Ja ist immer schwierig wenn die einen sagen A und die anderen B..


    ich hab zumindest in einem anderen Punkt die Erfahrung gemacht, dass ein heilpraktischer Ansatz helfen konnte, wo die Schulmedizin ratlos war (bzw nur suboptimale Mittel hatte).


    Was ich festgestellt habe, ist, dass an Tagen, wo am Vortag viel Streß war, ich verstärkt Herzstolpern habe. Wäre zumindest ein simpler, erstmal plausibler Ansatz.. alles Cortisol verschossen beim Streß, danach also etwas Mangel, daher vegetativ etwas dystonisch.

    Hallo an Alle,


    ich bin das erste Mal hier , bin männlich 57 Jahre und habe seit Oktober 2015 Vorhofflimmern.


    Seitdem 3 Anfälle. Der erste Anfall war an einem Morgen , ich bin mit starken Kopfschmerzen aufgewacht trank 3 Becher Kaffee


    auf nüchternen Magen, der Kopfschmerz wurde besser und aß dann zum Frühstück eine geräucherte Makrele und dann fing mein Herz an zu poltern und schließlich zu flimmern. Abends in die Notaufnahme , bekam Metoprolol gespritzt und nichts passierte, kam dann auf die Intensiv Station , dann plötzlich wieder Sinus, seither alles mögliche abchecken lassen keine Befunde.


    Am 27.Dez. nach einem Saunabesuch , ich stand gerade am Waschbecken kam es ziemlich plötzlich wieder, an dem Tag hatte ich Kaffee Tee und Schokolade zu mir genommen. Alles Koffeinhaltiges habe ich seither vom Essensplan gestrichen, Alkohol schon seit Jahren. Jetzt vor ein paar Tagen der 3. Anfall ausgerechnet am Arbeitsplatz, ich fuhr dann Hause in unsere Herzklinik die sagten wir können Sie aufnehmen oder Sie können auch nach Hause fahren und nehmen 2 Betablocker. Das habe ich auch getan und am nächsten Morgen war die VHF wieder verschwunden. Bin dann zu meinem Kardiologen , der sagte ich soll eine Katheter Ablation machen. Da bin ich aber noch nicht so weit, auf jeden Fall nervt diese Krankheit gewaltig , wenn ich wenigstens eine Grunderkrankung beseitigen könnte, aber da ist nichts gefunden worden. Heute habe ich leicht Tennis gespielt und bin danach in die warme Badewanne gegangen auch das war ein Fehler, es kreiste und grummelte hinter der Brust ,irgendwie wie eine nervöse Störung, ich dachte das ist Anfall Nr. 4, habe mich ganz ruhig auf Sofa gelegt und versucht diese Unruhe in den Griff zu bekommen , das ist mir zum Glück gelungen.


    Ich würde mich über Tipps von Erfahrenen freuen wie ich Attacken verhindern kann oder was mache ich wenn es unterwegs passiert. Macumar nehme ich nicht.


    LG


    Andy1958

    Hallo, Andy,


    ich würde dir raten, ein bisschen in dem Thread zu blättern, da findest du viele Erfahrungen. Die üblichen Dinge sind vermutlich abgecheckt worden, wie Kaliumspiegel, Schilddrüse...


    Ich würde mal auf folgende Dinge achten:


    Histaminhaltige Nahrungsmittel können Herzrhythmusstörungen auslösen (z.B. die geräucherte Makrele). Listen mit stark histaminhaltigen Lebensmitteln kannst du ergoogeln.


    Druck aufs Herz durch Probleme mit dem Magen, Blähungen, Zwerchfellbruch mit Reflux, enger Hosenbund, nach vorne Beugen


    Magnesiummangel (ich nehme regelmäßig Magnesium, obwohl mein Blutspiegel normal ist. Aber dieser sagt nicht so viel darüber aus, wie viel im Herzmuskel vorhanden ist.)


    Was mich betrifft, so wird meiner Meinung nach das Vorhofflimmern ausgelöst, durch eine erhöhte Reizbarkeit am Herzen kombiniert mit einem Druck vom Magen her aufs Herz. Wobei das unterschiedlich sein kann. Wenn das Herz stabil ist, macht der Druck nicht so viel aus, aber wenn es leichter reizbar ist, z.B. durch Magnesium- oder Kaliummangel, kann ein erhöhter Druck Rhythmusstörungen auslösen. So beobachte ich es bei mir und wenn ich das beachte, komme ich ganz gut zurecht. Ich habe das Vorhofflimmern jetzt seit gut 15 Jahren oder länger und es ist durch Beachtung der oben genannten Punkte selten geworden. Allerdings nehme ich, aufgrund meines Alters (70) regelmäßig den Gerinnungshemmer Marcumar. Eine Zeitlang habe ich mir Heparin gespritzt, wenn ich VHF hatte.


