Infektanfälligkeit / Müdigkeit => Eisenmangel?

    Hallo,

    ich (32, w) habe es bis dato nach einem Atemwegsinfekt Anfang Juni 2018 nicht geschafft wieder wirklich fit zu werden.


    Aktuelle Symptome: Müdigkeit / reduzierte Belastungsfähigkeit und Husten.

    Mein Hausarzt hat folgende Untersuchungen gemacht / veranlasst:

    - Lunge auskultiert (unauffällig)

    - Lungenröngten (unauffällig)

    - leicht geröteter Rachen

    - Blutbefund


    Anm.: ich hatte - für eine Frau eher unüblich - früher oft ein sehr hohes Hämoglobin und auch hohe Eisenwerte. Deswegen kommen mir die Eisenwerte eher niedrig vor.


    Eisen 63 (ug/dl - 40-150)

    Transferrin 250 (mg/dl 200-360)

    Transferrin-Sättigung 18 (% 16-45)

    Ferritin 23 (ng / ml 15-150)

    TSH 0.9 (mIU/l, 0.20-5.00)


    Erythrozyten 5.05 (T/l 3.8-5.2)

    Hämoglobin 14.6 (g/dl 12-16)

    MCV mittleres Zellvolumen 86 (fl 85-98)

    HbE mittl. Hb-Gehalt der Ery 29 (pg 26-34)

    MCHC mittl. Hb-Konz der Ery 34 (g/dl 31-36)


    Leukozyten 7.8 (G/l, 4-10)

    davon

    Stabkernige 1 (% 0-5) / 78 (/mm3 0-370)

    Segmentkernige 58 (% 45-75) / 4524 (/mm3 1700-6900)

    Eosinophile 4 (% 0-5) / 312 (/mm3 0-370)

    Basophile 1 (% 0-2) / 78 (/mm3 0-180)

    Monozyten 6 (% 2-10) / 468 (/mm3 80-1000)

    Lymphozyten 30 (% 20-42) / 2340 (/mm3 800-3600)

    Thromobzyten 236 (G/l)


    Blutzucker 58 (mg/dl 60-110 - ich war nüchtern bei der Blutabnahme)

    Kreatinin 0.7 (md/dl 0.5-1.1)

    Glomeruläre Filtrationsrate 103.1 (ml/min >90)

    Gesamt Bilirubin 0.4 (mg/dl bis 1.1)

    SGPT 32 (U/l <35)

    Alkalische Phosphatase 69 (U/L 35-104)

    Gamma-GT 24 (U/l <39)


    Cholesterin 169 (mg/dl 140-200)

    Triglyceride 63 (md/dl bis 190)

    CPR 0.09 (mg/dl bis 0.5)


    Könnten die Eisenwerte das Problem sein?

    Danke und LG

    fuersti

  • 3 Antworten

    Ferritin und Transferrinsättigung liegen sehr tief.


    Der untere Ferritinteferenzwert von 15 gilt mittlerweile als durchaus umstritten. Manche Labore nehmen hier 35-40 als unteren Wert.


    Ich würde das Ferritin auf etwa 80 bringen und sehen, ob die Beschwerden sich dadurch verbessern.


    Das es sich beim Ferritin um ein Speichereiweiß handelt, sollte täglich genug Eiweiß zugeführt werden. Dies ist bei etwa 0,8g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht keine leichte Sache. Da sollte man anfangs mal berechnen, wie viel Eiweiß zugeführt wird.


    Eisenaufnahme wird durch Vitamin C/O-Saft, Vitamin B12 und Folat gefördert.


    Kaffee, Tee, Cola, Milchprodukte (wegen Calciumgehalt) und dunkle Schokolade behindern die Aufnahme. 2 Std. vor und 2 Std. nach Eiseneinnahme würde ich dieses Nahrungsmittel vermeiden.


    Ich würde ein Präparat völlig ohne Zusatzstoffe wählen. Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis derzeit Robert Franz Eisenkapseln. HYPO A Eisenkapseln und Bjökovit Eisenkapseln sind neben Kräuterblutsaft ebenfalls sehr empfehlenswert (enthalten aber weniger Eisen, bis zu je 14mg).

    Hallo Seldom,


    vielen Dank für die rasche Antwort.


    Mein Hausarzt meinte vorhin, dass die Eisenwerte vollkommen unbedenklich sind und dass diese seiner Meinung nach nicht der Auslöser für meine Müdigkeit / reduzierte Belastungsfähigkeit sein können. Er hat mich jetzt zum HNO & Lungenfacharzt weitergeschickt.


    Könnten diese Eisenwerte das Ergebnis von 18 Monate beruflichen Projektdauerstress sein? 4 Kaffee pro Tag + viel Schokolade waren keine Seltenheit, jede Woche 2 mal im Flugzeug und gleichzeitig habe ich sehr wenig Fleisch gegessen (war Mo-Do in der Schweiz mit Nicht-Schweizer Gehalt, mit den dortigen Fleischpreisen fast unleistbar).


    Danke und LG

    fuersti

    Hier würde ich die tiefen Eisenwerte auch begründet sehen.


    Manche Menschen, Frauen und Männer, fühlen sich erst ab einem Ferritinwert von 100 aufwärts fit. Dank Beat Schaub wurden mittlerweile Eisenzentren in Europa errichtet. Diese nennen 50 als untere Grenze für Ferritin.


    Bei tiefen Werten OHNE Beschwerden würde ich kein Eisen substituieren. Wenn aber bei tiefen Ferritinwerten Beschwerden da sind, sollte man das Ferritin anheben. Schließlich sind Menschen Individuen, mit individuellen Blutwerten.


    Da hier die entsprechenden Symptome vorhanden sind, würde ich selbst mich nicht mit derart niedrigem Ferritin zufriedengeben.


    Man sieht meist schon nach 2-3 Wochen, ob sich schon erste Verbesserungen einstellen. Man könnte sich auch an ein entsprechendes Eisenzentrum richten.


    Eine HNO Kontrolle kann sicherlich nicht schaden.


    Außer Eisen ist das Blutbild topp. Möglicherweise fehlt auch noch Vitamin D3. Hier könnte man täglich etwa 2000E (= 1 Tropfen Dr. Jacobs Vitamin D3 Tropfen Forte) einnehmen. Tiefes Vitamin D3 bringt ebenfalls Müdigkeit, Erschöpfung mit sich.


    Ich würde NIE Hochdosen einnehmen. Täglich 50mg Eisen und 2000E Vitamin D3 sorgen für konstant gute Versorgung.


    Wenn es irgendwie möglich ist, sollte auch Stress etwas reduziert werden, damit nicht mehr verbraucht wird, als aufgefüllt werden kann. Die ersten Vernesserungen könnten in 2-3 Wochen schon spürbar sein.