Blutwerte 1 Jahr nach Antibiotika-Behandlung wg. Borreliose

    Hallo,


    im Sommer 2017 hatte ich einen Zeckenbiss in der Kniekehle, der dann rot wurde. Daraufhin wurde ein Bluttest gemacht und festgestellt, dass Borrelien übertragen wurden. Danach gab es eine 3-wöchige Antibiotika-Behandlung und der Fleck verschwand langsam.


    Im August diesen Jahres habe ich die Blutwerte nochmal kontrollieren lassen und dies kam dabei heraus:


    Borrelia Burgdorferi as. IgM: POSITIVE

    Borrelia Burgdorferi as. IgG: NEGATIVE

    Borrelia Burgdorf. as. IgM (Westernblot): POSITIVE

    Borrelia Burgdorf. as. IgG (Westernblot): NEGATIVE


    Ich habe die Werte nur von der Sprechstundenhilfe bekommen und kein Gespräch mit dem Arzt. Daher deute ich es mal so, dass kein weiterer Handlungsbedarf besteht? (Werte wurden in NL gemacht, da ich mich gerade bei einem Auslandspraktikum befinde)


    Kann mir jemand dabei helfen, die Blutwerte zu interpretieren?


    Grüße

  • 21 Antworten

    Hallo,

    positive Serologie, durch Westernblot bestätigt, deutet ziemlich sicher darauf hin, dass du zumindest einmal mit Borrelien infiziert warst.


    Ob die Antibiose erfolgreich war, kann man serologisch nicht erkennen, denn Antikörper bleiben sowieso viele Jahre erhalten. Das betrifft aber nur die IgG-Werte.


    Dass deine IgM immer noch positiv sind, ist mir nicht erklärlich, denn diese gehen normalerweise einige Wochen nach der Infektion zurück, während die IgG dann erst erscheinen.

    Würde also darauf hindeuten dass du vor wenigen Wochen neu infiziert wurdest....


    3-wöchige Antibiose, hoch genug dosiert, hätte eigentlch bei einer noch recht frischen Infektion ausreichen sollen.

    Gruß

    Broderick


    Hallo,


    ja, dass IgM positiv ist, kommt mir auch sehr seltsam vor. Von einer erneuten Infektion weiß ich nichts. Ich habe keine Zecke und auch keinen roten Fleck erkannt. Ich war auch diesen Sommer nicht so tief im Wald wie damals, als ich mich infiziert habe.


    Zitat

    Ob die Antibiose erfolgreich war, kann man serologisch nicht erkennen, denn Antikörper bleiben sowieso viele Jahre erhalten. Das betrifft aber nur die IgG-Werte.


    Gibt es einen anderen Weg, zu erkennen, ob die Antibiose erfolgreich war?


    Ich habe einige sehr unspezifische Symptome:

    - Teilweise extrem vergesslich für mein Alter (27)

    - Sehr starke Stimmungsschwankungen (am einen Tag hochgradig depressiv, am nächsten fühle ich mich "wie Gott")

    - Oft Konzentrationsprobleme, aber nicht immer

    - Leicht Reizbar (Geräusche wie Nase ziehen, pfeifen, Schritte aus der Nachbarswohnung, etc.)

    - Starke Motivationsprobleme


    Ich weiß nicht, ob das was mit einer Borreliose zu tun haben kann.


    Was würdest Du an meiner Stelle tun? Auf eine erneute Behandlung bestehen oder einfach abwarten?

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    burgdorferi schrieb:

    Borrelia Burgdorferi as. IgM: POSITIVE

    Kannst du ausschließen, dass du diesen Sommer noch eine Zecke hattest?


    Deine Symptome würde ich aber nicht damit in Verbindung setzen.

