Jeden Tag Herzrasen, ich werde wahnsinnig

    Hallo zusammen,

    bei mir steht die Diagnose AVNRT im Raum, konnte aber bisher nicht bestätigt werden. Ich leide mittlerweile täglich an Herzrasen meistens abends oder nachts. Anfangs hatte ich die Probleme nur ein paar mal im Jahr aber seit Entbindung meiner Tochter im April letztes Jahr kommen die Anfälle gefühlt täglich. Sämtliche Untersuchungen bei Kardiologen und Langzeit EKG waren alle ohne auffälligen Befund. Letzte Nacht und die davor wars dann wieder so schlimm dass ich die ganze Nacht bis morgens um 5 im 3 bis 5 Minutentakt nur am veratmen war und echt fix und fertig bin. Betablocker haben nichts gebracht und habe ich jetzt abgesetzt. Ich kann den Ärzten irgendwie nicht glauben, dass diese Anfälle nicht gefährlich sind aber eine Ablation würde ich mit 28 ungerne durchführen lassen, wenn es nicht unbedingt medizinisch lebenswichtig wäre und auch gerade vor dem Hintergrund, dass eine AVNRT nicht mal bestätigt wurde. Ich habe auch schon an BWS Probleme gedacht. Aber können die sowas auslösen? Ich bin momentan einfach komplett am Ende nervlich. Fühle mich nicht ernst genommen und habe gefühlt alles ausprobiert. Nichts hilft. Hat irgendwer Erfahrungen hierzu? Und ist es wirklich so harmlos wie immer dargestellt?



    Lieben Dank fürs lesen schonmal

  • 16 Antworten
    Julcar schrieb:

    Hast du den Betablocker in Eigenregie abgesetzt?

    Nein, nach Rücksprache mit der Kardiologin. War die niedrigste Dosis und die hab ich dann trotzdem über ein Zeitraum von 4 Wochen ausgeschlichen, weil sie einfach nichts gebracht haben.

    Eine Ablation wird nur durchgeführt, wenn sich die Erregungsleitungsstörung bestätigt, eine EPU ist generell harmlos und ein Routineeingriff.

    Bei mir gab es auch mal Verdacht auf AVNRT, die konnte aber in der Untersuchung nicht gefunden werden, daher keine Ablation.

    (Hätte der blöde Rhythmologe auf mich gehört, hätte sich die Kasse den Eingriff und ich mir die Zuzahlung sparen können, bei mir liegt es nämlich am Sinusknoten selbst.)


    Wenn die HRS so lästig sind, würde ich eine EPU schon durchführen lassen. Man erholt sich schnell davon, Komplikationen sind sehr selten.

    Wie lange dauert ein Anfall bei dir im Durchschnitt? Versucht du mit irgendwelchen Dingen den Anfall zu beenden oder wartest du einfach ab?

    Signorina_ schrieb:

    Eine Ablation wird nur durchgeführt, wenn sich die Erregungsleitungsstörung bestätigt, eine EPU ist generell harmlos und ein Routineeingriff.

    Bei mir gab es auch mal Verdacht auf AVNRT, die konnte aber in der Untersuchung nicht gefunden werden, daher keine Ablation.

    (Hätte der blöde Rhythmologe auf mich gehört, hätte sich die Kasse den Eingriff und ich mir die Zuzahlung sparen können, bei mir liegt es nämlich am Sinusknoten selbst.)


    Wenn die HRS so lästig sind, würde ich eine EPU schon durchführen lassen. Man erholt sich schnell davon, Komplikationen sind sehr selten.

    missamour schrieb:
    Signorina_ schrieb:

    Eine Ablation wird nur durchgeführt, wenn sich die Erregungsleitungsstörung bestätigt, eine EPU ist generell harmlos und ein Routineeingriff.

    Bei mir gab es auch mal Verdacht auf AVNRT, die konnte aber in der Untersuchung nicht gefunden werden, daher keine Ablation.

    (Hätte der blöde Rhythmologe auf mich gehört, hätte sich die Kasse den Eingriff und ich mir die Zuzahlung sparen können, bei mir liegt es nämlich am Sinusknoten selbst.)


    Wenn die HRS so lästig sind, würde ich eine EPU schon durchführen lassen. Man erholt sich schnell davon, Komplikationen sind sehr selten.

    Danke für deine Antwort. Ist es aber tatsächlich auch in diesem Ausmaß der Anfälle nicht gefährlich?

    ratru schrieb:

    Wie lange dauert ein Anfall bei dir im Durchschnitt? Versucht du mit irgendwelchen Dingen den Anfall zu beenden oder wartest du einfach ab?

    missamour schrieb:
    ratru schrieb:

    Wie lange dauert ein Anfall bei dir im Durchschnitt? Versucht du mit irgendwelchen Dingen den Anfall zu beenden oder wartest du einfach ab?

