Neuroborreliose?

    hallo,


    hoffe ich bin hier richtig mit meine "problemchen"!


    also ich hatte im mai 2006 einen zeckenbiss. keine wanderröte. aber jetzt hab ich seit über 3 wochen eine kiefersperre (beidseits) und vor ein paar wochen hatte ich unerträgliche schmerzen im re kiefer, immer so schubweise. die schmerzen sind jetzt fast weg aber die kiefersperre hält nach wie vor an. außerdem bin ich seit druckempfindlich auf dem hinterkopf, eher rechts. alle aus meiner family und freunde sagen mir, dass seitdem mein gesicht irgendwie "schief" ist. und mein rechtes auge ist kleiner seitdem.


    war schon beim zahnarzt, der mir eine wurzelbehandlung verpasst hat weil der zahn einfach so abgestorben ist obwohl er von außen ok war. wieder rechts. dann war ich beim neurologen, kein befund, beim HNO, kein befund, und bei einer osteopatin, die mich schon 2x behandelt hat jedoch ohne erfolg.


    könnte das evt eine neuroborreliose sein?? hausarzt hat schon antikörper bestimmen lassen. warte noch auf´s ergebnis.


    eine andere ärztin bei der ich war würde evt tetanus vermuten


    ich hoffe euch tun die augen jetzt nicht weh vom vielen lesen


    lg stefanie

  • 20 Antworten

    Kann

    schon sein. Wenn das "schiefe" Gesicht zB eine Facialislähmung ist, würde das auch darauf hindeuten. Ab zum Arzt, Lumbalpunktion, PCR auf Borrelien. Nicht zu lange warten. Und nicht irgendwelche anderen Tests für Borreliose aufschwatzen lassen-bringt nichts.


    Gruß

    "Ab zum Arzt, Lumbalpunktion, PCR auf Borrelien. Nicht zu lange warten. Und nicht irgendwelche anderen Tests für Borreliose aufschwatzen lassen-bringt nichts." ??


    Die Lumbalpunktion führt bei Borreliose nur bei ca. 20% zu einem Ergebnis und die PCR hat mit max. 10-20% die schlechteste Sensitivität aller Testmethoden. D.h. nur 10-20% aller Erkrankten können mit dieser Methode überhaupt entdeckt werden.


    Der erste Schritt ist ein Antikörper Bluttest auf Borrelien, dann sieht man weiter.


    Gruß

    So nicht richtig. Du müsstest wissen, dass Serum AK für Neuroberreliose nicht aussagekräftig sind. Zur Verlaufskontrolle einer anderern B Form ebensowenig. Liquor PCR in Kombination mit Liquor AK ist leider immernoch die allersicherste labortechnische Diagnosemöglichkeit.


    Gruß

    So sicher ist das nicht, man sollte auch wissen dass 90% aller Borreliosen sich nicht ausschließlich im ZNS abspielen und somit nicht im Liquor feststellen lassen. Außerdem ist die Borreliose in erster Linie eine klinische Diagnose. Laborbefunde egal ob serologisch oder im Liquor dienen nur zur Unterstützung.


    Bis auf seltene Ausnahmefälle im Frühstadium lässt sich eine Borreliose auch immer im Blut nachweisen, dagegen gelingt der Nachweis im Liquor bei der überwiegenden Minderheit nicht. Ein negativer Befund hier schließt eine Borreliose nicht aus. MIQ 12 2000.


    In einer Schweizer Studie waren nur bei ca. 25 % der Neuroborreliose-Patienten mit einer Facialis Parese im Liquor Abnormalitäten zu finden: Kohler A, Chofflon M, Sztajzel R, Magistris MR.Cerebrospinal fluid in acute peripheral facialpalsy 1999


    Hassler


    Klinik und Therapie der Lyme-Borreliose, Merkblatt für Patienten und Hausärzte:


    "Während man in der Frühphase der Erforschung der Borreliose davon ausging, daß obligatorisch im Rahmen einer Borrelieninfektion auch eine Beteiligung des Zentralnervensystems mit entzündlichem Liquorsyndrom auftritt, weiß man heute, daß das klassische Vollbild der Meningopolyneuritis (das "Bannwarth"-Syndrom) wohl eher die Ausnahme darstellt. Die meisten Borreliosemanifestationen sind rein peripherer Natur.


