• Herzstolpern, Herzrasen, Vorhofflimmern

    Wenn Herzrhythmusstörungen aus dem Magen kommen - 30 Jahre persönliche Beobachtungen Ich habe festgestellt, dass Herzrhythmusstörungen, wie Extrasystolen, Herzrasen und Vorhofflimmern, immer im Zusammenhang mit Störungen des Verdauungstraktes einhergehen und nur bei gefülltem Magen ausgelöst werden. Es gibt bei mir einen Punkt (Nervenansammlung oberhalb…
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    Weiter mit ein bisschen Physiologie etc.


    Nun sind 2½ Jahre vergangen, seit dem ich im Zusammenhang mit paroxysmalem Vorhofflimmern auf dem rechten Ohr völlig taub geworden bin.

    In der HNO-Klinik, wo ich damals eine stationäre Kortison-Behandlung infolge des Hörsturzes bekam und auch in der Kardiologie eine elektrische Kardioversion wegen des Vorhofflimmerns, sagte mir ein Arzt, dass wahrscheinlich ein Infarkt im Ohr durch ein Gerinnsel die Ursache wäre. Nach einem MRT, wo man aber kein Gerinnsel entdeckt hat, wurde ich während der Visite gefragt, ob ich Tauchen war, denn dann könnte es eine Stickstoffblase gewesen sein. Ich schüttelte nur verdutzt mit dem Kopf, dann zuckte er mit den Schultern und wendete sich meinem Bettnachbarn zu.

    Später suchte ich dann zu Hause bei Dr. Google was Tauchen mit meinem tauben Ohr zu tun hat und schrieb am 23.März 2018 auf Seite 115 diesen Beitrag.


    https://www.med1.de/forum/blut-gefaesse-herz-lunge/herzstolpern-herzrasen-vorhofflimmern-290119/?pageNo=115#


    Ob es einen Zusammenhang mit dem Hörverlust und paar Gasbläschen geben könnte, frage ich mich seither immer öfter.

    Erneute Recherchen im Netz geben dieser Variante Nahrung und prägen meinen heutigen Bericht in Anlehnung an meine Hohlvenen-Kompressions-Theorie lt. Link.


    http://www.hortsch-online.de


    Dabei geht es also wieder um Gasblasen im Blut, die hauptsächlich in Form von Kohlendioxyd (CO²) im Verdauungstrakt entstehen und über die Blutbahn und das Herz in die Lunge transportiert und dort abgeatmet werden.


    Ich meine damit aber nur den geringeren Teil (etwa 5%) vom insgesamt anfallendem CO², welcher physikalisch im Blut gelöst transportiert wird, im Gegensatz zum weitaus größeren Teil, der vorher durch die Erythrozyten in das gut lösliche Bikarbonat umgewandelt bzw. chemisch gebunden wird.


    Mickrige 5% im Blut gelöstes CO² kann schon eine ganze Menge sein, wenn es den physikalischen Gesetzen folgend, bereits in den Blutgefäßen des venösen Rückstroms zum Herzen wieder gasförmig wird. Wenn dann noch eine häufig vorkommende Anomalie im Herzen, ein offenes Foramen ovale (PFO) oder ein Vorhof-Septum-Aneurysma mit Shunt vorhanden ist, kann es gefährlich werden. Dann nämlich können die Gasbläschen aus der unteren Hohlvene kommend, im rechten Herzvorhof gleich in den linken Vorhof gelangen und somit bis ins Gehirn (Gasembolie).

    Damit nicht genug, denn es gibt noch eine dritte Möglichkeit für einen Kurzschluss zwischen dem linken und dem rechten Herzen, ohne eine Filterung des venösen Blutes durch die Lunge. Dabei fließt ein Teil des gepumpten Blutes vom rechten Herzen nicht zum Gasaustausch in die Lunge, sondern wird an ihr vorbei direkt in die Lungenvenen umgeleitet und somit in den linken Vorhof mit der gleichen Gefahr einer Gasembolie. Dieser Rechts-Links-Shunt ist ein Schutzmechanismus der Lunge, wenn vielleicht durch zu viele Co² Blasen ein Blutstau entsteht der einen Sauerstoffaustausch unmöglich macht.


    Die Fachliteratur lässt nicht allzu viele solche negative Konstellationen zu, weil durch die Öffnungen der Herzscheidewand eigentlich nur Blut vom linken Vorhof nach dem rechten Vorhof (also von hohem zu niedrigem Druck) fließen könnte und der Kurzschluss in der Lunge nur bei sehr hohen Beeinträchtigungen geschalten wird.

