Niedriger Puls, Herzschrittmacher?

    Hallo zusammen,


    bei mir wurde niedriger Puls festgestellt (so ca. 40 - 50), aber er war auch schon unter 40. Da dies bei einer (OP-tauglichkeits)Untersuchung festgestellt wurde, wollte man mir sofort einen Herzschrittmacher verpassen. Auch nachdem man mich befragte, ob ich Herzrasen, Atemnot, Probleme beim Treppensteigen, Herz- od. Brustschmerzen, Schwindel, Ohnmacht, usw hätte und auch ein Abklopfen des Brustbauchbereiches völlig i.O. war und ein 24h EKG nach 15 min abgebrochen wurde (Gefahr im Verzug...ab in die Notaufnahme von wo ich aber nach Hause ging, weil ich dies eben nicht so sah). Nun, ich (65) bin sehr sportlich (1 - 2x wtl 1000m Freistil (Kraul) ca. 21 - 22 min) und habe von daher schon keine Atemnot und auch mein Herz ist ausreichend trainiert. Ein kurzes Ruhe-EKG (12 Kanal) machte man aber auch; nur ich kann damit herzlich wenig anfangen. Im Internet sah ich bis dato eigentlich nur so viel, das die EKG V2-Kurve (Brustwandableitung nach Wilson) im Diagramm die wesentliche wäre? Die Ärztin, die versuchte, mir die unmittelbare Gefahr zu vermitteln aber erklärte mir EKG II-Kurve (ExtremitätenAbleitungen nach Einthoven). Das war vor einer Woche und ich lebe ganz normal weiter, wie immer. Also soviel is sicher: daran werde ich sobald nicht sterben ☺ In der Zwischenzeit war ich beim Hausarzt am EKG und bei diesem zeigt die V2-Kurve eine fast gerade Linie (als ob das Gerät einen Defekt hätte) an, sodaß ich keinen Vergleich zum KH-EKG machen kann. Er verordnete mir ein 24h-EKG. Der Termin kommt erst.


    Jetzt aber würde ich trotzdem gerne wissen:


    1. Welche Kurve(n) bei niedrigem Puls die maßgebenden sind


    2. Wie man niedrigen Puls, außer mit Herzschrittmachern, normalisiert.


    3. Mit welchem Heim EKG-Gerät (1-Kanal, 3-Kanal) kann ich ausreichende Ergebnisse an meinen HA liefern.


    4. Worauf soll ich mich beim Auswertungsgespräch über das 24h-EKG vorbereiten?


    Hoffe auf Eure Antworten LG und Danke

  • 10 Antworten

    Hey siego_1


    also deine Ärzte sind ja schnell mit einem Herzschrittmacher :-o Ich denke solange du keine gesundheitlichen Probleme damit hast, ist das noch in Ordnung. Hast du denn Probleme die darauf zurückzuführen wären?


    Zu deinen Fragen:


    1. theoretisch reicht dem Arzt eine Kurve um die Pulsfrequenz zu ermitteln. Um genauer beurteilen zu können wie die Reizbildung und -leitung in deinem Herzen abläuft, guckt er sich alle Ableitungen an, denn dort erkennt er wenn irgendwo etwas nicht OK ist.


    2. Es gibt Medikamente die man einnehmen könnte. Du kannst auch morgens einen Kaffee, schwarzen oder grünen Tee trinken, vielleicht hilft dir das...


    3. Das entscheidet dein Arzt. Vielleicht klappts dieses Mal mit dem LZ-EKG ;-)


    4. Schreibe deine Fragen auf die dir durch den Kopf gehen. Ich frage immer: Welche Ursachen könnte mein Problem haben und welche möglichen Differenzialdiagnose gibt es? Welche (auch alternative) Therapieoptionen gibt es? Was wäre wenn man nichts macht? Welche Beschwerden erfordern eine umgehende Wiedervorstellung? Wie werden wir weiter verfahren? Bei jeder weiteren Behandlung würde ich fragen was man sich davon verspricht (mit welchem Ziel wird dies und jenes gemacht/soll gemacht werden) und mit welchen Problemen zu rechnen ist.


