Seit 5 Jahren Symptome, kein Arzt kann sagen, was es ist

    Hallo, mein Name ist Lena und ich schreibe hier weil meine Familie nicht mehr weiter weiß.


    Der Freund meiner Schwester hat seit ca. 5 Jahren einige Symptome, jedoch kann ihm kein Arzt sagen was er hat.


    Alles fing an, als er vor 5 Jahren mit einem Freund zusammen im Bierzelt war. Er hatte bis dahin nur ein Bier getrunken, plötzlich hatte er wie eine Art Blitz in seinem Kopf. Ob dieser Blitz mit seinen späteren Symptomen zu tun hat, wissen wir nicht.


    Er selbst sagt jedenfalls, dass er seitdem immer mal wieder stärker oder weniger stark folgende Symptome hat:


    - Schlafstörungen


    - Müdigkeit ohne vorherige körperliche Beanspruchung


    - Nacken- und Rückenschmerzen


    - Muskelzucken


    - plötzliche Aggressionen und Stimmungsschwankungen


    - Vergesslichkeit (hat letztens vergessen wo er sein Auto abgestellt hat)


    - verminderte Auffassung (kann Filmen im Fernsehen nicht mehr folgen)


    - rote Flecken an den Beinen


    - Sprachstörungen (Verwechselung von Silben, "Matsch" im Kopf)


    - wenn er schläft, dann geht es ihm besser


    Hier etwas zu seiner Person:


    28 Jahre alt, Elektriker, hat einen Bauernhof zu Hause, Gewicht-Größen-Verhältinis normal.


    Da vor 1,5 Jahren bereits ein CT und MRT gemacht wurde, weigern sich die Ärzte (er war vor kurzem auch in einem Uniklinikum in Österreich), dass weitere Untersuchungen, bzw. noch einmal ein CT oder MRT gemacht wird.


    Sein Hausarzt, sowie die Ärzte im Krankehaus stempeln ihn mittlerweile als psychisch krank ab, und legen ihm nahe, einen Psychiater aufzusuchen. Vor 1,5 Jahren war er sogar schon einmal bei einem Psychiater, dieser verschrieb ihm sogar ein Anti-Depressiva, dass er aber nach drei Wochen wieder absetzte, da er sich charakteristisch sehr veränderte und das Medikament überhaupt nicht geholfen hatte...


    Mitterlweile wissen wir leider nicht mehr was wir machen sollen, weil ihn jeder Arzt zu dem er geht, als "doof" abstempelt.


    Ich hatte seine Symptome bereits gegoogelt, da kam auch etwas von Borriolose raus. Daraufhin machte er bei seinem Arzt einen großes Blutbild, da kam aber leider nichts raus. Jedoch waren die Werte der Borrelien (Normalwert 10-15) bei ihm sehr stark erhöht (86). Der Arzt sagte jedoch, dass dies nichts zu bedeuten hätte, er hatte eventuell einmal einen Zecken, aber darüber brauche er sich keine Gedanken zu machen.


    Da fragen ich mich, warum dann diese Werte so extrem erhöht sind, wenn er sich an keinen Zeckenbiss in der letzten Zeit erinnern kann?


    Am Anfang dachten wir auch an einen Tumor im Gehirn, der vielleicht diese Vergesslichkeit und Sprachstörungen auslöste, jedoch sagte der Arzt, dass ja vor 1,5 Jahren dementsprechende Untersuchungen gemacht wurden.


    Da die Oma meines Freundes an einem Tumor gestorben ist, den die Ärzte bei den ersten CT's und MRT's nicht gesehen hatten, obwohl dieser sehr groß war, haben wir Angst, dass sich jetzt in den letzten 1,5 Jahren ein Tumor gebildet hat, bzw. schon einer da war und jetzt gewachsen ist. Da er aber zur Zeit keinen Arzt findet, da ja damals erst Untersuchungen gemacht wurden, wissen wir nicht an wen wir uns noch wenden sollen. Die Ärzte fragen ihn nur immer wieder, was er eigentlich noch von ihnen wolle und er soll doch zum Psychiater gehen...


    Wir dachten vielleicht, dass er sich einmal das Hirnwasser untersuchen lassen soll, jedoch finden wir keinen Arzt, der das macht, da ihm keiner glaubt.


