Wie kann ich die Tachykardie stoppen?

    Ich nehme bereits Medikamente, Manöver wie z. B. Valsalva helfen mir schon lange nicht mehr...? Habe schon alles in meinem Repertoire versucht, kaltes Wasser ins Gesicht oder auch eiskaltes Wasser trinken, Brust gegen Knie pressen,...


    Hoffe bald einen neuen Kardiologen, der vllt frische Ideen hat, zu sehen, aber was könnte ich in der Zwischenzeit noch machen?

  • 27 Antworten

    Da wir hier die Ursache der Tachykardie nicht kennen wäre es wohl eher unangebracht hier etwas zu raten.

    Du kannst dich (bis du einen neuen Kardiologen hast) auch an deinen Hausarzt wenden. Vielleicht müssen Medikamente anders dosiert werden, umgestellt werden oder andere Maßnahmen eingeleitet werden.

    Was verstehst du unter einer Tachykardie? Puls 100-120 oder gar über 170/min? Und was für Medikamente nimmst du? Es gibt da verschiedene Diagnosen, die in Frage kommen.


    Nimmst du eventuell Thyroxin, das zu hoch dosiert ist?

    Danke für die Antworten!


    Ich habe eine milde Pulmonalstenose und einen Mitralprolaps, die beide alleine nicht behandlungsbedürftigt sind, allerdings habe ich leider auch Tachy- und Bradykardien, zwischen 28 und 252 Schlägen pro Minute hatte ich schon alles mögliche...Schilddrüsenprobleme wurden ausgeschlossen, plötzlicher Herztod liegt leider in der Familie auf väterlicher Seite (zwei Brüder im Kindesalter dran verstorben, ungeklärte Ohnmachten in einem weiteren Onkel, diese legten sich allerdings im Erwachsenenalter).


    Meine Medikamente halten es so einigermaßen im Schach, aber ich habe trotzdem noch Momente wo das Herzrasen durchbricht...:/

    Schrittmacher-Implantation und das Herz mit ß-Blocker maximal herunterdrücken, wobei der Schrittmacher eine Mindest-Herzfrequenz garantiert.


    Dazu muss dich der Hausarzt in eine kardiologische Ambulanz einweisen.

    Würde auch auf alle Fälle einen PM (Schrittmacher) andenken, die gibt es sogar mit Defi-Funktion.


    Nimmst du Betablocker ein? Und wenn ja, welche? Geht die Tachykardie trotz Betablocker los? Schon einmal Langzeit-EKGs gemacht? Wäre sicher auch nicht verkehrt.


    Leide selbst an "idiopathischer" Tachykardie, da geht der Puls in Ruhe auch einfach so auf > 120 (heut Morgen 143) hoch.


    Dran bleiben!


    LG,

    Un1

    Herzlichen Dank auch für die weiteren Antworten!


    Ich hoffe schon lange auf eine Ablation mit möglicher Konsequenz einer Schrittmacherimplantation, da meine Medikamente nur bedingt helfen. Aufgrund meines Asthmas verschreiben mir die Ärzte keine ß-Blocker, ich hab Ivabradine und Midodrin, da ich auch einen extrem niedrigen Blutdruck habe (ohne Medikament ca. 90/50).


    Hatte schon einige Langzeit-EKGs, darunter auch einen 30-Tage-Monitor, die allerdings wenig Aufschluss brachten, da es sich meist „nur“ um Sinusbradykardien handelt...

    Nimmst du denn wegen des Asthmas Salbutamol o. ä.? Das kann auch das Herz zum Rasen bringen.


    Hat Asthma nicht ohnehin Auswirkungen auf das Herz?

    Hallo noch einmal,


    ach, herkömmliche Betablocker sind kontraindiziert bzgl. Pumpe (nehme an, dass du eine Asthma-Pumpe verwendest?). Eventuell die Ärzte fragen, ob es noch andere alternative "Betablocker", gibt welche kompatibel sind. Asthma + herkömmliche Betablocker = CAVE!


    Habe meine Tachykardie leider auch nie ohne Medikamente in den Griff bekommen, somit habe ich da auch keine Idee. Einzig ein Tee (welcher adrstringierend wirkt und in der EU nicht zulässig ist, hat mir zeitweise geholfen, ohne Betablocker. Aber auch da ist eben auch Vorsicht geboten und bei mehrerer Medikamenteneinnahme würde ich ihn nicht empfehlen). Aber ich fühle mit dir, Herzrasen (auch bei mir würden Sinustachykardien aufgezeichnet) sind SEHR unangenehm.


