Borreliose-Gefahr realistisch?

    Hallo zusammen,


    ich bin am 30. Mai von einer Zecke gebissen / gestochen worden, vermutlich eine Nymphe. Sie war jedenfalls noch ganz flach, kann also noch nicht lange in der Haut gewesen sein? Mein Mann hat sie mir dann mit einer Zeckenzange entfernt, unmittelbar, nachdem sie mir aufgefallen war. Dass er sie vielleicht mal kurz "gequetscht" hat, kann ich nicht ganz ausschließen, da er einmal abgerutscht ist.

    Die Zecke konnte komplett entfernt werden.


    Vier Tage später hatte ich mit 38,3 etwas erhöhte Temperatur/leichtes Fieber, was aber nur einen Tag anhielt. Ich hatte zeitgleich eine leichte Erkältung. Konnte also auch daher kommen.


    Seit einigen Tagen habe ich aber vermehrt Probleme mit meinen Gelenken (Achillessehne und beide Knie, beides vorbelastet und tut immer mal wieder weh). Das rechte Knie wundert mich allerdings ein wenig, da es ein winziger Meniskusschaden aus dem letzten Jahr ist, der mir plötzlich wieder weh tut.


    Ich will jetzt nicht in Panik verfallen, aber kann das bereits ein Anzeichen für Borreliose sein? Die Symptome sind idR ja eher unspezifisch. Da in meiner näheren Familie aber Spätfolgen einer Borrelioseerkrankung aufgetreten sind, bin ich was vorsichtig.


    Mein Hausarzt hat mir angeboten, nach etwa 6 Wochen einen Antikörper-Test zu machen. Ist dieser sinnvoll?


    Vielen Dank schon einmal für Antworten.

    Viele Grüße

    littlevelm@:)

  • 10 Antworten

    Wie sieht denn die Stelle aus, an der du gebissen wurdest? In den meisten Fällen bilden sich rote Ringe um die Bissstelle, wenn eine Borellioseinfektion vorliegt.


    Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass es Borelliose ist. Aber keine Panik. Ich wurde schon häufig von Zecken gebissen und hatte nie was, obwohl ich im Risikogebiet wohne @:)

    Ich wäre sehr vorsichtig und genau auf deine Symptome achten. Das Risiko ist mittlerweile sehr hoch, vor allem kommen immer neue Zeckenarten aus dem Ausland hinzu und die Durchseuchung ist hoch. Wenn du in den nächsten Tagen merkst, dass du Probleme mit der Sehkraft hast, generell so abgeschlagen bist, dass du keine Kraft hast, Gelenke, Rücken schmerzen, dann wende dich an einen Arzt und nimm Antibiotika.

    In den meisten Fällen hat man übrigens keine Rötung bei der Einstichstelle und auch keine Antikörper.

    Mich hat einmal im Leben eine Zecke gebissen, sie maximal eine Stunde auf dem Bein (ich war beim Sport und konnte daher den Zeitraum einschätzen, wann es passierte) und bekam eine Borreliose. Ohne Antikörper, ohne Fieber, ohne Rötung. Aber dafür nach wenigen Tagen gleich heftige Symptome inklusive Gesichtslähmung (daher konnte man das nicht mit einer Erkältung abtun, vor allem nicht bei den Gelenksbeschwerden und den Erschöpfungssymptom, die man dann bekommt - das sind Beschwerden, die erlebt man so nie wieder im Leben).
    Ich würde da nicht allzu lange zuwarten, sondern genau auf deinen Körper hören! Denn diese Erkrankung kann sehr gefährlich werden, wenn sie nicht gleich behandelt wird und lebenslange Folgebeschwerden bringen.

    Ich hatte damals 4 Wochen Antibiotika genommen und danach nie wieder ein Problem.

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    Ich weiß. In der Familie haben wir einen Fall wo Borreliose erst sehr spät erkannt wurde und es war ein Jahr lang Tortur.


    Nee ich hatte keine Wanderröte. Man sieht allerdings noch wo die Zecke gebissen hat. Das liegt aber auch an der Beschaffenheit meiner Haut...


    Ich denke ich werde bei meinem Arzt in anderthalb Wochen einen Test machen und dann sehen wir weiter.

    Vielen Dank euch!

