Herzrasen- und stolpern ohne Befund

    Guten Tag. Zwar habe ich Zweifel, ob ein Forum helfen kann, wenn ein Arzt es schon nicht kann, aber zumindest schaden kann der Versuch nicht.

    Bevor ich mein Problem schildere, einige allgemeine Infos, da ich annehme, dass Fragen hiernach aufkommen würden: ich bin männlich, 32 Jahre jung, schlank, Nichtraucher, aktiv, ernähre mich ausgewogen, nehme keine Drogen oder Medikamente, trinke nicht, habe keine Vorerkrankungen, Allergien oder Unverträglichkeiten.

    Zusammengefasst kann man sagen, dass ich vollkommen gesund bin und die bestmögliche Lebenserwartung habe.

    Davon war ich ebenfalls überzeugt, bis mein Herz vor ungefähr zwei Monaten anfing, verrückt zu spielen. Plötzliches Herzrasen und -stolpern, Schwindel und ein unangenehmes Gefühl in der Brust. Anfangs trat es nur im Schlaf auf, sodass ich plötzlich aus dem Schlaf aufschreckte und das Gefühl hatte, zu ersticken. Inzwischen tritt das Gefühl zu jeder Tageszeit auf. Es ist nicht belastungsabhängig und scheinbare Atemnot ist meiner eigenen Einschätzung nach eher eine Stressreaktion auf das Herzrasen und kein eigenständiges Symptom. Durch das Herzrasen und -stolpern verfällt mein Gehirn in Panik, was wiederum dazu führt, dass ich unbewusst hyperventiliere und dadurch das Gefühl habe, nicht genug Luft zu bekommen. Das wiederum wirkt sich nicht positiv auf das ursprüngliche Problem des Herzrasens aus.

    Aus kardiologischer Sicht ist hier alles vollkommen in Ordnung: keine Auffälligkeiten im Ultraschall und ein Langzeit-EKG war weitestgehend unauffällig. Die Tachykardie war hierauf deutlich zu erkennen, aber keine Herzrhythmusstörungen, die Anlass zur Sorge geben würden oder das Stolpern erklären würden.

    Bitte nicht falsch verstehen, ich bin selbstverständlich froh, dass nichts ernstes dahinterzustecken scheint. Aber eine eindeutige Diagnose wäre mir lieber, als dass man mir sagt, dass da nichts ist. Wo nichts ist, kann man nichts behandeln, und ohne Behandlung verschwindet das Herzrasen und -stolpern nicht. Und um es zu ignorieren, ist es zu extrem. Ich kann meinen Herzschlag selbst in bekleidetem Zustand deutlich sehen und es sieht aus, als würde mir gleich das Herz aus der Brust springen. Selbst wenn ich akzeptiere, dass die Ursachd nicht direkt kardiologisch ist, muss sich doch dennoch irgendeine Ursache finden und behandeln lassen.

    Von daher: wenn jemand eine Idee hat, bitte melden. Vielen Dank.

  • 21 Antworten

    Äh sorry aber:

    Kit1988 schrieb:

    Ich kann meinen Herzschlag selbst in bekleidetem Zustand deutlich sehen und es sieht aus, als würde mir gleich das Herz aus der Brust springen.

    Wo liegt das Problem?

    Dann siehst du deinen Herzschlag halt. Verstehe nicht, was daran jetzt schlimm ist?


    Ich sehe meinen Herzschlag auch an der Kleidung.


    Kit1988 schrieb:

    Die Tachykardie war hierauf deutlich zu erkennen

    Von was für einer Frequenz reden wir hier?


    Hast du Stress? Sei es nun Beruflich oder Privat?

    Mein Herz schlägt einfach viel schneller als sonst, was ich nicht nur innerlich spüren, sondern auch äußerlich deutlich sehen kann. Dass es deutlich sichtbar ist, zeigt auch in Kombination mit der im EKG erkennbaren Tachykardie, dass ich es mir immerhin nicht einbilde.


    Die Tachykardie lag in den Aufzeichnungen immer bei ungefähr 190, bei meinem eigenen Fitnesstracker wurden mir aber Werte bis zu 225 angezeigt.


    Ich habe wahrscheinlich Stress, wie fast jeder andere Mensch auch.

    Mein Herz schlägt einfach viel schneller als sonst, was ich nicht nur innerlich spüren, sondern auch äußerlich deutlich sehen kann. Dass es deutlich sichtbar ist, zeigt auch in Kombination mit der im EKG erkennbaren Tachykardie, dass ich es mir immerhin nicht einbilde.


    Die Tachykardie lag in den Aufzeichnungen immer bei ungefähr 190, bei meinem eigenen Fitnesstracker wurden mir aber Werte bis zu 225 angezeigt.


    Ich habe wahrscheinlich Stress, wie fast jeder andere Mensch auch.

    Ich denke mal, eine AVNRT ist unwahrscheinlich da man im Langzeit-EKG gesehen hat, dass sich die Tachykardie wohl langsam aufbaut statt wie auf Knopfdruck?


