Supraventrikuläre Extrasystolen und vermehrte Trabekulariserung

    Da ich im "normalen Netz" nicht wirklich etwas Eindeutiges finden kann mal eine Frage ins Forum:


    Ich bin weiblich und 36 Jahre alt, ansonsten normalgewichtig/ sehr schlank und habe keine weiteren Grunderkrankungen.


    Medikamentös nehme ich derzeit einen leichten Betablocker Concor 1/2 Tablette tgl.


    Nach Parvovirus B 19 – Infektion Anfang Juli wurde ich am 15.08. stationär mit Verdacht auf Myokarditis aufgenommen. Im Langzeit-EKG fanden sich gehäuft vorkommende Extrasystolen, Belastungs-EKG und Echo waren i. O.


    Vorgestern war ich beim Kardio-MRT und der Befundbericht wurde mir heute von der Ärztin mit dem Kommentar ausgehändigt es sei alles in Ordnung. Es sieht für mich allerdings nicht wirklich so aus und ich bin gerade ziemlich verunsichert, ob ich noch auf weiteren Untersuchungen bestehen, bzw. wie ich mich überhaupt verhalten soll.


    Ach so: außer der Extrasystolen – die mich weniger stören – habe ich im Moment nur ab und an noch Arthralgien in den Finger- und Fußgelenken.


    Befund:


    Orientierend unauffällige Darstellung der pulmonalen Strukturen, beidseits keine Pleuraergüsse. geringe Perikardseparation basal. ---> worauf kann dies hindeuten?


    Gering vergrößerter linker Ventrikel mit regelrechter systolischer Funktion, EF 60 % keine linksventrikuläre Hypertrophie


    gering vergrößerter linker und normal großer rechter Vorhof


    Hierzu finde ich etwas merkwürdig, dass die "Herzdimensionen" so unterschiedlich sind –-> also LV mass, LVMI im unteren Grenzbereich aber LVEDVI etwas zu hoch...woher kommen solche Abweichungen?


    keine regionalen Kinetikstörungen, Linksventrikuläre Muskelmasse im unteren Normbereich.


    Auffällig vermehrte Trabekularisierung des linken Ventrikels, die Kriterien einer Non-Compaction-Kardiomyopathie sind jedoch nicht erfüllt... –- > was kann es dann bedeuten? Besteht hier Handlungsbedarf???


    alles weitere unauffällig...also keine Klappenregurgitationen, keine Ödeme, regelrechtes relatives Enhancement des linksventrikulären Myokards, kein late enhancement


    keine Zeichen einer akuten myokardialen Inflammation


    kein Nachweis von Myokardfibrosen oder Narben


    Achja und zufällig fanden sich noch in der Labordiagnostik zentromere Antikörper. Dies deutet ja auf die ziemlich seltene Autoimmunerkrankung CREST hin... Da ich bislang keinerlei Symptome hatte gehe ich mal davon aus, dass die vermutliche Erkrankung wohl ebenso von den "netten Viren" induziert sein könnte.?


    Danke für eure Ideen.

  • 11 Antworten

    Hallo, Thyja,


    das ist so speziell, da wirst Du in einem Laienforum auch nicht mehr finden als im "Rest-Netz".


    Generell aber möchte ich anmerken: Warum sollte eine Ärztin sagen, es sei alles in Ordnung, wenn es nicht der Fall ist? Sie würde sich damit strafbar machen, ich denke, das ist Dir klar?!


    Ich denke, die vorhandenen leichten Veränderung können eine Folge der Virus-Infektion sein. Hatte sich die Myokarditis eigentlich bestätigt? Dein EF jedenfalls ist voll im normalen Bereich (Norm ab 55% aufwärts) , so dass ich kaum annehmen kann, dass da eine relevante Herzproblematik vorhanden ist.


    Gruss


    Cha-Tu

    Hallo Cha-Tu,


    hhhm, stimmt vermutlich... ist schon sehr speziell. Bin einfach etwas verunsichert, zumal ich eh' etwas hypochondrisch veranlagt bin...


    Bin ich nicht mal so ganz sicher, ob's jetzt eine Myokarditis war oder nicht...Zumindest gibt's wohl keine eindeutigen Anzeichen irgendwelcher konkreter Schädigungen.


