Wann ist ein Ruhepuls von 90 - 100 bpm bedenklich?

    Angenommen, der Allgemeinzustand der Person ist soweit ok, ab welchen Symptomen ist ein dauerhafter Ruhepuls von 90-100 bpm, der nachts auch durchschnittlich ca. 75 pbm runtergeht, bedenklich?


    Blutdruck liegt bei ca. 110 :60.


    Vorerkrankungen: Histaminintoleranz, Hashimoto/Schilddrüsenunterfunktion, substituiert (88 Mikrogramm Euthyrox), letzte Werte vom Januar 2020:

    • ft3: 3,22 pg/ml (Normbereich: 2,30 - 4,20)
    • ft4: 1,49 ng/dl (Normbereich: 0,89 - 1,75)
    • TSH: 1,134 mlU/l (Normbereich: 0,350 - 5,000)


    Sorgen mache ich mir nicht, mich hat es nur gewundert, dass der Ruhepuls selbst am Wochenende noch so hoch ist tagsüber. Unter der Woche wundert es mich nicht, aufgrund von Stress bei der Arbeit etc..

    Meine Überlegung geht auch dahin, ob so eine Ruhepulsfrequenz für den Körper etwas anstrengend sein könnte auf Dauer und ob man sich dadurch im Alltag in der Freizeit bzw. am Wochenende müder fühlen kann, obwohl man noch gar nichts gemacht hat?


    Mein normaler Ruhepuls liegt eigentlich bei 70-80; wenn ich sehr entspannt bin auch bei 60.


    Gibt es irgendetwas, auf das man auf Dauer bei so einem Ruhepuls von 90-100 achten sollte?

  • 26 Antworten

    Kenn ich. Hab ich auch oft. Ich beachte das nicht mehr sonderlich. Habe ich auch seitdem Hashimoto in mir sein Unwesen treibt.

    Kenne ich auch von anderen Hashis. Scheint im Paket mit drin zu sein.;-)

    Shinnok schrieb:

    Gibt es irgendetwas, auf das man auf Dauer bei so einem Ruhepuls von 90-100 achten sollte?

    Keine Energie Drinks konsumieren falls du dies tust.

    Ansonsten Nein.


    Deine Frequenz ist in meinen Augen noch im Rahmen. Wenn er ständig Tachykard wäre, würde langfristig eine Gefahr bestehen dass die Herzmuskeln davon Schaden nehmen.

    Maerad schrieb:

    Kenne ich auch von anderen Hashis. Scheint im Paket mit drin zu sein.

    Ok, nur habe ich Hashimoto seit vielen Jahren und mein Ruhepuls lag in der Zeit immer sehr weit unten bei ca. 50-60, was auch nicht so angenehm war. Blutdruck war da auch eher bei 95:60. Erst nach der Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion vor wenigen Jahren sind die Blutdruck- und Pulswerte erfreulicherweise gestiegen und ich habe mich auch nicht mehr so schlapp gefühlt, hatte nur noch extrem selten Kreislaufprobleme mit Schwarzwerden vor Augen usw.. Der Ruhepuls tagsüber hatte sich auf ca. 70 - 80 bpm eingependelt.


    Nur 90-100 Ruhepuls habe ich nie gehabt. Als ich den einmalig über mehrere Tage hatte, hatte ich eine sehr schwere Infektion und eine beginnende Sepsis. Da hatte ich aber noch viel mehr Beschwerden.

    Eine Infektion etc. für den aktuellen Puls kann ich guten Gewissens ausschließen.


    Mein "Problem" mit dem Ruhepuls von 90-100 ist auch eher, dass ich mich so erschöpft fühle "von nichts", obwohl ich gerade die letzten Wochenenden so wie auch dieses Wochenende nichts Stressiges gemacht und mich eher ausgeruht habe.

    Ich dachte auch erst wegen der anhaltenden Müdigkeit, dass mein Puls eher etwas niedrig sei.

    Barrio schrieb:

    Keine Energie Drinks konsumieren falls du dies tust.

    Vereinzelt trinke ich Energy Drinks, gegen die Müdigkeit. ... Nur ist das eher so 0-5x im Monat, als regelmäßig, dass ich Energy Drinks konsumiere.


    Sympathisch finde ich an den Energy Drinks, dass sie gegen die Müdigkeit helfen. ... Das war auch der Grund, warum mich meine Blutdruck- und Pulswerte überhaupt interessiert hatten, weil ich dachte, dass die Müdigkeit von einem eher niedrigen Blutdruck und Puls kämen.


    Nachdem ich aber festgestellt hatte, dass der Ruhepuls eher hoch ist, habe ich auf Energy Drinks und Kaffee verzichtet.