    Neuerdings wissen wir, daß die Infektion regelhaft vaskulitische Prozesse ("Gefäßentzündungen”) in Nerven, Muskulatur und Knochengewebe auslöst und daß das Auftreten von Symptomen davon abhängt, ob im jeweiligen Gebiet eine ausreichende kapilläre Reserve vorhanden ist (Literatur: Duray).


    Es ist derzeit Gegenstand der Diskussion, ob auch eine "neurotrope" Erregerausbreitung entlang peripherer Nerven ohne hämatogene oder lymphogene Streuung erfolgen kann. Sicher scheint inzwischen, daß die typischen Facialisparesen (Gesichtslähmungen) meist peripher bedingt und nicht obligat mit einer Liquorbeteiligung verknüpft sind (Literatur: Meier, Pfister etc.). Auch bei zahlreichen anderen publizierten Kasuistiken war der Liquor auch in der Akutphase der Erkrankung nicht entzündlich verändert. "


    Leider ist es immer noch eine weitverbreitete Fehlmeinung besonders aus der neurologischen Sicht dass eine Liquoruntersuchung die einzig wahre Untersuchungsmethode ist und ein negatives Ergebnis eien Borreliose ausschließt. Tatsächlich ist diese ebenso wie andere Methoden sehr unzuverlässig und ausschließlich bei eindeutigen rein neurologischen ZNS-Symptomen sinnvoll. Die Trennung zwischen einer Borreliose und Neuroborreliose ist ohnehin unsinnig da sich bis auf wenige Ausnahmen und vor allem im fortgeschritten Stadium eine Borreliose sowohl im ZNS als auch in sämtlichen anderen Körperregionen abspielt und die Übergänge fließend sind.


    Gruß

    Die Klinik der Neuroborreliose ist diffus und nicht eindeutig, somit die klinische Diagnose stellenweise so gut wie gar nicht zu stellen. Ein direkter oder indirekter Nachweis der Erreger im Blut bei den meisten dieser nicht möglich. Du kannst gerne glauben, was du willst-aber "Glauben ist nichts wissen". Ich weiss, wovon ich rede.

    "Was du da zitiert hast ist stellenweise ganz schöner Unsinn. Unterhalt dich doch mal mit einem Neuro Prof über Neuro (Borreliose)"


    Ich habe mich sicher schon mal mit nicht nur einem Neuro Prof über Neuro (Borreliose) unterhalten und kenne deren einseitige Meinung. Wenn der durchaus schwierige Nachweis nicht gelingt ist es bei diesen ohnehin meist nur rein psychosomatisch. Ich habe mich auch mit anderen Fakultäten wie Internisten, Infektologen und Mikrobiologen unterhalten welche durchaus völlig andere Meinungen haben..


    "Ein direkter oder indirekter Nachweis der Erreger im Blut bei den meisten dieser nicht möglich."


    Was soll der Unsinn, ein direkter Nachweis der Erreger im Blut ist sicher meistens nicht möglich aber erkläre doch einmal warum sollte dieser dann im Liquor möglich sein wenn du so genau weißt wovon du redest. Dann zeige doch einmal genaue Zahlen entsprechende Studien oder Fachliteratur dass ein direkter Nachweis der Erreger im Liquor so gut sein soll dieser Nachweis ist hier ebenfalls meistens nicht möglich.


    Die Zuverlässigkeit der direkten Antikörpernachweise im Liquor sind abhängig von dem jeweiligen Testsystem, eingesetzten Erregerstämmen, cut off ect. und sind die selben wie im Blutnachweis. Erkläre dann doch einmal logisch warum diese im Liquor besser sein sollten als im Blut ?


    Ich zitiere hier noch mal "ganz schöner Unsinn" vom RKI:


    Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose


    RKI Robert Koch Institut, Epidemiologisches Bulletin 22/98


    "Ein großes Problem der serologischen Diagnostik ist in der bislang fehlenden Standardisierung der Testverfahren zu sehen. Als Hauptgründe für die häufig differenten Testergebnisse sind vor allem anzuführen: unterschiedliche serologische Techniken, unterschiedliche Borrelienenstämme als Testantigen, unterschiedliche Vorbehandlung der Seren und unterschiedliche Cut-off Definitionen. Insbesondere der Immunoblot (WB) wird dem hohen Anspruch als Bestätigungstest in der Praxis vielfach nicht gerecht. Die kommerziell erhältlichen Testkits erlauben selten die zuverlässige Identifikation spezifischer Banden. Es fehlen auch allgemein- verbindliche Auswertekriterien."