    Am 2. Februar kommt im NDR tv eine Sendung über Vorhofflimmern. Man kann über email im Vorhinein Fragen stellen, die dann, wenn man Glück hat, in der Sendung beantwortet werden. Das wäre vielleicht interessant anzuschauen. Hier der Link: http://www.ndr.de/fernsehen/se…dung,visitefragen100.html

    Hallo,


    kann Mir jemand aus eigener Erfahrung sagen ob es Sinn macht sich so früh einer Katheter


    Ablation zu unterziehen(habe 3 Anfälle seit Okt 2015) Oder warten und mit Tabletten versuchen.


    LG


    Andy

    @ Andy

    Bei mir wurde vor 2 Jahre VHF diagonstiziert.


    Mehrere Untersuchungen - Herz ist total o.k. - Ärzte sagen das VHF kommt mit dem Alter oder einfach so.


    Habe oft mehrere Tage durchgehend VHF (bis zu 7 Tage) - komme nur zurück in Rythmus durch sportliche Belastung. Nehme 1/2 Nevivolol und Blutvedünnung - obwohl einige Ärzte sagen, es wäre noch nicht notwendig (54J., Score von Null). Da ich während dem VHF immer nur einen Puls von 70 - 95 habe - raten mir die Ärzte derzeit von einer Ablation noch ab, da es mir noch nicht schlecht genug gehen würde und die Erfolgschancen einer Ablation bei hohem Puls (130 - 180) wesentlich höher sind.


    Daher lebe ich so gut es geht mit dem VHF - merke genau dass es mit meiner Ernährung zusammenhängt und die Auslöser immer von der Magen-Bauchgegend herauf kommen.


    Alles Gute


    gebi88

    Hallo

    @ Gebi88

    kannst du mit der Ernährung ein paar Tips geben ? Ich habe Kaffee und Alkohol und Schokolade weggelassen esse kleinere Portionen und versuche Histaminarm zu essen.

    @ Vidgi

    Danke für den Tip ich werde mir die Sendung ansehen.Du scheinst die Krankheit ja gut im Griff zu haben.


    Ich fragte wegen der Katheter Ablation deshalb, mein Nachbar ist Kardiologe und der prescht ziemlich vor und hat mich quasi zur Info Veranstaltung in der Klinik angemeldet , ich weiß die Unterstützung zu schätzen, habe aber wahnsinnige Panik vor dem Eingriff. Er hatte mit seinen Kollegen in der Klinik gesprochen und die empfahlen einen so frühen Eingriff. Ich weiss aber nicht


    was ich machen soll. Warten ? Vielleicht verschwindet mein VHF ja auch wieder oder gibt es sowas nicht ?


    Ich versuche also noch etwas Zeit zu gewinnen.


    LG


    Andy1958

    @ Andi

    Das ganze Thema VHF ist, was das persönliche empfinden, die Minderung an Lebensqualität und den Leidensdruck


    angeht, sehr individuell. Ich hatte 7 Jahre anfallartiges VHF. Fing recht harmlos mit einer kurzen Episode an.


    Außer einem 10 Min. Stolpern habe ich nicht viel gespürt. Sonstige Einschränkungen gab es nicht. Dann wurden die Abstände


    kürzer und kürzer, die Begleiterscheinungen heftiger und heftiger. Deutlich eingeschränkte Leistungsfähigkeit,


    Schwindel, Angst. Die Standardmedikation mit Betablockern und Antiarhytmika hat das VHF und seine Verschlimmerung


    letztlich nicht verhindert. Die unter anderem auch hier genannten Vermeidungsstrategien haben mir ebenso


    keine Linderung gebracht. Der Sturm in der Brust tobte immer häufiger und immer heftiger. Mein seinerzeitiger


    Kardiologe war von der Ablation nicht so begeistert. Er meinte, es sei sehr risikoreich und die Erfolgsaussichten


    seien auch nicht so gut. Er meinte, Digitalis und Macumar nehmen, dann abwarten, irgendwann hat man dann


    permanentes VHF und dann würde der Körper sich schon daran gewöhnen. Anfang 2013 war es dann soweit, dass


    ich alle 1-2 Tage heftiges VHF (Flattern und Flimmern) hatte. Ich war 45 Jahre alt und mental sowie körperlich am Ende.


