Massive extrasystolen

    Hallo,

    Ich leide seit etwa 3 Jahren an ves.

    Erst fing es mit herzrasen an dann kamen die stolperer hinzu.

    Die erste Zeit konnten mich die Ärzte beruhigen und die stolperer verschwanden somit auch.

    Aber im letzten halben Jahr haben sich meine Symptome enorm verschlimmert.

    Habe ständige ves.

    Laut meiner Kardiologin harmlos aber dermaßen massiv dass ich wohl um eine ablation nicht drumrum komme.

    15% meine Herzschläge sind ves dass müssten so um die 30000 sein.

    Diese belasten mich sehr.

    Nehme obsidan was mich nur etwas ruhiger macht, die ves verschwinden nicht wirklich.

    Ich weiß dass bei mir sehr viel die Psyche ausmacht, bin auch in Therapie.

    Geholfen hat es bisher nicht.

    Habe wahnsinnige Angst vor einer op aber im Moment sehe ich keine andere Möglichkeit.

    Früher kamen und gingen meine ves aber seit einem halben Jahr sind sie ständig da. Das macht mich fertig.

  • 28 Antworten
    Inakaina schrieb:

    15% meine Herzschläge sind ves dass müssten so um die 30000 sein.

    Woher kommen die Zahlen?

    Inakaina schrieb:

    Nehme obsidan was mich nur etwas ruhiger macht, die ves verschwinden nicht wirklich.

    "Nur" wegen den Extrasystolen?


    Inakaina schrieb:

    dass ich wohl um eine ablation nicht drumrum komme.

    Gibt keine Sicherheit, dass du danach Beschwerdefrei bist. Das sollte dir vorher Klar sein.


    Aber eine Ablation ist jetzt keine riesen Sache. Davor brauchst du keine Angst haben.

    Das ist ein Routine Eingriff und die Risiken sind im Rahmen.


    Hatte schon mehrere.


    Rate dir, ein vernünftiges Haus für den Eingriff aufzusuchen.

    Empfehlen kann man das Herzzentrum Bad Oeynhausen, die Herzklinik Leipzig und das UKE in Hamburg.

    Da sind Wirklich gute Fachleute.

    Hast Du denn die diverse möglichen Ursachen aufm Schirm?


    Körperhaltung
    Verspannungen

    Roemheld


    Ernährung

    * Intoleranzen
    * Zucker

    * Alkohol

    * Kaffee

    * Weizen

    * Gluten


    Streß


    die Ursachen sind ja in der Regel nicht kardiologisch.

    Also bevor ich mich da einem Eingriff unterziehen würde, würde ich erstmal radikal versuchen eine Ernährung komplett ohne glutenhaltiges Getreide, Zucker und Milchprodukte. Nach einem Monat sieht man weiter.

    15% ves waren es beim letzten langzeit ekg. Monomorphe ves, Fokus am ehesten linksventrikuläre ausflusstrakt.

    Ich habe den Verdacht dass diese auch sehr viel psychischen Ursprungs sind. Als ich vor einem Jahr mit heftigen ves in der Notaufnahme landete waren diese sofort verschwunden als man mich beruhigte. Das hielt leider nicht lange an und mittlerweile beruhigt es mich auch nicht wirklich dass diese harmlos sind.

    Erst recht nicht seitdem die op im raum steht.

    Ab Nahrungsergänzungsmittel habe ich schon alles versucht.

    Mein Kaliumwert könnte mit 3,8 etwas höher sein

    Esse Bananen, Nüsse, Trockenobst. Nehme tromcardin.

    Kalium direkt vertrage ich nicht.

    Zuckerverzicht, Weizen usw. noch nicht versucht.

    Obsidan nur wegen ves. Biso schlug nicht an. Obsidan aber auch nicht wirklich.

    Flecainid habe ich noch hier. Wurde mir als Versuch verschrieben.

    Das ist mir aber zu heftig. Trau mich da nicht ran.

    Obsidan 25 mg im Höchstfall.

    Meist nur die Hälfte.

    Fahre viel Fahrrad, jogge.

    Bei Bewegung spüre ich die ves nicht. Hab sie da auch evtl. gar nicht oder wenig.

    Meint Ihr Ernährung könnte was bringen? Vielen Dank!

    Natürlich könnte Ernährung was bringen. Ich merke bei mir selber z.B. dass ich deutlich weniger bis gar keine ES mehr habe, wenn ich komplett auf Weizenmehl verzichte.


    Dann spielt möglicherweise Histamin eine Rolle.


    Zucker, Weizenmehl und Milchprodukte gelten als (letzeres fraglich) stark entzündliche Prozesse fördernd.


    Ich würde dringend dazu raten, eine entsprechende Auslassdiät zu machen, bevor ich mich da einem potenziell gefährlichem Eingriff unterziehe.

    ach ja.... Verspannungen habe ich so einige.

    Hab ich auch schon im Verdacht gehabt.

    Da winken die Kardiologen aber gleich ab.

    Die sehen halt nur das Organ.

    Inakaina schrieb:

    Obsidan nur wegen ves. Biso schlug nicht an. Obsidan aber auch nicht wirklich.

    Flecainid habe ich noch hier. Wurde mir als Versuch verschrieben.

    Nimm Bitte Abstand von Flecainid. Das ist echt "hartes Zeug".

    Ich musste es viele Jahre nehmen und du glaubst nicht wie viele Ärzte mir gesagt haben, dass das Zeug alles andere als Gut ist.

    Müsste es eigentlich immer noch nehmen aber habe es von mich aus Abgesetzt.


