nein und ja. Wenn wir gehen sagt sie sogar Tschüß.


    Wenn wir ihr was erzählen, ihr Grüße von bekannten ausrichten nickt sie und lächelt.


    Letztes Wochenende hat sie am Samstag viel geweint . Eine Nonne kam noch und gab ihr den Segen. wir haben gemeinsam gebetet und ihre Lippen bewegten sich.Doch als die Nonne betete das der Herr ihr den Weg weisen wird und sie beschütze, fing sie bitterlich an zu weinen.ich denke das sie mehr versteht als wir meinen.


    Bei meiner Schwägerin wollte sie aufstehen und sagte sie müsse Kartoffen schälen, so verstand sie das. Als meine Schwägerin nachfragte nickte sie.Nun bekam ich heute die Nachricht von meiner Schwägerin das man das Medikament abgesetzt habe. Anscheinend wäre es nicht gut wenn sie so klar währe. Sie würde verzweifeln.


    Der Arzt meinte der Zustand sei stabil. Aber er befürchtet weitere Schlaganfälle, da zwischendurch der Bluckdruck in die höhe ging.


    Hoffnung auf ein richtiges Leben gibt es nicht.

    Hallo, Martina,


    was ist ein "richtiges" Leben? Bevor meine Mutter ihre Herz-OP mit dem Schlaganfall hatte, war sie eine aktive Frau, politisch und sozial engagiert, sie arbeitete ehrenamtlich in einem Altersheim, sie ging mit ihren 70 Jahren zweimal pro Woche schwimmen, winters wie sommers, sie war viel unterwegs, und wenn ich sie mal telefonisch sprechen wollte, schrieb ich ihr vorher eine Postkarte (!), sie solle an dem Tag X bitte zuhause sein, ich riefe an.


    Dann der Schlaganfall, und sie war mit einem Schlag ein Pflegefall. Natürlich konnte sie später wieder langsam gehen, sie nahm geistig am Leben teil, aber sie war auf ständige Hilfe angewiesen, so dass wir sie schliesslich zu uns holten, weil wir nicht wollten, dass sie in ein Pflegeheim geht. Ohne unsere Hilfe hätte sie ausserhalb eines Heims nicht leben können, da ihre Koordination gelitten hatte. Aber sie konnte wieder gehen (langsam), reden (langsam), hören (schwerhörig, aber doch) und sehen (halbblind). Und dennoch empfand sie nach einer Übergangszeit voller Depressionen ihr Leben wieder als sehr lebenswert, und wir waren froh, unsere "Mutti" noch 9 Jahre bei uns zu haben.


    Was das kein "richtiges" Leben mehr?


    Was ich sagen will: Wir können niemals sagen, was ein richtiges Leben für andere ist, wir können nur sagen, was für UNS richtiges Leben ist.


    Dass Deine Schwiegermutter viel weint, kenne ich von meiner Mutter. Sie hatte anfangs schwere Depressionen, kam überhaupt nicht damit klar, nicht mehr so agil, aktiv und engagiert sein zu können, und sie hat auch therapeutische Hilfe in Anspruch genommen, trotz ihrer 70 Jahre. Und sie hat das nie bereut.


    Deine Schwiegermutter hat durchaus eine Chance, finde ich. Aber dazu muss sie bereit sein, ab sofort ein ANDERES Leben zu führen und führen zu wollen. Nur darin liegt ihre Chance.


    Sei lieb gegrüsst


    Cha-Tu

    Neue Lage ist nun, das wir uns entschieden haben das sie sobald sie transportfähig ist in eine Palitativklinik gebracht wird. Der Arzt hat es vorgeschlagen, da sie auch medizinische Versorgung haben muß.


    Sie schläft wieder viel. Sie hat seit Wochen einen Blasenkatheter. kann der dauerhaft bleiben.


    Ein auf die Beine kommen wird es nicht geben. im Gehirn ist zu viel zerstört. man versucht auch zwischendurch immer mal wieder mit Wasser , ob sie schlucken kann, aber es klappt nicht und sie verschluckt sich , und ringt nach Luft.


    Wir würden uns ja schon freuen wenn sie besser sprechen könnte, so steht man an ihrem Bett und kann keine richtigen Gespräche führen.


    Gruß Martina

    Hallo das leiden meiner Schwiegermutter ist vorbei.


    Sie ist gestern um 18:35 Uhr erlöst worden.


    Es ging sehr schnell. Haben um 14 Uhr Nachricht bekommen.


    War um 17 Uhr vor Ort mit meinen Schwägerinen.


    Ihre Pupillen hatten keine Reaktion mehr und sie lag mit offenen Mund da.


    Sie Atmete ganz tief und schnell und stöhnte ziemlich laut dabei.


    Ich fand es schrecklich. Man hatte das gefühl sie will noch bei uns bleiben.


    Zum Glück war noch eine Nonne vor Ort. Sie hat uns gutgetan. Wir haben gebetet und noch ein Lied gesungen.


    Wir haben ihr die Hand gehalten und ihr immer wieder gesagt, sie schaffe das schon.


    Sie werde bald erlöst sein.


    Als dann die Atmung aussetzte waren wir erleichtert, sie hatte es geschafft.


    Es war kein leben mehr in den letzten Wochen. Es war zum verzweifeln. Sie hat so viel geweint.


    Möge sie es nun besser haben.


    Danke für die Antworten hier im Forum.


    Einen besonderen Dank an Cha Tu.


    Gruß Martina

    Liebe Martina,


    es tut mir leid für Deine Schwiegermutter und für Euch, und ich möchte Euch mein herzliches Beileid aussprechen. Es war so gut, dass Ihr anwesend wart, als Deine Schwiegermutter starb, gut für sie und gut für Euch. So konntet Ihr wirklich Abschied voneinander nehmen, und sie hatte ihre Lieben noch einmal um sich. Sie hat es SICHER gespürt.


    Euch allen wünsche ich viel Kraft und auch Mut für die Trauerzeit. Lasst die Trauer zu. Sie gehört zur Liebe.


    Ganz herzliche Grüsse, mit wirklichem Mitfühlen:


    Cha-Tu