    Würde mich sehr interessieren wenn du mir ein indirektes Nachweisverfahren für den Liquor nennen könnten das um ein vielfaches besser sein sollte?


    Der serologische Nachweis einer Borreliose ist zugegebenermaßen ein großes Problem.


    Der Unsinn ist jedoch die reine Annahme dass dieser nur im Liquor sicher möglich ist obwohl hier die selben Testverfahren eingesetzt werden.


    Wäre sehr dankbar wenn du mir einen wissenschaftlichen Nachweis (keine subjetive Meinung) liefern könntest dass eine Liquoruntersuchung zum direkter oder indirekter Nachweis der Erreger besser ist als im Serum.


    "Glauben ist nichts wissen"


    Dass die Klinik der Borreliose und Neuroborreliose diffus und oft nicht eindeutig ist, ist sicher Tatsache.


    Aber gerade hierbei und durch die meist nicht eindeutigen Tests ist eine große Erfahrung bezüglich Borreliose sowie die ärztliche Kunst gefordert. Aufgrund dieser Unsicherheiten suchen deshalb die meisten Ärzte einen eindeutigen Beweis durch Laboruntersuchungen zu finden obwohl diese in erster Line klinisch zu stellen ist. Diesesr Beweis ist aber leider derzeit durch Labortests im Prinzip unmöglich und die Katze beist sich dabei selbst in den Schwanz.


    Gruß

    Liquor ist kein Blut. Mehr bitte selber nachlesen.... Bei B. mit ausschliesslichen ZNS Symptomen findet man eher direkt/indirekt Erreger im Liquor, nicht im Blut. Dass ein negativer Laborbefund B. sicher ausschliesst habe ich NIE gesagt. Lab. kann sie aber mit gewisser Wahrscheinlichkeit beweisen-und die ist bei oben beschriebener B. beim Liquor unbestritten höher als im Blut.


    --Mediziner lernen natürlich nur Käse in ihrer Ausbildung, Laien die sich zB im Internet informieren wissen es natürlich viel besser--

    Liquor ist kein Blut, das ist sicher richtig aber Antikörper sind Antikörper oder sind diese im Liquor völlig andere als im Blut?


    Da eine Lumbalpunktion wie du sicher weist nicht ohne Risiken ist sollte diese nicht standardmäßig als Routinediagnostik eingesetzt werden sondern erst nur nach strenger Indikation.


    Das postpunktionelle Syndrom welches bei etwa zehn bis zwanzig Prozent der Patienten nach der Liquorentnahme auftritt ist äußerst unangenehm. Schwerere Komplikationen sind zwar selten aber nicht ausgeschlossen.


    Deshalb sollte man zuerst einmal des Befund des Bluttests abwarten. Erst danach in Abhängigkeit dieses Ergebnisses sowie des klinischen Verlaufs könnte man eine Liquoruntersuchung in Betracht ziehen. Ein ausschließlicher Nachweis von Borrelienantikörpern im Liquor ist selten und tritt meist nur im sehr frühen Infektionstadium auf.


    Die öfters gängige Meinung bei Verdacht einer Borreliose sofort unkritisch eine Lumbalpunktion durchzuführen halte ich für nicht sinnvoll zumal diese meistens außer beim typischen klinischen Vollbild (Hirnnervenausfälle, Meningitis/Meningoradikulitis, fokale neurologische Ausfälle...) einer akuten Neuroborreliose keine großen Erkenntnisse bringt


    Außerdem unterscheidet sich die nötige stadiengerechte Therapie praktisch kaum ob diese nun klinisch und serologisch oder durch Liquorbefund ausreichend gesichert wurde. In beiden Fällen werden sowohl orale Therapien z.B. mit Doxycylin als auch intravenöse z.B. mit Ceftriaxon empfohlen.


    Selbstverständlich lernen Mediziner nicht nur Käse in ihrer Ausbildung aber die schwierige Problematik einer Borreliose war bei den meisten während der Ausbildung noch kein Thema da diese erst 1983 entdeckt wurde, außerdem wurde die Infektologie in der Lehre jahrzehnte lang vernachlässigt. Erst mit der 9. Änderung der Approbationsordnung wurde im Oktober 2003 diese wieder als Lehrfach für Ärzte eingeführt.


