Noch ein paar Gedanken zum Adrenalin:


    Es gibt ja zwei unterschiedliche Typen von Vorhofflimmern, das eine wird eher in Ruhe ausgelöst, also wenn der N. Vagus überwiegt, das andere eher bei Aktivität, also wenn der Sympathikus überwiegt, der adrenerge Typ. Das hat was mit dem Adrenalin zu tun. Dann gibt es noch den gemischten Typ. Also ich gehöre wohl eher zu denen, die auf einen erhöhten Adrenalinspiegel reagieren. Ich bin so ein Nervenbündel, mein Adrenalinspiegel steigt anscheinend beim geringsten Stimulus, der vom Normalen abweicht. Deshalb habe ich mich mal mit diesem Thema auseinandergesetzt.


    Also Adrenalin, das Stresshormon, wird ausgeschüttet bei


    stärkerer körperlicher Aktivität


    Aufregung


    Kälte oder Hitze


    Schock


    zu niedrigem Blutzucker


    Erschöpfung


    bestimmten Wetterlagen wie Föhn


    Schlafmangel


    B6-Mangel (der zu einer Unterzuckerung führt)


    Sauerstoffmangel


    Also irgendwie alles, was einen zittrig macht


    Das zu wissen, ist schon mal wichtig, um damit umgehen zu können. Körperliche Aktivitäten kann ich versuchen zu dosieren und außerdem ein sanftes Ausdauertraining machen. Es ist wichtig, sich an die eigenen Grenzen heranzutasten.


    Aufregungen kann ich nicht immer vermeiden, aber Gelassenheit kann ich schon ein wenig üben. Auch hier gilt es zu erkennen, wo meine Grenzen sind. Wenn ich mich eine längere Zeit sehr konzentriere, das kann schon ein intensives Gespräch sein, fange ich an zu vibrieren und manchmal sogar zu zittern. Das war dann wohl zu viel und das Vorhofflimmern ist nicht weit.


    Es heißt, wenn man nach dem Essen oder im Schlaf Vorhofflimmern bekommt, gehört man zum Vagustyp. Ich könnte das aber auch anders interpretieren. Eine Weile nach dem Essen beginnt der Blutzuckerspiegel wieder abzusinken und könnte zu niedrig werden, je nach dem, wie ausgeglichen ich esse. Das ist die Zeit, wo ich nach dem Abendessen am PC sitze und mein Herz oft zu rumpeln anfängt. Ich würde das nicht als Ruhe nach dem Essen bezeichnen, sondern als einen Adrenalinschub aufgrund beginnender Unterzuckerung. Ich wundere mich dann, dass mir auf einmal so warm wird. Außerdem denke ich schon wieder ans Essen.


    Dem vorbeugen könnte ich, indem ich Kohlenhydrate mit einem niedrigen glykämischen Index esse.


    Ähnlich könnte es sein, wenn ich im Schlaf VHF bekomme, was aber sehr selten geschieht.


    Gestern war ich nach einem abendlichen Krimi sehr aufgedreht, mit Vibrieren im Oberbauch. Ich war wie unter Strom und an Schlafen war nicht zu denken. Wie kann ich den Adrenalinspiegel senken? Um 2 Uhr stehe ich also auf, um mir eine Wärmflasche zu machen und auf den Solarplexus zu legen. Ich sitze ein bisschen und lese, was meine Anspannung nicht gerade vermindert und prompt fängt Vorhofflimmern an. Sofort nehme ich ein kleines bisschen Betablocker extra, dazu etwas Kalium und Magnesium. Nach ein paar Minuten verschwindet das Vorhofflimmern wieder, zufällig, aber ich stehe immer noch wie unter Strom. Was tun? Mir fällt ein, dass man Adrenalin durch leicht körperliche Aktivität abbauen kann. Ich mache also einen "Spaziergang", indem ich in der Wohnung 20 Minuten hin- und hergehe, bis das Vibrieren tatsächlich weg ist und ich müde genug bin. Es gelingt mir, noch ein paar Stunden zu schlafen und mein Herz ist ruhig.


    Dies war mein erster geglückter Versuch, den Adrenalinspiegel zu senken. Einfacher wäre es natürlich gewesen, erst gar keinen Krimi anzuschauen.