    Der Test auf Antikörper ist aber nicht aussagekräftig! Achte besser auf die Symptome - die sagen dir deutlich, was los ist - der Körper gibt dir da manchmal eindeutiger Bescheid!

    Besser du bist da achtsamer als wenn es zu spät ist. Denn wenn eine Borreliose zu spät behandelt wird, bleiben die Beschwerden mitunter ein Leben lang und dann kann man dann nichts mehr machen.


    Alles Gute und ich hoffe, du bist gesund! :)z

    Sk8ter.girl schrieb:

    Wie sieht denn die Stelle aus, an der du gebissen wurdest? In den meisten Fällen bilden sich rote Ringe um die Bissstelle, wenn eine Borellioseinfektion vorliegt.

    Die Wanderröte wird völlig überbewertet. Sie tritt nur in etwa 50% der Borreliosefälle auf. Wenn sie da ist, ist sie allerdings beweisend für Borreliose und man kann sich den Nachweis sparen.


    Littlevelm: Lass den Test machen, es ist die einzige Möglichkeit des Nachweises.


    Ich für meinen Teil werde jedes Jahr zigfach von Zecken gebissen und habe bis heute keine Borreliose. Wird die Zecke innerhalb einer Stunde nach Zubiss entfernt, ist die Wahrscheinlichkeit selbst wenn das Tier Borrelien im Gepäck hat, extremst gering infiziert zu werden.

    Und die meisten (!) Zecken haben keine Borrelien dabei.


    Und wenn es doch mal nachgewiesen wird, dann hilft eine Antibiotikatherapie. Die Horrostories von Neuroborreliose sind so selten wie ein Lottogewinn, das ist die übliche Panikmache im Internet.

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    Ich hatte die Zecke genau innerhalb einer Stunde entfernt (weil ich vom Sport kam und sie auf meinem Knie entdeckte) und bekam eine Neuroborreliose. Soviel dazu.

    Die Durchseuchung der Zecken wird immer mehr, vor allem kommen neue Arten dazu, die hier gar nicht beheimatet sind.


    Man kann gar nicht vorsichtig genug sein. Ich halte es eher für Glück, wenn man nach einem Biss nicht erkrankt - es gibt noch andere Krankheiten wie FSME oder Rickettsien, die man so bekommen kann. Vor allem, weil ein zu langes Zuwarten die Krankheit lebenslang bleiben kann, mit Beschwerden bis zur Arbeitsunfähigkeit.

    Es kommt ja auch darauf an wo man wohnt. In Baden-Württemberg oder Bayern ist ja das Risiko hoch. In Nord oder Ost Deutschland ist das Risiko sehr gering.

    In anderthalb Wochen kann ich IgG und IgM bestimmen lassen. Das muss mein Arzt dann zusammen mit den Symptomen interpretieren.

    Problematisch ist halt für mich pers ob das vom Zeckenbiss kommen kann oder mir meine Knie und Meine Sehne einfach so mal wieder weh tun. Ich habe das halt öfter genau so wie eine Migräne die ich vor zwei Wochen erst hatte.


    Da die Zecke noch nicht wirklich gesaugt hat glaub ich eigentlich nicht wirklich...hab viel darüber gelesen und meist wird gesagt dass die Zecke 12 Stunden saugen müsste bis überhaupt vom Magen/Darm die Borrelien übertragen werden?

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    Nein, die Übertragung geht schneller. Denn wenn die Zecke gebissen hat, kommt es bereits zum Austausch bzw. wenn du sie vielleicht unabsichtlich quetschst (weil du sie nicht bemerkst oder beim Rausziehen der Zecke). Dann entleert sie alles in deine Wunde.


    Bei mir war es nicht mal eine Stunde und es hat gereicht, dass ich die Infektion bekommen habe. Es war eine ganz kleine Nymphe.


    Beobachte einfach ob du zusätzliche Symptome bekommst - meist wird es ja schlimmer und nicht besser.

    Hmmm....also die Schmerzen im Knie sind nahezu weg. Dafür hab ich totale Verspannungen im Nackenbereich und Kopfschmerzen.
    Das Problem ist halt, dass ich sowas häufiger habe und das an sich nicht untypisch ist für mich persönlich (wie gesagt, ich habe da eine "Vorerkrankung"). Bin total verunsichert. Hoffe, dass der AK-Test was bringt.
    Auf reinen Verdacht verschreibt ja kein Arzt einfach ein AB.