    Naja ich weiß ja nicht was du so wissen möchtest oder erwartest und welche gesundheitlichen Beschwerden du hast.


    Viele Grüße

    Nur mal kurz so zum Vergleich für Dich: Ich bekam am 19.01.2006 meinen ersten Herzschrittmacher. Ursache war bei mir, dass ich zuvor bereits 7 Ablationen im Herzen (das sind Verödungen von Nervenzellen im Herzen, die Rhythmusstörungen auslösen können) hatte und dann gut 2 Jahre nach dem letzten Eingriff plötzlich immer anfallsartig sehr niedrigen Puls bekam. Teilweise hatte ich nur noch einen Puls von ca. 10/Schlägen in der Minute gehabt. Das war auch der Grund, wieso mir damals kurzzeitig schwarz vor den Augen und schwindelig wurde.


    Solange es Dir gut geht, wäre ich auch einem Herzschrittmacher skeptisch gegenüber. Des Weiteren würde ich mit dem Langzeit-EKG mal einen Kardiologen aufsuchen. Einfach zu Sicherheit, da Du auch schon 65 Jahre alt bist und Sport betreibst. Denn u.U. kann der etwas niedrige Wert auch daran liegen, dass Dein Herz durch den Sport eben gut trainiert ist. Ganz genau, kann Dir das aber nur ein Kardiologe sagen.


    Hab ein schönes Weihnachtsfest!!!!

    also ich kenne leute die in ihrem leben viel sport getrieben haben.


    sie hatten nen ruhepuls von 30-40 (sinusrhythmus) und leben noch ohne herzschrittmacher.

    Hmm, Du spielst ein gefährliches Spiel. Nur bei Profisportlern geht der Ruhepuls runter, 1000 m Kraulen 2x die Woche reicht meines Erachtens nicht als Erklärung für einen dauerhaft erniedrigten Puls. Aber Dein Alter mit 65 Jahren schon eventuell für einen Schrittmacher. Lass bitte mal die Ärzte machen!

    Ob ein Herzschrittmacher notwendig ist oder nicht entscheidet dein Kardiologe und nicht zuletzt musst du sowieso einwilligen ob du die OP möchtest oder nicht. Jeder Mensch ist anders und hat so seine eigenen "Wohlfühl-Parameter". Zugegeben bei einem Puls von 10/Minute fühlt sich niemand mehr gut, dass ist definitv zu niedrig und geht auch mit Symptomen einher! Aber wenn du dich mit einem Puls von 40-60 noch gut fühlst (gelegentlich auch unter 40), keinerlei Symptome hast und es sich nicht gerade um eine krankhafte Veränderung handelt (z.B. AV-Block, Sick Sinus, etc), wozu dann einen Schrittmacher? Vielleicht reicht es zu Beginn regelmäßig Kontrollen vorzunehmen. Wichtig ist wie es dir damit geht, dass dein Körper außreichend versorgt wird und nicht was die "Norm" dir vorschreibt. Demnach dürfte ich keine Betablocker nehmen und schon gar nicht in dieser Dosis, aber das ist eine individuelle Therapie die ich mit meinem Kardiologen so abgesprochen habe, zumal es für mich leider auch keine Alternativen gibt! Mach weiterhin deinen Sport solange du keine Probleme damit hast. Vielleicht kannst du mal ein Belastungs-EKG machen lassen, um zu sehen wie sich dein Herz während sportlicher Aktivität verhält, aber das besprichst du am besten mit deinem Arzt :-)

    Hallo BlackToni,


    zuerst mal große Entschulgigung, hab doch tatsächlich nicht damit gerecht, daß sich auch nur irgendjemand mit meinem Problem auseinandersetzt und bin jetzt aber ganz ordentlich überrascht...danke für das feedback.