    Ansonsten ist eine kardiale Ursache wohl zu verneinen.

    190/min ist natürlich eine Ansage, kann mir aber vorstellen dass der Puls anfangs geringer ist und du selbst den Puls etwas in die Höhe treibst weil du dich zu sehr damit beschäftigst.


    Stress kann ebenfalls für Tachykardien und Probleme mit der Atmung sorgen.


    Wurde dein Blut kontrolliert? Ist der Kaliumwert in Ordnung? Der könnte auch dahinter stecken.


    Wenn dich die Symptomatik in deinem Alltag stark einschränkt bzw. nervt und keine Ursache gefunden werden kann, gibt es 2 Optionen.


    1.) Lernen damit zu Leben. Ich weiß es ist anstrengend, hab selber starke Tachykardien und einiges mehr.

    oder

    2.) Mit Kardiologe besprechen ob eine Betablocker Therapie sinnvoll ist um die Tachykardien einzudämmen.

    Ich persönlich rate davon eher ab wenn keine kardiale Ursache gefunden werden kann, wenn es dich in deinem Alltag aber stark einschränkt, kann man trotzdem darüber nachdenken.

    Hallo! Ich stimme Barrio weitgehend zu.

    1) Versuch bitte noch heute im Drogeriemarkt einen Pulsmesser für den Oberarm (plus Batterien) zu kaufen (20,-€)

    2) Außer Stress verursacht häufig eine Schilddrüsenüberfunktion ein Herzrasen. Bitte ein Blutbild mit den Schilddrüsenhormonen T3, T4 und TSH machen lassen. ist gut zu behandeln.

    3) Die Nebenniere produziert sehr ähnliche Hormone wie die Schlddrüse, nur sind die viel stärker, Adrenalin usw. Die Nebenniere erkrankt aber sehr viel seltener.

    4) Ein Ruhepuls von 190 und mehr (ich denke, das meinst Du) ist besorgniserregend! Bei Bewegung und Training sollte er nicht über 130 Schläge pro Minute gehen. Bei voller Belastung max. 180, ab dann pumpt das Herz nicht mehr richtig, sondern beginnt zu flimmern! Wenn man nichts anderes findet, sollte mit einem Betablocker rasch eingegriffen werden.

    Ich habe einen Ruhepuls von 120 (Sinustachykardie), mit leichtem Betablocker 80.

    Gute Besserung!

    Ich hab das selbe Problem.

    Beim 24 std kamen vereinzelte Extrasystolen raus und eine sinustachykardie... Ich solle niedrig dosierten betablocker nehmen

    Hallo,


    In meinen Augen nennt man das Herz Euros, kenne ich mich prima mit aus, weil ich es 15 Jahre lang hatte. Mittlerweile zum Glück vorbei.


    Nach 15 Jahren neurose, ist man quasi Kardiologe 😂


    190 ist nicht Besorgniseregnend. Das wäre mit 30 der maximale trainingspuls. Wenn das mal 20 schläge schneller wird, passiert auch nichts.


    KHK kann wohl ausgeschlossen werden bei dem Alter, Nichtraucher und Gewicht.


    Alles andere muss dir keine Sorgen machen. Wenn dein Ruhepuls normal ist, zwischen 50 und 90, nimm keine Betablocker.


    Wenn der Kardiologe im Ultraschall nichts entdeckt hat, also am wichtigsten deine Pumpfunktion gut ist, brauchen dir ein paar Herzrythmusstoerungen keine Angst machen. Mit normaler Pumpfunktion sind supraventrikuläre, wie auch ventrikuläre extrasystolen, komplett egal und hat keinen Einfluss auf die Mortalität, das würde in vielen Studien bewiesen, selbst wenn du 10.000 am Tag hättest, es ist egal, solange die Pumpfunktion normal ist.


    Der vermutlich wichtigste Tip, kauf kein Blutdruck Gerät, kauf keinen pulsmesser und nutz auch nicht den an der Uhr. Dein Herz ist gesund und wird funktionieren, vertraue ihm!! Wenn du es es beobachtest, wird es eher schlechter funktionieren und komische Sachen machen.


    Ich hatte 15 Jahre extrasystolen, bis 15.000 Stück am Tag, bis ich endlich einer Kardiologin geglaubt habe, seit 2 Jahren habe ich nichts mehr... Und zwar ab dem Tag an dem. Ich aufgehört habe meinem Herz zu Misstrauen. Das ist kein Witz.


    Was du noch machen kannst, ist dein Kalium zu bestimmen. Wenn man zu tachikardien neigt, sollte der Wert hochnormal sein.


    Tromcardin kann da helfen aber nimm es nur, wenn der Kalium zu niedrig oder an der unteren Grenze ist.


