Borreliose und Histamin-Intoleranz, was nun?

    Guten Tag,


    Bei mir wurde neulich bei einer großen Blutuntersuchung Borreliose festgestellt. Ich habe seit knapp 4 Monaten lang Beschwerden , wie Pochen der Adern im Kopf, Glied- und Muskelschmerzen, Nase zu und Nasensekret, Nackenschmerzen, Schwindel, Bauchweh, leichte Sehbeschwerden, Müdigkeit (usw.).


    Zudem wurde eine Histamin-Intoleranz bei mir entdeckt,weswegen ich folgende Vitamine morgens , mittags und abends einnehmen muss: Pro Emsan, Pro Basan, Pro Vita D 3, Magnetrans Forte, Daosin (und ab nächste Woche zusätzlich) L-Glutamin. ---> Internist empfiehlt mir keine Antibiotika.


    Anfangs dachte ich echt, das wäre eine Nasennebenhöhlenentzündung, aber trotz allen Untersuchungen, war alles recht positiv.


    Nun meine Fragen:


    1. Mir werden in letzter Zeit die Adern der Augen rot, ist dies gefährlich?


    2. Ist Borreliose an sich lebensgefährlich? Man sagt mir dauernd nein, aber ich kann da nicht so sicher sein.


    3. Mein HNO hat mir einen Neurologen empfohlen für Liquorpunktion um zu wissen, ob Neuroborreliose vorhanden ist oder nicht und mein Internist hat mir einen Heilpraktiker empfohlen,der über alles Bescheid wissen soll. Zu welchem soll ich gehen? (Hab bereits ein Termin beim Heilpraktiker und Neurologe war ich schon mal, wegen Gehirnstrommessung, aber nicht wegen Liquorpunktion.)


    4. Mein Internist sagte mir,dass die Heilung ungefähr 1 Monat dauernd würde bei der Borreliose und der Heilpraktiker würde mich durch Photon-Licht heilen. Stimmt das?


    Ich hab gehört,dass Antibiotika erfolgsversprechender sind, aber im moment darf ich ja keine Antibiotika zu mir nehmen, wegen der Histamin-Intoleranz.


    5. Wenn der Heilpraktiker mir Antibiotika empfielt, sollte ich annehmen? Weil ich dadurch zwar die Borreliose los werden könnte, aber damit die Histamin-Intoleranz verstärken würde.


    Ich würde mich sehr über eure Antworten freuen,


    Mit freundlichen Grüßen,


    EgoZentro

  • 19 Antworten

    Hallo EgoZentro,


    was für ein Borreliosetest ist denn gemacht worden? Und welche Antikörper bzw. Banden sind gefunden worden?


    Falls du seit vier Monaten Beschwerden hast, ist die akute Phase ziemlich sicher schon rum, das heißt, mit den üblichen 200 mg Doxycyclin für 14 Tage ist nicht mehr viel zu erreichen. Und wenn Doxy, dann mit der Dosis auf dein Körpergewicht abgestimmt und 4-6 Wochen lang.


    Die Entscheidung Heilpraktiker oder Schulmedizin kann dir niemand abnehmen, das ist letztendlich eine Glaubensfrage. Wenn du dich für die Schulmedizin entscheidest, heißt das auf jeden Fall längerfristig Antibiotika, was das mit deiner Histaminintoleranz macht, kann ich dir leider auch nicht beantworten. Falls es sich verantworten lässt, würde ich dir dringen zu einer AB-Therapie raten, meiner Meinung nach ist das das Einzige, womit man eine Chronifizierung vermeiden kann. Die wäre immer noch nicht tödlich, aber doch recht unangenehm.


    Eine Liquorpunktion sehe ich eher skeptisch – die ist recht unangenehm und riskant, und oft genug bekommt man einen falsch negativen Befund, d. h., es werden keine Borrelion gefunden, obwohl die Symptome und die Reaktion auf Antibiotika dafür sprechen.


    Falls du noch mehr Fragen hast, kannst du dich gerne wieder melden.


    LG

    Vielen Dank für die schnelle Antwort!


    Mein Borreliosetest war ein (wortwörtlich) " Borreliose-Untersuchung" , wofür man knapp 100 Euro zahlen muss. Gefunden worden sind "WIldtyp-Mischantigen" und "HGE-ANkA-rec-AG" (was das auch immer bdeuten mag). Es wurde also ein "HGE-Erreger" gefunden und zum Glück keine weiteren (, hoffe dass das stimmt).