    ...andererseits "geringe Perikardseparation"...klingt schon so nach ein paar "Restwirkungen"...wie gesagt keine Ahnung...werde wohl nochmal einen Kardiologen befragen...


    Danke für deine Antwort!


    Grüße


    Thyja77

    ich kann noch etwas zu der Trabekularisierubg sagen. Fast jeder hat vereinzelte Trabekularisierungen im Herzen. In der sechten-achten SSW ist das Herz eines Kindes noch schwammförmig und wächst dann zu einem glatten (kompakten) Muskel zusammen. Wir sind ja nun mal keine Maschinen, daher ist da schon mal die ein oder andere Stelle nicht perfekt verwachsen. Einige Menschen haben vermehrte Trabekularisierung, aber selbst das muss nicht zwangsläufig schlimm sein. Bei einer Non-Compaction Kardiomyopathie ist fast der komplette linke Ventrikel Trabekularisiert. Hierzu gab es auch eine Studie, die besagt, welche Bereiche im Herzen vor allem bei NCCM betroffen sind. Das konnte also anhand des MRT ausgeschlossen werden.


    Ein MRT ist absolut aussagekräftig und wenn die Ärztin sagt, dass alles gut ist, dann ist das bestimmt so.


    Falls du dir doch nicht sicher bist, lass dir die Bilder und den Befund geben und leg sie einem anderen Arzt vor um eine zweite Meinung zu bekommen.

    ...stimmt, das mit der Trabekularisierung hab ich auch schon so ähnlich gelesen.


    Mich hatte es nur etwas verwundert, weil vorher zwei verschiedene Echos von zwei verschiedenen Ärzten erfolgten, in deren Befundberichte noch nicht einmal Hinweise dahingehend zu finden waren...


    ...eine zweite Meinung eines anderen Arztes kann auch nicht schaden, denn im KH erfolgte ja nur die Aussage, dass alles okay sei und dann wurde mir der Befundbericht in die Hand gedrückt, den ich dann selbst ergoogelte...

    ...also war jetzt nochmal bei einem anderen Kardiologen...er meinte auch wäre "soweit" alles i. O. und keine Myokarditis gewesen, aber schon eine "Herzbeteiligung".


    Zudem schloss er aus dem Wert LVEDVI, dass die "Vorlast" in meinem Fall zu hoch wäre (max. Werte dafür 0,94 ml/cm bei Frauen und meiner bei 1,0). Behandlungsbedürftig sei es aber erst bei einer Herzinsuffizienz...


    Darauf will ich ja nun nicht erst warten...Hat vllt. jemand eine Idee, ob man die "Vorlast" zum Herzen auch anderweitig senken kann? Also anscheinend geht es ja dabei darum, die Gefäße irgendwie zu erweitern? Sollte doch evtl. auch mit etwas sportl. Aktivitäten funktionieren?


    Symptome hab ich ja bislang nicht aber könnten solche Werte evtl. auch vom "Allgemeinbefinden" beeinflussbar sein? Ich hatte vor der Untersuchung vor lauter Panik zwei Nächte kein Auge zugemacht, stand extrem unter Stress, hatte Herzrasen und ziemlich gefroren...Die Krankenschwester meinte noch ich solle "herunterfahren" ansonsten wird das nix mit dem MRT...

    Hatte der Arzt dir das auch auf Deutsch erklärt? Was genau meint er mit Vorlast?


    Sport ist nie verkehrt, man sollte es aber nicht gleich übertreiben.


    Ich bin am Montag sogar das erste Mal nch fast 2 Jahren wieder gelaufen, ich habe zwar nur 2 Minuten geschafft, aber ich merke, wie es besser wird. Als ich vor einem halben Jahr anfing, konnte ich nur gehen und war die langsamste von allen.


    Es gibt übrigens auch Patienten bei denen NCCM erst nach dem 90. Lebensjahr aufgefallen war, also kann man auch mit massiver Trabekularisierung wunderbar leben.


    Neulich habe ich auch gelesen, dass man sogar über sein Essen die Pumpfunktion des Herzens leicht verbessern kann. Ich such das Mal raus.