    Auch bei mir ist zZ der RR sehr niedrig, allerdings nicht ganz sooo niedrig, der diastolische Wert.


    Auf jeden Fall würde ich mich an einer guten Uni-Klinik vorstellen und beraten lassen!


    Alles Gute,

    Un1

    Achso, noch etwas ist mir eingefallen: Bei mir wirkt sich Kaffee ungut auf meinen Puls aus und verursacht Tachykardie und Angstzustände.


    LG,

    Un1

    Ist eine Tachykardie mit einem Puls über 200 mal mit EKG aufgezeichnet worden? Und wenn ja, schlägt das Herz regelmäßig? Wie ist deine QT-Zeit?

    Gerade mit plötzlichem Herztod in der Familie würde ich auf einen Schrittmacher drängen.

    Merly schrieb:

    Ich nehme bereits Medikamente, Manöver wie z. B. Valsalva helfen mir schon lange nicht mehr...?

    Valsalva und alles was in diese Richtung geht, funktioniert zunächst nur mal bei Sinus- bzw. supraventrikulären Tachykardien, bei ventrikulären Tachykardien kommste damit nicht weit.

    Merly schrieb:

    Aufgrund meines Asthmas verschreiben mir die Ärzte keine ß-Blocker,

    Asthma schließt erstmal nicht zwangsläufig eine Betablockergabe aus. Es hängt davon ab, wie stark ausgeprägt das Asthma ist und welchen Betablocker man einnimmt. Ein ß1-selektiver Betablocker ist dem nicht-selektiven Betablocker dabei vorzuziehen. Wobei die Auswirkungen auch dosisabhängig sind.

    Merly schrieb:

    Sinustachykardien meinte ich natürlich

    Nun, das ist schonmal ein wichtiger Hinweis. Sinus- bzw. supraventrikuläre Tachykardien sind zunächst nicht lebensbedrohlich, im Gegensatz zu ventrikulären Tachykardien. Bei Letztere hätte man dir, aufgrund der positiven Familienanamnese bzgl. des PHT, zu einer molekulargenetischen Untersuchung geraten. Da das allem Anschein nach nicht passierte und du wohl in den Augen der Mediziner nicht Gefahr läufst, den PHT zu erleiden, behandelt man medikamentös. Einen PM implantiert man bei Bradykardien und einen ICD bei lebensbedrohlichen Kammertachykardien - allem Anschein nach liegt beides nicht vor.

    1. Wann treten die Arrythmien auf? Sind sie triggerbar?
    2. Ist klar um welche Form der Arrhythmien es sich handelt? Ursprungsort?

    3. Wie häufig treten die Anfälle auf und wurde schon mal über einen implantierbaren EventRecorder nachgedacht?

    Vielen Dank auch für die weiteren Antworten!


    Das höchste, das mal bei einem Eventrecorder aufgezeichnet wurde, waren 252 Schläge pro Minute - war allerdings eine Atrialtachykardie, also ja, nichts lebensgefährliches...im Krankenhaus, als ich mal übers Wochenende zur Beobachtung drin war, kam ich mal auf 28 pro Minute, da kamen die Schwestern schon mit dem Notfallwagen rein...ich scheine sehr empfindlich auf Ivabradin zu reagieren, bei Verapamil war das genauso - bekam allerdings auch starke Wasseransammlungen in den Füßen davon...

    Angst vor dem PHT habe ich auch gar nicht, muss ich sagen - eher verzweifelt, weil ich von meinen beiden Medikamenten schon die Höchstdosis nehme...und glücklicherweise falle ich so gut wie nicht mehr in Ohnmacht, zumindest da helfen die Tabletten.


    1. Die Episoden kommen meist bei leichten körperlichen Anstrengungen, bzw auch in Ruhe nach einem anstrengenden Tag...


    2. Meistens handelt es sich laut Arzt um Tachykardien, die aus dem oberen Teil des Herzens kommen, ich hatte allerdings auch schon kurze Anfälle, die aus dem Vorhof kamen, die sind allerdings immer schnell von selbst abgeklungen bisher.


    3. Anfälle sind täglich und nein, der wurde mir bisher nie angeboten.


    Untersuchungen, die ich bisher hatte waren Herzecho, Ruhe-EKGs und Langzeit-EKGs sowie (externe) Eventrecorder und Blutuntersuchungen...

    Ablation wollte mein bisheriger Kardiologe nicht machen, da angeblich die Erfolgschancen nicht allzu hoch sind...