    Da mein neuer Internist mir ein guten Eindruck verschafft und er die Borreliose entdeckt hat, sollte ich lieber auf sein Rat hören und zum Heilpraktiker gehen, in der Hoffnung ,dass sie mich heilen.


    Ich weiß nicht genau, was gesagt wird oder wie man vorgehen wird, wenn ich beim Heilpraktiker bin.


    Vorhin sind mir die Augen wieder rot unterlaufen und ich hab Angst davor,dass es was ernstes sein könnte.


    Zwei Fragen hätte ich noch: Was genau ist eine AB-Therapie und was wird da gemacht?


    Ich bedanke mich nochmals für die schnelle Antwort und würde mich über eine weitere Antwort freuen.


    Mit freundlichen Grüßen,


    EgoZentro

    Ich würde mir eine weiter ärztliche Meinung einholen. Wegen den Augen gehe bitte zu einem Augenarzt. Seit wann kostet ein Borreliose-Test 100€? Ein Internist, der dafür Geld verlangt, dann behauptet kein


    Antibiotika würde helfen, (Mit AB ist übrigens Antibiotika gemeint) sonderd der Heilpraktiker würde die Erkrankung in 4 Wochen ausheilen, klingt nicht sehr glaubhaft. Sollte der auch noch diese Histamin-Intoleranz diagnostziert haben, würde ich das auch überprüfen lassen. Der verdient gut an dir. Warum gehtst du nicht mal, auch wegen der Gleider-und Gelenkschmerzen zu einem internistischen Rheumatolgen. Dort kostet ein Borreliose-Test nichts und die anderen evtl noch anfallenden Untersuchungen sind auch kostenlos, sofern du natürlich krankenversichert bist.

    Vielen Dank für weitere Antworten!


    Ich war vor ein oder 2 Monaten bei meiner Hausärztin und sie hat bei mir auch eine Blutuntersuchung durchgeführt und natürlich auf Borreliose, aber sie konnte dabei nichts entdecken und was auch noch fragwürdig ist, warum war das bei ihr kostenlos? ( Es ließ sich nichts finden) Aber wie vorhin erwähnt ist das auch etwas her. Mein Internist hat mir gesagt,dass die Krankenkasse die Kosten der Borreliose-Untersuchung nicht übernimmt.


    Meine Blutuntersuchung hat im Laborzentrum Ettlingen Karlsruhe stattgefunden. Es waren Großlaboruntersuchungen,weshalb die Kosten vermutlich eine Rolle gespielt haben.


    Es ist eine gute Idee,dass ich doch mal zu meiner Augenärztin gehen sollte, danke nochmals!


    Nur ob ich jetzt nochmal mein Körper auf Histamin-Intoleranz überprüfen lassen muss, sehe ich als etwas kritisch,da es bereits festgestellt worden ist.


    Was macht ein "internistischer Rheumatologe"?


    Es wurde mir gesagt dass Antibiotika mir gegen Borreliose helfen kann, aber nicht gegen die Histamin-Intoleranz. Sollte ich einen internistischen Rheumatologen ausfündig machen?

    Versteh mich nicht falsch. Ich zweifle nicht die Diagnose Histamin-Intoleranz an, sonden finde nur die Aussagen des Internisten seltsam. Falls er der Diagnosesteller war. Da würde ich mir schon ne weitere ärztliche Meinung, betreffend der Borreliose und der angeblich wundersamen 4-wöchigen Heilung durch einen Heilpraktiker einholen. Wenn du noch nie bei einem Rheumatologen warst, du hast ja schon viele Ärzte durch, wäre dies auch eine Möglichkeit. Ansonsten würde ich eher mit dem HNO zusammenarbeiten und ihn auch wenn er nicht zuständig wäre, befragen.

    Zitat

    Mein Borreliosetest war ein (wortwörtlich) " Borreliose-Untersuchung" , wofür man knapp 100 Euro zahlen muss. Gefunden worden sind "WIldtyp-Mischantigen" und "HGE-ANkA-rec-AG" (was das auch immer bdeuten mag). Es wurde also ein "HGE-Erreger" gefunden und zum Glück keine weiteren (, hoffe dass das stimmt).