    Außerdem wird diesem Geschehen hauptsächlich nur Aufmerksamkeit geschenkt, weil beim lukrativen Tauchsport im Zusammenhang mit der Dekompressionskrankheit diese Gefahr gefürchtet ist. Da spielt aber der Stickstoff N² im Gewebe und im Blut eine Rolle und nicht das Kohlendioxyd CO².


    https://www.gtuem.org/986/Tauchmedizin/Deko-Krankheit


    In Verbindung meiner Hohlvenen-Kompressions-Theorie sehe ich die Zusammenhänge aber anders. Nach einer Hohlvenen-Kompression fließt das ganze gestaute Blut, das über die Aorta ja bis dahin noch ungehindert in den Bauchraum gelangte, jetzt als venöser Rückstrom zum Herzen in den rechten Vorhof. Mit dieser erhöhten Vorhoffüllung könnte dann bei Vorhandensein eines offenen Foramen ovale oder eines Vorhof-Septum-Aneurysmas doch ein Rechts-Links-Shunt entstehen.

    Durch die lange Verweildauer des Blutes im Verdauungstrakt wäre es sicher mit besonders viel Kohlendioxyd beladen, was in Form von Bläschen für das arterielle System eine besondere Gefahr darstellen würde.


    Ein paar Gedanken zur Bildung von CO²-Bläschen im Blut im Zusammenhang mit meiner Hohlvenen-Kompressions-Theorie.


    Die Gefahr bei Tauchern ist, wenn das im Blut physikalisch gebundene Gas Stickstoff / N² schon in den Blutgefäßen wieder zum Gasbläschen wird. Dann kann es mit dem Blutstrom ins Gehirn gespült werden, wo es eine Ader verstopfen kann. Dies passiert beim zu schnellen Auftauchen (Druckverringerung) und ist eigentlich gut erforscht, weil der Tauchsport lukrativ ist.


    Wie groß ist aber bei vielen anderen Menschen die Gefahr, dass im Blut physikalisch gebundenes Kohlendioxyd (CO²) schon in den Blutgefäßen wieder zum Gasbläschen wird, um dann mit dem Blutstrom ins Gehirn gespült zu werden. Ich denke das hat auch etwas mit Druckverringerung zu tun. Physikalisch gelöstes CO² im Blut bedeutet, wie im Sprudelwasser vorhanden, also ohne eine chemische Verbindung einzugehen. Ich denke, dass es da leicht ausperlen kann und das passt wieder perfekt zu meiner Theorie.


    Eine Kompression der unteren Hohlvene verläuft schleichend und wird durch Blähungen im Oberbauch verursacht – also durch das Stoffwechselprodukt CO², was über den Enddarm bzw. über den Blutkreislauf letztendlich wieder gasförmig ausgeschieden werden muss.

    Wenn die Hohlvenenkompression dann beendet ist, wechselt im Bauchraum der Stauungsdruck in den Venen und in der unteren Hohlvene vom hohen Druck in fast Unterdruck, wie oben am Beispiel offenes Foramen ja auch schon erwähnt.

    Hier bilden sich Mikro-CO²-Bläschen, die sich dann leicht zu größeren Blasen verbinden können. Jetzt könnten sie schon Schaden anrichten, selbst wenn sie im venösen Gefäßsystem bleiben (Lungenembolie?) und nicht per Rechts-Links-Shunt ins arterielle Gefäßsystem abdriften.


    Verdauungsgase sind laut meiner Hohlvenen-Kompressions-Theorie Ursache von verschiedenen Kreislaufstörungen mit schwerwiegenden Folgen. Leider wird diese Ursachen-Variante in der Praxis kaum in Betracht gezogen.

    Ähnlich könnte es bei solchen hier beschriebenen CO²-Gasembolien sein, deren Ursprung auch Verdauungsgase sind.


    Sinnvoll wäre es, bei Auftreten solcher Mechanismen mal nach Zusammenhängen mit noch immer rätselhaften zerebralen Erkrankungen wie Schlaganfall, Alzheimer, Demenz, Migräne, Schwindel usw. zu suchen, statt sie zu ignorieren oder zu verharmlosen. Bei Blähungen im Verdauungstrakt diffundieren nun mal Gase durch die Darmwand in die Blutbahn.


    Da auch arterielles Blut Gase enthält, sollte man überprüfen ob das Metallgefecht von Stents auch so ein guter CO²-Ausperlindikator ist wie z.B. ein Goldkettchen im Sektglas (Selbstversuch). Das könnte verhängnisvoll sein, denn im arteriellen System gibt es auch Druckschwankungen und Mikrobläschen könnten sich irgendwo in einer strömungsarmen Nische zusammenballen.

