Nach Bypass-OP Wasser im Körper

    Hallo,


    mein Vati (70 Jahre) hat am Montag, also vor 4,5 Tagen 4 Bypässe erhalten. Seitdem liegt er auf der Intensivstation. Er ist bei Bewußtsein, kann auch schon selbst Essen und kleine Übungen auf dem Gang der Intensivstation mit der Physiotherapeutin machen. Jedoch hat er sehr viel Wasser im Körper. Seine Hände sind fast doppelt so groß und seine Beine sehen sehr stramm aus. Nun kommt noch hinzu, dass er kein Wasser lassen kann und jetzt einen Blasenkatheder erhalten hat.


    Vor 2 Jahren hat die Schwester meines Vaters eine neue Herzklappe bekommen, war in den ersten Tagen ansprechbar und hat dann jedoch wie er, Wasser im Körper gehabt und ist nach 2 Wochen gestorben. Mein Vati hat nun immer seine Schwester vor Augen und wie seine Stimmung am Tiefpunkt ist, könnt ihr euch sicherlich vorstellen.


    Wer hat gleiche Erfahrungen mit Wasser im Körper gemacht und wie ging es weiter?


    Gruß


    Petra

  • 20 Antworten

    Hallo, Petra,


    das ist leider von Patient zu Patient verschieden. Meine Mutter hatte auch einige Tage Wasser im Körper (nach einer Herzklappen-OP), allerdings nicht in dem von Dir beschriebenen Masse. Mein Freund wurde 2001 bypass-operiert und lag fast 2 Wochen schwerst krank und voller Wasser auf der I-Station, aber dann wurde es schnell besser und er ist heute wieder berufstätig und topfit. In meiner früheren Herzsportgruppe gab es viele Mitglieder nach Bypass-OP, manche hatten keinerlei Probleme, andere haben schwer gelitten, bevor sie genesen sind.


    Wichtig ist, wie Die Kondition Deines Vater ist. Hat er vorher geraucht? Ist er übergewichtig? Wie hat er sich ernährt? War er sportlich? Das alles spielt in die Prognose so einer Operation hinein.


    Tut mir leid, mehr kann ich dazu nicht sagen.


    Für Deinen Vater und Euch alles Gute!


    Cha-Tu

    Hallo Cha-Tu,


    vielen Dank für Deine Antwort. Mein Vater hat noch nie geraucht. Naja ein bischen Bauch hat er. Er wiegt bei 1.73m 76kg, dies geht aber auch noch, denke ich. Bei der Erährung hat er sehr gern sehr salzig gegessen, dies ist nach meinen Recherchen jetzt nicht mehr drin. Ich glaube, die Ernährung sollte jetzt lieber salzarm sein, damit das Herz nicht so belastet wird. Sportlich ist mein Vater nicht, da er seit ca. 1 Jahr schon sehr große Atembeschwerden hatte. Die Ärzte hatten erst gedacht, dies liegt an seiner Lunge, da diese nur noch zu 65% funktionionstüchtig ist (verschleppte Lungenentzündung in jungen Jahren).


    Ich will hoffen, dass meine Mutti mir heute Abend besseres berichten kann, denn ich kann z.Z. nicht ins Krankenhaus gehen, da mein Sohn mit Magen-Darm zu Hause flachliegt und ich keine zusätzlichen Infektionen zu meinem Vati tragen möchte.


    Danke.


    petra

    Hallo, Petra,


    >Mein Vater hat noch nie geraucht. Naja ein bischen Bauch hat er.


    >Er wiegt bei 1.73m 76kg, dies geht aber auch noch,


    Das ist völlig in Ordnung. Daran kann es also nicht liegen.


    >Bei der Erährung hat er sehr gern sehr salzig gegessen,


    >dies ist nach meinen Recherchen jetzt nicht mehr drin.


    Zu viel Salz kann bei manchen Menschen den Blutdruck erhöhen. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass ca. ein Drittel der Bevölkerung bereits ein "kleines" Zuviel an Salz nicht gut verträgt und Blutdruck und damit auch das Herz dadurch angegriffen werden. Daher im Zweifel: Salz reduzieren.


    > Ich glaube, die Ernährung sollte jetzt lieber salzarm sein,


    Ja, das wäre in so einem Fall sicherlich empfehlenswert, ebenso fettarm und falls möglich, besonders tierische Fette meiden oder deutlich minimieren.


    Deinem Sohn und besonders Deinem Vater gute Besserung.