    Auch mit ansehen zu müssen, wie meine Familie mitleidet, war fürchterlich. Da fasste ich den Entschluss, gegen


    diese Pest mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen, in den Krieg zu ziehen. In Zusammenarbeit mit meinem Hausarzt


    habe ich einen Schlachtplan geschmiedet. Am Anfang stand zunächst die Einweisung ins Herzzentrum mit allen teilweise nochmaligen nur erdenklichen Untersuchungen in der Folge. Ergebnis war: Hardware bestens, die Elektrik spinnt. Zwischen Februar und September 2013 hatte ich dann 3 Ablationen. Einmal eine Isthmus Ablationen um das Flattern zu beseitigen und 2 x PVI. Die erste PVI war leider nicht erfolgreich. Ist aber häufig so. Da darf man sich nicht entmutigen lassen. Das Gefühl,


    als ich nach der 2. PVI aufgewacht bin, war sensationell. Ich spürte mein Herz nicht mehr. Kein nasser schwerer Sack


    drückte mehr auf meine linke Brust. Keine absurden Herzschläge, die bis in den Hals und den Bauchraum spürbar waren.


    Ich fühlte mich bereits vom nächsten Tag an leistungsfähiger und voller Tatendrang. Ich hatte einen zusätzlichen Geburtstag.


    Anfänglich war der Puls etwas schneller und es gab recht häufige aber harmlose Extrasystolen. Ist ja auch nicht verwunderlich,


    es wurde ja einiges im Herzen gemacht. Da braucht es schon mal ein paar Monate bis sich alles wieder beruhigt. Das verläuft


    letztlich auch bei jedem wieder individuell.


    Nach diesen Eingriffen war dann wieder Ruhe in meiner Brust. Allerdings habe ich mich bemüht, anschließend nicht wieder


    in alte Verhaltensmuster zurück zu kehren. Zu meinem Schlachtplan gehörte nämlich auch mein Herz nach diesen Eingriffen


    künftig mehr zu unterstützen. In meinem Fall gehört dazu, den Blutdruck genauer zu beobachten und im Griff zu halten mit


    einer sauber abgestimmten Medikation. Weiterhin achte ich auf eine vernünftige Ernährung ohne nun jetzt völlig zu einem


    Asketen geworden zu sein. Aber was viele hier aus ihrer Erfahrung berichten, ist schon wahr. Es hilft auch dem Herzen, wenn


    man seinen Alkoholkonsum in Grenzen hält, den Magen- und Darm Trakt nicht zu sehr belastet und gewisse Stoffe meidet.


    Rauchen sollte ebenso tabu sein. Moderater Ausdauersport ist seitdem ebenso mein ständiger Begleiter. Den Kopf habe ich


    auch nicht vernachlässigt. Verhaltenstherapie und hier im speziellen das Achtsamkeitstraining haben mir bis heute sehr geholfen mit dem Erlebten umzugehen und nicht wieder in alte Strickmuster zu verfallen.


    Ich bin fest davon überzeugt, dass die Entstehung und die Wirkung von VHF ein ungeheuer komplexes Thema ist und sich


    individuell immer wieder anders ausprägt. Daher glaube ich auch nicht, dass es zur Bekämpfung dieser Krankheit eine


    einfache Lösung gibt. Es gibt nicht die eine (oder mehrere) Pille(n), die dauerhaft hilft. Es gibt auch nicht die eine Vermeidungsstrategie oder die eine besondere Ernährungsform. Für mich gehört das alles zusammen. Nur ein komplexer


    Lösungsansatz auf mehreren Ebenen war aus meiner Sicht erfolgsversprechend. Seit gut 2,5 Jahren bin ich permanent


    im Sinus. Ich denke, so ganz falsch habe ich nicht gelegen.


    Ja. Der Weg war anstrengend. So einen Mist wird man nicht mal so eben wieder los. Da muss man schon Energie investieren.


    Aber man kann es schaffen, wenn man da Ziel nicht aus den Augen verliert.


    Einfach so geht es wohl nicht weg. Einmal gehabt, endet es wohl immer irgendwann im permanenten VHF. Die Frage ist nur,


    wie lange es dauert.