    Eine ideale Erklärung dazu findet man in diesem wunderbaren Artikel von Prof. Dr. Holger Strunk – vielen Dank!


    https://www.holgerstrunk.de/champagner.html


    Es muss demnach kein Champagner sein um CO²-Bläschen im Organismus anzuhäufen. Verdauungs- u. Gärungsprozesse sowie zunehmend die Luft zum Atmen reichen da aus.


    In den 2½ Jahren seit dem Hörverlust durch Vorhofflimmern hatte ich nur noch einmal eine VHF-Episode, über die ich hier am 4. März 2019 auf Seite 119 berichtet habe.


    In den Arztberichten die ich abgeheftet habe, finde ich nur Hinweise auf ein Foramen ovale und ein Vorhof-Septum-Aneurysma, dies aber immer ausdrücklich ohne Nachweis eines Shunts.


    https://stefan-dreesen.de/Tauchen/Tauchmedizin/


    https://www.tauchersprechstund…rechtslinks-shunt-und-pfo


    https://www.tellmed.ch/tellmed…vale_PFO_neue_Aspekte.php


    Ich hoffe, dass mich mal ein Arzt aufklärt, dass es nicht so ist wie ich mir das vorstelle.


    Liebe Grüße und Tschau

    Gerhard *:)

    Zitat

    gerhard

    Verdauungsgase sind laut meiner Hohlvenen-Kompressions-Theorie Ursache von verschiedenen Kreislaufstörungen mit schwerwiegenden Folgen. Leider wird diese Ursachen-Variante in der Praxis kaum in Betracht gezogen.

    Das Problem ist, dass Blähungen ganz viele haben und außer unangenehmes Gefühl im Bauch haben die meisten nichts weiteres. Der Gastroenterologe wird auch bestimmt sagen: das hat jeder. Da müssen mehrere Faktoren zusammenspielen um Herz und Kreislaufbeschwerden dadurch zu hervorrufen. Die Ärzte, besonders Gastroenterologen, verstehen ihre Aufgaben fast schon daran organische Ursachen zu auszuschließen. Falsche Bakterien in Dünndarm verursachen Blähungen im Oberbauch. Damit hat aber mein Gastro erst nach 2 Jahren Beschwerden sich beschäftigt und das nur weil ich ausdrücklich Antibiotika gefordert habe und gesagt dass es so nicht weiter geht und ich jede Nacht nicht schlafen kann. In so einem Zustand muss man Blähungen im Oberbauch(meist Dünndarm) bekämpfen.

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    Die Gründe liegen im elektrischen Reizleitungssystem.

    VHF hat weder was mit Blähungen, Tauchen noch mit der Ernährung zutun.

    Barrio

    Könnte es aber sein, dass Zuviel Druck im Bauch irgendwie Nervenreizung auslöst und somit diese Leitung stört? Und es werden noch Herzrasen und Herzstolpern in diesem Thema diskutiert. Das schweres Essen zu erhöhter Herzfrequenz führt ist ja bekannt z.B.

    Ich meine, wenn man nun so von Geburt an physiologisch gebaut ist, dass Druck im Bauch solche Wirkungen verursachen kann, warum nicht?

    Cassandra 86


    Ich wollte dir mit meinem letzten Beitrag keine Angst machen, sondern die Mediziner allgemein auf mögliche angstmachende Erkrankungen hinweisen, die in Verbindung mit CO²- Bläschen im Blut entstehen könnten.

    Leider läuft diese Botschaft auch scheinbar wieder ins Leere – Schade!


    Heute mal wieder was speziell zum Vorhofflimmern, das auch dich betrifft. Es ist für mich ein Indiz dafür, dass diese Rhythmusstörung entgegen der Meinung von auch Barrio , doch etwas mit Blähungen und Ernährung zu tun haben muss.

    Ich habe in deinen Beiträgen im Forum Ernährung „Was kocht Ihr heute“ mit den regelmäßigen Berichten darüber, was du so gegessen hast gestöbert und bin fündig geworden.

    Demnach hattest du am Samstag den 16.11.2019, an dem du dann in der Nacht um 3 wegen Vorhofflimmern ins Krankenhaus gegangen bist, mittags eine für mich eindeutig „Vorhofflimmern begünstigende Mahlzeit“ eingenommen – und zwar „Scharfes Thaicurry“.


    Wegen asiatischen Gerichten hatte ich schon einige Male Vorhofflimmern. Und dann noch scharf. ]:D


    Dies ist natürlich nicht die Ursache, aber ein bedeutsamer Hinweis für dich, wie du ähnliche Vorhofflimmer-Attacken in Zukunft verhindern kannst.