    Wenn nein (kein erneuter Biss) kannst du auch zu den wenigen gehören, bei denen IgM noch länger positiv sind als üblich. In diesem Fall würde ich nichts weiter tun.

    burgdorferi schrieb:
    Zitat

    Ob die Antibiose erfolgreich war, kann man serologisch nicht erkennen, denn Antikörper bleiben sowieso viele Jahre erhalten. Das betrifft aber nur die IgG-Werte.


    Gibt es einen anderen Weg, zu erkennen, ob die Antibiose erfolgreich war?

    Leider für deinen Fall nichts wirklich anerkanntes. LTT vielleicht, aber über den streiten die Experten.

    Blieben nur die Symptome. Und die sind ja bei dir äußerst unspezifisch.


    Da deine Serologie nicht recht plausibel ist, würd ich sie zunächst mal in einem anderen Labor wiederholen. Es gibt da schon Unterschiede.

    Aber auch positive Serologie bedeutet nicht zwangsläufig, dass therapiert werden muss. Sehr viele Kerngesunde haben auch positive Serologie.


    Daher behandelt man i.d.R. erst, wenn auch entsprechende Symptome auftreten.


    Etwas anders kann man das sehen, wenn man von einer ganz frischen Infektion ausgehen muss. Da diese ganz besonders leicht zu behandeln ist, könnte man durchaus auf dem Standpunkt stehen, dass man diese Chance nutzen sollte, und auch ohne Symptome behandeln sollte.

    Sofort wegen des Verdachtes einer ganz frischen Infektion zu behandeln, wäre also sicher kein grober Fehler - Abwarten aber genausowenig.


    Wie du siehst, kann ich dir leider keine eindeutige, kategorische Empfehlung geben.

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    Habe jetzt diese Antwort der Ärztin bekommen:


    Zitat
    The test for borrelia include mainly IgG and IgM values. My collegue discussed your results with the microbiologist and he explained that the results show that you had an infection with borrelia. You received antibiotics. the fact that the IgG value is negative makes the likelihood of neuroborreliose (potential complication of borrelia infection) very unlikely. No future blood tests were advised. in conclusion; you had an infection, it was treated. no reason for future test (summary of microbiologist)

    Klingt das für euch einleuchtend?


    Ich weiß nicht, aber ich glaube, ich lasse es in DE zur Sicherheit nochmal checken.

    Zitat

    Ich weiß nicht, aber ich glaube, ich lasse es in DE zur Sicherheit nochmal checken.

    Das scheint mir auch sehr sinnvoll. Man erfährt immer wieder von Messfehlern beim Borreliosetest. Da ist es jedenfalls gut, wenn die Kontrolluntersuchung von einem anderen Labor gemacht wird.

    burgdorferi schrieb:

    Habe jetzt diese Antwort der Ärztin bekommen:


    You received antibiotics. the fact that the IgG value is negative makes the likelihood of neuroborreliose (potential complication of borrelia infection) very unlikely.

    Da hätt ich eher gesagt, das macht es sehr unwahrscheinlich (unlikely) dass da überhaupt noch eine Infektion vorhanden ist.

    Du wurdest anscheinend erfolgreich behandelt, bevor sich IgGs bilden konnten.

    Soweit plausibel.

    Was ich aber nicht verstehe: Dass da noch IgMs vorhanden sind. Die verschwinden normalerweise von ganz alleine nach Monaten. Mit oder ohne Therapie. (Auch wenn man gelegentlich von persisitierenden IgMs hört)


    Jetzt ist halt die Frage: Sind das noch Reste der damaligen, inzwischen ausgheilten Infektion, oder hast du dich neu infiziert?


    Falls Neu-Infektion, sollte man das bei einem Bluttest nach wenigen Monaten bemerken. Dann würden sich nämlich IgGs gebildet haben.

    Aber selbst dann: Das alleine wäre kein Therapiegrund. Insofern kann man es sich auch sparen.


