http://de.wikipedia.org/wiki/Tracheostoma


    Steht alles sehr gut erklärt drinn. Ist eine Standardprozedur, besonders dann, wenn Leute für längere Zeit / seit längerer Zeit endotracheal intubiert sind. Vor allem auch darin begründet dass ein endotrachealer Tubus (mit Standardcuff) nicht unbedingt ausgelegt ist für längerfristige Beatmung, nicht zuletzt weil die Stimmbänder und die Luftröhre da empfindlich reagieren.

    Hey wonderland


    Wegen dem Luftröhrenschnitt brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Das ist ein so kleiner Eingriff, dass man ihn normalerweise direkt auf'm Zimmer macht. Und wie gesagt, es ist für deine Schwester wesentlich angenehmer. Vermutlich wird sie auch durch die Nase ernährt. Dann kann es sein, dass man ihr noch eine PEG-Sonde legt. Man versucht, zu recht, alle Schläuche aus'm Hals rauszubekommen. Vielleicht noch einpaar Tipps.


    Man weiß nicht, was Menschen im "künstlichen Koma" alles wahrnehmen. Manche können sich danach bruchstückhaft erinnern, aber die meisten wissen nichts mehr. Unzweifelhaft ist zwar das Bewußtsein ausgeschaltet, aber das Unterbewußtsein arbeitet nach wie vor. Es ist wichtig, den Patienten das Gefühl zu geben, dass jemand da ist, dass sie noch gebraucht werden. Ihr solltet euch viel mit deiner Schwester unterhalten. Ihr von draussen erzählen, von zuhause, wie es euch geht, alte Jugendschwänke usw. Ihr solltet sie viel berühren ... Hand halten, Arm streicheln und so. Uns ist damals auch geraten worden, mit Düften zu arbeiten. Nimm ihr Lieblingsparfum und sprühe ganz minimal auf den den Hals. Es darf halt nicht soviel sein, dass der Duft penetrant wird. Was auch viele Leute machen ist, die Lieblingsmusik auf MP3 Player packen und über Kopfhörer hören lassen. Wir hatten immer noch einen Teddybären, den wir ihr in die Hand gegeben haben, wenn wir fort sind. Kurz: Alles was sie an's Leben erinnert ist gut und hilftreich.


    Du darfst auch nicht erschrecken, wenn sie aufwacht. Die Narkosemittel sammeln sich im Fettgewebe und es dauert eine Zeit, bis die abgebaut sind. Bei uns hieß es damals, dass die Aufwachphase bis zu 6 Wochen dauern kann. Es ist recht gruselig, wenn die Leute mit offenen Augen dortliegen, aber auf nix reagieren und nur die Decke anstarren. Aber sie werden dann Tag für Tag aktiver.


    Du selbst solltest das nicht so nah an dich ranlassen. Klar kümmert man sich und macht und tut. Aber eben nicht bis zur Selbstaufgabe. Auch wenn es dein Schwester ist, bist du in erster Linie für dich verantwortlich. Und jetzt nochmal alles Gute für deine Schwester und berichte gerne hier weiter.

    Meine Mutter hat in der Aufwachphase auch so einen Luftröhrenschnitt gemacht bekommen, damit sie endlich den Schlauch im Hals loswerden konnte. Es ist auf jeden Fall gut für den Patienten, das ist meine Erfahrung. Vor allem kann beim Aufwachen die Atemunterstützung viel besser dosiert werden, wenn sie nicht mehr den Schlauch im Hals haben. Denn wenn sie richtig aufwachen, muß der Tubus sowieso raus, und meist ist der Patient dann noch nicht soweit, daß er die Atmung schon wieder komplett alleine bewältigen kann. Und mit dem Tracheostoma muß er nicht dauernd wieder neu intubiert (und dafür sediert!) werden.


    Die Aufwachphase kann bei jedem anders sein. Manche werden aggressiv und schlagen um sich, manche sind völlig verwirrt und andere, so wie meine Mutter, wissen erstmal gar nichts mehr, erkennen niemanden und brauchen viel Zeit. Googele mal nach Durchgangssyndrom, und stell dich darauf ein, daß die Aufwachphase 1-2 Wochen dauern kann!

    Hallo Leute,


    das was meine Schwester erwischt hat war/ist die Influenza :-o , so wie ich es vertsanden hab Typ A, kann mich auch irren was den Typen angeht, sie bekommt heute den Luftröhrenschnitt und seit gestern das zusätzlich Antbiotikum , Temperatur liegt bei 37,3 Grad und die sonstigen Werte sind schwankend aber im Durchschnitt stabil....abwarten.... ???

    Zitat

    Ein Pfleger sagte, Chancen liegen bei 50/ 50, naja sind verzweifelt :((((

    Lass Dir nix erzählen, und schon zwei Mal nicht von einem Pfleger. Wobei ich mir auch nicht vorstellen kann, dass das einer gesagt haben soll.


    Ein Freund von mir, hatte den zweitgräßlichsten Motorradunfall, den man sich vorstellen kann. Näheres lieber nicht. Samstag Nachmittag, ca. 13:30 war der Unfall und am Abend sagte ein Oberarzt, dass er die Nacht nicht überleben würde.


