Herzstillstand -> hypoxischer Hirnschaden

    Guten Morgen zusammen,


    ich habe einmal eine generelle Frage.


    Mein Schwiegervater hatte Anfang Dezember aufgrund von bösartigen Herzrhythmusstörungen einen Herzstillstand.


    Es ist in einer Art Privatklinik passiert, d.h. es wurde sofort mit der Reanimation begonnen, bis der Notarzt da war, der dann noch einmal 20 Minuten reanimiert hat.


    Tja, die Folge davon war ein hypoxischer Hirnschaden, d.h. er konnte sich zwar noch bewegen, sprechen etc. war aber verwirrt, das Kurzzeitgedächtnis war angegriffen und er hatte Halluzinationen, wobei man ja nie sicher weiß, was woher kommt.


    Naja, durch einen zweiten Schlaganfall, wohl ausgelöst durch eine Lungenembolie Anfang Februar und dem Hin und Her mit Reha und Intensiv wurde er immer schwächer und ist nachts gestorben, nachdem er auf die Normale Station verlegt wurde, das Herz ist stehengeblieben trotz Herzschrittmacher mit integr. Defibrillator.


    Meine eigentliche Frage:


    Obwohl sofort Hilfe da war, hatte er einen Hirnschaden.


    Keine so großen vielleicht, er konnte sich ja bewegen und sprechen und so und war eben nur etwas "tuddelig".


    Aber ich habe eben gelesen, dass der Trainer vom FC Kopenhagen als aktiver Spieler einfach umgekippt ist und der Arzt, der anwesend war, zwar erste HIlfe geleistet hat, aber auch vom Notarzt reanimiert werden musste und eigentlich klinisch tod war.


    Dieser Trainer scheint ja wieder so fit wie früher zu sein, also keine Schäden am Gehirn davongetragen zu haben.


    Was mich jetzt interessiert:


    Wieso bleiben beim einen Schäden zurück und beim anderen nicht, obwohl mein Schwiegervater eigentlich bessere Soforthilfe hatte in dieser Klinik mit Beatmungsgerät etc.


    Woran liegt das?


    Gibt es für so etwas schon eine Erklärung?


    LG


    Entchen

  • 12 Antworten

    Da spielen dutzende von Faktoren eine Rolle, z.B.


    - Alter


    - Zustand vor dem Stillstand


    - Grund des Herzstillstands


    - Zeit bis zum Beginn der Basismaßnahmen


    - Dauer der Reanimation


    - Qualität von Herzmasssage und beatmung


    - Gefäßsystem (durch verengte Gefäße fließt während einer reanimation nur ziemlich wenig Blut)


    - Zustand der Lunge


    - Sauerstoffverbrauch während der Reanimation


    - Temperatur während der Reanimation


    - Temperatur nach der Reanimation


    - Blutzuckerspiegel


    - Kreislaufsituation nach der Reanimation


    u.s.w.


    Grüße

    Nun, Entchen schreibt

    Zitat

    die Folge davon war ein hypoxischer Hirnschaden

    ,


    Monika 65 schreibt

    Zitat

    Das, was du beschreibst, haben manche ältere Menschen auch nach einer normalen Narkose.

    - da gibts wohl nicht viel zu deuteln. Ach abseits des hypoxischen Hirnschadens sind bleibende kognitive Defizite nach Narkose übrigens alles andere als normal.


    Grüße