Borreliose? (oder Exzem?)

    Hallo,

    mein Sohn (5) hat seit vorgestern einen großen hellen roten Fleck, der außen etwas dunkler ist als innen, siehe Foto. Es sieht heute noch genau so aus, evtl. ist es etwas heller geworden. Es ist nicht rau oder irgendwas und es juckt oder schmerzt auch nicht.


    [IMG:https://www.bilder-upload.eu/bild-51c6bf-1593861239.jpg.html]


    Ich hatte Sorge, dass es etwas mit Borreliose zu tun haben könnte. Ich habe meinen beiden Kindern dieses Jahr schon ein paar Zecken rausgemacht, kann mich aber leider nicht mehr genau erinnern, wo die waren.

    Wir waren gestern beim Arzt. Die Ärztin hat den Fleck angeschaut und uns gefragt, ob wir Katzen haben (ja, zwei). Sie meinte, sie schließt Zecken/Borreliose aus und hat eine Salbe verschrieben (Dermamed oder so ähnlich). Da habe ich sie gefragt, was es denn wohl ist. Sie meinte, es wäre ein Exkzem, möglicherweise durch Katzenkontakt. Diese Aussage finde ich sehr merkwürdig. "Katzenkontakt" - was heißt das? Er hat seit 5 Jahren jeden Tag Katzenkontakt. Die Katzen sind aber so kinderscheu, dass sie ihn zum Beispiel noch nie abgeleckt oder gekratzt oder ähnliches haben.

    An sich bin ich bei solchen Dingen ja entspannt. Das wird schon von alleine wieder weggehen. Ich will nur sicher sein, dass es keine Borreliose sein kann. Hat jemand eine Idee?

  • 12 Antworten

    Das sieht aus wie eine Wanderröte, die ein Hinweis auf Borreliose ist. Ich würde hier sofort ein Antibiotikum empfehlen. Alternativ käme auch ein Borreliose-Bluttest in Frage. Falls dieser negativ ist, sollte in 3 Wochen Abstand noch ein solcher Test gemacht werden.

    Wenn es Borreliose ist, dann ist sie jetzt noch leicht heilbar. In einem Jahr wäre sie dann im Stadium III, mit schweren Symptomen und nicht mehr so einfach heilbar.

    Das sieht wirklich sehr nach Wanderröte aus. Wenn du nicht absolut sicher bist, dass du deinen Sohn täglich auf Zecken im Blick hast, würde ich das Thema weiter verfolgen.
    Ich persönlich würde Antibiotika nehmen; bei einem Kind vielleicht nicht sofort, weiß ich nicht - aber dann auf jeden Fall Bluttests.

    Cybrina schrieb:

    Sie meinte, sie schließt Zecken/Borreliose aus

    Also Ausschließen kann sie es definitiv nicht. Das würde schonmal mein Misstrauen in diese Ärztin wecken, arrogante Aussage die ihr nicht zusteht. Es sieht wie eine typische Wanderröte aus (leider haben damit aber viele Ärzte keine Erfahrungen, das hängt auch immer vom persönlichen Interesse ab, im Studium wird jetzt nicht alles haarklein durchgenommen) und wenn es mehrere Zeckenbisse gab, ist es nicht an ihr zu sagen "Nö!".

    Cybrina schrieb:

    Da habe ich sie gefragt, was es denn wohl ist. Sie meinte, es wäre ein Exkzem, möglicherweise durch Katzenkontakt.

    Halte ich für sehr wagemutig. Wenn ihr Katzen habt und dein SOhn natürlich dauerhaft mit denen lebt, ohne Probleme, bekommt man nicht plötzlich einen solchen Kreis als "Katzenekzem". Klingt nach einer Verlegenheitsaussage.

    Cybrina schrieb:

    Es sieht heute noch genau so aus, evtl. ist es etwas heller geworden.