    Das Adreanlin ist sicher nur ein Auslöser, aber für mich ein wichtiger. Wenn ich das etwas in den Griff bekomme, kann ich mir sicher ein paar Flimmerattacken ersparen.


    Was ich noch nicht genau weiß, ist, wie lange das Adrenalin im Blut tatsächlich erhöht ist und wann dann das Cortisol übernimmt. Aber es ist vielleicht nicht so wichtig, das genau zu wissen. Wichtig ist nur, wie ich den "Strom" ausschalten kann. Vielleicht hat noch jemand anders gute Tipps? :-)

    Hat von Euch jemand Ahnung, ob ein Vorhofflimmern von einem zu hohen Zuckerspiegel hervorgerufen werden kann?


    Ich hatte vorige Woche ein heftiges Vorhofflimmern, das nicht von alleine aufhörte. Deshalb ging ich am dritten Tag zum Arzt, der mich gleich ins Krankenhaus schickte. Dort wurde der Sinusrhythmus mit Elektroschock wieder hergestellt und nun soll ich in ein paar Wochen zur Katheter-Ablation.


    Bisher hatte ich nie Herzprobleme, also ein gesundes, starkes Herz. In den Tagen, bevor das Vorhofflimmern einsetzte, hatte ich extrem viel Süßes gegessen, was ich sonst nie mache. Als ich am besagten dritten Tag zum Arzt ging hatte ich einen immer noch stark überhöhten Zuckerspiegel, ob wohl ich vier Tage zuvor gar keine Monoisacharide mehr zu mir genommen hatte. Ich bin keine Diabetikerin.

    Kurze Mitteilung von mir:


    Meine Herzstolperer sind beseitigt. Warum?


    Es lag tatsächlich an einer Lebensmittelallergie, auf Alpha-Galaktose.


    Seit ich Fleisch vom Säugetier weglasse (nur noch Geflügel) und ganz wenig die dazugehörenden Sachen wie Butter, Milch, Sahne, Käse, Gelatine, Schokolade esse, habe ich Ruhe. Gottseidank kam das endlich nach x-Jahren herraus. Ich muss der Allergologie Tübingen echt dankbar sein.


    Dazu vielleicht noch ein Link:


    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-89932593.html


    Jetzt weiß ich was Allergien alles anrichten können.


    Liebe Grüße, Gaby

    Hallo Vidgi,


    Deine ausführlichen Infos bezüglich Adrenalin finde ich ja extrem interessant. Da sind einige Anregungen für mich, die Umstände genauer zu beobachten, die bei mir den Auslöser geben.


    Eine Frage bezüglich Deines Betablockers: Wirkt der wirklich so schnell bei Dir? Ich nehme Concor, und ich habe das Gefühl, das es 2 bis 3 Stunden braucht, bis es anfängt zu wirken. Ich hatte meinen Kardiologen mal gefragt, ob es einen schneller wirkenden Betablocker gibt und er verneinte dies. Ich frage das nur, weil ja bei Dir der Mix aus Betablocker, Kalium und Magnesium innerhalb vom Minuten etwas bewirkt zu haben scheint.


    Liebe Grüsse


    Mike

    @ Migosha

    Ich glaube eher nicht, dass der Betablocker so schnell wirkt, dass er das Vorhofflimmern abbrechen kann. Ich nehme ihn eher, um den Puls etwas zu verlangsamen, falls das Vorhofflimmern doch länger bleibt. Da ich regelmäßíg 5 mg Bisoprolol nehme, hat sich der Körper angepasst, so dass es im akuten Fall eventuell nicht so wirksam ist. Das ist jedenfalls meine Vorstellung. Wenn ich im Sinusrhythmus bin, kann ich aber nicht mehr nehmen, da mein Puls so langam ist, aber wenn ich tachycard bin, gebe ich noch etwas drauf. Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.


    Noch wichtiger als der Betablocker ist für mich, zur Ruhe zu kommen und die Stresshormone wieder zu reduzieren. Meditation hilft auch.