    Cha-Tu

    Hallo Petra,


    meine Erfahrung sagt mir das bei einem 70 Jährigen Mann mit der Operation das Prognose sehr schlecht ist. Ich möchte jetzt hier das Du den Mut verlierst. Wenn sich Wasser im Körper bildet gibt es Möglichleiten das Wasser abzuleiten. In diesem Fall so wie Du den beschrieben hast ist es aber sehr viel. Die aufgeschwollenen Hände sagen da sehr viel aus.


    Nun sind wir ja hier um Mut zu machen, aber was nützt Dir das bestimmt nichts. Es ist oft fraglich ob man sich hätte operieren lassen sollen, aber das wollen wir nicht diskutieren. Ich glaube das Du verstanden hast was ich sagen wollte. Ich glaube nicht das Dein Vaterdas neue Jahr erlebt die Prognose ist sehr schlecht. Und bitte was sagen die Ärzte. Wenn die Bypasse nicht richtig arbeiten dann erzeugen die Herzklappen Wasser, wie soll man das Aufhalten. Mit Sichertheit liegt es nicht an der Operation. Es ist eigendlich der Körper der nicht funtioniert.


    Ich wünsche Euch alles gute, versucht gut Abschied zu nehmen.


    Es nützt nichts Hoffnungen zu machen. Aber für die Seele ist es gut die Wahrheit zu akzeptieren nur so kann man damit frieden schließen und damit umgehen.


    Alles gute für Euch.

    Hallo, Theriemie,


    welche Erfahrungen hast Du denn? Bist Du Arzt?


    Im Übrigen halte ich eine Aussage wie "Ich möchte jetzt hier das Du den Mut verlierst. " für nicht sehr konstruktiv. Du möchtest, dass hier jemand den Mut verliert? Na, dann wirst Du viel Vergnügen in diesem Forum haben... Aber vielleicht hast Du ja das (manchmal extrem wichtige Wörtchen) "nicht" vergessen...


    Gruss


    Cha-Tu

    Nein, ich glaube nicht, dass Theriemie Medizinier ist, sonst hätte er diesen Unsinn

    Zitat

    meine Erfahrung sagt mir das bei einem 70 Jährigen Mann mit der Operation das Prognose sehr schlecht ist

    sicher nicht geschrieben - 70 ist nämlich ein völlig normales Alter für eine Bypass-OP und mit Sicherheit keine hochriskante Sache, ich habe genug dutzende solcher Patienten narkostisiert und auf Intensivstation betreut.


    Ödeme nach Herz-OPs sind nichts ungewöhnliches und können viele Ursache haben. Wenn der Patient fit genug ist, mit der Physiotherapeutin über den Gang zu gehen, kann es ja zumindest mal nicht akut bedrohlich sein. Die UNfähigkeit, Wasser zu lassen, könnte allerdings auf ein Nierenversagen hinweisen, was dann schon ernsthaft wäre (sich aber auch von selber wieder bessern kann). Es gibt aber auch genug andere Erklärungen für die Wassereinlagerung (ernsthafte und weniger ernsthafte), da hilft nur, die Kollegen vor Ort zu fragen.


    Grüße

    @ Petra2009

    Zitat

    Wer hat gleiche Erfahrungen mit Wasser im Körper gemacht und wie ging es weiter?

    Hallo Petra


    Nach einer Herz-OP befindet sich immer noch viel Flüssigkeit im Körper, das ist normal!


    Ich gehe davon aus, die Ärzte wissen wie sie dies behandeln müssen. Üblicherweise wird in diesem Fall ein Diuretika verabreicht zum Beispiel "Furosemid" (z.B. "Lassix"). Das überschüssige Wasser wird auf diese Weise ausgeschieden. Wenn die Nieren dazu alleine nicht in der Lage sind, weil dies auch von dem Blutdruck und damit der Herzleistung abhängig ist, kann der Patient temporär an eine Dialyse angeschlossen werden.


    Alles in allem, sollte es aber kein Problem sein. Frage mal bei den Ärzten gezielt nach, was sie gegen das Wasser im Körper machen! :)*


    Liebe Grüße

    Meine Frau bekam am 11.12. 3 Bypässe und war in einem sehr guten Zustand und nach einer Woche ins Ortsansässige Krankenhaus verlegt worden. Seidem Brennen in den Fingerkuppen, Erbrechen und Wasser in den Beinen und hat wohl dadurch bedingt 3 Kilo zugenommen obwohl kaum Appetit.