    Inakaina schrieb:

    Ich habe den Verdacht dass diese auch sehr viel psychischen Ursprungs sind. Als ich vor einem Jahr mit heftigen ves in der Notaufnahme landete waren diese sofort verschwunden als man mich beruhigte.

    Klingt danach.


    Also, ich würde empfehlen noch 1-2 Langzeit EKGs durchführen zu lassen.

    Wenn die Anzahl der VES erneut so hoch sind und du die meisten der VES tatsächlich mitbekommst, kann man eine Ablation ruhig durchführen lassen.

    Wie gesagt, es ist keine große Sache.


    Ich finde, eine Ablation wäre aufjedenfall besser für deine Gesundheit, als wegen Extrasystolen langfristig Medikamente zu nehmen.

    Die Nebenwirkungen sind sicherlich schädlicher als die eventuellen Risiken einer Ablation.


    Wenn du Fragen zur Ablation hast die dir durch den Kopf gehen, kannst du gerne fragen.

    Die allergrößte sorge ist dass die ablation bei vollem Bewusstsein durchgeführt wird.

    Durch die ganzen ves habe ich mittlerweile ne ordentliche herzneurose und bin sicher dass ich auf dem op Tisch ne Panikattacke bekomme.

    Habe mittlerweile schon am Ruhe ekg Panikattacken wenn ich sehe wie meine VES ein „gesicht“ bekommen.....,Puls am Ruhe ekg immer über 100 und mind. 2 Ves in den paar Sekunden.

    Inakaina schrieb:

    Durch die ganzen ves habe ich mittlerweile ne ordentliche herzneurose und bin sicher dass ich auf dem op Tisch ne Panikattacke bekomme.

    Wichtig ist, solche Bedenken im Vorfeld zu besprechen damit man weiß, was Sache ist. Ich bin sicher, man kann dir etwas zu beruhigung geben.


    Es gibt aber auch Kliniken, die solche Eingriffe unter Schlafsedierung durchführen.

    Einfach Offen die Bedenken äußern, dann kann man da sicher etwas machen.


    Falls dir die Vorbereitungen ebenfalls Angst machen würden, so solltest du auch das im Vorfeld ansprechen.

    Als ich mal einen Herzkatheter unter Schlafsedierung bekommen habe, wurde ich erst nach den Vorbereitungen Schlafen gelegt.


    Für mich war das aber kein Problem.


    Inakaina schrieb:

    Habe mittlerweile schon am Ruhe ekg Panikattacken wenn ich sehe wie meine VES ein „gesicht“ bekommen.....,Puls am Ruhe ekg immer über 100 und mind. 2 Ves in den paar Sekunden.

    Wenn es dich im Alltag Wirklich so stark beeinflußt, dann zöger nicht so lange und nimm mit einer Herzklinik Kontakt auf. :)^

    Es ist aber eigentlich tatsächlich so, dass Extrasystolen eher keine oder wenig/selten psychische Ursachen haben. Adrenalin senkt ein wenig die Schwelle, ab der ein Schlagimpuls ausgelöst wird von einem elektrischen Reiz, aber von null auf "ganz viele ES" nur durch psychischen Streß kommt mir zumindest sehr ungewöhnlich vor.

    Psychosomatisches Herzstolpern ist keineswegs selten.


    Stress und Ängste steigern den Cortisol Spiegel und dies begünstigt die Entstehung von Extrasystolen.

    Wenn der Körper dauerhaften Stress und Ängsten ausgesetzt ist, kann auch eine hohe Zahl an Extrasystolen entstehen.


    Gerade wenn man ein Langzeit EKG trägt, können Angstpatienten enormen Stress haben da man das Gerät die gesamte Zeit über spürt und Unterbewusst auch weiß, das derzeit eine Messung läuft.

    Klar hat das Einfluß, aber als mehr oder weniger alleiniger Faktor, der dazu noch einen Unterschied von "null bei Entspannung" zu "andauerndem Stolpern" bewirkt, kommt es mir halt unplausibel vor.


    Und macht eine Ablation nicht eh nur Sinn, wenn es tatsächlich ES-auslösenden, krankhafte Veränderungen der Erregungsleitungen gibt?

    Hi Ina,

    wie alt bist Du eigentlich ?

    Ich würde an Deiner Stelle bei 30.000 Extrasystolen auf jeden Fall an eine Ablation denken.


    Weil, und ich will Dir jetzt keine Panik machen, diese Höhe auf Dauer die Pumpfunktion Deines Herzens einschränken kann. !kann! ...Wenn diese über Jaaaahre in dieser Form und Anzahl bestehen.


    Warum Kathederablation und keine Medis?
    Medis sind generell wenn nicht wirklich notw. immer abzulehnen. Da hier auch Nebenwirkungen nicht unerheblicher Art eintreten können. Zur Not kann mann mal, wenn einen die Systolis schlimm nerven, einen leichten Betablocker nehmen.

    Sollte das aber nicht reichen und die Häufigkeit zunehmen dann: Ablation.


    Die Ablation ist heutzutage so derart vorgeschritten das es so gut wie !Keine! Komplikationen gibt [da ja auch Zugang über die Vene] du davon nix mitbekommst [keine Schmerzen] und sie in 90% eine sehr gute Linderung verschaffen. Stand: 2020.


    Ich würde jedoch an Deiner Stelle weiter Therapie machen. Diese unterstützt, wie meine Vorgänger schon meinten, deine innere Ruhe. [Weniger Stress: Weniger Cortisol, weniger Adrenalin ---> Dein Herz freut sich:;))


    Warum ich das alles weiss?


    Ich habe diese a) selber [aber nicht so schlimm wie Du] b) beschäftige mich seit 6 Jahren damit und c) bin selbstverständlich auch Hypochonder:)...

    Alles wird gut!

    LG
    Stephan