    Am Ende kann man niemandem raten, was er tun soll, sondern nur von seinen eigenen Erfahrungen berichten. Ich würde heute nicht mehr solange warten mit einer Ablation. Aber das muss für dich nichts heißen. Wie Du dich auch entscheidest, ich wünsche Dir Kraft und Mut, dass Du dein Ziel erreichst.

    @ Andy

    Zitat

    habe aber wahnsinnige Panik vor dem Eingriff.

    Das brauchst du nicht .. Ich bin zwar ne ganze Ecke jünger als du (keine 30) aber ich hab dafür schon unzählige Kathetereingriffe bekommen.


    Natürlich ist ein Risiko gegeben und das muss man sich vor Augen halten, bei meiner EPU gabs z.b Komplikationen und man musste mit dem Defi ran ..


    ABER:


    Ich werd den gleichen Eingriff in paar Wochen wieder machen lassen .. Trotz des Risikos ..


    Herzkatheter Eingriffe sind in Deutschland auf nem guten Standard und die Ärzte sind Erfahren. Die raten auch nicht wie viele meinen allzu schnell zu einem Eingriff denn diese müssen auch bei der KK gerechtfertigt werden. Alleine ein Draht für ein Herzkatheter kostet alleine 2000 Euro.


    Wenn du zusätzlich darauf achtest wo du den Eingriff machen läßt bist du eh schon auf der Sicheren Seite .. Am besten du gehst in ein Herzzentrum statt einem Misch Masch Krankenhaus.


    Ich kann dir meine Beweggründe für die Eingriffe erklären, trotz des Risikos:


    Wenn man den Eingriff nicht machen läßt, kann sich auch nichts bessern .. Das würde bedeuten: Akzeptieren das man Tabletten nehmen muss (ich nehm 4 Stück am Tag), Akzeptieren dass man in vers. Dingen nicht wirklich belastbar ist und akzeptieren dass du a) ein erhöhtes Schlaganfallrisiko hast und b) Risikieren dass aus dem VHF was übles wird .. Ich weiß nicht wie hoch dein Puls bei VHF ist, aber ab 250 droht unter Umständen auch Kammerflimmern. Und auch wenn der Shadscore bei 0 ist kann es dennoch zu einem Schlaganfall kommen.


    NIEMAND sollte dich zu einer Ablation drängen, die Entscheidung musst du alleine treffen. Aber denk halt darüber nach ob du durch ein überschaubares Risiko (das ist es bei Ablationen wirklich) ggf. mehr Lebensqualität bekommen möchtest oder lieber auf Nummer sicher gehst und eingeschränkt durchs Leben gehen willst.


    Das unangenehmste an einem Herzkatheter ist das Stundenlange liegen da man erstmal nicht aufstehen darf. Aber die Zeit geht auch rum.


    Was man halt auch beachten sollte: Ein Herzkathetereingriff kann helfen, muss aber nicht .. Man sollte also realistisch an die Sache herantreten .. Hab wie gesagt schon einige gehabt und bin noch nicht am Ziel .. Aber da Flecainid und Bisoprolol nicht die gewünschte Erfolge bringen muss ich was machen.


    In aller Deutlichkeit:


    Ein Herzkatheter ist nichts wovor man Angst haben brauch. Ist aber nur meine persönliche Meinung.

    @ Andy

    Ich esse fast ausschließlich nur mehr kleinere Portionen, fast keine scharfen Sachen mehr.


    Wenig Kaffee und nach 18.00 esse ich fast nie mehr etwas.


    Die Darmsarnierung mit OmniBiotic 6 wirkt spürbar beruhigend und ich spüre bei weitem nicht mehr diese zittrigen Reize die sehr oft dann ins VHF übergehen.


    Sonst esse ich auch kein Brot mehr - fühle mich dadurch nicht mehr so aufgebläht.


    bis bald


    gebi88

    @ gebi88

    Hallo


    ich habe mal nach diesem OmniBiotic 6 geguckt aber es gibt viele Varianten welche kannst du empfehlen ?


    Bei mir gibt es auch vor einem Anfall dieses kribbeln und zittern in der Bauchgegend und wenn das hilft das zu verhindern probiere ich das gerne aus.


