Müdigkeit und Atemnot bei Herzerkrankung - wie aushalten?

    Guten Tag ihr lieben!


    Einige wissen ja vielleicht, dass ich mit zwei Herzklappenfehlern (wobei einer davon eher banal ist, nämlich ein Mitralklappenprolaps, der andere jedoch eine schneller voranschreitende Aortenklappeninsuffizienz) und einem anderen Herzproblem (Sick-Sinus-Syndrom) lebe.

    In den letzten Wochen sind jedoch meine ständige Müdigkeit und die Belastungsintoleranz fast unerträglich geworden...ich habe für nächste Woche nun endlich einen Termin bei meinem Hausarzt/Internisten bekommen können, was in Zeiten von Covid-19 ein richtiger Kraftakt ist...glücklicherweise habe ich diese Woche Urlaub, gebe aber jeweils zwei Mal die Woche zwei Schülern Nachhilfe und das laugt mich schon total aus...


    Meine Frage ist...wie gehen andere Herzpatienten mit diesen Beschwerden um? Brustschmerzen und Palpitationen etc. halte ich ohne viel Probleme aus, aber diese ständige Erschöpfung ist langsam eine psychische Belastung für mich...ich merke richtig, wie es mehr und mehr wird. (Meine Eisenwerte und Schilddrüse wurden vor kurzem erst gecheckt, sind in Ordnung. Mein D-Dimer ist erhöht, Lungenembolie aber ausgeschlossen.)

    Das wurde auch nur überprüft, weil auch meine Atemnot schlimmer geworden ist, gerade bei Belastung, zuletzt habe ich auch Atemprobleme beim Schlafen entwickelt.


    ...und ja, ich habe vor an ein Herzzentrum zu gehen. Hätte der Virus mir nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht, wäre ich schon auf dem besten Weg, Richtung Leipzig zu ziehen. Einen Kardiologentermin zu bekommen ist derzeit sicher auch so gut wie unmöglich, zumal ich derzeit keinen behandelnden habe...ich würde nur gerne wissen, wie andere mit diesen Symptomen umgehen?


    Ich liege nachts schon erhöht und versuche jeden Tag länger spazieren zu gehen, und mich auch nicht vor Hügeln zu drücken (in meiner Heimatstadt auch so gut wie unmöglich, hier geht‘s gefühlt überall bergauf...), aber sonst bin ich am Ende mit meinem Latein. Musste mich auch schon vom Spaziergang von der Familie mit dem Auto abholen lassen, weil die Erschöpfung mich plötzlich total übermannte - peinlich, das kenne ich so gar nicht von mir...


    Liebe Grüße und viel Gesundheit!

  • 17 Antworten

    Dein Hausarzt kann versuchen, Dich via Dringlichkeitsüberweisung mit entsprechendem Code an einen Kardiologen zu vermitteln. Oder selber einen Kollegen anrufen. Das als kurze Info am Rande. Und eine Anbindung an einen Kardiologen wäre grundsätzlich schon sinnvoll - und ist auch in Corona-Zeiten möglich.


    Alles Gute!

    Vielen herzlichen Dank Sunflower_73 !


    Ich wusste gar nicht, dass das geht!

    Mal sehen, was mein Hausarzt am Dienstag dazu sagt...

    Ich brauche auf jeden Fall wieder einen Kardiologen, das stimmt auf jeden Fall, nur gibt es hier in der Gegend nur zwei und die sind beide nicht besonders, was ich so gehört habe...


    Gerade war ich wieder spazieren, aber ich merke wie mir oft die Puste ausgeht, ich brauche oft meine gesamte Oberkörpermuskulatur, um richtig Luft zu bekommen...

    Wann warst du zum letzten Mal zur Kontrolle bzw. zum Echo?

    Hast du eine Herzinsuffizienz? Nimmst du Medikamente? Wie hoch war der D-Dimer-Wert?


    Ich habe ähnliche Symptome + diverse Klappeninsuffizienzen und habe derzeit das Gefühl, es wird immer schlimmer. Mit Medikamenten ist es aber besser, d.h. ich muss sie einnehmen. Ansonsten bin ich aber zurzeit auch ratlos. Evtl. müsstest du die Medikamente wieder einmal anpassen?

    Signorina_ schrieb:

    Einen Kardiologentermin zu bekommen ist derzeit sicher auch so gut wie unmöglich

    Ich weiß nicht ob ich einfach Glück hatte oder ob meine Anamnese eine Rolle spielt aber ich habe etwa innerhalb 1 Woche einen Termin bekommen obwohl der Kardiologe sehr rennomiert ist.


    Signorina_ schrieb:

    ich würde nur gerne wissen, wie andere mit diesen Symptomen umgehen?

    Kenne dieses Erschöpfungs und Müdigkeitsgefühl und es kommt auch manchmal zu den ungünstigsten Zeitpunkten wie z.b in einem Meeting.

    In solche Momente würd ich dann einfach meinen Kopf auf den Tisch legen weil einfach die Kraft, aufrecht zu sitzen nicht vorhanden ist.


    Habe auch kein Wirkliches Erfolgsrezept gefunden außer Zähne zusammenbeißen and the Show must go on.


    Dein Plan mit dem Herzzentrum ist gut.

    Habe die Erfahrung gemacht, dass die Ärzte in den Herzzentren schon auf einer anderen Liga arbeiten.

    Leipzig soll auch eine ziemlich gute Adresse sein.