    Bisher nur ärzlichen Kommentar das alle Werte so gut wie Ok sind. Kein Wort bisher wann Reha oder Entlassung , immer nur kurz ab. NOrmalerweise wäre schon Entlassung angesagt wenn doch alles Ok ist. Man bekommt den Eindruck viel Geld kassieren bei fast null Leistung.


    Wie sollte man da vorgehen ? man hat den Eindruck als wenn die meinen man würde absichtlich erbrechen und sieht aus wie der Tod als wenn sie den Tag nicht überlebt. Aber wie gesagt, alles bestens laut Akte.

    Dem verantwortlichen Arzt im Krankenhaus eine Frist setzen (24 oder 48 Stunden), binnen derer er Dich (und evtl. Deine Frau) ausführlichst informiert, was los ist. Das zu erfahren, ist Euer RECHT, aber Ihr müsst es auch einfordern, notfalls sehr "selbstbewusst". Sollte er das nicht zu Eurer Zufriedenheit tun, setzt Euch mit einem anderen Krankenhaus in Kontakt, und überlegt mit diesem, ob eine sofortige Überführung ins andere KH möglich ist. 17 Tage nach einer Bypass-OP immer noch ohne Perspektive auf Entlassung und Reha, da ist NICHTS in Ordnung, das ist eine Frechheit, so etwas zu sagen.


    Schönen Gruss


    Cha-Tu

    Vielen Dank Cha-tu,


    jetzt hat sich etwas gerührt. Einige Medikamente wurden zurückgefahren und Tropf angelegt.


    Heute kaum wieder zu erkennen da enorme Besserung eingetreten ist und kein Erbrechen mehr.


    Nur noch leichte Wasseransammlung in den Beinen. Operationsmässig muss ich sagen das sie in dieser Richtung nicht das kleinste erwähnt hat. So als wenn diese garnicht stattgefunden hat, keine Schmerzen in der Brust Bein usw. Nur die erwähnten anderen Beschwerden auf die nicht eingegangen wurde u.a. extreme Rückenschmerzen die tagelangen Schlafentzug mit sich führten. Alter 60 , sehr schlank, nicht geraucht und sich gesund ernährt, wohl familiär bedingt da Brüder mit 50 schon Herzinfarkt erlitten haben.

    Hallo, Andreas,


    das ist eine gute Nachricht. Aber das zeigt auch, dass da nachoperativ etwas nicht optimal angelaufen ist. Wenn Deine Frau entlassen wird, schaut Euch bitte genau den Entlassungsbrief an, damit dort verzeichnet ist, dass Wasser in den Beinen war etc. Sollte es irgendwelche Spätfolgen geben (was nicht zu erwarten ist, aber ich bin in solchen Dingen sehr vorsichtig), müsst Ihr "etwas in der Hand haben".


    Deiner Frau weiterhin gute Besserung, schnelle Reha und danach noch 30 schöne gesunde Jahre mit Dir :-)


    Herzlich:


    Cha-Tu

    Hallo zusammen,


    ich bin ganz neu hier im Forum und habe auch noch keine Erfahrung wie und wo ich meine Fragen formulieren kann. Deshalb habe ich mich einfach dazu entschlossen hier an dieser Stelle den Anfang zu machen.


    Also ich muss mich leider am 19.01.2010 einer Bypass OP stellen. Ich habe mich auch schon auf vielen Internetseiten darüber schlau gemacht. Meine Ängste kann ich im Moment noch gut verkraften und bin guter Hoffnung das bei mir alles gut geht. Ich bin 69 Jahre, die Pumpfunktionen meines Herzens sind noch sehr gut aber ich habe hochgradige Hauptstammstenosen und dafür sollen Bypässe gelegt werden.


    Im Anschluß nach der Op und dem Krankenhausaufenthalt soll ich zur Reha.


    Ich habe schon mit meiner Krankenkasse gesprochen mit welchen Rehas sie zusammen arbeiten. Über diese Häuser wollte ich mir Erfahrungsberichte im Internet ansehen, habe aber keine Patientenberichte darüber gefunden.


    Kann mir jemand da weiterhelfen?


    Eventuell über: Klinik im Kurpark Bad Rothenfelde, Medianklinik Bad Oeynhausen , Medunaklinik Bad Bertrich oder Bad Salzufeln?


    Zur Reha möchte ich gerne meinen Mann mitnehmen, damit er in dieser Zeit auch gut versorgt ist.


    Über eine rasche Antwort würde ich mich sehr freuen.


    Herzliche Grüße und Dank im Voraus


    Wuselchen

    Hallo, Wuselchen,


    für Deine OP wünsche ich Dir alles Gute. Da die Pumpfunktion Deines Herzens sehr gut ist, hast Du alle Chancen, dass die ganze OP schon bald "Vergessenheit" sein kann.