    Die Anfälle dauern meist 3 bis 5 Minuten weil ich sie immer durch tiefes einatmen und gaaaaaanz langsames ausatmen beende. Dann schlägt das Herz auch ganz ruhig weiter und ein paar Minuten später gehts wieder los. So war es die besagten 2 Nächte in der letzten Woche auch und ich konnte dementsprechend nicht schlafen. Wenn es "weniger schlimm" ist kommen sie irgendwann nicht mehr weil ich einschlafe. Werd aber auch öfters mal nachts wach weil ich dann im Schlaf das Herzrasen hab.

    missamour schrieb:
    missamour schrieb:
    Signorina_ schrieb:

    Eine Ablation wird nur durchgeführt, wenn sich die Erregungsleitungsstörung bestätigt, eine EPU ist generell harmlos und ein Routineeingriff.

    Bei mir gab es auch mal Verdacht auf AVNRT, die konnte aber in der Untersuchung nicht gefunden werden, daher keine Ablation.

    (Hätte der blöde Rhythmologe auf mich gehört, hätte sich die Kasse den Eingriff und ich mir die Zuzahlung sparen können, bei mir liegt es nämlich am Sinusknoten selbst.)


    Wenn die HRS so lästig sind, würde ich eine EPU schon durchführen lassen. Man erholt sich schnell davon, Komplikationen sind sehr selten.

    Danke für deine Antwort. Ist es aber tatsächlich auch in diesem Ausmaß der Anfälle nicht gefährlich?

    Absolut, Herzkatheteruntersuchungen sind inzwischen absolute Routine, ich glaub die Komplikationsrate liegt bei 1%, ist also auch nicht höher als bei anderen Ops:)^

    Wahlweise kannst du dich auch in Schlaf versetzen lassen, dann bekommst du gar nichts davon mit. Danach hast du nur wenige Stunden einen Druckverband an der Leiste und dann ist der ganze Spuk vorbei. Und wenn du Glück hast, konnte sogar etwas identifiziert und abladiert werden.:)*

    Danke Dir 🤗 ich meine eigentlich eher die Anfälle ohne EPU. Ob die wirklich sooo ungefährlich in dem Ausmaß sind wie man immer gesagt bekommt

    missamour schrieb:

    Ob die wirklich sooo ungefährlich in dem Ausmaß sind wie man immer gesagt bekommt

    Wenn Deine Anfälle wirklich nur 3 bis 5 Minuten dauern, ist es bestimmt nicht weiter gefährlich (wenn Du ansonsten Herzgesund bist). Anders wäre es, wenn die Anfälle immer stundenlang bestehen und nur durch Adenosin beendet werden könnten.

    Wenn Du für Dich eine Methode gefunden hast, wieder in den Sinusrhytmus zu kommen (ruhiges und tiefes Atmen), ist das enorm viel wert. Da kannst Du selbst überlegen und Deinen Leidensdruck mit den Komplikationsrisiken abwägen.


    Wie ist das bei Dir momentan? Waren die besagten zwei Nächte mit den immer wiederkehrenden Anfällen eine Ausnahme?

    Hallo Missamour,


    auch ich kenne diese Herzras-Anfälle zur Genüge. Schon seit vielen Jahren - und auch ich bekomme sie mit genau der gleichen Atemtechnik wie Du sie beschreibst, wieder weg.


    Nur leider gerate ich hier und da in Panik, wenn mein Herz mal wieder mit 180 Beats abgeht und dann wirkt das Wegatmen leider überhaupt nicht, sondern erst, wenn ich gedanklich wieder runterkomme. Diese schweren Anfälle können bei mir also auch schon mal 1-2 Stunden andauern.


    Doch diese kurzen, immer wiederkehrenden Attacken, die sind wirklich richtig fies. Weil sie einen nicht schlafen und zur Ruhe kommen lassen. Bei mir gibt es immer mal wieder Phasen für ein paar Tage, wo das auftritt. Häufig glaube ich, dass das Wetter hier eine Rolle mitspielt. Oder Stress. Oder Schlafmangel. Oder ein beginnender Infekt.


    Laut Aussagen meiner Ärzte soll das alles wohl wirklich harmlos sein, obwohl man es kaum glauben kann und eine EPU mit Ablation wird aus diesem Grund wohl in erster Lienie auch 'nur' zur Verbesserung der Lebensqualität durchgeführt. Eine ANVRT schränkt diese in vielen Fällen nämlich ganz schön ein - aus Angst vor möglichen Anfällen werden dann eben bestimmte Sachen wie Ausflüge, Sport oder Reisen immer mehr vermieden.


    Die Überlegung zur EPU besteht bei mir eigentlich permanent. Sehr verlockend erscheint mir die Aussicht auf Heilung. Doch ich habe (noch) zu viel Angst davor.