    Was ich sicher unbedingt möglichst bald wieder machen sollte, wäre regelmäßiger Sport. Eigentlich habe ich Zeit meines Lebens auch immer recht viel Sport gemacht. Nur fällt es mir derzeit schwer, mich zum Laufen aufzuraffen, wenn ich schon nach dem Aufstehen am WE so müde bin, dass ich selbst banale Tätigkeiten, wie ins Badezimmer gehen etc. etwas anstrengend finde. Das ist auch ein Grund, warum ich mir recht faul vorkomme. Ich mache nichts, wovon ich erschöpft sein könnte, und bin es trotzdem.

    Ist dein FT4 vielleicht einen Tick zu hoch? Oder war er immer so?


    Da geht bei mir auch immer der Puls und Blutdruck etwas höher.

    Cord1988 schrieb:

    Ist dein FT4 vielleicht einen Tick zu hoch? Oder war er immer so?

    ft4 dürfte nicht zu hoch sein, weil der bis Januar 2020 auch wieder runtergegangen ist.


    Hintergrund:

    Vor ca. 1 1/2 Jahren waren die Schilddrüsenwerte wieder nahe einer Unterfunktion, ich htte auch entsprechende subjektive Beschwerden und habe dann in Absprache mit meinem Arzt die Dosis von 75 Mikrogramm auf 100 Mikrogramm erhöht. Mir ging es dann auch erst besser.

    Im Herbst 2019 war aber bei der Blutentnahme TSH viel zu niedrig, auch ft3 war gesunken bis zum unteren Normalbereich und ft4 zwar normal, aber recht hoch. Deshalb sollte ich auf 88 Mikrogramm reduzieren. Seitdem nehme ich die 88 Mikrogramm, die auch zu passen scheinen.


    Der Kontrollwert im Januar 2020 hat gezeigt, dass ft 3 seitdem ein wenig wieder gestiegen ist, ebenso der TSH-Wert und ft4 ist gesunken.


    Die Werte sind laut Arzt super und ich finde sie zumindest nicht schlecht. ft3 war schon mal höher, aber was soll'S; ist ja immerhin im Normalbereich. ft3 dürfte auch in der Folgezeit weiter gestiegen und ft4 weiter gesunken sein, vermute ich mal. Von daher denke ich nicht, dass ft4 derzeit zu hoch sein könnte.


    Ich werde nächsten Monat vermutlich aber nochmal zur BE gehen; das lässt sich nur nicht kurzfristig einrichten, da mein Arzt weiter weg praktiziert und ich das mit meiner Arbeit koordinieren muss, was nicht ganz einfach ist.

    Cord1988 schrieb:

    Ist dein FT4 vielleicht einen Tick zu hoch? Oder war er immer so?


    Da geht bei mir auch immer der Puls und Blutdruck etwas höher.

    fT4 ist nicht stoffwechselaktiv.

    Maerad schrieb:
    Cord1988 schrieb:

    Ist dein FT4 vielleicht einen Tick zu hoch? Oder war er immer so?


    Da geht bei mir auch immer der Puls und Blutdruck etwas höher.

    fT4 ist nicht stoffwechselaktiv.

    Das ist die weit verbreitete Meinung, aber nicht ganz richtig.


    Ich hatte aufgrund eines ft4 Wertes knapp über Norm eine Blutdruckentgleisung und dauerhaft einen zu hohen Puls.


    Das hat mir auch meine Internistin so bestätigt, dass viele einen hohen (muss nicht über der Norm sein) ft4 Wert bemerken.

    Cord1988 schrieb:

    Ich hatte aufgrund eines ft4 Wertes knapp über Norm eine Blutdruckentgleisung und dauerhaft einen zu hohen Puls.

    Ok, meiner geht ja zum Glück abends im Bett wieder runter. Und ft4 ist bei mir aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erhöht bzw. im obersten Normbereich.


    Seit wenigen Tagen habe ich eine Smart-Watch, die sehr zuverlässig auch den Puls misst. Die Aufzeichnungen zeigen, dass mein Puls tagsüber auf bis zu etwa 115 bpm hochgeht, aber danach auch wieder absinkt.


    Einmal war ich auch Laufen und war überrascht, dass die Puls-Messung mir ganz gut mein bisheriges Empfinden dabei wiederspiegelt. Die ersten 30-40 Minuten geht mein Puls dabei nämlich direkt nach kurzem Laufen sehr hoch, auf etwa 180, und ich fühle mich dabei schlapp, aber wenn ich durchhalte, pendelt es sich später auf etwa 140/150 ein. Ab da läuft es sich auch deutlich ebsser.