    @ Maria Clara

    So viel ich weiß, erhöht ein zu niedriger Zuckerspiegel das Adrenalin, da Adrenalin den Zuckerspiegel wieder anhebt. Es könnte sein, dass der hohe Kohlenhydratkonsum ein hormonelles Ungleichgewicht erzeugt hat. Der erhöhte Blutzuckerspiegel zur Zeit des Vorhofflimmerns war ja nur eine Momentaufnahme, dazwischen ist er vielleicht Schwankungen unterlegen. Denn viele Süßigkeiten bedeutet, dass das Insulin raufgeht, dann geht der Zucker runter, dann das Adrenalin hoch, du bekommst Appetit oder Hunger und das Spiel beginnt von vorne. Und es ist egal, ob du Monosaccharide oder komplexe Kohlenhydrate isst, komplexe KH sind nur etwas besser.


    Du kannst eine Balance herstellen, indem du zu den Kohlenhydraten Eiweiss und Fett ist und zwar im Verhältnis 9 : 7 : 1,5 Gramm. Das bringt die Hormone in Balance. Und wenn möglich Fette mit viel Omega-3.

    @ ZPK

    Danke für den Hinweis! Das interessiert mich sehr, da ich so viele Unverträglichkeiten habe und schon immer den Verdacht habe, dass das eine Rolle spielt. Ist die Alpha-Galaktose vor allem in den Lebensmitteln, die du aufgezählt hast? Wie wirkt sich die Allergie auf alpha-Galaktose) bei dir aus? Kannst du etwas über den Verlauf sagen? Hattest du vorher oft Herzstolpern und seit wann ist es jetzt verschwunden?


    Euch allen schöne Grüße @:)

    Hallo Vidgi,


    wie ich schon geschrieben habe ist Alpha-Gal in allem enthalten was vom Säugetier kommt. Sei es Fleisch oder die daraus resultierenden Produkte.


    Angefangen hat es wie in dem Artikel auch beschrieben mit sauren Schweinenieren. Anaphylaktischer Schock. Fast zu spät.


    Und meine kritische Grenze liegt bei mir zum Beispiel bei Käse bei ca. 50 Gramm. Alles was drüber ist äußert sich von fießen Oberbauchschmerzen bis hin zu Ausschlag (Nesselsucht).


    Bevor ich das wußte hatte ich massives Herzstolpern und ich hatte keine Ahnung warum.


    Hast Du den Bericht gelesen den ich verlinkt habe? Wenn nicht bitte les mal.


    Man geht davon aus daß der Überträger dieser Allergie entweder eine Zecke war oder ein Insekt.


    Alle Säugetiere haben Allpha-Gal in sich, nur nicht der Mensch. Und ich habe es jetzt. Es ist also keine Unverträglichkeit sondern eine echte Allergie.


    Ich habe jahrelang nicht gewußt, warum es mir nach Fleisch so schlecht ging, nach Käse und Milchprodukten auch.


    Liebe Grüße, Gaby


    ps: letzten Herbst war ich gottseidank zum letzten Mal im Krankenhaus, nachdem ich nach einem Cheeseburger keine Luft mehr bekam und meine Nase zuging. grins

    @ ZPK

    Hallo, Gaby,


    vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich freue mich für dich, dass dein Allergologe das herausgefunden hat. Dir ging es ja echt schlecht. Ich bin ziemlich sicher, dass ich nicht das Gleiche habe, nicht einmal eine richtige Allergie. Aber dein Beispiel zeigt anschaulich, wie Allergien zu Herzrhythmusstörungen führen können, und ich bin mir sicher, dass es mit Unverträglichkeiten ähnlich ist.


    Gefühlt vertrage ich Fleisch recht gut, aber nach meinem IgG Antikörpertest sollte ich es nicht vertragen. Das hat aber mit der Alpha-Galaktose nichts zu tun.


    Auf jeden Fall wünsche ich dir, dass es weiter so gut bleibt. Und ich bleibe weiter auf der Suche.


    Schöne Grüße,

    @ Gerhard

    Hallo Gerhard, eine Frage bezüglich der Hohlvenentheorie und Ablation. Wenn die Störfeuer tatsächlich von Volumensensoren in der Hohlvene kommen, dann würden die Ablationen der Lungenvenen einen falschen Ansatz verfolgen. Ich habe meinen Kardiologen gefragt, ob sie auch die Hohlvenenmündung abladieren. Er sagte "nein", Standard wären die Lungenvenen, nur wenn während des Eingriffs neue Rhythmusstörungen auftreten, könnte es sein, dass sie den Herd versuchen zu lokalisieren und dann ebenfalls eine Linie abladieren würden.