    Also wenn du den Test selbst zahlen musstest, wars vermutlich ein Westernblot, den zahlt die Kasse nur zum Teil. Dort werden Banden als Ergebnis angegeben, be ieinem Elisa-Suchtest sind Antikörper angegeben. Das Laborzentrum Ettlingen-Karlsruhe wurde uns empfohlen, die machen viel Borreliosetests, dem Ergebnis kannst du vertrauen.

    Zitat

    Warum gehtst du nicht mal, auch wegen der Gleider-und Gelenkschmerzen zu einem internistischen Rheumatolgen.

    Ich finde in EgoZentros Aufzählung keine Gelenkschmerzen. Wenn du die hast, EgoZentro, dann ist Dinos Idee sicher gut. Rheumasymptome können ähnlich wie die der Borreliose sein, die Behandlung ist aber völlig anders. Wäre gut, das abzuklären.


    Zu der Abwägung, ob Schulmedizin oder Heilpraktiker:


    Ein Heilpraktiker macht aktiv sicher nichts kaputt, aber wenn du dort nicht geheilt wirst, hast du Zeit verloren. D. h., du wirst danach länger mit Antibiotika (AB) behandeln müssen als jetzt. Von daher rate ich dir dazu, eventuell beides parallel zu machen, aber verzichte nicht auf die Antibiotika. Bei meinem Freund konnten sie zumindest die Symptome recht schnell lindern, auch wenn er noch nicht geheilt ist. Er hatte 6 Wochen Doxy und nach einigen Wochen Pause 6 Wochen Minocyclin.

    Ein Western-Blot kostet maximal 40 Euro - die "Borrelien-Untersuchung" für 100 Euro muss also eine der zahlreichen anderen, nicht ausreichend validierten und daher für die Praxis irrelevanten Methoden gewesen sein: LTT, Elispot u.s.w. - für keinen dieser Tests liegen ausreichende Daten zur Verlässlichkeit vor, um eine Diagnsoe darauf aufzubauen. In diesem Fall dürfte es sich um einen LTT gehandelt haben, dazu passt das Untersuchungsprogramm des Labors und der Preis.


    Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass hier ein Arzt bei einer vermeintlichen Borreliose Antibiotika wegen einer Histaminintoleranz nicht einsetzen will (was soll das denn?) und eine obskure Therapie beim Heilpraktiker empfiehlt (lass mich raten: Er hat Dir auch einen bestimmten HP empfohlen, zu dem Du gehen solltest?) - dann würde ich mir das mit dem "guten Eindruck" doch nochmal überlegen...


    Ach ja, eine Liquorpunktion scheint bei den geschilderten Symptomen tatsächlich wenig sinnvoll - zumindest hast Du keine Symptome einer Neuroborreliose berichtet.


    Grüße

    Vielen Dank für die Antworten nochmals!


    Also folgendes: Ich habe , wie bereits erwähnt Gelenk-,Glieder-,Muskelschmerzen ( die nicht so häufig auftauchen), dann manchmal rote Augen und zum Teil ( für mich auffällige kleine Pupillen in einem normal hellen Raum), Zuckungen der Adern am Kopf( fühlen sich wie Kabeln an,woran man dran zieht), Pochen an der Stirn, schmerzender Druckgefühl um das Auge herum und es fühlt sich so an als wäre eine Flüssigkeit auf Wangenhöhe bis Ohren, Nase zu, brennender Schmerz auf der Stirn und krampfhaftes Bauchweh – > all diese Symptome tauchen kurzzeitig auf.


    Ich werde am 09.05 zum Heilpraktiker gehen und sie darauf ansprechen ob ich wirklich zum Rheumatologen gehen sollte, weil mein HNO hat mir nur den Neurologen empfohlen. Zum internisten muss ich auch noch gehen, aber wenn ich zu ihm gehe, was sollte ich ihm noch fragen, weil so allmählich verlier ich den Überblick, jeder sagt, ich sollte zu diesem oder diesem Arzt gehen.


    Übersicht: Rheumatologe, Neurologe , Internist , Heilpraktiker , HNO


    Also zum HNO: War ich schon und er empfiehlt mir Neurologe(Liquorpunktion).


    Zum Heilpraktiker: Geh ich ja bald hin und frag nach deren Meinung (Was wenn sie mir ANtibiotika geben und meinen ich bräuchte zu keinem anderen Arzt mehr gehen?)