    Man darf bestimmt nicht alle Mediziner über einen Kamm scheren, aber bezüglich der Borreliose gibt es leider auch immer noch teilweise haarsträubende Unkenntnis sowie Fehlmeinungen unter diesen aber sicher auch einige gute Beispiele welche sehr differenziert bei der schwierigen Problematik vorgehen da hierbei eine eindeutige Beweisführung allzu oft kaum möglich ist.


    Die Unterlassung einer nötigen Therapie aufgrund bestehender Unsicherheiten der Labordiagnostik dürfte genau so fatal sein wie eine unnötige monatelange Therapie aufgrund einer Fehldiagnose. Klarheit verschafft oft nur erst ein Therapieversuch ex juvantibus von dem aber nur selten Gebrauch gemacht wird.


    Die Diagnostik einer Borreliose ist oft trotz Kosten und Zeitdruck eine große Herausforderung an die ärztliche Kunst der man sich trotz sehr kontroversen wissenschaftlichen Meinungen stellen oder auch einfach ausweichen kann.


    Ich möchte hierbei lobenswert dein Engagement sich einer Diskussion zu stellen erwähnen.


    Schöne Grüße

    befund!

    ich weiß was das ist, aber auf dem befund steht irgendwas von


    borrelien IgM-AK: 2 U/ml (normal: 0 - 5 U/ml)


    derzeit kein hinweis auf eine infektion.


    post. inf. sehr langsame AK-bildung:


    IgG-AK ca 1 -1,5 monate, IgM-AK 3- 6 wochen.


    bei weiterem verdacht ist eine kontrolle in 1-2 mon. erforderlich.


    sagt das jemandem von euch was???


    lg stefanie

    Das ist eine Blutuntersuchung gewesen? Für Neuroborreliose-wie oben zu lesen-fast keine Aussagekraft. Kann trotzdem Borreliose sein.


    Wie ebenfalls oben beschrieben machen Untersuchungen zur Beurteilung des Verlaufs einer B ebenfalls keinen Sinn. Man kann natürlich in einigen Wo nochmal testen, wenn dann die Titer weiterhin so niedrig sind, schliesst das aber wieder B nicht sicher aus.

    Die Blut- und Liquoruntersuchungen sind stark von dem jeweiligen Labor abhängig und können diskrepante Ergebnisse zeigen. Ein isolierter Befund im Liquor ohne einen Nachweis im Blut ist sehr selten und wenn in der Regel nur im frühen Stadium vorhanden deshalb ist ein evtl. eindeutiges positives Borrelienergebnis im Liquor sehr unwahrscheinlich da der mögliche Infektionszeitpunkt im Mai schon länger zurückliegt. Der Blutbefund zeigt ein fast negatives Ergebnis mit einem sehr minimalen Wert im IgM Suchtest innerhalb des Normalwerts die eine Borreliose unwahrscheinlicher macht aber nicht ausschließt. Die weitere Diagnostik sollte in Abhängigkeit von den Beschwerden erfolgen und auch unbedingt andere Möglichkeiten einschließen. Nur bei weiterer deutlichen Verschlechterung der neurologischen Symptomatik könnte man eine Liquoruntersuchung in Betracht ziehen welche aber oftmals zu keinem Ergebnis führt. Ein negatives Ergebnis schließt aber hier eine Borreliose ebenfalls nicht sicher aus. Wenn keine andere Ursache festgestellt werden kann könnte man nochmals eine Blutuntersuchung in einem auf Borreliose spezialisierten Labor durchführen lassen z.B. hier: http://www.labor-koeln.de/l_k/pdf/formulare/borrelien_06.pdf


    Es sollte aber neben dem groben Suchtest auch unbedingt ein wesentlich genauerer Westernblot als Bestätigungstest durchgeführt werden, da nicht selten erst dieser positive Ergebnisse zeigt. Man sollte aber unbedingt auch verschiedene andere mögliche Ursachen in Betracht ziehen.


    Die Diagnostik einer Borreliose und anderer Ursachen ist leider oft sehr schwierig, die Meinung dass nur allein eine Liquoruntersuchung das einzig wahre Ergebnis zeigt ist jedoch ein häufiger Irrglaube. Hierbei wäre ein auf Borreliose spezialisierter erfahrener Arzt zur weiteren Diagnostik zu empfehlen.