    Aufgrund der hohen Strahlenbelastung, der man sich bei einer Ablation aussetzt, wäre ich natürlich schon daran interessiert, dass auch das korrekte Areal behandelt wird.


    Siehst Du einen Zusammenhang zwischen der Volumenänderung der Hohlvene und Störfeuern, welche angeblich aus den Lungenvenen kommen?


    Wenn es hier keinen Zusammenhang gibt, dann wäre die Ablation ja sinnlos. Oder aber der Vorhof wird durch die Lungenvenenablation allgemein derart "verwundet", dass er nicht mehr empfänglich für jegliche Art Störfeuer ist, egal ob sie einen Sinn machen oder nicht.


    Gibt es vielleicht auch Kardiologen, welche nur die Hohlvenenmündung abladieren?


    Wie siehst Du allgemein das Problem der Strahlenbelastung bei einem 46-jährigen bezüglich Krebsrisiko? Leider ist man in der Schweiz bezüglich neuer Medizintechnik sehr konservativ, man führt sie erst ein, wenn sie international etabliert ist. So komme ich leider nicht in den Genuss neuer innovativer Ablationsverfahren, welche bereits ohne Strahlung auskommen (Laserballon mit Kameranavigation oder TactiCath Uni Tübingen). Daher bin ich wirklich noch unsicher, obwohl ich das Adrenalin einfach nicht in den Griff bekomme und spätestens nach 4 Tagen wieder jeweils eine Nacht unter VHF leide. Tag 2 und 3 fängt es durch Bücken an zu rumpeln, lässt sich aber durch sofortige Massage oder Lageveränderung in den Griff kriegen.

    @ Vidgi

    Danke für Deine Klarstellung. Und alles Gute.


    Herzliche Grüsse an alle


    Mike

    @ Migosha

    Hi Mike,


    entschuldige, wenn ich auch antworte. Nur kurz: das Krebsrisiko scheint bei Männern bei 0,1 % zu liegen. Dazu kommt noch das Risiko von genetischen Defekten bei 20 auf 1 Million Geburten.


    Zur Hohlvene: guck mal hier: Vorhofflimmern und Untere Hohlvene. Das ist nur Abstract, weist aber immerhin auf den Zusammenhang Vorhofflimmern/Untere Hohlvene hin und dass eine Katheter-Ablation möglich ist, auch wenn es nicht Routine ist.


    Wenn das Englisch Schwierigkeiten macht, gebe ich eine kurze Zusammenfassung. Du kannst in Google scholar mehr finden, wenn du "atrial fibrillation" für Vorhofflimmern eingibst (oder bloß arrhythmia) und vena cava inferior für die untere Hohlvene.


    Gruß

    Hallo Vidgi, danke für Deine Information. Ich bin ein Neuling in Sachen Vorhofflimmern und deswegen auf der Suche nach der Ursache. Der vorausgegangene hohe Zukerkonsum war sie wohl nicht.


    Andere Fragen, da eine ärztliche Informationen dazu nicht möglich ist, weil mein Hausarzt keine Ahnung hat und ein Facharzttermin erst in vielleicht Jahren möglich ist:


    1. Ich werde jetzt mit Betablocker BisoHexal 5 mg (täöglich eine) behandelt und habe seitdem eine Pulsfrequent um die 55/min. Ist das nicht ein bißchen niedrig? Ich habe meine Dosis schon um ein Viertel gesenkt, also auf 3,75 mg, aber mein Puls bleibt so niedrig. Sollte ich sie weiter senken?


    2. Ein weiteres neues Medikament für mich ist der Blutverdünner Pradaxa. Muß ich den immer nehmen oder wird der nach einer Katheterablation abgesetzt? Ich muß mir das mit der Katheterablation nämlich gründlich überlegen, da die Erfolgsaussichten genauso hoch sind, wie die eines Hellsehers, nämlich 50 %. Was soll das 50 bis 70 %? Die Satistik muß da doch was genaues hergeben.


    3. Sollte ich doch diese blinde Ablation an mir vornehmen lassen, könnte mir jemand eine Klinik dafür in Thüringen empfehlen?