    Halte das alles gut fest, du kannst es auch abmessen oder einkreisen mit einem Stift, um den Verlauf kontrollieren zu können. Wichtig, damit du die Fotos evtl. noch einem anderen Arzt zeigen kannst. Der Fleck kann jetzt schon verschwinden, die Borrelien aber ncht. Dann ist Diagnostik nochmal schwerer, die Fotos helfen dann immerhin etwas weiter

    Vielen Dank für eure Meinungen! Ich hatte heute eine befreundete Frauenärztin zu Besuch. Die meinte, wenn das ihr Kind wäre, hätte sie ihm schon längst die Antibiotika verabreicht!

    Ich werde gleich am Montag Morgen noch einmal zu unserem Kinderarzt fahren (das letzte mal waren wir beim Allgemeinarzt hier im Dorf) und auf eine ordentliche Behandlung bestehen!

    Wir haben den Fleck heute Morgen kontrolliert. Er ist noch etwas heller geworden. Allerdings hat jetzt schräg unten drunter noch einen in der Art. Noch etwas heller und länglicher aber ansonsten ähnlich wie der andere. Dann haben wir weiter geschaut. Auf dem Rücken hat er auch einen, etwa so groß wie der erste. Und am Bein haben wir auch einen kleinen entdeckt.

    Sollten wir lieber sofort zum Notarzt fahren oder reicht der Kinderarzt morgen?

    Wenn die Flecken jetzt mehr werden würde ich eher nicht von Borreliose ausgehen sondern vielleicht von Ringelröteln oder etwas anderem in der Art.

    Ich würde zum Notdienst gehen, dann seid ihr beruhigt.

    Ich hatte gerade Borreliose und mein Fleck sah dem schon sehr ähnlich. Allerdings kam kein weiterer hinzu, er wurde aber stetig heller und größer (und war bei besserer Durchblutung auch besser zu sehen, zum Beispiel nach dem Duschen). Hat nicht gejuckt und nicht gestört, ging aber auch nicht wieder weg. Mein Hausarzt meinte, Borreliose kann man über einen Bluttest erst nach ca. 6 Wochen nachweisen.

    Ich würde morgen zum Kinderarzt gehen, wenn jetzt nicht noch Fieber oder andere Symptome dazu kommen.

    Gute Besserung!

    Hallo und danke.

    Wir waren eben beim kinderärztlichen Notdienst. Zufällig hatte gerade unser Kinderarzt Bereitschaft. Der hat uns für morgen früh zum Bluttest in die Praxis bestellt. Das Testergebnis dauert dann aber wohl 2-4 Tage. Mir wäre eine raschere Behandlung lieb gewesen, aber naja. Jetzt muss ich noch weiter harren.

    Er meinte auch, mehrere Flecken wären untypisch. Er hätte aber vor kurzem erst einen Fall gehabt, wo es auch so war wie beu uns und dann wirklich Borreliose war.

    Meine Arzt-Freundin meinte, wenn man Flecken hat, wird so ein Test höchstwahrscheinlich aussagekräftig sein, weil dann die Bakterien (und Antikörper) ja offensichtlich schon im Blut umher schwirren.

    Ist jetzt zwar zu spät, da ihr schon beim Notdienst wart, aber: Das wäre nicht nötig gewesen. Bitte mach das Kind ab jetzt nicht unnötig weiter verrückt und untersuch es nicht ständig. Einmal am Tag schauen, morgen Bluttest - reicht.

    Cybrina schrieb:

    Meine Arzt-Freundin meinte, wenn man Flecken hat, wird so ein Test höchstwahrscheinlich aussagekräftig sein, weil dann die Bakterien (und Antikörper) ja offensichtlich schon im Blut umher schwirren.

    Deine Arzt-Freundin hat eben Borreliose nicht als Fachgebiet, genauso wie der Kinderarzt nicht. Verstehe nicht, wieso du keinen Hautarzt aufsuchst, der auch entsprechend fortgebildet ist.

    mnef schrieb:

    Bitte mach das Kind ab jetzt nicht unnötig weiter verrückt

    Das dürfte schwer möglich sein. Mein Sohn ist da tiefenentspannt ;-D


    mnef schrieb:

    Deine Arzt-Freundin hat eben Borreliose nicht als Fachgebiet,

    Das ist mir klar. Sie war ja nur zufällig bei uns zu Besuch und da kam das Thema natürlich auf. Trotzdem ignoriere ich nicht ihre Meinung, weil sie auf jeden Fall mehr Ahnung von der Materie hat als ich.


    mnef schrieb:

    Verstehe nicht, wieso du keinen Hautarzt aufsuchst, der auch entsprechend fortgebildet ist.