    So hoffe ich halt weiterhin, dass sich im Laufe der Jahre die Refraktärzeiten in meinem Herzerl verändern und sich irgendwann die Extrasystolen nicht mehr im AV-Knoten verhaken und dort wild herumkreiseln. %-|


    Ich kann Dir aber sehr ans Herz legen: wenn nochmal so ein Tag oder eine Nacht vorkommt wo die Tachykardie immer wieder anspringt, dann fahre doch bitte notfallmäßig ins Krankenhaus und lasse dort ein EKG schreiben. Dann kann man auf jeden Fall erkennen, ob es sich um eine Vorhoftachykardie handelt und vielleicht sogar eine ANVRT stark vermuten. Und damit dürftest Du dann wirklich beruhigt sein, dass diese Anfälle zwar lästig und vielleicht auch beängstigend sind - aber in aller Regel wirklich harmlos.:-)


    Viele Grüße von Susuu

    Susuu schrieb:

    und auch ich bekomme sie mit genau der gleichen Atemtechnik wie Du sie beschreibst, wieder weg.

    Das interessiert mich jetzt wirklich brennend. Wie genau geht ihr vor?

    Ich habe bisher bei mir keine Möglichkeit gefunden, die AVNRT durch aktive Maßnahmen zu beenden. Irgendwann hört es mal wieder auf. So im Schnitt nach 90 Minuten. Mal eher, mal später.

    Nur einmal wollte es auch nach mehreren Stunden einfach nicht aufhören. Da bin ich in die Notaufnahme, weil ich zu viel Angst bekam. Dort wurde das ganze im EKG aufgzeichnet. Beendet wurde es dann aber letztlich mit Adenosin. Kein schönes Gefühl, aber es hatte ja zum Glück geklappt.

    Eine EPU wird mir auch immer nahegelegt, aber auch bei mir überwiegt die Angst davor.

    Hallo!


    Tja...bei mir haben die ansonsten überall beschriebenen Maßnahmen auch nie geholfen, vor allen Dingen dieses Pressen wie beim Stuhlgang macht bei mir alles noch schlimmer, denn da haut's mir zusätzlich nur noch Extrasystolen rein und das Herz rast danach noch schneller.


    Bei mir hilft eine abgewandelte, sanfte Form: ich atme ganz tief, aber langsam ein...und oftmals hört es dabei auf dem Peak des Einatmens häufig schon auf mit dem Rasen.


    Hört es jedoch dabei noch nicht auf, dann halte ich (auch ganz sanft, OHNE Pressen) einfach die Luft an für ein paar Sekunden und meistens hört es dann dabei spätestens auf.


    Phase drei (wenn's immer noch rast) ist dann das ganz langsame Ausatmen nach dem Luftanhalten.


    Also: 1. tief - langsam - einatmen

    2. sanft - Luftanhalten (wenn nötig, so lange es geht)

    3. tief - langsam ausatmen



    Wenn die Übung nicht geholfen hat, dann versuche ich es nach ein paar Minuten halt nochmal...


    und wenn's ganz schlimm ist und die oben genannte Übung nicht hilft, erst dann gehe ich ein wenig härter ans Werk ;-), das Werkzeug dazu: eine Flasche kohlensäurehaltiges Mineralwasser (ungekühlt, gekühlt hauts wieder die Extrasystolen rein):


    tief einatmen, kurz Luft anhalten, Flasche ansetzen und während des Ausatmens (!) beherzt trinken. Meistens hört dann während des Trinkens das Herzrasen auf.


    Bei der ersten und auch der zweiten Übung ist's bei mir ganz wichtig, danach erstmal für ein paar Atemzüge sehr bewusst und ruhig weiterzuatmen und mich möglichst nicht zu bewegen. Sonst läuft die Tachy nämlich manchmal wieder an. Pausiere ich aber für circa ne Minute, dann ist der Spuk meistens nachhaltig vorbei.


    Vielleicht klappt das eine oder andere Manöver bei Dir ja auch, das wäre schön. Ich habe meiner Tochter dieses Erbe übrigens leider vermacht...sie rast auch manchmal und bekommt das Herzrasen nach meinen Übungen gut weg.


    Nur die Umwelt guckt machmal ein wenig irritiert, wenn wir plötzlich während eines Gespräches verstummen, die Luft einsaugen und anhalten...doch Freunde und Familie kennen es inzwischen.


    GANZ wichtig ist auch, die Übungen möglichst SOFORT zu beginnen, da lässt sich das Herzrasen am leichtesten wegatmen. Hat es sich erstmal so richtig in Rage gerast, dann ist das sehr viel schwieriger bis unmöglich (wie Du es ja auch selbst schon erlebt hast).


    Aber insgesamt gesehen ist das schon eine echte Plage mit diesem Mist...:-/


    Viele Grüße,

    Susuu