    4. Es gibt auch schon Laser-Ablationen, da wird nicht blind verödet. Die werden aber nur an drei Orten in D durchgeführt. Hat jemand von Euch schon seine Krankenkasse davon überzeugen können, diese und den Transport dorthin, wenn es weiter von zuhause weg ist, zu bezahlen?


    Vielen dank für Eure Antworten und entschuldigt, wenn meine Fragen noch sehr dilletantisch sind. Ich muß mich da erst reinarbeiten. %-|


    Liebe Grüße und Gute Besserung an alle


    *:)

    @ Maria Clara

    Zur ersten Frage: Seit ich meinen Betablocker nehme (Bisoprolol 5 mg seit 8 Jahren) habe ich einen Puls zwischen 50 und 60, meistens im unteren Bereich. Anfangs fühlte ich mich so schwer und müde, aber dann habe ich mich daran gewöhnt. Ich habe auch probiert, etwas zu reduzieren, aber als ich hörte, dass eine wichtige Aufgabe des Betablockers ist, Kammerflimmern zu verhindern, bin ich brav bei der verordneten Dosis geblieben. Ich empfinde den Betablocker inzwischen als das geringste Übel. Ich bin halt immer ein bisschen schlapp, weil er auch die Muskelkraft vermindert.


    Zur zweiten Frage: ob du Pradaxa nach der Katheterablation weiternehmen musst, hängt vom Erfolg der Maßnahme und von deinem Alter ab. Ich persönlich stehe diesem neuen Medikament etwas skeptisch gegenüber, weil es noch kein Gegenmittel gibt, während man bei Marcumar bei einer Blutung Vitamin K geben kann. Wichtig ist, dass die Nierenfunktion in Ordnung ist, damit das Medikament nicht akkumuliert. Auch wundert es mich, dass man den Blutgerinnungsstatus nicht messen kann. Ich verstehe den Mechanismus nicht, habe mich aber auch nicht damit beschäftigt. Ich komme ganz gut mit dem Marcumar zurecht, achte aber darauf, gleichmäßig zu essen.


    Was die Statistik betrifft, so ist es halt nur eine Statistik, die gibt nie etwas Genaues her und sagt nichts über den individuellen Erfolg aus. Wenn die Statistik stimmt, was ich nicht weiß, würde das heißen, dass die Katheterablation in 30 – 50 Fällen nicht hilft. Abgesehen davon kann es Komplikationen geben. Das kann aber niemand vorhersehen. Man kann es nur ausprobieren. Ich war bisher nicht dazu bereit.


    Zu den anderen Fragen kann ich nichst sagen.

    Hallo Vidgi,


    Wieso entschuldigst du dich, wenn du mir auch antwortest? Ich bin doch dankbar für jede Antwort! Und du hast wirklich hoch interessante Gedanken.


    Was die Statistik betrifft, so finde ich 0,1 % Krebsrisiko schon recht hoch, denn das gilt sicher pro Jahr. Ausserdem ist das wahrscheinlich ein statistischer Mittelwert, der sich auf das durchschnittliche Lebensalter derjenigen bezieht, die sich abladieren lassen. Und das sind nun mal meistens über 60-jährige. In diesem Alter wächst der Krebs viel langsamer und bis man ihn entdeckt ist der Patient eventuell schon verstorben. Ich gehe davon aus, dass in meinem Alter das Risiko dann wohl eher bei 2-3 % liegt (pro Jahr). Daher hoffe ich sehr, dass auch in der Schweiz bald die Leserablation (mit Kamera im Ballon) eingeführt wird, wo man also nicht mehr blind und unter ein Bezug von Röntgenstrahlen abladieren muss.


    Andererseits ist mein Leidensdruck schon recht gross, du siehst sicher an der Uhrzeit meines Beitrages, dass ich diese Nacht wieder mal nicht zum schlafen komme. Sobald der Betablocker in seiner Wirkung nachlässt (nach circa 5-6 Stunden), bekomme ich eine innere Unruhe, werde zittrig, und die Extrasystolen beginnen. Also muss ich wieder Betablocker nachlegen. Es ist fast so, als ob man von diesem Zeug abhängig wird und die Unruhe wie eine Art Entzugserscheinung ist. Könnte das sein?