    LG


    Andy1958

    Ich habe seit ca. 7 Jahren paroxysmales Vorhofflimmern, das anfallsartig auftritt und meist von selbst wieder verschwindet. Im Sommer 2015 lag ich wieder wegen Vorhofflimmern und Herzrasen ein paar Tage im Krankenhaus. Das Flimmern konnte mit einer hohen Dosierung von Betablockern unterbunden werden, so dass ich wieder im Sinusrhythmus war.


    Die letzten 6 Monate hat sich das Flimmern aber wesentlich verbessert - warum auch immer. :-o Ich möchte auch denjenigen Mut machen, die denken nicht mehr vom Flimmern loszukommen auch wenn sie eigentlich herzgesund sind (bis auf das schlimme Vorhofflimmern).


    Ich nehme nur einen Betablocker- Bisoprolol (hoch dosiert) und Magnesium. Das Herz ist bis auf das Flimmern kerngesund. Ich denke, dass die "Fehl- Elektrik" am Herzen auch genetisch bedingt sein kann und deshalb Probleme machen kann - gerade unter Stress. Von einer Ablation, die man mir im Krankenhaus angeraten hatte, habe ich aufgrund der wesentlichen Verbesserung und der doch vorhandenen Risiken der Ablation abgesehen. Alkohol trinke ich eigentlich keinen mehr und ich ernähre mich relativ gesund (frisch kochen; Gemüse und Obst). Meinen Kaffeekonsum habe ich auch erheblich runtergefahren, was mir sehr schwer viel.


    Hat jemand Erfahrungen mit Vorhofflimmern unter Stress? Einen Zusammenhang mit dem Auftreten von Vorhofflimmern und der Ernährung konnte ich bei mir nicht feststellen.


    Gibt es Studien, die das Vorhofflimmern mit genet. od. vererbten Mechanismen in Zusammenhang bringen?


    Vielen Dank im voraus

    @ Justus78

    Ich konnte bisher auch keinen Zusammenhang zwischen Ernährung und VHF feststellen. Um Ehrlich zu sein hat noch kein Arzt diesen Zusammenhang erwähnt deswegen staune ich auch dass hier oft VHF und Magen in Verbindung gebracht wird.


    Mein VHF kommt plötzlich, gibt da keine bestimmten Auslöser. Bei mir ist's aber so dass ich von Grund auf schon einen hohen Ruhepuls hab ~130.


    Das erste mal passierte es Nachts, dann gabs paar Episoden am Tage hier und da.


    Und dann auch schon mal im OP als ich in Narkose war.


    Hab oft von anderen Patienten gehört dass die VHF bei sportlicher Belastung bekommen, z.b beim Radfahren oder Joggen.

    Zitat

    Gibt es Studien, die das Vorhofflimmern mit genet. od. vererbten Mechanismen in Zusammenhang bringen?

    Also VHF soll wohl auch "vererbbar" sein, hab ich zumindest mal in div. Publikationen gelesen. Aber in meiner Familie bin ich der einzige der an VHF und andere Rhytmusstörungen leidet.


    VHF ist aber sehr undurchsichtigt, das hör ich immer wieder. Den genauen Auslöser kennt man nicht, von daher halte ich die Sache mit Ernährung für reine Spekulation.


    Ich führe ein bisschen Buch jeden Tag und notier mir was ich so Gegessen, Getrunken und Gemacht habe .. Um zu schauen ob ein Muster erkennbar ist an den Tagen an denen ich starke Herzbeschwerden hab .. Aber bisher kam da nichts bei raus.

    @ MXone

    Danke für deine Antwort. Ich denke auch, dass man auch viel in seine Episoden des Vorhofflimmerns hineininterpretieren kann und Zusammenhänge meint erkennen zu können, die eigentlich gar nicht existieren. Die Kardiologen, die mich untersucht haben, waren jedenfalls ratlos und hatten keine Idee woher das Ganze bei einem Herzgesunden denn kommt (Uniklinik/ städt. Klinikum/ mehrere niedergelassene Kardiologen).


    Ich versuche mal die Publikationen im Netz zu finden, die auf eine Vererbbarkeit des Flimmerns hindeuten. Vielleicht findet sich ja was. Mein Vater hatte in meinem Alter auch Episoden von Herzrasen o.ä., die jedoch im Alter ganz verschwanden (darauf hoffe ich auch bei mir stark ;-) ).