    Zum Internist: Muss ich eh noch wegen Lebensmitteltest und Blutabnahme zur Kontrolle ob die zusätzlichen Vitamine etwas gegen die Histamin-Intoleranz was bewirken


    Neurologe: Hängt davon ab wie sich alles entwickelt und was der Heilpraktiker dazu sagt.


    Rheumatologe: Hat mir bisweilen kein Arzt empfohlen ( warum auch immer – > frag ich den Heilpraktiker auch noch)


    Vieln Dank nochmals für die Antworten!

    Zum Heilpraktiker: Geh ich ja bald hin und frag nach deren Meinung (Was wenn sie mir ANtibiotika geben und meinen ich bräuchte zu keinem anderen Arzt mehr gehen?)


    Den od. die HP würde ich gar nicht fragen, noch nicht mal wieviel Uhr es ist. Antibiotika wird der ohnhin nicht verschreiben. Das dürfen HP nicht, außer er (sie) ist Arzt, denn die sind verschreibungspflichtig. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass da mit dir nur Kasse gemacht werden soll. Frag lieber den HNO od. HA, Neurologen.

    Borreliose macht allergisch gegen alle möglichen Stoffe, habe ich selbst erlebt, allerdings hatte ich Borreliose von Kindheit an. Damals war dieser Erreger noch gänzlich unbekannt und ich wurde oft, aber immer nur 5 Tage lang mit Antibiotika behandelt, was zu Resistenzen führt.


    Trotz allem habe ich nach über 45 Jahren Krankheit, mit erst 6 Wochen Rocephin und dann 2, 5 Jahre lang mit der Salz Vitamin C Therapie geschafft, fast alle Symptome in den Griff zu kriegen.


    Mach Dich erst mal schlau auf:


    z. B. //borreliose-abhilfe.de/


    leider auf englisch www.earthtym.net/p-lymephotos.htm

    So nochmals vielen Dank für die vielen Antworten :)


    Ich habe jetzt auch ein termin beim Neurologen UND Heilpraktiker und ich hoffe dass sie mir weiterhelfen können. Danke für die ganzen Links, ich werde bei Gelegenheit mal vorbeischauen!


    Sind denn eigentlich Herzrasen, extremes Pochen und Ziehen der Adern am Kopf und schmerzhafte Drückgefühle um die Augen, an Wangen und Nasenwurzel ( auch Stirn), die Symptome einer (Neuro)borreliose?!

    Zitat

    Zum Internist: Muss ich eh noch wegen Lebensmitteltest und Blutabnahme zur Kontrolle ob die zusätzlichen Vitamine etwas gegen die Histamin-Intoleranz was bewirken

    Wurde dir keine histaminarme Ernährung bzgl. der Histamin-Intoleranz nahegelegt? Damit könntest du relativ "rasch" herausfinden, ob es dir durch das Meiden histaminreicher Lebensmittel besser geht.


    Als bei mir eine Histamin-Intoleranz entdeckt wurde, bekam ich einen Zettel mit, welche Lebensmittel ich möglichst meiden sollte. Zusätzlich bekam ich auch noch ein Antihistaminikum, dass ich im Akutfall nehmen konnte. Empfehlen kann ich das Buch Histaminintoleranz und Seekrankheit.

    Bei Borreliose sind alle möglichen Symptome möglich, es müssen aber nicht alle aufgetreten sein. Es kommt darauf an, wie lange man die Erreger hat. Manchmal hat man auch mehrere Erreger gleichzeitig.


    Wichtig ist es auch zu wissen, dass nicht jeder Patient alle Stadien der Borreliose durchmachen muss, dass manchmal Symptome verschiedener Stadien gleichzeitig vorhanden sind, und dass manchmal Stadien übersprungen werden können.


    Das macht diese Erkrankung so schwer zu diagnostizieren. Ich verweise in dem Zusammenhang auf meinen Beitrag zum Roemheld-Syndrom, dort beschreibe ich meine Geschichte.


    Hilfreich sind auch diese Seiten


    www.lymenet.de/lymchckd.htm#essay


    "Wann soll ich Lyme-Borreliose vermuten?"


    und die 46 Fragen-Checklist


    www.lymenet.de/lymchckd.htm#checklist


    Gute Besserung