    Vielleicht hat einer von euch ja ähnliche Symptome oder Probleme mit den Ärzten und kann mir weiter helfen, weil wir mit unserem Latein am Ende sind.


    Bitte helft uns!


    Vielen Dank schon einmal im Voraus!!! @:)


    11Le12na93

  • 3 Antworten
    Zitat

    Jedoch waren die Werte der Borrelien (Normalwert 10-15) bei ihm sehr stark erhöht (86). Der Arzt sagte jedoch, dass dies nichts zu bedeuten hätte,

    Hallo, das war sicherlich der grobe Suchtest (ELISA).


    Normalerweis müßte nach einem positiven Ergebnis im ELISA der Bestätigungstest (Westernblot) durchgeführt werden. Wurde das gemacht und mit welchem Ergebnis?


    Positive Borrelienserologie besagt nur, daß irgendwann einmal eine Infektion vorlag. Viele Gesunde haben auch eine positive Serologie. Daß kein Zeckenbiss erinnnerlich ist, hat kaum etwas zu bedeuten. Kann auch unbemerkt verlaufen.


    Die Symptome Deines Bekannten könnten durchaus von Borreliose herrühren, aber auch viele andere Ursachen haben. Das ist das grundsätzliche Problem der meist sehr unspezifischen Boreliosesymptome.


    Lumbalpunktion (Hirnwasserentnahme) würde euch wahrscheinlich nicht weiterbringen. Hier findet man nur etwas im Falle einer klassischen Neuroborreliose, und auch da keineswegs immer.


    Tests mit denen man die Aktivität einer Borreliose nachweisen kann, gibt es kaum. Bzw. sie sind meist sehr spekulativ.


    Wirklich aussagekräftig wäre PCR/Kultur aus einem Hautsymptom. Er soll sich mal nach heißem Duschen gründlich absuchen nach einer Rötung. Wanderröten können viele Jahre bestehen bleiben, irgendwo am Körper, und sehr untypisch aussehen.


    Ultima ratio wäre eine versuchsweise antibiotische Behandlung, wenn sonst keine plausible Ursache gefunden wird.


    Gruß

    Hallo,


    die Symptome sind tatsächlich sehr unspezifisch und ein positiver Titer allein reicht nicht für eine Diagnose.


    Vorschlag wäre, zweigleisig zu fahren. 1. Vorstellung in einem tropenmedizinischen Institut wegen der Abklärung Borreliose und 2. Vorstellung beim Neurologen wegen der Allgemeinsymptomatik. Mir kommt spontan Alzheimer in den Kopf, ich habe im Praktikum mal eine 25jährige erlebt, die ähnliche Symptome hatte. In sehr seltenen Fällen kann Alzheimer auch schon so früh auftreten.


    Für eine Hirntumor sind die Symptome wirklich nicht typisch, da diese zumeist Krampfanfälle und Erbrechen, Schwindel etc auslösen.


    Der "Blitz" im Kopf kann halt alles gewesen sein...von einem Mini-Schlaganfall (oft im CT nicht zu sehen) bis hin zu einer TIA. Das alles kann nur ein Neurologe abklären.


    Und: bitte schließt die psychischen Aspekte nicht aus. Ich bin angehende Psychotherapeutin und erlebe viele Patienten, die jahrelange psychosomatische Beschwerden haben und sich sooo lange gewehrt haben endlich eine Therapie zu beginnen. Das ist doch keine Schande.

    Vielen Dank für die Mühe die Ihr euch macht! Er hat in den nächsten Tagen einen Termin bei einem Borreliose-Arzt, hoffe dass dort endlich etwas bei herauskommt. Und wenn nicht, dann werden wir auf jeden Fall noch zu weiter Ärzten gehen und Ihn auf andere Krankheiten untersuchen lassen, vorausgesetzt die Ärzte wollen... Natürlich kann es wahrscheinlich auch psychisch bedingt sein, aber mal ganz ehrlich, kann man sich Sprachstörungen und Orientierungslosigkeit einbilden? Das Problem ist halt auch die Benommenheit, die er seit 5 Jahren hat, mal schwächer und dann wieder stärker, aber niemals weg... Er hat auch ständig Probleme mit den Nasenschleimhäuten (Nase zu)