Herzklappe durch Erkältung beschädigt?

    Hallo,


    eine befreundete Person hatte eine Herz-Ultraschalluntersuchung (auf der Suche nach der Ursache für mysteriöse Sehstörungen, die erfolglos blieb), bei der heraus kam, dass eine Herzklappe minimal undicht ist, allerdings nicht problematisch, so unwichtig dass mittlerweile sogar vergessen wurde, um welche Klappe es sich überhaupt handelt.


    Der Kardiologe meinte dazu, das könne mal im Rahmen einer Erkältung entstanden sein.


    Nun frage ich mich - ist das plausibel? Kann eine Erkältung so etwas auslösen? Also offenbar eine Entzündung von Teilen des Herzens, die organische Schäden nach sich zieht, aber trotzdem symptomlos unbemerkt blieb? Mir kommt das nicht so plausibel vor. Ist dafür nicht immer eine Herzmuskel-/Beutel-/etc-Entzündung "notwendig", die sich auch massiv durch Symptome (Schwäche, Herzrasen etc) bemerkbar macht? Die gab es nämlich nicht, zumindest nicht bewusst bemerkt. Mir kommt da eine angeborene minimale Inuffizienz, wie sie wohl sehr viele Leute haben, da wahrscheinlicher vor.


    Ist auch nicht wirklich wichtig, pure Neugierde.

  • 11 Antworten

    Da muss ich uvg41 zwar zustimmen, jedoch ist eine Endokarditis ein multikomplexes Geschehen, bei welchem viele Faktoren zusammenkommen müssen (Endothelschäden, Strömungsstörungen (z.B. durch Herzklappenfehler) etc.), dennoch gibt es nichts, was es nicht gibt. Interessant wäre es zu wissen, um welche Klappe es sich handelt, da eine minimale Undichtigkeit bei nahezu jedem vorkommt und aufgrund der Morphologie physiologisch ist, als bestes Beispiel dient hier die Trikuspidalklappe.

    Jap, eine Erkältung, va eine verschleppte, kann sogar zur Ablösung/Insuffizienz führen.


    Bevor jemand wieder meint, Laien verbreiten umsonst angst... Meine Ma wurde 2013 im Dez daran operiert und die erste Frage der Ärzte, ob sie eine Erkältung gehabt hätte, eine längere oder schwerere, oder auch nur eine leichte verschleppte, aufgrund derer das kommen könnte

    hm, vermutlich ist die Fragestellung nicht ganz klar.


    Dass eine verschleppte Erkältung zu einer Herzmuskelentzündung führen kann, ist klar. Die Frage war, kann es sein, dass diese derart massiv ist, dass es zu Beschädigungen der Herzklappen kommt, und sie gleichzeitig subjektiv symptomlos verläuft, man nichts davon bemerkt ("Sportler tot umgefallen" ist NICHT symptomlos).

    Wenn man sich nach dem richtet, was man bei wikipedia etc liest, dann geht von einer Endokarditis Gefahr für die Herzklappen aus, nicht von einer Herzmuskelentzündung. Gefahr beim Verschleppen einer Erkältung besteht aber in Bezug auf letztere. Also wenn man das schon so genau nimmt, ist nach wie vor alles unklar.


    Die Frage ist doch nur, ob eine Entzündung so starke Folgen haben kann, man sie aber dennoch gar nicht bemerkt.. das kommt mir komisch vor.

    Sonst wird doch auch immer exzessiv Dr. Google bemüht (allerdings vorzugweise um irgendwelche Belege für irgendwelche furchtbar schwere Krankheiten zu finden 8-) )

    Zitat

    Ein Herzklappenfehler ist in den meisten Fällen angeboren. Manchmal jedoch kann man einen solchen auch erwerben, etwa durch eine Krankheit. Es gibt eine Vielzahl von Krankheiten, die einen Herzklappenfehler zur Folge haben können. Auch eine nicht auskurierte Grippe gehört dazu. Deshalb ist unbedingt darauf zu achten, bei einer Influenza, aber auch nur bei einer schweren Erkältung Ausdauertraining zu unterlassen und sich stattdessen zu schonen.


    Geht man mit einer schweren Erkältung joggen, kann dies auch bei jungen, durchtrainierten Personen zu einer dramatischen Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff führen. In der Folge muss das Herz verstärkt pumpen und kann sich dabei krankheitsbedingt so überlasten, dass eine oder auch mehrere Herzklappen sich nicht mehr richtig schließen. (Quelle: http://symptomat.de/Herzklappenfehler)

    Mein Vater hat das erlebt: In der Jugendzeit eine sehr schwere (echte) Grippe durchgemacht und erst mit Mitte 50 wurde eine undichte Herzklappe entdeckt. Die Ärzte damals haben das auch auf diese Grippe zurückgeführt.

    Ich hab ja die Vermutung, dass man durchaus Symptome hat, halt allgemein starke Schwäche, diese aber auf die Erkältung/Grippe schiebt und gar nicht differenziert, was davon Erkältung und was Herzentzündung ist. Die erwähnte Person hatte mehrere Wochen starke Symptome und bis zu 42 Grad Fieber, aber das wurde auf Erkältung geschoben und nicht aufs Herz.