    Wie schon gesagt: Handlungsbedarf sehe ich jetzt nicht wirklich

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    Hallo,


    ich habe jetzt die aktuellen Testergebnisse (wieder in DE):


    Borrelia AK IgG < 6.0 (Referenzbereich ist mit "|0-6" angegeben)

    Borrelia AK IgM positiv

    Borrelia AK IgM reaktiv


    Leider wurde mir auch vom aktuellen Arzt keine Interpretation gegeben, nur dass man da "im Moment" nichts machen muss. Habe ich jetzt noch eine Restgefahr der Borreliose oder bin ich mit dem Thema endlich durch?


    Was ist überhaupt der unterschied zwischen "positiv" und "reaktiv" und was hat der Wert bei IgG zu bedeuten?

    Ich habe jetzt nochmal mit einem anderen Arzt gesprochen und diesmal endlich eine für mich verständliche und befriedigende Antwort erhalten:


    Ich hatte gar keine Borelliose. IgG ist bei mir negativ, da ich nie mit Borellien infiziert war. IgM ist positiv, da die IgM-Tests auch Kreuzreaktionen zu anderen Stoffen aufweisen und ich vermutlich einen dieser Stoffe im Blut habe, aber keine Borellien.


    Der rote Fleck an meinem Knie, der mich damals auf den Borelliose-Verdacht gebracht hat, trat schon wenige Tage nach dem Stich auf. Laut Arzt dürfte das aber frühestens nach 3-4 Wochen der Fall gewesen sein.


    Ebenfalls dafür spricht, dass die Zecken, die ich mir entfernt hatte (2 Stück) keine Viren enthielten. Diese wurden im Labor getestet. Außerdem war der rote Fleck nicht dort, wo ich die Zecken hatte.


    Somit waren die 3 Wochen Antibiotika damals völlig umsonst. Mich wundert nur, dass ich zu 5 verschiedenen Ärzten gehen muss, um endlich einen zu finden, der mir die Blutwerte verständlich erklären kann...


    Klingt die Erklärung für euch nachvollziehbar?

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    burgdorferi schrieb:

    Laut Arzt dürfte das aber frühestens nach 3-4 Wochen der Fall gewesen sein.

    Nein, Wanderröte kommt nicht erst nach 3-4 Wochen. Richtig ist, dass sie auch dann noch kommen kann und wenige Tage ab Biss nicht reichen.

    Aber dass mind. 3 Wochen zwischen Biss und Wanderröte liegen müssten, ist eine unhaltbare Aussage. So einem Arzt würde ich nicht vertrauen.

    burgdorferi schrieb:

    Ebenfalls dafür spricht, dass die Zecken, die ich mir entfernt hatte (2 Stück) keine Viren enthielten.

    ??

    Ja, ich habe die Zecken sebst entfernt und beim Hausarzt in ein Labor einschicken lassen. Diese hatten keine Borellien in sich. Es wurde aber vermutet, dass ich mehr als nur die beiden Zecken hatte und eine davon die Erreger in sich trug und ich deshalb den roten Fleck bekommen habe. Deshalb wurde die Antibiotika-Therapie gemacht.

    Ich habe jetzt gerade nochmal meine alten Blutwerte angeschaut.


    1-2 Wochen nach potentiellem Zeckenbiss:

    IgG negativ (14U/ml, norm: < 25)
    IgM positiv (>200U/ml, norm: <25)


    6 Monate nach potentiellem Zeckenbiss:

    IgG: positiv (89U/ml, norm: <25)

    IgM: positiv (648U/ml, norm: <25)


    7 Monate nach p. Z.:

    IgG negativ (<6.0, norm 0-6)
    IgM positiv


    1 Jahr und 3 Moante nach Biss:

    IgM positiv
    IgG negativ


    Also ich bin mit meinem Latein am Ende und ehrlich gesagt steigt die Verwirrung mit jedem Arztbesuch und mit jeder Internetrecherche weiter an.


    Was soll ich denn jetzt tun?

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