    Ich selbst war 1995 in Bad Salzuflen zur Reha. Das ist also 15 Jahre her und in der Zwischenzeit kann sich das alles sehr verändert haben. Aber damals hat mir das dort in der Klinik in einem Aspekt ganz und gar nicht gefallen: es gab kaum psychologische Betreuung! Die rein medizinische und physiotherapeutische Rehabilitation war in Ordnung, aber psychologisch ging man "auf Krücken". Allerdings bestand damals in dieser Klinik schon die Möglichkeit, dass Ehepartner mit aufgenommen wurden, es gab dafür sogar Doppelzimmer (üblich waren Einzelzimmer). In diesem Punkt war man damals dort schon sehr fortschrittlich.


    Aber wie gesagt, das alles ist nun 15 Jahre her, und ich denke (hoffe), dass sich da auch was in psychologischer Betreuung getan hat.


    Wo wirst Du denn operiert? Wenn das in der Nähe oder gar in Oeynhausen wäre, dann böte sich ja die dortige Reha an...?!


    Liebe Grüsse und alles Gute für den 19.1.!


    Cha-Tu

    Hallo Cha-Tu,


    herzlichen Dank für Deine guten Wünsche und Deine Anwort zu Bad Salzuflen. Ja, in 15 Jahren kann sich natürlich vieles geändert haben. Mal sehen, vieleicht höre ich ja noch etwas von den anderen Kliniken.


    Ich werde im Herzzentrum Duisburg Meiderich operiert, die haben einen guten Ruf und schon jahrelange Erfahrung. Für die soll eine Bypass Op Routine sein. Ich hoffe nur, das das nicht zur Oberflächlichkeit verführt!


    Am Montag ist erst mal eine 3 -4 stündige Vorbesprechung. Dabei möchte ich auch was über die Op-Methode wissen. Ich habe gelesen, dass es möglich ist am schlagenden Herzen (soll schonender sein) oder unter zu Hilfenahme der Herz-Lungenmaschine zu operieren. Wobei sich beim Einsatz der Herz-Lungenmaschine kleinste Partikel durch den Blutdurchfluss von den Maschinenwänden lösen können, die dann zu Komplikationen führen können. Was bei mir möglich ist, ist natürlich dem Op-Team vorbehalten, aber wissen möchte ich es schon.


    Cha-Tu, ich habe heute schon viel auf dieser med1-Seite gelesen, und mir ist aufgefallen, dass Du hier schon vielen Nutzern Rat und Trost gespendet hast, herzlichen Dank dafür. Du scheinst ein wirklich einfühlsamer Mensch zu sein.


    Liebe Grüße


    Wuselchen

    Hallo, Wuselchen,


    ja, die Duisburger Klinik ist gut. Ich bin selbst im Ruhrgebiet gebürtig und viele meiner Verwandten leben noch dort, und eine Tante wurde in Duisburg operiert, sie war ausgesprochen zufrieden.


    Bei der OP am schlagenden Herzen ist es wichtig, dass der Patient a) keine schwereren Rhythmusstörungen hat, dass er b) nicht stark übergewichtig ist und dass c) die Stelle an der Herzkranzarterie gut erreichbar ist. Aber das wirst Du am Montag ja alles erfahren. Ich drücke die Daumen, dass es bei Dir "minimal-invasiv" möglich ist, das ist schon viel milder als die OP mit der Herz-Lungen-Maschine. Vor allem ist man danach wohl schneller wieder auf den Beinen, was ja auch wichtig ist. Aber die Leute in Duisburg werden sicherlich das Richtige tun.


    Wäre schön, wenn Du Dich noch mal meldest, um zu berichten, wie alles abgelaufen ist.


    Danke für Dein nettes Kompliment


    und liebe Grüsse


    Cha-Tu

    Hallo lieber Cha-Tu,


    vielen Dank für Deine Anteilnahme. Ich werde mich auf jeden Fall wieder melden und über das Gespräch am Montag berichten.


    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.


    wuselchen2010

    Hallo Cha-Tu,


    heute vormittag war ich zu den ganzen Voruntersuchungen und Gespräch über alle meine Vorerkrankungen usw., ca. 3 Std. in der Herzklinik.


    Es war für mich sehr von Vorteil, dass ich mich zuvor schon sehr ausführlich über die bevorstehende OP und allem was dazu gehört beschäftigt habe.