    Dazu kommen mir auf Anhieb mehrere Assoziationen in den Sinn, weil z.B. die Schärfe von Chili (Capsaicin) in die Blutbahn übertritt und somit allerlei Nerven reizen kann bzw. depolarisieren, wie bei den Dehnungsrezeptoren in den Herzvorhöfen usw. lt. meinen Beitrag vom 14.11.19 auf Seite 122.

    Dein dabei aufgetretener Husten könnte ebenfalls durch die übersensibilisierten Dehnungsrezeptoren ausgelöst worden sein, lt. Hohlvenen-Kompressions-Theorie Pkt.5.6, alles aber eben als Fehlalarm.


    http://www.hortsch-online.de


    Den Zeitpunkt des Auslösens von Vorhofflimmern hast du wahrscheinlich nicht mitbekommen, denn wie du es beschreibst, hattest du es schon beim Insbettgehen. Den Zeitpunkt des Beginns von VHF habe ich bis jetzt immer mitbekommen, da vorher jedes Mal das typische kribbelige Bauchgefühl darauf aufmerksam machte. Wenn ich es wegmassieren konnte, blieb ich verschont.

    Ich frag mich, was befindet sich an der Stelle 3 cm über dem Bauchnabel tief im Oberbauch?


    Liebe Grüße & Tschau *:)

    Gerhard

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    gerhard

    Danke, dass du dir so viel Mühe gemacht hast ,um nach einer evtl Ursache zu schauen.

    Ich glaube allerdings nicht, dass das scharfe Essen dafür verantwortlich war. Wir essen regelmäßig mit Chili und auch bei unserm Lieblingsasiaten ist es reichlich scharf. Schärfer, als ich sonst zu Hause koche. Bis jetzt habe ich danach nie irgend welche Probleme gehabt.

    Aber man weiß ja nie, welche Komponenten da zusammen wirken.

    Hier noch ein Nachtrag zu meinem Erklärungsversuch vom 22.12.2019, wie es im Blutkreislauf zu einer Gasembolie kommen könnte.

    Es deutet ja darauf hin, dass ein Rechts-Links-Shunt im Lungenkreislauf generell ins arterielle System das Einschwemmen von Blutgasbläschen ermöglicht.

    Dieses Abfallprodukt CO² diffundiert im Verdauungstrakt in die Blutbahn, wo es im Blut gelöst über Pfortader, untere Hohlvene, rechtes Herz, zur Lunge transportiert und abgeatmet wird.


    Gibt es aber einen „Rechts-Links-Shunt“, wo praktisch noch vor der Lunge das Blut durch diesen Kurzschluss direkt über die Lungenvenen und dann ins linke Herz geleitet wird, kann es ohne irgendeine Filterwirkung der Lunge in jeden Winkel des Körpers gelangen. Für die darin befindlichen Gasbläschen wäre der Weg frei bis in die feinen Äderchen des Gehirns.


    Einerseits bedeutet der Kurzschluss also eine Gefahr, andererseits könnte er sich nützlich erweisen, wenn der kontinuierliche venöse Rückstrom zum Herzen gestört ist (Hohlvenenkompression) und bei daraus resultierenden Stauungen in der Lunge. Da besteht dann die Möglichkeit durch diese Pufferung schnelles Blut zum Pumpen bereitzustellen, damit kein Defizit beim Schlagvolumen beider Kammern entsteht (Frank-Starling-Mechanismus). Denn das Herz kann nur das Pumpen, was es augenblicklich kriegt.


    Diese Variante eines „Rechts-Links-Shunt“ bezieht sich auch mit auf den Bereich, wo die Lungenvenen in den linken Vorhof des Herzens einmünden. Genau das ist die Stelle, wo bei den meisten Ablationen wegen Vorhofflimmern störendes Gewebe verödet wird.

    Gehört dies vielleicht zu diesen sensiblen Dehnungsrezeptoren, die lt. meiner Hohlvenen-Kompression-Theorie den Blutmangel melden?


    Vor 15 Jahren hatte ich meine erste Katheter-Ablation (Pulmonalvenenisolation) und voriges Jahr die zweite. Dazwischen 3 elektrische Kardioversionen und etliche Male per „Pill in the Pocket“.


    Von meiner zweiten Vorhofflimmerablation im Frühjahr 2019 habe ich hier absichtlich noch nicht berichtet, weil ich geteilter Meinung war.


    Heute bin ich froh, dass ich es hab machen lassen, denn ich hab daraus gelernt.