    Weil mir noch nicht mal klar ist/war, wo ich den hernehmen soll. Borreliose klingt für mich echt unschön, aber eigentlich nicht so ungewöhnlich, dass ich gedacht hätte, dass man dafür einen Spezialisten bräuchte. Ich hatte daher am Freitag die Wahl zwischen unserem Allgemeinarzt in der Nähe oder dem Kinderarzt. Habe mich für den Allgemeinarzt entschieden und mich dann darüber geärgert.


    Ich warte jetzt den Bluttest ab und dann sehe ich weiter.

    Ist ja auch ein Kind. Trotzdem und ohne groß auszuticken nehmen sie es natürlich wahr, wenn eine nervöse Mama sie Sonntags zum Notdienst schleppt, ständig den Fleck ansieht. Unterschätz den Effekt einfach nicht, so können sich latente Ängste schon im frühen Kindsalter entwickeln.

    Cybrina schrieb:

    Borreliose klingt für mich echt unschön, aber eigentlich nicht so ungewöhnlich, dass ich gedacht hätte, dass man dafür einen Spezialisten bräuchte. Ich hatte daher am Freitag die Wahl zwischen unserem Allgemeinarzt in der Nähe oder dem Kinderarzt. Habe mich für den Allgemeinarzt entschieden und mich dann darüber geärgert.

    Hab mich erstmal nur auf die Aussage deiner Arztfreundin bezogen.

    (Und dass Antikörper erst nach Wochen im Blut nachgewiesen werden können, ist eben Fakt und ihre "Meinung" dafür herzlich egal).

    Ich möchte hier dazu raten, eine mögliche Borreliose-Infektion nicht einfach abzutun. Ich spreche aus eigener leidvoller Erfahrung.

    Ich hatte im August 2001 (nach mehrtägigen Rodungsarbeiten) eine Zecke an einer Beinvene. 14 Tage später erblindete ich 30 min lang auf einem Auge. Ich kam in die die Schlaganfall-Notaufnahme. Dort wurden aber keine Anzeichen für einen Schlaganfall gefunden. Ich zeigte dem untersuchenden Arzt die noch immer gerötete Einstichstelle der Zecke und äußerte meinen Verdacht auf Borreliose. Der Arzt (Neurologe) meinte aber, da die Rötung nicht gewandert ist, könne es keine Borreliose sein. Der gleichen Meinung waren auch noch zwei weitere Ärzte, denen ich meine Verdacht auf Borreliose mittelte. Keiner verschrieb mir ein Antibiotikum, das die Sache wohl alsbald erledigt hätte.

    Im Folgejahr hatte ich plötzlich schwere Symptome: Unerklärliche plötzliche Schweißausbrüche sowie Verlust an Kraft und Schnellkraft. Jetzt wurde ein Borreliose-Test gemacht. Ergebnis: Borreliose im Stadium III.

    Mein Internist machte mir dann 20 Tage lang Infusionen mit Rocephin (ein Antibiotkum). Danach ging es mir wieder sehr gut. Nach 5 Jahren hatte ich einen Rückfall. Erneut 20 mal Rocephin. Bereits 2 Jahre später der nächste Rückfall. Diesmal ließ ich mir nur noch ein Antibiotikum in Tablettenform verschreiben.

    Und so ging das weiter. Ich werde meine Borreliose nicht mehr endgültig los.Die Auswirkungen waren so, dass ich letztes Jahr kaum noch gehen konnte, weil die Borrelien meine Autoimmunwerte so erhöht haben, dass meine Bindegewebe insbesonderer meine rechte Achillessehen) angegriffen wurden.

    Zum Glück habe ich Ärzte, der mir jetzt glauben und mir helfen..

    Ich habe mich daran gewöhnt, mit meiner nicht mehr dauerhaft heilbaren Borreliose zu leben. Besser ist es allerdings, durch möglichst frühzeitige Antibiose eine Borreliose im Frühstadium zu heilen.