Schäden durch sehr niedrigen Blutdruck (zu hoch dosierte Medikamente)?

    Hallo zusammen,


    ich würde mich freuen, wenn ihr mir helfen könntet, mein Gedankenkarussel zu stoppen oder zumindest etwas zu verlangsamen.


    Im April habe ich gleichzeitig Mirtazapin - ein Antidepressivum (7.5-15 mg) - und Ramipril - ein Blutdrucksenker (2.5 mg) - eingenommen. Weil er Blutdruck daraufhin teilweise deutlich in den Keller ging und ich mich schlapp fühlte, habe ich beide Medikamente nach zwei Wochen abgesetzt. In der Zeit ist es zu einem Migräneanfall mit Aura gekommen, was ich schon öfters hatte, und eines abends blitzte es vor den Augen.


    Seitdem leide ich unter Augenflimmern und einem Tinnitus linksseitig. Die Beschwerden sind nicht mehr so stark wie am Anfang, aber leider (noch) nicht weg. Wegen der Augenbeschwerden habe ich natürlich kurzfristig einen Augenarzt aufgesucht, der jedoch bis auf kleine Gesichtsfeldausfälle nichts feststellen konnte. Weitere augenärztliche Untersuchungen folgten in regelmäßigen Abständen, ohne neues Ergebnis. Ein MRT vom Kopf mit Gefäßdarstellung blieb ebenfalls ohne Befund.


    Wegen der fortbestehenden Beschwerden mache ich mir Vorwürfe, dass ich sie durch die Medikamenteneinnahme evtl. selbst hervorgerufen habe. Mich interessiert vor allem, ob ihr bleibende Schäden durch den Blutdruckabfall für möglich haltet oder ob die erfolgten Untersuchungen genau das eigentlich ausschließen?


    Besten Dank für jedwede Hilfe!

  • 2 Antworten

    Hast du die beiden Medikamente auf Eigeninitiative abgesetzt? Das sollte immer ärztlich angeordnet werden und engmaschig überprüft werden. Ramipril wurde dir doch sicher gegen Hypertonie rezeptiert? Es ist durchaus möglich, daß durch dieses Medikament dein Blutdruck abfiel. Nicht bei jedem Patienten zeigt ein Blutdruckdenker die optimale Wirkung. Es gibt noch andere Medikamente, die den Blutdruck regulieren, wie z.b. Betablocker oder Calcium Antagonisten. Wie verhält sich dein Blutdruck denn momentan, ohne Medikamente, im Normbereich oder zu hoch? Ein Tinnitus sollte sofort behandelt werden, je länger ohne Therapie, je höher die Gefahr, daß dieser chronisch wird.

    Rampiril wurde nach einer 24-h-Messung verschrieben, die allerdings nur einen Durchschnittswert von 130/80 ergab. Laut Arzt "gerade so noch im Normbereich". Er verschrieb mir das Medikament dennoch, weil geschlängelte Gefäße an meinem Augenhintergrund ein Zeichen für länger bestehenden Bluthochdruck seien. Wir vereinbarten direkt einen Termin für in zwei Wochen, um Bilanz zu ziehen. Dann habe ich Ramipril in Absprache mit dem Arzt abgesetzt und anschließend zehn Tage lang meinen Blutdruck kontrolliert: durchschnittlich 114/72.


    Ich hatte bereits nach ein paar Tagen Zweifel, ob das Medikament nicht zu stark wirke - gerade auch in Verbindung mit dem Antidepressivum, das ja auch eine blutdrucksenkende Wirkung hat. Als ich den Arzt anrief, sagte er mir nur, dass sich der Körper erst daran gewöhnen müsse und wir beim vereinbarten Termin eine Entscheidung über die weitere Einnahme treffen.


    Jetzt quälen mich Schuldgefühle, dass ich das so lange mit angesehen habe. Wäre ja alles nicht so schlimm, wenn ich nicht Angst vor bleibenden Schäden an den Augen oder im Gehirn hätte. Immerhin sind gewisse Beschwerden, wie oben beschrieben, ja genau in der Zeit der Medikamenteneinnahme aufgetreten.


    Würde mich über Einschätzungen freuen. Man kann die Zeit ja nicht zurückdrehen, aber ein offener Austausch würde mir helfen.