    Vom Gefühl her hat sich bei der Entstehung von Vorhofflimmer-Attacken nichts geändert. Es kommt also auch weiterhin genauso häufig zu Situationen, wo ein leichtes Schwäche- und Schwindelgefühl auftritt, was zusammen mit dem auftretenden unverwechselbaren kribbeligen Gefühl kurz über dem Bauchnabel, schon immer Vorhofflimmern ankündigt. Oft musste ich bis jetzt auch weiterhin diese Stelle im Oberbauch solange massieren, bis das Schwächegefühl und das Kribbeln verschwand.

    Ich bin noch immer davon überzeugt, dass durch eine Kompression der unteren Hohlvene infolge aufgeblähter Oberbauchorgane dieses Symptom mit dem Schwächegefühl und dem Kribbeln entsteht, was durch die Massage wieder verschwindet.

    Vorhofflimmern hatte ich in diesen 10 Monaten seit der Ablation nicht mehr, Extrasystolen eigentlich auch nicht und ich war ja nicht mal zur Nachuntersuchung. Dass die Oberbauchbeschwerden im Sinne meiner Hohlvenen-Kompression-Theorie auftreten habe ich nie bezweifelt.


    Ich finde aber, dass nach der Ablation die Chancen auf Erfolg gegenüber früher doch größer geworden sind. Ich will es aber nicht testen, was passieren würde, wenn ich nicht meine bewährten Gegenmaßnahmen anwende, da fehlt mir einfach der Mut. Dafür waren meine letzten beiden VHF-Episoden vor 2½ Jahren und vor 1 Jahr viel zu symptomatisch und unangenehm bis zur jeweiligen Elektrokardioversion.

    Der Arztbrief über den Verlauf der Vorhofflimmerablation, mit Ablationen im linken und auch im rechten Vorhof, gibt mir jetzt aber Hoffnung.


    Liebe Grüße & Tschau *:)

    Gerhard

    Ich möchte mich nur ganz kurz mal wieder melden. Seit Oktober 2018 habe ich nur noch ein Mal Vorhofflimmern gehabt und zwar im Februar 2019. Da hatte ich aber auch besonderen Stress. Seitdem hatte ich gar kein VHF mehr, also ein gutes Jahr. Ich hoffe, dieser Zustand hält noch lange an. Ich führe es darauf zurück, dass ich Baldrian abgesetzt habe und lieber eine schlaflose Nacht verbringe, und dass ich mich so viel wie möglich bewege. Fruktose, also Obst, und überhaupt Zucker habe ich stark reduziert, aber nicht konsequent. Blähungen verursachen bei mir keine VHF. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Es erscheint mir wie ein Wunder, dass ich kein VHF habe und ich bin sehr dankbar dafür. Ich glaube, durch viel Bewegung wird das Herz stabiler, es kommt nicht sofort aus dem Rhythmus, wenn sich der Puls mal erhöht. Und dass Baldrian Herzrhythmusstörungen auslösen kann, weiß man ja. Vielleicht auch andere Beruhigungsmittel, die einen ähnlichen Wirkmechanismus haben bzw. an denselben Rezeptoren angreifen. Ich nehme jedenfalls nichts dergleichen mehr, sondern lebe lieber einen ruhigen Lebensstil, so dass ich keine Beruhigungs- oder Schlafmittel brauche. Eigentlich wiederhole ich mich, ich habe das ja schon früher geschrieben. Aber ich denke, es kann andere ermutigen. Denn vorher hatte ich wirklich sehr häufig und sehr lange VHF-Episoden.

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    Vidgi


    Ich freue mich, dass es dir gut geht. Ich nehme eigentlich nie solche Beruhigungs- bzw. Schlafmittel, weil ich immer, wenn ich es mal versucht hatte, das Gegenteil erreichte. Meine letzten Versuche liegen Jahrzehnte zurück, damals mit dem viel gepriesenen Lavendel (Lasea). Ich lag dann jedes Mal hellwach mit schnellem Puls im Bett, als hätte ich 10 Tassen Kaffee getrunken.


    Das Positive an deiner diesbezüglichen Entwicklung ist ja nun, dass somit auch das Thema Katheterablation für dich vom Tisch ist. Erfolg bringt eben Erfolg und dadurch immer weniger Adrenalin. Das mag auch ein Aspekt sein, der bei deiner Besserung mitmischt. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg. @:)


    Ich habe mich in letzter Zeit mal intensiv mit meiner vor einem Jahr eigentlich nur widerwillig erduldeten Katheterablation auseinandergesetzt und bin jetzt froh, dass mich die Ärzte dazu überredet haben. Ich konnte den Arztbrief über diesen Eingriff mit „Google“ so übersetzen, bis ich jeden medizinischen Fachbegriff als Laie verstand. Dadurch erkenne ich nun im Nachhinein die Notwendigkeit der hervorragend durchgeführten Vorhofflimmerablation und werde den erfahrenen Ärzten auch weiterhin mein Vertrauen schenken.


