• Borreliose oder nur allergische Reaktion?

    Hallo zusammen, Am Samstag hatte mich wohl irgendwas gestochen. Dachte erst an einer Mücke, an Hand und Arm waren ca 4 Mückenähnliche Stiche, die mittlerweile auch verschwunden sind. Aber ich habe am Unterschenkel noch einen und am Fuß 3-4. Die sind jetzt in den vergangenen zwei Tagen angeschwollen und haben bis gestern noch ziemlich gejuckt.…
  • 25 Antworten

    Also ich wollte Dir keine Angst machen, sorry. Wenn der Arzt das durch tasten unterscheiden kann, würde ich da keine riesen Sorge haben. Die Rötung bei meiner Tochter war nicht hart oder geschwollen oder so.


    Blöd wäre halt nur, wenn die Schwellung z.B. normale Reaktion auf einen Bremsenstich ist, die Rötung aber trotzdem von durch die Bremse übertragenen Borrelien verursacht wird. ":/

    also kurz vorweg:


    die wahrscheinlichkeit, borreliose durch einen zeckenbiss zu bekommen, kann meiner ansicht nach als "gering" bis "sehr gering" bezeichnet werden – abhängig nat. auch davon, ob du in einem hochrisikogebiet lebst oder nicht.


    die wahrscheinlichkeit, durch einen insektenstich borreliose zu bekommen, kann als "sehr gering" bezeichnet werden – auf jeden fall offenbar noch deutlich geringer, als durch eine zecke.


    hier mal die leitlinie der dt. gesellschaft f. neurologie. wenn du sie lesen möchtest: versuch, sie neutral zu lesen – die ist eigentlich nicht geeignet, ängstlich zu werden, sondern eher eine sachliche info darüber, wie z.b. eine sinnvolle diagnostische vorgehensweise auszusehen hat. beruhigend ist sie insofern, als dass sie wahrscheinlichkeiten nochmal klarer macht.


    http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-071l_S1_Neuroborreliose_2012_1.pdf

    Hallo Eisenbarth

    Zitat

    die wahrscheinlichkeit, borreliose durch einen zeckenbiss zu bekommen, kann meiner ansicht nach als "gering" bis "sehr gering" bezeichnet werden – abhängig nat. auch davon, ob du in einem hochrisikogebiet lebst oder nicht.

    Nach meinem Kenntnistand gibt es Hochrisikogebiete für FSME aber nicht für Borreliose. Das Borrelioserisiko ist nach meiner Information in allen Teilen Deutschlands gegeben. Falls du andere Informationen hast, dann schreib doch mal, welche Gegenden von Deutschland ein Hochrisikogebiet für Borreliose sind und welche nicht.


    Ich hatte vor 13 Jahren eine Zecke an einer Beinvene (ohne Wanderröte) und 11 Tage später eine halbstündige Erblindung auf einem Auge. Mein Hausarzt schickte mich in die Schlaganfallnotaufnahme. Dort wurden aber (10 Stunden später) keine Anzeichen für einen Schlaganfall gefunden. Mein Hinweis auf den Zeckenbiss wurde von dem mich untersuchenden Neurologen damit abgetan, dass es keine Borreliose sein könne, weil keine Wanderröte vorhanden war. Auch mein Hausarzt (Internist) und mein Männerarzt, denen ich in den Folgetagen die immer noch die begrenzt gerötete Zeckenbissstelle zeigte, meinten auch: ohne Wanderröte keine Borreliose. Ein Jahr später kam dann die Wahrheit ans Licht.


    Aus eigener Erfahrung halte ich Beschwichtigungen zu einer etwaigen Borrelioseinfektion für den etwa Betroffenen als möglicherweise sehr nachteilig.

    das war keine beschwichtigung: siehe .pdf!


    hochrisikogebiet war ein ungünstig gewählter ausdruck – besser: endemiegebiete.


    vgl.:


    fingerle et al 2008


    margos et al 2009


    macht sinn, das pdf einfach mal zu lesen, denke ich.