    Mein ganz subjektiver Eindruck dabei war bisher immer, dass mein Körper ersteinmal diese ca. 40 Minuten braucht, um zu kapieren, dass ich Sport mache und sich endlich darauf einzustellen. ;-D

    Gefühlt war es nämlich für mich eher so, dass der Kreislauf die ersten ca. 40 Minuten nicht ausreichend hochfährt, erst danach allmählich.


    Ich laufe immer so lange, wie ich kann am Stück, auch eher schnell, weil mir das sonst zu öde ist, aber kein Sprint, und wenn ich nicht mehr kann, gehe ich ein paar Schritte und laufe dann wieder weiter usw.. Also so intervallmäßig frei Schnauze.


    Zitat


    Gefühlt war es nämlich für mich eher so, dass der Kreislauf die ersten ca. 40 Minuten nicht ausreichend hochfährt, erst danach allmählich.

    Eben deshalb hatte mich auch überrascht, dass der Puls sogar am Anfang schnell auf ca. 180 bis 170 hochgeht. ... Interessant wären noch die Blutdruckwerte, das hätte mich mal interessiert, aber ist auch nicht so wichtig.



    Insgesamt geht es mir wieder besser, weil etwas beruflicher rund privater Stress diese Woche erledigt ist. Etwas angeschlagen bin ich noch, weil meine Histaminunverträglichkeit am Donnerstag voll zugeschlagen hat und ich mit den Folgen bis heute kämpfe, aber allmählich beruhigt sich der Körper wieder.

    Ich hab zwar nix mit der Schilddrüse (soweit ich weiss), aber zumindest auch die Erfahrung, dass der Ruhepuls in Phasen mit tendenziell Übergewicht, aber untrainiert, höher und auch nervöser ist als in den anderen Phasen. Sportlich auspowern (sagen wir 20 km Fahrrad) senkt Ruhepuls und Blutdruck tags drauf schon spürbar, allgemein ist der Ruhepuls bei mir im Schnitt so ca. 10 Schläge niedriger (von immer über 70 dann so auf ca 60 in wirklich entspannten Phasen).

    rr2017 schrieb:

    aber zumindest auch die Erfahrung, dass der Ruhepuls in Phasen mit tendenziell Übergewicht, aber untrainiert, höher und auch nervöser ist als in den anderen Phasen.

    Könnte gut sein, dass das bei mir im Grunde ähnlich ist.

    Übergewicht habe ich zwar nicht, aber der Sport ist definitiv die letzten 12 Monate zu kurz gekommen, war zu unregelmäßig und zu wenig.


    Ich habe mir fest vorgenommen, ab sofort regelmäßiger Laufen zu gehen, so dass ich in der Woche auf etwa drei Einheiten komme. Sobald die Schulferien vorbei sind, könnte ich auch wieder zum Vereinssport. Es gibt zwar auch ein Sommerprogramm vom Verein, aber das kollidiert mit meinen Arbeitszeiten.


    Abnehmen möchte ich an sich auch. Um den Anfängen von schleichend immer mehr Gewicht zu wehren und weil ich im letzten Jahr zugenommen habe, seit Aufnahme meiner Arbeit, und mich vorher insgesamt körperlich viel besser gefühlt habe und mit dem vorherigen Gewicht äußerst zufrieden war.


    Es geht zwar nur um ca. 3 kg, aber die merke ich eben schon. Zumal es dabei auch auf die Zusammensetzung aus Muskelanteil und Fettanteil ankommt. Die Zunahme der ca. 3 kg ist auch dauerhaft und keine reine Schwankung nach oben. Meinem Körper ging es mit weniger Gewicht auch besser. Mein idealer Bmi liegt bei 18/17 und eben nicht bei 19/18. Das kann ich inzwischen aus jahrelanger Erfahrung sicher sagen.


    rr2017 schrieb:

    Sportlich auspowern (sagen wir 20 km Fahrrad) senkt Ruhepuls und Blutdruck tags drauf schon spürbar, allgemein ist der Ruhepuls bei mir im Schnitt so ca. 10 Schläge niedriger (von immer über 70 dann so auf ca 60 in wirklich entspannten Phasen).

    :)^ Klingt gut.

    Hallo! Wenn der Puls erhöht ist, spürst du Extrasystolen, du meinst das Herz setzt aus? Einige normale schnelle Schläge, ein Aussetzer? Jeder Mensch hat ab und an Extrasystolen, diese brauchen nicht pathologisch zu sein. Deine Pulsfrequenz liegt noch im Rahmen. Es kommt darauf an, ob sich im EKG sogenannte Salven befinden, d.h. die Extraschläge erfolgen mehrmals hintereinander. Ich würde dir empfehlen deinen Hausarzt zu konsultieren, mit eventueller Überweisung zum Kardiologen, zwecks 24 Stunden Langzeit EKG und Langzeit RR - Blutdruck.Es gibt auch Hausärzte, die diese Untersuchungen durchführen. Ich gehe davon aus, ein Belastungs EKG ist auf Grund der überstandenen Sepsis kaum angebracht. Zur genauen Diagnostik wären diese Untersuchungen sicher sinnvoll. Alles Gute für dich!