    Da ich mir vorstellen kann, dass sich auch andere Betroffene für solch einen Fallbericht interessieren, poste ich hier nun den Originaltext aus dem Arztbrief zu der bei mir durchgeführten kombinierten EPU vor knapp einem Jahr. Ich jedenfalls empfinde es als ein Musterbeispiel. :)^


    (Zitat Anfang) In Ruhe Sinusrhythmus. Nach Anlage einer arteriellen Blutdruckmessung Analgosedierung des Patienten. Anlage eines CS und RVA-Katheters. Problemlose transseptale Punktion. Darstellung der Pulmonalvenen mittels Kontrastmittel. Elektroanatomische Rekonstruktion des LA sowie Erstellung eines Substratmaps mit Hilfe des CARTO 3-Systems. Das Substratmap zeigt gesundes Vorhofmyokard außerhalb der Pulmonalvenen. Hinweis auf Rekonnektion der linken Venen im Bereich Ridge/Carina. Angiographisch keine PV Stenose nach PVI 2005. Zunächst zirkuläre Re-Ablation der rechten und linken Pulmonalvenen in pace and ablate – Rekonnektion im Bereich der linken Carina, der linken Ridge, und der rechten hinteren Carina (max. Energie 40 Watt, Fluss von 15 ml/min minimales FTI im Bereich der LA-Hinterwand/inferior 250gs, im Bereich der Vorderwand/Dach 350gs). Im Bereich des Ösophagus Reduktion der Energie auf 20 Watt. Maximale Temperatur im Ösophagus unter kontinuierlichem Monitoring mit Hilfe der Sensitherm Sonde 38 °C. Nach zirkulärer Ablation der Pulmonalvenen Kontrolle dieser mit dem Ablations- und Lasso-Katheter. Hiermit Nachweis eines entrance und exit Blocks in allen PVs. Jetzt Induktion von Vorhofflimmern im Wechsel mit typischen Vorhofflattern – Ablation des CTI, hierunter degeneriert das Vorhofflimmern, elektrische Kardioversion in Sinusrhythmus – Blockisolation des CTI A1 10 ms A2 180 ms.

    Abschließend mit atrialer high rate Stimulation (Burst mit 300, 250 und 200ms über jeweils 10 Sekunden sowie 300 á 200ms atrialem Ramp) keine anhaltenden Rhythmusstörungen induzierbar. Der Patient erhielt Protamin. Schleusen wurden im EPU-Labor entfernt und ein Druckverband angelegt. Patient ist nach der Untersuchung grob neurologisch unauffällig sowie hämodynamisch und rhythmisch stabil. Verschluss der rechten Leistenpunktion durch Z-Naht. Ein Perikarderguss wurde echokadiologisch ausgeschlossen (Zitat Ende).


    Angereist war ich also früh am Tag der Ablation bei Sinusrhythmus, denn das Vorhofflimmern wurde ja 4 Wochen zuvor durch eine elektrische Kardioversion beendet.

    Zuerst wurde demnach festgestellt, dass die 2005 durchgeführte Ablation im Bereich der Pulmonalvenen im linken Vorhof keine Schäden hinterlassen hatte. Allerdings hatten sich seit damals wieder Störquellen in diesem Bereich erholt bzw. neu gebildet, die jetzt nachweislich durch eine Re-Ablation isoliert wurden.


    Im Gegensatz zur PVI 2005 wurden diesmal aber auch Störquellen im rechten Vorhof im Bereich des CTI gefunden und verödet, also genau dort wo die untere Hohlvene einmündet. Dort könnte quasi immer das ekelige Vorhofflattern entstehen, das bei mir während einer VHF-Attacke besonders nachts immer im Wechsel mit VHF auftritt.

    Dass es nun abschließend mit Höchstrate Stimulation nicht mehr induzierbar war, könnte ja ein gutes Zeichen sein.

    Diese Tatsache ist für mich aber auch ein Indiz dafür, dass es ebenfalls Dehnungsrezeptoren zum Schutz vor Hohlvenenkompressionen sein könnten, die dort mit verödet werden.

    Eine Assoziation zwischen Blutmangel infolge eines verminderten venösen Rückstroms zum Herzen und Rhythmusstörungen ist für mich unverkennbar.