    @ Justus

    Ich denke, mit der Erblichkeit ist es so, dass es nicht direkt vererbt wird, man aber eine genetische Veranlagung hat, die durch Umwelteinflüsse dann zum Vorschein kommt, also eine Kombination, wie das bei vielen Krankheiten ist. Bei mir ist es so, dass auch zwei meiner Brüder betroffen sind. Die Tatsache, dass das Auftreten des Vorhofflimmerns im Steigen begriffen ist, deutet auf einen Einfluss der Umwelt bzw. der veränderten Lebensweise hin. Du kannst ja diese Frage beim NDR stellen: http://www.ndr.de/fernsehen/se…agazin,sendung474580.html


    Die Sendung kommt morgen, 2. Februar, und man kann vorher per email Fragen stellen. Vielleicht ist es aber auch schon zu spät dazu.

    Ich will mich auch wieder einmal an der interessanten Diskussion beteiligen.


    Aus Euren Beiträgen sehe ich, dass Ihr von meiner These nicht viel haltet, denn mitdiskutiert wird sie nicht. Durch mein Handeln nach der Hohlvenenkompressionstheorie, die hauptsächlich Ursachen von Extrasystolen beschreibt, sind meine seit 1983 paroxysmal auftretenden Vorhofflimmer-Attacken nicht permanent geworden, wie mir die Kardiologen immer prophezeiten, sondern ich bin jetzt mit 73 sogar beschwerdefrei.


    In den letzten 6 Jahren, in denen diese Theorie gereift ist, hatte ich nur noch eine Attacke und das war im Sommer 2013, als ich meine Vermeidungstaktik nicht durchführen konnte.


    Hier auf Seite 86 beschrieb ich mein letztes Vorhofflimmern:


    http://www.med1.de/Forum/Blut.Gefaesse.Herz.Lunge/290119/?p=86#p20161050


    Zu Eurer Frage, ob Vorhofflimmern erblich ist, kann ich etwas beisteuern.


    Mein Vater hatte Episoden mit schnellem und unregelmäßigem Herzschlag nach manchen familiären Feiern, ist aber nie damit zum Arzt gegangen. Erst als er 1983 meine Diagnose Vorhofflimmern erfuhr und dass es oft nach Alkoholgenuss mit Erbrechen bei mir auftrat, wurde er vorsichtiger mit Essen und Trinken beim Feiern und wurde dann aber 85 Jahre alt.


    Meinen Bruder ging es wie mir und hatte mit 30 sein erstes Vorhofflimmern und dann meistens nach Rotwein und nur mit Erbrechen. Er nahm dann 10 Jahre lang das Medikament Amiodaron, trinkt seitdem weniger Rotwein und ist heute mit 70 beschwerdefrei. Er meint, dass er sich das Amiodaron hätte bestimmt sparen können, aber von meiner These mit der Hohlvene hält er nichts.


    http://www.med1.de/Forum/Magen.Darm/646321/#p19562398


    Alle, die im Vorfeld solcher Attacken schon das typische Bauchgefühl identifiziert haben, sind doch schon im Vorteil und brauchen es mit der beschriebenen Bauchmassage nur noch wegzudrücken.


    Ich wünsche Euch viel Erfolg.


    Tschau *:)

    Hallo,


    ich habe mittlerweile fast alle Beiträge in diesel thread gelesen und bei meinen 3 Anfällen alles möglich versucht, Kopf in eiskaltes Wasser , kaltes Wasser trinken, modifiziertes Valsalva Manöver, Massage über dem Bauchnabel, nichts hat geholfen, nur 2 Betablocker und 12 Stunden warten hat geholfen. Auch Ergometer ging nicht ich hatte überhaupt keine Power beim flimmern.


    Also wenn es irgendwas mit der Hohlvene zu machen gibt ich probiers. Ich habe mir letztes Jahr im Mai beim gassi Gehen mit unseren Hunden eine Zecke eingefangen, danach fingen meine Probleme erst an, bin beim Borrelien Test aber nur schwach positiv, ich gehe diese Woche zu einem Spezi für weitere Abklärung. Ich habe gelesen , dass Borreliose auch Herzprobleme auslösen kann und ich hatte vor meinem ersten Flimmern 2 Wochen grippeähnliche Symptome.


    Ich halte euch auf dem laufenden.

    @ Gerhard

    Wieviel Ablationen hast du hinter dir ? Du hast ja lange mit dieser Krankheit gekämpft.


    LG


    Andy1958

    @ Andy1958

    Ich hatte im Dezember 2005 eine Katheter-Ablation im "Hamburger Krankenhaus St. Georg", was damals schon eine gute Adresse war.