    Bezüglich Ablation des Hohlvenenzuganges habe ich meinen Kardiologen gefragt. Er sagte, man macht das bei Vorhofflimmern normalerweise nicht, sondern verödet lediglich die Pulmonalvenen. Auch wenn der Auslöser aus der Hohlvene kommen sollte, so würden doch die Pulmonalvenen den Kreislauf des Vorhofflimmerns aufrecht erhalten (ich sehe hier das Bild eines PingPong oder Echos). Er sagte, wenn man an der Hohlvenenmündung abladiert, käme man gefährlich nahe an den AV Knoten oder Sinusknoten (sicher verwechsle ich das jetzt) und dieses Risiko müsse man in der Regel nicht eingehen, da die Erfahrung zeigt, dass die Ablation der Pulmonalvenen genügt.


    Naja, ich fürchte bis Herbst wird mich mein unruhiges Herz weich gekocht haben und ich werde wohl einer Ablation zustimmen.


    Wie gesagt, bin für jeden Gedanken und jede Anregung dankbar.


    Herzliche Grüsse


    Mike

    @ migosha

    Hallo Mike!


    Sorry, dass ich Dir erst jetzt antworte, obwohl sich Deine Beiträge sogar an meiner Theorie orientieren. Durch das allgemeine Desinteresse an meinen Thesen bin ich in letzter Zeit hier im Forum etwas seltener anzutreffen, aber auch weil es mir ja nun aufgrund meiner erfolgreichen Abwehrmaßnahmen nun schon seit Jahren immer besser geht.


    Direkte neue Erkenntnisse haben sich seit meiner letzten Zusammenfassung nicht ergeben, dafür aber viele Bestätigungen für die Richtigkeit dieser Hohlvenen-Kompressions-Theorie.


    http://www.med1.de/Forum/Magen.Darm/646321/


    Nun zu Deiner am 18.06.13 auf der vorhergehenden Seite gestellten Frage:

    Zitat

    Siehst Du einen Zusammenhang zwischen der Volumenänderung der Hohlvene und Störfeuern, welche angeblich aus den Lungenvenen kommen?

    Die Frage wird eigentlich schon im Punkt 5.3 meiner Theorie beantwortet. Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass Störungen des venösen Rückstroms zum Herzen fast zeitgleich von entsprechenden Dehnungsrezeptoren im Mündungsgebiet der Pulmonalvenen im linken Vorhof wahrgenommen werden. Ein Volumendefizit setzt sich doch zwangsläufig vom rechten Vorhof über den Lungenkreislauf zum linken Vorhof fort, wo angeblich am meisten ablatiert wird. Das Herz kann nur das pumpen, was es kriegt und keinen Tropfen mehr.


    Dort könnten ja auch die Hustenreflexsensoren sitzen, die genau wie die Sensoren für Extrasystolen nur zur Auslösung von Erschütterungen im Bauchraum dienen, wenn die untere Hohlvene abgedrückt wird. Ich kann mir schon vorstellen, dass solche hypersensible aber eigentlich harmlose Dehnungsrezeptoren, als Zündkerzen für das Störfeuer in unserem Herzen verantwortlich gemacht werden. Bei Katheterablation könnten sie dann auch mit verödet werden.


    Mir ist es unverständlich, dass in der Fachwelt nicht mal ansatzweise diese simple und absolut verständliche Ursache diskutiert wird, die eventuell zu solchen relativ harmlosen Rhythmusstörungen führt.


    Präventiv könnte z.B. der Verdauungstrakt saniert werden, denn fast alle Kompressionen der unteren Hohlvene (vena cava inferior), entstehen durch Blähungen. Für Ärzte und Apotheker wäre diese Variante allerdings weniger attraktiv.


    In Deinem letzten Beitrag berichtest Du über interessante Einzelheiten Deines Kardiologen zu Katheter-Ablationen, die ich so noch nicht kannte. Vielen Dank!


    Es ist gut, dass Du auch die Sache selbst in die Hand genommen hast und nicht nur blind vertraust. Vielleicht gelingt Dir ähnlich wie mir, das Vorhofflimmern in Quarantäne zu schicken.