    Leider konnte ich auch bei den sehr kompetenten Ärzten, die diesen Eingriff in einer sehr beruhigenden Art vorbereiteten, meine Hohlvenen-Kompressions-Theorie nicht ansprechen. Aufgewacht bin ich dann im Patientenzimmer und am nächsten Tag konnte ich nach Hause.


    http://www.hortsch-online.de


    Zum Abschluss noch ein paar Ergänzungen allgemein.

    Ich suche ja noch immer nach den Ursachen von dem seit Jahrzehnten auftretenden kribbelig-zappeligen Gefühl etwa 3 cm über dem Nabel aber tief im Bauch, was scheinbar nur ich als Vorbote von Vorhofflimmern entlarven konnte.

    Ärzte zucken auch nur mit den Schultern, wenn ich von diesem genau lokalisierbaren Symptom berichte und so kann ich nur weiter spekulieren, was dahinter stecken könnte.

    Unmittelbar mit diesem Gefühl geht eine allgemeine Kreislaufschwäche einher, oft mit Schwindel und dem absoluten Bedürfnis, diese Stelle im Oberbauch intensiv und bis zum Verschwinden des Gefühls massieren zu müssen. Nur dadurch stelle ich sicher, dass aus den nebenbei auch auftretenden Extrasystolen kein Vorhofflimmern wird. Dabei ist es schwer zu unterscheiden, ob es sich um Extrasystolen handelt oder krampfartige Zuckungen, die den gesamten Bauchraum erschüttern.

    Dazu suche ich vergeblich nach einen englisch sprachigen Bericht, den ich mir mal von Google hab übersetzen lassen, wo es darum ging, dass sich die glatte Muskulatur in den Wänden der unteren Hohlvene in Intervallen spastisch kontrahiert, wenn dieses Hohlorgan durch irgendeinen Grund komprimiert wird. Die mögliche Erklärung dafür war in dem Bericht, dass dies ein Schutzmechanismus gegen eine Thrombose oder andere Einengung wäre. Schade, es würde so gut zu meiner Theorie passen und zu diesem zappeligen Gefühl.

    Dass Histamin die glatte Muskulatur kontrahiert, darüber haben wir hier schon oft geschrieben und auch dass es viele glatte Muskelzellen in Hohlorganen gibt.


    Fakt ist jedenfalls, dass dieses typische Gefühl mit den Kreislaufbeschwerden auch nach der letzten Katheterablation noch genauso unvermittelt auftritt wie zuvor. Für mich bleibt es eine Hohlvenenkompression durch aufgeblähte Oberbauchorgane mit Verminderung des venösen Rückstroms zum Herzen, deren Symptome weiterhin spürbar sind. Durch die Katheterablation wurde lediglich das Überwachungssystem zur Feststellung des Blutmangels in den Herzvorhöfen und zur Weiterleitung dieser Gefahrensituation an das Kreislaufsystem im Gehirn, gedämpft. Dadurch werden von dort aus keine Rhythmusanpassungen, wie eben auch Vorhofflimmern, ausgelöst.


    Die eigentliche Ursache, also die aufgeblähten Bauchorgane, behandle ich mit meiner speziellen Oberbauchmassage, und damit auch die Hohlvenenkompression.


    Liebe Grüße & Tschau *:)

    Gerhard

    Barrio

    Barrio schrieb:

    gerhard

    Eine Frage meinerseits.

    Bist du nach der PVI auf die Intensivstation gekommen oder auf die reguläre Kardiologischen Station?

    Es war die reguläre Station einer kardiologischen Abteilung einer Klinik, die es ca. 80-mal in ganz Deutschland gibt.


    Ich bin natürlich nicht erst im Patientenzimmer aus der Narkose aufgewacht, sondern bin dort nur noch einmal eingeschlafen und zum Mittagessen aufgeweckt.


    Aus der Narkose erwachte ich, als die Anästhesistin mich mit meinem Namen rief. Ich sagte: „Ja, es kann los gehen!“ – und sie sagte: „Nein, Sie sind fertig!“


    Es war für mich ein nahtloser Übergang von der Sedierungsinjektion bis zum Aufwachen, was ich lustig und natürlich auch erlösend fand.


    Dann erst wurde ich wieder auf mein Bett verfrachtet und auf Station gefahren. Dort wurde mir u. A. noch ein mini Funk-EKG zur Überwachung um den Hals gehängt und bin bis Mittag wieder eingeschlafen. Aufstehen konnte ich gegen Abend und am Morgen ging es nach Hause.