    Durchgeführt wurde eine Pulmonalvenenisolation in Doppel-Lasso-Technik mit insgesamt 42 Applikationen, was aber leider mein intermittierendes Vorhofflimmern in den Folgejahren nicht verhindern konnte.


    Die Intensität und deutliche Zunahme der Vorhofflimmerepisoden bis zum Jahre 2005, wurde aber durch diese Ablation doch erst einmal abgemildert, sodass es nur noch etwa alle 3 Monate flimmerte. Eine zweite Ablation wurde mir nicht angeboten und so habe ich mir mehr oder weniger selbst geholfen.


    Zweimal bin ich dann sofort von selbst ins Krankenhaus gegangen und habe um eine elektrische Kardioversion gebeten, die nach Ausschluss von Thromben (mit Schluckecho) jeweils am gleichen Tag erfolgreich durchgeführt wurde. Ich war ja damals noch auf den Gerinnungshemmer Falithrom eingestellt und da konnten ja eigentlich keine Thromben vorhanden sein, die bei dem Stromstoß einen Schlaganfall hätten auslösen können.


    Jedoch musste ich je eine Nacht im KH verbringen. Dabei wurde auch gleich mit getestet, wie ich das Medikament Propafenon vertrage, was ich dann bei allen späteren Vorhofflimmerepisoden sofort bei Auslösung eingenommen habe. Diese Theapieform "Pill in the Pocket" (Pille in der Tasche), führte dazu, dass die Attacken immer innerhalb von 24 Stunden wieder verschwanden.


    Das war dann schon eine gewisse Sicherheit für mich und hat bestimmt durch das immer weniger werdende Adrenalin im Blut mit dazu beigetragen, die jetzige Beschwerdefreiheit zu erlangen.


    Meine Theorie mit der Hohlvene und das Verständnis dafür, haben das Übrige bewirkt.


    Seit etwa 6 Jahren nehme ich als Medikamente nur noch täglich 5mg Bisiprolol und 5mg Amlodipin zum Senken des Blutdrucks ein und fühle mich wohl damit.


    Soviel dazu, was mir geholfen hat.


    Liebe Grüße und Tschau *:)

    Hallo ich habe mich für die Veröffentlichung meines Beitrags auf eurem Forum entschieden.


    Ich bin der Meinung, ihr macht hier eine sehr gute Arbeit, indem ihr jeder möglichen


    Ursache von Herzrhythmus-Störungen (HRS) nachgeht, diese diskutiert, sich Gegenmassnahmen ausdenkt und Erfahrungen tauscht.


    Ich denke, dass es vermutlich mehrere verschiedene Ursachen für HRS geben könnte und das was bei einem hilft, das muss bei


    einem anderen nicht unbedingt helfen, aber es gibt schon viele erkennbare Muster, die sich immer wieder bei verschiedenen


    Personen wiederholen.


    Ich bin selber von HRS ziemlich stark betroffen und alles hat bei mir, wie ich denke,


    eigentlich schon ziemlich früh, nämlich in der Kindheit, als eine Herzneurose angefangen.


    Eine erste, wirklich schlimme Tachycardie-Attacke hatte ich in einem Alter von etwa


    30-Jahren erlitten, was für mich mit einem ziemlichen Schock verbunden war.


    Aus der heutigen Sicht sehe ich ein, das damals ausreichend viele Risikofaktoren


    für HRS zusammen gekommen waren, die die Tachycardie auslösen konnten, wie Alkohol,


    Zigaretten, wenig Schlaf, sowie vermutlich auch eine genetische Veranlagung.


    Ich glaube diese Symptomatik ist heute als "Holiday-Heart"-Syndrom ziemlich gut bekannt.


    Ich möchte euch mit meinen Ausführungen nicht allzu sehr langweilen, weil ähnliche


    Fälle hier schon einige zig Male, wenn nicht sogar einige hundert Male beschrieben wurden.


    Kurz gesagt, nachdem ich mit den Zigaretten Schluss gemacht habe und nachdem ich, nach


    einem radikalen Wechsel der Umgebung und des Lebensstils mit weniger Stress konfrontiert


    war, hörten bei mir die Herzrhythmus-Störungen für über 20-Jahre auf.


    Vor etwa 4 Jahren (möglicherweise auch schon etwas altersbedingt?) kamen die Probleme mit dem Herz wieder.