    Hyazynthe schrieb:

    Hallo! Wenn der Puls erhöht ist, spürst du Extrasystolen, du meinst das Herz setzt aus? Einige normale schnelle Schläge, ein Aussetzer? Jeder Mensch hat ab und an Extrasystolen, diese brauchen nicht pathologisch zu sein. Deine Pulsfrequenz liegt noch im Rahmen. Es kommt darauf an, ob sich im EKG sogenannte Salven befinden, d.h. die Extraschläge erfolgen mehrmals hintereinander. Ich würde dir empfehlen deinen Hausarzt zu konsultieren, mit eventueller Überweisung zum Kardiologen, zwecks 24 Stunden Langzeit EKG und Langzeit RR - Blutdruck.Es gibt auch Hausärzte, die diese Untersuchungen durchführen. Ich gehe davon aus, ein Belastungs EKG ist auf Grund der überstandenen Sepsis kaum angebracht. Zur genauen Diagnostik wären diese Untersuchungen sicher sinnvoll. Alles Gute für dich!

    Wie lange liegt die beginnende Sepsis zurück?

    Hyazynthe schrieb:

    enn der Puls erhöht ist, spürst du Extrasystolen, du meinst das Herz setzt aus? Einige normale schnelle Schläge, ein Aussetzer?

    Äh merkt man Aussetzer überhaupt, wenn das Herz nicht gerade richtig stehenbleibt? .. Mir ist da nie was in die Richtung aufgefallen.


    Ich habe das nur zweimal gehabt, dass mein Herz gefühlt viel zu langsam geschlagen hat. Aber da ist jeweils nichts passiert außer etwas Kreislaufproblemen und das Ganze ist viele Jahre her.


    Das was ich bzgl. des Pulses aktuell spüre ist eher eine Art "Druck" im Körper (bzw. in den "Gefäßen") mit körperlicher Schlappheit/Schwäche und komischer Müdigkeit (also keine Müdigkeit, als wäre man abends einfach normal müde), eher so "zermatscht", auch geistig.


    Hyazynthe schrieb:

    Es kommt darauf an, ob sich im EKG sogenannte Salven befinden, d.h. die Extraschläge erfolgen mehrmals hintereinander. Ich würde dir empfehlen deinen Hausarzt zu konsultieren, mit eventueller Überweisung zum Kardiologen, zwecks 24 Stunden Langzeit EKG und Langzeit RR - Blutdruck.

    Puh, dafür habe ich derzeit wirklich keine Zeit, wenn es nicht zwingend erforderlich ist. ... Spürt man das nicht, wenn das Herz so "Extrasalven" hätte?


    Hyazynthe schrieb:

    Ich gehe davon aus, ein Belastungs EKG ist auf Grund der überstandenen Sepsis kaum angebracht.

    Die Sache mit der Sepsis ist vor wenigen Jahren passiert, ist aber abgeschlossen. Ursache war damals ein entzündeter, durchgebrochener Wurmfortsatz, der dann auch eine Entzündung des Bauchfells ausgelöst hat.

    Die Beschwerden waren bei mir mehrere Tage recht unspezifisch, weshalb ich spät zum Hausarzt gegangen bin, da ich dachte, ich hätte mir nur irgend so einen Infekt eingefangen, der da gerade rumging, und mein Magen wäre dadurch etwas überempfindlich. Zwischendurch ging es mir gar etwas besser, so dass ich schon gedacht hatte, der Infekt hätte sich erledigt. Die Tage danach wurde es dann aber zunehmend schlechter, weshalb ich letztlich zum Hausarzt gegangen bin und noch dachte, dass der mich auslacht, das sich ihn wegen so einer Lappalie aufsuche.

    Dass mein Hausarzt mich dann direkt in die Notaufnahme geschickt hat, hatte mich damals sehr überrascht. Noch mehr, dass mir im Krankenhaus nach der OP usw. gesagt wurde, dass ich ein, zwei Tage später auch nicht mehr hätte kommen brauchen. Na ja, irgendwie hält mein Körper da wohl lange durch ohne die typischen Beschwerden zu entwickeln. Ich war dann eine Weile im Krankenhaus und Spätfolgen habe ich nicht davongetragen. Das ist alles gut auskuriert.


    Hyazynthe schrieb:

    Alles Gute für dich!

    Danke. Aber vielleicht war das ein Missverständnis, dass die Sepsi nicht vor Kurzem war, sondern schon länger her ist?