    Alles in allem ein gut organisierter Routineeingriff und vor Vorhofflimmern blieb ich nun schon ein Jahr verschont. Nähere Einzelheiten über die Klinik möchte ich hier nicht angeben, obwohl von meiner Seite nur Gutes zu berichten wäre.


    Nun wird erstmal Frühling und wenn ich etwas Neues zu berichten habe melde ich mich wieder.


    Liebe Grüße & Tschau *:)

    Gerhard

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    Guten Tag Leute,


    im Vergleich zu meinen normalen alltäglichen Beschwerden, die mir meine Herzkrankheiten verursachen, waren mir die Palpitationen bisher ziemlich egal.
    Jetzt ist es allerdings etwas anders, denn jedes Mal, wenn ich mich etwas anstrenge, bekomme ich jetzt ziemlich starkes Herzstolpern, manchmal in Kombination mit Brustschmerzen. Zusätzlich zu anderen Beschwerden wie Atemnot beim flachen Liegen und natürlich bei körperlicher Betätigung und Schmerzen im Bereich zwischen den Schulterblättern... Bevor jetzt kommt, ich solle meinen Kardiologen fragen - ich hab derzeit keinen und in Zeiten von Corona ist es so gut wie unmöglich, an einen ranzukommen, außer ich läge akut halb im Sterben...meine Diagnosen sind übrigens eine Aortenklappeninsuffizienz 2. Grades, prolabierte Mitralklappe (AML, also das anterior leaflet) und das Sick-Sinus-Syndrom.

    Hallo Gerhard, Hallo Zusammen,

    melde mich nach geraumer Zeit mal wieder in dieses Forum, ich glaube mein letzter Eintrag war 2017.

    Nachdem ich die letzten Jahre wieder zu einer vernünftigen Leistungsfähigkeit gefunden hatte und die Herzstolperer nur kaum oder gelegentlich vereinzelt aufkamen, habe ich seit ca 2 Wochen verstärkt und vvor allem die letzten 2 Tage sehr vermehrt diese mehr als unangenehmen Herzstolperer.


    Vor ca 2 Wochen habe ich ein EKG beim Hausarzt ohne Befund und völlig regulär gemacht. Vor 5 Tagen war ich beim Kardiologen zur Untersuchung, alles gut, ohne Befund. Seit 2 Tagen habe ich fast ununterbrochen Herzstolpeter, z.T. aus dem Sinusrhytmus um sich dann nach ca. 10-20 Sek. wieder einzupendeln. Sobald eine Bewegung stattfindet gibt es eine Änderung. Kein Herzrasen, jedoch immer wiederkehrende Stolperer 4-7St hintereinander um dann beim Bewegungswechsel, laufen etc. wieder in den Sinus zu gelangen.

    Habe heute mit dem Kardiologen telefoniert, er deutet bei mir, wie gehabt, eine Nerven- und Reizleitungsstörung. Medikation oder Ablation wäre bei mir offensichtlich nicht geeignet und interpretiert es tendenziell Richtung Herzneurose (völliger Blödsinn) und nervliche Hintergründe und Belastungen.

    In diesem Zustand bin ich gegenwärtig nicht arbeitsfähig und verlasse aus Ängste und Sorgen auch mein Haus nicht mehr.

    Vor einigen Wochen habe ich mit einer Therapie mit Bioidentischen Hormonen begonnen (aufgrund niedriger Werte von Östriadol und Progesteron - Achtung - als Mann !), seitdem befinde ich mich in dieser Lage. Lt. Prof haben diese Stoffe keine bzw. nur evtl. geringe Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder ähnlich, HRS-Störungen werden ausgeschlossen.

    Die Therapie verfolge ich nicht mehr.

    Bin verwirrt, erschrocken und z.T. beängstigt. Evtl hat jemand Erfahrung mit Hormone und einem Zusammenhang mit meiner HRS-Problematik.

    Bitte um Nachsicht, dass ich so weit ausgeholt habe.

    Viele Grüße!

    sammy11 schrieb:

    er deutet bei mir, wie gehabt, eine Nerven- und Reizleitungsstörung. Medikation oder Ablation wäre bei mir offensichtlich nicht geeignet und interpretiert es tendenziell Richtung Herzneurose (völliger Blödsinn) und nervliche Hintergründe und Belastungen.

    In diesem Zustand bin ich gegenwärtig nicht arbeitsfähig und verlasse aus Ängste und Sorgen auch mein Haus nicht mehr.

    Nicht böse gemeint, aber bist du sicher, dass das mit der Herzneurose Blödsinn ist?

    Weil irgendwie klingt das schon etwas danach (aus eigener Erfahrung).

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