    Und sie wurden so schlimm, dass ich meistens 2-3-4 mal in der Woche mit einem ungeregelmässigen


    Herzrhytmus zu kämpfen hatte und das meistens länger als 24 Stunden am Stück und mit einer


    tachykarden Tendenz, sodass das mehrere Male mit einem Krankenhaus-Besuch endete.


    Ich habe in dieser Zeit sehr viel nach den HRS-Ursachen geforscht, zwischen anderem auch


    in eurem Forum viel gelesen und versucht die Ratschläge zu befolgen, Bücher zu diesem


    Thema gelesen und mehrmals den arztlichen Rat eingeholt.


    Bei mir waren die Symptome meistens sehr ähnlich, wie sie auch Gerhard sehr treffend


    beschreibt, d.h. scheinbar vom "Magen kommend".


    Aber der Erfolg in dem Kampf mit HRS wollte sich bei mir leider sehr lange Zeit nicht


    einstellen, obwohl es Fälle gab, wo einzelne Massnahmen, wie z.B. in-die-Hocke-gehen und


    Luft anhalten zu helfen schienen.


    Dann habe ich angefangen Beta-Blocker einzunehmen und diese haben mir oft geholfen eine


    beginnende Tachycardie zu unterbrechen.


    Von meinem Kardiologen habe ich erfahren, dass ich ab jetzt damit rechnen muss, täglich


    Betablocker einnehmen zu müssen und deren Dosen im Laufe der Zeit immer mehr zu erhöhen.


    Ausserdem habe ich verschiedene Therapien versucht, Homöopathie (z.B. Coffea),


    mit verschiedenen Formen von Gymnastik und Entspannung experimentiert, sowie mit


    meine Ernährung umgestellt (kein Rotwein, keine Hystamin, Paleo-Diät).


    Aber irgendetwas in mir hat mich davon abgehalten so manche ärztliche Empfehlung zu


    100% zu befolgen (ich möchte euch hier in keinem Fall dazu bringen mich an dieser Stelle nachzuahmen).


    Ich habe z.B. den Beta-Blocker nur "bei Bedarf" eingenommen und nicht regelmässig,


    obwohl ich meistens deswegen oft "sehr leiden musste", während ich versucht habe das


    Herzrasen "auszuhalten" (die meisten von euch kennt sicher diese Panik-Zustände, die man


    in dieser Situation bekommt, ob man die nächsten Minuten überlebt).


    Wer weiss, welche Risiken ich dabei eingegangen bin, wie z.B. das Risiko der


    Blutgerinnung, von dem in solchen Fällen so oft gewarnt wird.


    Was ich euch aktuell sagen kann, ist, dass nach etwa 4 Jahren von sehr starken


    Herzrhythmus-Störungen, die mich ununterbrochen etwa fast jeden zweiten Tag heimgesucht


    haben, habe ich, seit etwa sieben Monaten, kaum HRS mehr!


    Ich weiss es natürlich nicht, ob dieser Zustand von Dauer ist?


    Ich bin auch nicht im Stande zu sagen, ob und wenn ja, was mir geholfen hat, ob


    vielleicht die Homöopathie, oder die Entspannungstechniken, oder das Fitnessstudio,


    oder das Meiden von Rotwein und Histamin, oder alles zusammen?


    Oder kam es zu einer Selbstregulation des Körpers, weil ich mich auf immer höheren


    Dosen von Betablocker nicht eingelassen habe?


    (ich verstehe, wenn ich immer mehr Betablocker geschluckt hätte, dann würde sich


    mein Herz nicht veranlasst gesehen haben, selbst regulatorisch aktiv zu werden?


    Oder?).


    Ich habe seitdem verstärkt einige andere gesundheitliche Probleme, so ist es nicht,


    aber im Moment keine akute Herzrhythmus-Störungen mehr?


    Keine Ahnung, ob ihr aus meinem Fall etwas lernen könnt? ...


    (tut mir leid, dass dieser Text so lang geworden ist, das war nicht meine Absicht :-) )


    Sigi4402

    Zitat

    Aus Euren Beiträgen sehe ich, dass Ihr von meiner These nicht viel haltet, denn mitdiskutiert wird sie nicht.

    Empfinde ich gar nicht so. Mein Gefühl ist eher dass Deine These so uneingeschränkt bejaht wird, dass da gar kein Diskussionsbedarf mehr besteht.