    Wünsche Dir alles Gute, mach Dir keinen Kopf 😊



    Ich hab allerdings meist einen Ruhepuls von 80-100 und bei Aufregung natürlich noch mehr, schon alleine weil ich zum Arzt musste. Sollte ich den Betablocker nehmen? Hab nämlich ziemlich Angst vor Nebenwirkungen :(

    In der gegenwärtigen Situation ist es m.E. mehr als verständlich, dass man permanent angespannt ist. Ich glaube, da geht es den meisten so. Bei machem äußert sich das eben in Herzstolpern. Ich finde den Beitrag von ProPaul gut, bei dem die Extrasystolen weg waren an dem Tag, an dem er, und das ist meine eigene Interpretation, nicht mehr an die Extrasystolen geglaubt hat.

    Mir geht es ähnlich. Ich habe diesen Winter eine oder mehrere starke Erkältungen, vielleicht sogar Corona hinter mich gebracht und mit Beginn der Rekonvaleszenz bekam ich Palpitationen, die ich auch jetzt noch habe. Da wg. Corona zu dem Zeitpunkt alle Ärzte in meiner Gegend die Praxen dicht gemacht hatten, musste ich alleine klar kommen. Ich kann die Aussage von ProPaul bestätigen. Das Herzstoplern geschieht weniger oder kaum, wenn ich mich nicht damit beschäftige. Darüber hinaus habe ich gelesen, dass während Rekonvaleszenz vom Körper viel Magnesium verbraucht wird.

    Wikipedia:

    "Sie (MgIonen) stabilisieren das Ruhepotential von erregbaren Muskel- und Nervenzellen und der Zellen des autonomen Nervensystems. Magnesiummangel löst Ruhelosigkeit, Nervosität, Reizbarkeit, Konzentrationsmangel, Müdigkeit, allgemeines Schwächegefühl, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Muskelkrämpfe aus."

    Ich habe mir ein hochwertiges Präparat (MgMalat+MgTaurat+MgBisglycinat, kein billiges MgSulfit!) gekauft und nehme diese ein. Ich glaube, es hilft.

    Puh. Ich stimme keineswegs den anderen zu.


    Puls 190 in Ruhe ist nicht "da ist nichts". Was soll man Dir raten ausser gründlicherer DIagnostik? Vielleicht muss da ein Herzzentrum ran oder ein kompetenterer Kardiologe.


    Und das ist auch nicht so harmlos auf Dauer So etwas dürfte schon die Wahrscheinlichkeit einer Herzschwäche im Alter deutlich erhöhen.


    Eventuell läuft es auf Betablocker hinaus, ja. Kommt auch drauf an wie oft. 1 min am Tag lang Herzrasen ist sicher was anderes als mehrere Stunden.


    Such Dir eine renommierte Klinik und lass Dich gründlich untersuchen.

    RR2017, solche Aussagen helfen den Betroffenen von Herzneurosen natürlich optimal.. 🤦‍♂️

    Und dazu, einfach falsch...

    Ich würde nur zustimmen, wenn dies täglich über Stunden der Fall wäre. Ausserdem würde man am Herzmuskel sehen, wenn er überlastet wäre, da er erst hypertrophiereen würde, dann eventuell dilatieren (erst muskel zu dick, dann kammer zu gross) beides sieht man im Ultraschall und war offensichtlich nicht der Fall.


    Das man ein komisches Gefühl in der Brust hat ist normal, wenn der Puls in Ruhe in die Höhe schießt, alles andere klingt deutlich mehr nach Panikattacke als nach einer organischen Ursache.


    Natürlich kann man jetzt in eine Spezialklinik gehen, ich war immer im Herzzentrum Heidelberg aber viel kann man eh nicht mehr machen ausser Herzkatether, MRT und Stress MRT. Spass macht das alles aber nicht und ob es bei einem schlanken 32 jährigen, mit guter Pumpfunktion, der nicht raucht und nicht trinkt Sinn macht, sei mal dahingestellt. Es besteht zusätzlich erst seit 2 Monaten. Ich würde erstmal Kalium bestimmen lassen, wenn das unter 4 ist, Tromcardin einnehmen, ist es über 4, gar nichts machen.


    Was soll es denn sein? KHK? Bei einem schlanken 32 jährigen nahezu sicher auszuschließen. Eine Reizleiterstörung des Sinusknoten, warum dann erst seit 2 Monaten? Alles andere sieht man im Echo.


    Ich tippe auf Kalium oder Panikattacken.

    Grüße

    Ich finde es im Gegenteil eher fahrlässig, bei so einem Befund nicht zu einer gründlichen Untersuchung zu raten. Es gibt schon einen Bereich des Herzrasens, das bei Panikattacken etc vorkommt, aber da geht der Puls nicht hoch bis 190. Bei 160 ist eher schluss. Puls 190 in Ruhe ist definitiv krankheitswertig und nicht zu ignorieren.


    Ausserdem stimmt es nunmal, dass sowas auf Dauer Herzschwächen begünstigt.


    Ich würde hier als Laie auch gar keine Behandlungsempfehlung geben. Kalium ist sicher kein Fehler. Aber das gehört in die Hände von Fachleuten.