    Ein Dankeschön auch an alle anderen Beitragsschreiber, aber ganz besonders an @Vidgi. @:)


    Tschau *:)

    Reflux und Vorhofflimmern


    Ich möchte noch auf etwas ganz anderes zurückkommen, über das ich schon einmal geschrieben habe, nämlich den Zusammenhang zwischen Speiseröhre und Vorhofflimmern. Möglicherweise besteht dieser bei mir, da ich oft vor dem Beginn des Vorhofflimmerns ein Gefühl habe, als ob ich hinter dem Brustbein einen Kloß oder einen Knoten hätte, manchmal auch ein Brennen. Früher wusste ich nicht, was es bedeutet, nur, dass kurz darauf VHF folgen wird. Jetzt weiß ich mehr, ich habe eine Hiatushernie, dazu hatte ich den Helicobacter und ab und zu Reflux. Nun habe ich einen Artikel über gastroösophagealen Reflux und Vorhofflimmern gefunden, von 2012, den ich ganz interessant finde und zu lesen empfehle.


    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein Zwerchfellbruch bzw. ein Reflux des Mageninhaltes in die Speiseröhre durch eine Reizung VHF auslösen kann. Dieser Reflux kann durch Druck auf den Magen (Luft im Magen, zu viel essen, Bücken, nach vorne geneigte Haltung beim Sitzen, Liegen, zu viel Essen, Fettpolster in der Magengegend usw. verstärkt werden. Dazu kann histaminreiche Nahrung die Magensäurebildung anregen, sodass der zurückfließende Magensaft die Speiseröhre noch stärker angreift.


    Normalerweise merke ich nichts von dem Reflux und habe keine Probleme damit, aber manchmal eben doch und genau dann bekomme ich Vorhofflimmern. Also ich bin mir ziemlich sicher, dass das bei mir eine Rolle spielt. Ich frage mich, wie viele Ärzte nach einem Zwerchfellbruch fragen. Mich hat jedenfalls keiner daraufhin untersucht. Nach diesem Artikel scheint es tatsächlich Zusammenhänge zu geben. Es könnte auch erklären, warum massieren in dieser Gegend hilft.


    Es würde mich interessieren, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat.


    Und noch eine @:) an Gerhard.

    Hallo Vidgi,


    Vielen Dank für Deine Antwort. Ich bin auch noch nicht bereit, die Ablation zu riskieren, besonders, weil ich mit dem VHFD zum ersten Male behandelt wurde. Das sieht mir deshalb sehr nach wirtschaftlichen Gründen der Gesundheitsindustrie aus. Allerdings hatte ich zusätzlich Vorhofflattern, was noch etwas ungesunder sein soll als Flimmern, wie ich inzwischen ermitteln konnte. Hast Du damit auch Erfahrung? Oder jemand anderes im Forum?


    Inzwischen konnte ich erfahren, daß eigentlich, egal ob Flattern oder Flimmern, ein Vierteljahr die Betablocker und Blutverdünner eingenommen werden sollen und dann vom Kardiologen ein Langzeit-EKG gemacht wird. mal sehen, was mein hausarzt dazu sagt, wenn ich am Montag in seine Sprechstunde gehe, in der er mich eigentlich zum Katheder ins Krankenhaus einweisen wollte.


    Wie oft tritt das VHF denn bei Dir auf trotz Betablocker und geht das von alleine wieder weg oder was machst dann? :[] ?


    Bekommen die Hausärzte eigentlich Kopfgeld für die Einweisungen?


    Entschuldigt meine vermutlich sehr naiven Fragen, aber ich war bisher ein sehr gesunder Mensch, 64 Jahre alt, der Jahrzehnte nicht zum Arzt brauchte und ins Krankenhaus nur zu meinen beiden Entbindungen. Deshalb ist für mich das gesamte westliche Gesundheiwesen, lebe im Osten, neu und erschreckend. Nun muß ich mich durch Grundsätzliches hindurchwursteln.


    Was mir auch keiner gesagt hat, daß ich erst einmal Gewicht abnehmen soll. Das war zumindest mein erster Gedanke, als VHF diagnostiziert wurde, daß 96 Kilogramm bei 1,70 m ernsthaft für die Gesundheit gefährlich sind. Ich bin dabei und habe in den drei Wochen drei Kilogramm abgenommen. Ich hoffe, ich schaffe allein 20 Kilogramm, wenn es auch länger dauert. Hat jemand von Euch Erfahrung damit?


    *:)