    Nun, ich persönlich habe überhaupt keine Probleme und fühle mich "puddelwohl", bis auf mein Hüftproblem..das linke Hüftgelenk läßt keine längeren Wanderungen und schon gar nicht mehr skilaufen zu..dies war der Grund für meinen Arztbesuch. Nun mußte ich für die Hüft-TEP eine OP-Tauglichkeitsuntersuchung machen und eben bei dieser kamen meine vermeintlichen Herzprobleme auf und ich bestand die OP-Tauglichkeits-Untersuchung nicht. Für mich selber war das aber auch nicht wirklich belastend; nur meine Lebensgefährtin und mein Sohn zuckten dermaßen aus, daß ich noch zu meinem HA ging und ein weiteres (kurz)EKG machen ließ. Sohn+LG sahen mich schon so gut wie in der "Grube". Nun machte ich noch ein 24h EKG+24h Blutdruckmessung (2x stdl. tags und 1x stdl nachts) bei ganz normaler Belastung (140/80 Durchschnitt) im naheliegenden Krankenhaus. Dort malte man auch den Teufel an die Wand. Und wolllte mir ebenfalls einen Herzschrittmacher einbauen. Nachdem ich mich diesbezüglich aber topfit fühle und auch keine von den angesprochenen Symthomen an mir fühle, lies ich mich zuletzt doch dazu überreden, am 22.12.2016 einen Loop (Dauer-EKG..Batterie hält 3 Jahre) einbauen zu lassen. Bin jetzt schon gespannt, was die am 25.01.2017 dann dort wieder neues herausfinden (auch Ergometer) werden. Überrascht hat mich übrigens der junge Operateur mit mit der Äußerung, daß er nur auf Grund meines guten Zustandes keinen Herzschrittmacher einbauen würde. Der weis scheinbar gar nicht, daß ich die letzte Entscheidung treffe ☺ Schöne Grüße

    Hallo Garou78,


    weil Du gerade den Puls ansprichst, meiner bewegt sich, wenn ich nicht belastet bin so zwischen 40+50 . Nur bei der nämlichen OP-Tauglichkeits-Untersuchung war er wieder mal unter 40 (38) und dies war Auslöser für die bisher beschriebenen Aktionen. Ich weiß aber davon und die Jungmediziner konnten mich nicht schocken und waren darob selbst erstaunt. Mittlerer weis ich auch das mein Herz selbst ganz unauffällig ist (Ultraschalluntersuchung). Mal sehen was sich bei meiner nächsten Untersuchung ergibt. Danke für Dein Feedback und viele Grüße

    Hallo gustav33,


    danke dir ganz besonders für Deine positive Rückmeldung, sie bestärkt und bestätigt mich innerlich wirklich sehr. Alles gute und schöne Grüße

    Hallo onodisep,


    Dank auch an Dich für Deine Rückmeldung, du stehst damit natürlich nicht allein da, nur versteh' mich bitte auch, daß ich mir einfach nicht grundlos, auch ein so harmloses Gerät, wie einen Herzschrittmacher einbauen lassen will und schon gar nicht in einer "Hau-Ruck-Aktion" . Natürlich werde ich die Untersuchungergebnisse abwarten und auch mit meinem HA besprechen; notfalls noch mit einem Kardiologen. Nochmals Dank und schöne Grüße.

    Hallo zusammen,


    nun machte ich doch tatsächlich letzte Woche ein Belastungs-EKG am Ergometer (Fahrradtrainingsgerät) und hattw natürlich sehr gute Werte. Auch die Werte, die mein implantiertes EKG-Gerät über 1 Monat hinweg lieferte, waren, bis auf ein paar Ausnahmen, gut. 4x sank in dieser Zeit (nachts) der Puls etwa auf 30 ab. Dieser Loop (Dauer-EKG) speichert nur Werte die außerhalb der Norm sind. 2 Ärzte, die mit mir die Ergebnisse besprachen meinten unisono, daß auch dieser Loop überflüßig wäre und wir vereinbarten für nächstes Jahr (01/2018) einen Kontrolltermin. Sollte dann auch ein positives Ergebnis vorliegen, wird der Loop wieder entfernt. Viele Grüße an Euch alle.