    Hallo Eisenbarth,


    ich habe das pdf gelesen, obwohl das nicht einfach war. Auf meinem Computer erscheinen von diesem pdf zwei knapp seitlich versetzte Textbilder, die das Lesen erschweren.


    Aber deutlich gelesen habe ich:

    Zitat

    Die Erkrankung ist in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel


    endemisch verbreitet.

    Dein Hinweis:

    Zitat

    abhängig nat. auch davon, ob du in einem hochrisikogebiet lebst oder nicht.

    mit der späteren Umwandlung:

    Zitat

    hochrisikogebiet war ein ungünstig gewählter ausdruck – besser: endemiegebiete.

    ist insofern etwas irreführend, weil ganz Deutschland zu einem solchen Endemiegebiet gehört.


    Dein Hinweis:

    Zitat

    die wahrscheinlichkeit, borreliose durch einen zeckenbiss zu bekommen, kann meiner ansicht nach als "gering" bis "sehr gering" bezeichnet werden

    gilt also nur für Personen, die außerhalb der gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel leben.

    ich glaube, da geht es dann um die tatsächliche prävalenz.


    ich lese morgen nochmal nach – jetzt ist bett angesagt.


    bis morgen & danke für deine hinweise.

    Hallo zusammen,


    ich bins wieder. Ab dem 15.8 hörte das Jucken auch mittlerweile auf und es ist alles zurückgegangen, man sieht jetzt kaum mehr was. Allerdings habe ich jetzt gefühlt, seit einer Woche andere Beschwerden.


    leichte Halsschmerzen rechts, vor allem beim Schlucken


    Schwitze schon bei leichter körperlicher Aktivität (hatte ich früher auch schon, aber ist irgendwie intensiver nun)


    Hatte vor 2 tagen kopf- und augenschmerzen, was grad wieder weg ist


    habe eine stelle an der rechten Wade, wo es leicht weh tut wenn ich drauf drücke, als ob da ein blauer Fleck ist


    Nun: Sind das Zufälle? Oder kann das eine beginnenede Borreliose sein? Soll ich nochmal zu einem anderen Hautarzt? Was sagt ihr? Ist es noch nicht zu spät, falls ich doch infiziert bin?


    Ich bin langsam am verzweifeln..:(

    Ich bekomme nur bescheid, wenn irgendwas positiv entdeckt wurde sonst nicht..:/ Ich glaube ich gehe dann mal noch zu einem zweiten Hautarzt.

    Hallo Shadow146,


    die von dir vorstehend beschriebenen Symptome sind bür Borreliose typisch. Sie können aber auch andere Ursachen haben.

    Zitat

    Ich bekomme nur bescheid, wenn irgendwas positiv entdeckt wurde sonst nicht..:

    Dazu gibt es in diesem Forum auch schon (mindestens) einen Bericht, wonach diese Benachrichtigung des Patienten trotz positivem Befund nicht erfolgt ist.

    Zitat

    ich gehe dann mal noch zu einem zweiten Hautarzt.

    Besser ist, du gehst zu einem Infektologen oder Rheumatologen.


    Als bei mir einmal die Frage aufkam, ob Muskelentzündungen und Muskelschwund durch einen Borreliose-Rückfall oder durch eine Autoimmunerkrankung verursacht sind – und (von 5 Ärzten) nichts gefunden wurde – hat ein Rheumarzt entschieden, die etwaigen Borrelien "auf Verdacht" mit einem Antibiotkum zu bekämpfen. Und siehe da: Das wirkte. Damit war der Borreliose-Rückfall nachgewiesen und konnte so wieder behandelt werden.


    Ich wünsche dir, dass du keine festsitzende Borreliose bekommst.

    Zitat

    Nun: Sind das Zufälle?

    Ja.

    Zitat

    Oder kann das eine beginnenede Borreliose sein?

    Nein.


    Zugegebenermassen, ungewoehnliche Reaktion. Dennoch – das sind Haematome, keine Wanderroeten.