    Am Sonntag Morgen hat er immer noch gelebt. Am Sonntag Abend sagte wieder ein Arzt, dass er die Nacht nicht überleben würde.


    Am Montag Morgen hat er immer noch gelebt, ab dann gab es keine Prognosen mehr ;-D.


    Er war fast ein Jahr lang in der Klinik, dann auf Reha, das Ganze ist 13 Jahre her, und was macht er heute? Entweder im Rolli sitzen oder mit dem Moped angasen ;-D.


    Also: gib nix auf solche "Prognosen".

    37,3 Grad klingt jetzt nicht so schlecht. Aber Influenza ist natürlich ne Hausnummer. Das Dumme daran ist, daß es ein Virus ist, und die reagieren nun mal nicht auf Antibiotika. Andererseits tobt ein Virus sich aus, und dann geht es auch wieder weg. Aber offenbar hat deine Schwester noch andere Infektionen, sonst würden die Antibiotika keinen Sinn machen.


    Insgesamt klingt das nicht so bedrohlich wie eine "reine" Lungenentzündung.

    Hallo Leute,


    hab endlich wieder Zeit was zu schreiben. Erstmal hab ich nochmal alles in Ruhe durchgelesen was ihr geschrieben habts und möchte ich mich nochmal bedanken für euere Erfahrungen. Zur aktuellen Situation : Es ist alles beim gleichen , die Ärzte sagen Sie ist nicht über dem Berg, die Werte inklusive Blutwerte haben sich zwar minimal positiv verändert und die Lunge schaut leicht besser aus auf der Aufnahme (vorallem die rechte Seite macht Probleme und ist sehr befallen) das Fieber schwankt zwischen 37 – 39 immer hmmm, es ist sehr undursichtig das ganze ...ach ja sie hat auch neues Blut bekommen, wieso das , ist das normale Prozedur=? Und wieder hat sich ein Pfleger geäussert und sagte das er das noch nie sowas gesehen hat wieviel Narkosemittel meine Schwester braucht um den Zustand aufrecht zu erhalten, würde einer soviel von uns gesunden bekommen, würde dieser sofort sterben,sagte er... Ich denke das meine Schwester deswegen viel braucht weil sie in der Vergangenheit sehr viele Tabletten / Antidepressiva genommen hat und das Jahrelang, irre ich mich oder kann das deswegen sein ?? @Jesser : es freut mich wirklich das es deiner Mama den Umständen entsprechend gut geht |-o :)^ Naja mehr fällt mir grad nichts ein ...


    lg an Alle

    Zitat

    Aber Influenza ist natürlich ne Hausnummer. Das Dumme daran ist, daß es ein Virus ist, und die reagieren nun mal nicht auf Antibiotika

    Das stimmt so per se nicht unbedingt. Es gibt sehr wohl Kombiantibiotika, die sowohl Bakterien, als auch Viren angreifen.

    Zitat

    Ich denke das meine Schwester deswegen viel braucht weil sie in der Vergangenheit sehr viele Tabletten / Antidepressiva

    Denkst du richtig. Manche Menschen haben generell eine höhere Toleranz was Narkose- und Schmerzmittel anbelangt. Gesteigert werden kann das natürlich, unter anderem, durch die Vergangeheit deiner Schwester.


    Ansonsten, nichts für ungut und auch nicht generell gegen Pflegepersonal gemünzt... aber der Herr nimmt sich doch einiges raus. Prognosen und Aussagen über die jeweilige Narkoseeinstellung.. das liegt beides weit jenseits seiner Kompetenz. Bei Fragen wende dich bitte an den behandelnden Arzt.

    mittel gegen bakterien-antibiotika


    mittel gegen viren-virostatika


    mittel gegen pilze-antimykotika


    allerdings kann sich auf eine viruserkrankung ne bakterielle infektion draufsetzen-dann machen AB auch sinn


    bei einer medikamenten/drogenvergangenheit braucht der patient mehr an medis zur sedierung


    und auf i-stationen u.ä. ist es durchaus üblich,und auch ok wenn das pflegepersonal mehr auskünfte gibt+auch geben darf wie auf 0815 stationen,


    dass bei schweren infektionen das BB schlecht ist/wird,ist auch nix ungewöhnliches,deshalb die blutkonserve


    alles gute

    Stimmt schon, die Pfleger auf IS geben durchaus mehr Auskünfte als auf Normalstation, wo sie immer auf die Ärzte verweisen. Aber wenn ich wirklich wissen wollte, was Sache ist, mußte ich mich damals schon an die Ärzte wenden. Von den Pflegern kamen eher allgemeine Informationen zum Zustand, die Details hatten sie eher nicht.


    Dieses "sie ist noch nicht über den Berg" und das dauernde Auf und Ab der Werte kenne ich nur zu gut. Ich bin jedesmal auf die Tür zur IS zugegangen mit einem bangen Gefühl "was wird mich jetzt wieder für eine Hiobsbotschaft erwarten", das ging wochenlang so. Das ist genau diese emotionale Achterbahnfahrt, von der ich in meinem ersten Post in diesem Faden gesprochen habe, und das ist für mich das Belastendste an dieser Zeit gewesen.


    Alles Gute für deine Schwester und deine ganze Familie! @:) :)*