    Kardiologische Anbindung empfiehlt sich Allgemein Natürlich, ist aber wie du selbst festgestellt hast nicht Ganz so einfach.


    Nimmst du Medikamente ein?

    Guten Abend und danke für deine Antwort!
    Das letzte Echo war im Dezember, da ist dann auch zum 1. Mal die Aortenklappeninsuffizienz aufgefallen, die als moderat eingestuft wurde, obwohl ich im Juli davor eins hatte und davor seit 2011 alle zwei Jahre, ein Aortenklappengeräusch hatte ich schon lange, es wurde damals schon vermutet, dass irgendwas in dem Bereich nicht stimmte...klinische Herzinsuffizienzsymptome habe ich, ob tatsächlich eine besteht, weiß ich nicht. Dieser BNP-Wert war zuletzt nur leicht erhöht, ich nehme aber auch Ivabradin ein, welches ja auch bei Herzinsuffizienz eingesetzt wird.
    Der D-Dimer war nicht drastisch erhöht, die genaue Zahl weiß ich leider nicht mehr, das war Mitte März.


    Tut mir leid, dass du auch unter solchen Symptomen leidest. Ich muss sagen, dass bei mir die Medikamente derzeit keinen großen Unterschied machen...

    Danke auch an dich Barrio!


    Ich habe von Leipzig eben auch so viele gute Sachen gehört, daher bin ich auch enttäuscht, dass momentan alles auf Eis liegt...


    Ich nehme um meinen Blutdruck stabil zu halten (hatte zuvor extrem niedrigen Blutdruck) Fludrokortison, Midodrin und eben Ivabradin, um mein Herz zu unterstützen...

    Signorina_ schrieb:

    Ich habe von Leipzig eben auch so viele gute Sachen gehört, daher bin ich auch enttäuscht, dass momentan alles auf Eis liegt...

    Hoffe es geht schnell vorwärts damit dir geholfen werden kann.

    Möglicherweise, will dir aber keine Angst machen, musst du aber lernen damit umzugehen denn manchmal kann auch ein Herzzentrum nicht helfen.


    Ich drücke dir aber ganz doll die Daumen :)^

    Danke dir von Herzen!

    Ich denke, es wird wohl damit zu tun haben, wie die meine Klappenvitien beurteilen und einstufen...natürlich würde ich mir eine Op wünschen, aber ich denke, dafür wird es noch zu früh sein...:(


    “Angst” habe ich auch, wenn ich nächste Woche wieder arbeiten muss, den ganzen Tag im Supermarkt rumschleppen mit dieser Maske...bekomme da nicht gut Luft drin.

    Signorina_ schrieb:

    Ich nehme um meinen Blutdruck stabil zu halten (hatte zuvor extrem niedrigen Blutdruck) Fludrokortison, Midodrin und eben Ivabradin, um mein Herz zu unterstützen...

    Hmm... muss du denn deinen BD unbedingt erhöhen? Ich meine, Hypotonie hat ja im Grunde keinen Krankheitswert. Deswegen Kortison zu nehmen?


    Nimmst du allenfalls noch andere Med., die evtl. Müdigkeit hervorrufen könnten?


    Ich bin eigentlich vor allem nach dem Aufstehen fix und fertig, was ich früher nie hatte. Nach dem Frühstück bessert sich das dann wieder. Übrigens leide ich eher unter einem zu tiefen Puls.

    Mein Blutdruck steht unter Verdacht, meine früheren Synkopen verursacht zu haben, und ich muss sagen, seit ich die Medikamente nehme, kommt das auch so gut wie nicht mehr vor...ich meine, ich hatte früher öfter mal so 80/50...


    Das mit dem Ruhepuls kann ich verstehen. Da mein Sinusknoten ja “etwas spinnt”, leide ich auch unter sowohl Brady- als auch Tachykardien...

    Ah ok, verstehe. Habe vorhin auch noch deinen anderen Thread gelesen. Ja, dann macht das natürlich Sinn. 80/50 ist natürlich krass.


    Bei mir ist es auch der Sinusknoten, Tachykardien habe ich aber nicht.

    Das finde ich extrem interessant, auch wenn es mir natürlich sehr leid tut, dass du eine Leidensgenossin bist - aber man hört nicht oft von anderen Menschen, die auch Probleme mit dem Sinusknoten haben...hast du einen Schrittmacher? Mir möchte man keinen geben, weil ich erst 27 bin. Und wegen den Problemen an Klappen UND dem elektrischen System traut sich keiner so wirklich an mich ran...:/

    Signorina_ schrieb:

    aber man hört nicht oft von anderen Menschen, die auch Probleme mit dem Sinusknoten haben

    Bin da auch Leidensgenosse.

    Mein Sinusknoten hat auch einen Fehler, da durch habe ich eine dauerhafte Tachykardie.


    Signorina_ schrieb:

    Und wegen den Problemen an Klappen UND dem elektrischen System traut sich keiner so wirklich an mich ran...:/

    Das kann sich zügig legen.

    Dann ist das Problem eher, das manche Ärzte zu motiviert sind in Sachen Eingriffe.

    Barrio


    das tut mir leid, dass du ebenfalls eine Dysfunktion des Sinusknotens hast!
    Ich muss sagen, Bradykardien plagen mich in letzter Zeit kaum mehr...da ist es auch eher ein rasendes Herz - und mein ganzer Oberkörper vibriert mit meinem Herzschlag, das soll ja auch eigentlich ein typisches Symptom einer fortschreitenden Aorteninsuffizienz sein...