    Das ganze Prozedere ist doch stramm durchorganisiert und läuft auch mit den ganzen Untersuchungen (trotz 3 Std. Dauer) sehr schnell ab. Wenn ich nicht so vorbereitet gewesen wäre, hätte ich bestimmt nur die Hälfte von allem richtig mitbekommen.


    Sehr gut waren auch meine eigenen Aufzeichnungen über meine vielen früheren OPs, Untersuchungen, derzeitige Medikamente, Impfungen usw. So eine "Buchführung" über mich mache ich schon viele Jahre. Man vergisst im laufe der Jahre doch vieles und bei einer aktuellen Befragung zu solchen Sachen, fällt mir dann nicht mehr alles Wichtige und speziell die Jahreszahl dazu ein. So hilft so ein Zettel ungemein.


    Die Ärztin erklärte mir wie der Ablauf mit der Untersuchung, Aufklärung über OP und Risiken ablaufen soll und ich ihr anschließend alle meine Fragen stellen kann.


    Zuerst wurden etliche Röhrchen Blut abgezapft und Abstriche von Nase, Mund und Haut im Brustbereich gemacht. Die Ärztin (eine Russin) sprach etwas gebrochen deutsch und schnell, aber doch gut verständlich. Wenn ich etwas nicht verstanden hatte, sagte sie es mir noch einmal. Während der anderen Untersuchungen EKG, Lungenfunktionstest, Echolot, Wiegen und Größe messen wurden das Blut und die Abstriche untersucht ob das alles ok ist. Die Abstriche werden auf Krankheitserreger untersucht, da sowas bei so einer großen OP von großer Wichtigkeit ist um evtl. entsprechend reagieren zu können.


    In erster Linie wird für den Bypass die Brustwandaterie verwendet, aber wenn das nicht geht oder nicht genug ist werden auch Venen aus dem Unterschenkel entnommen.


    Was verwendet wird, kann man im Voraus nicht sagen, es kommt auf die Beschaffenheit an. Das entscheidet der operierende Arzt während der OP. Ebenso welche OP-Technik angewandt wird. Aber sehr warscheinlich wird bei mir die Herz-Lungenmaschine eingesetzt, weil auch die hinteren Herzaterien betroffen sind und man sonst nicht richtig da ran kann. Aber es würde das Optimalste was in meinem Fall das Richtige ist gemacht.


    Die Ärztin sieht bei mir kein erhöhtes Risiko für die OP, da meine Diabetes II - Werte (keine Medikamente) gut sind, sich mein Übergewicht in Grenzen hält, Asthma bronchiale und Lungenfunktion ok sind.


    Morgen ist der Aufnahmetag, an dem Tag wird noch nicht operiert. Wenn keine Notfälle dazwischen kommen wir es am Mittwoch gemacht. Insgesamt werde ich 7 - 10 Tage in der Herzklinik bleiben (je nach Verlauf) und dann in mein Heimatkrankenhaus mit dem Krankenwagen verlegt.


    Ich habe noch so ein Röhrchen zur Lungenstärkung bekommen, das soll ich ab morgen bis zur OP alle 15 Minuten 5 mal benutzen. Man atmet ein und durch das Röhrchen langsam aus, wobei ein Piepton zu hören ist als Signal das es richtig benutzt wird.


    Außerdem habe ich noch allerlei Papierkram (Fragebögen und Infos) bekommen, die ich morgen wieder mitbringen muß.


    So, dann will ich mal meine obigen Schularbeiten machen, meine 7 Sachen packen und meine Kinder beruhigen damit sie sich nicht so große Sorgen machen.


    Im Moment geht es mir ganz gut und habe noch nicht so große Angst. Ich sage mir da mußt du durch, denn ohne die OP geht es leider nicht. Wenn nicht hat es nicht sollen sein.


    Ich gehe davon aus, dass ich mich nach erfolgreicher OP und Nachsorge wieder hier melde und über meine Erfahrungen auch zur Beruhigung anderer denen es ähnlich geht wieder berichte.


    Auch wenn es bestimmt nicht Jedermans Sache ist sich so ausführlich im Vorhinein mit der Materie, einschließlich OP-Videos anzuschauen so intensiv zu beschäftigen wie ich es tat, aber mich hat es beruhigt und ich weiß was auf mich zu kommt. Das ist für MICH wichtig.


    Außerdem hat es mir gut getan das alles hier im Forum zu schreiben und Deine guten Wünsche und Dein Mitgefühl von Dir lieber unbekannter Cha-Tu zu erhalten.


    Liebe Grüße


    wuselchen2010