Wanderröte -Ärztin möchte auf Bluttest warten

    Guten Tag,


    ich bin männlich, 25. Ich hatte dieses Jahr schon einige Zeckenbisse und habe mich bemüht, die Stellen zu merken. Jetzt hat sich bei einem Zeckenbiss von vor dreieinhalb Wochen eine Wanderröte gebildet. Ich bin damit gestern zur Ärztin gegangen, doch dort war die Stelle auf einmal wieder ziemlich blass. Die Ärztin meinte, dass es trotzdem wirklich sehr stark nach einer Wanderröte aussieht, aber sie würde lieber erstmal einen Bluttest machen bevor sie mir Antibiotika verschreibt. Schließlich soll man Antibiotika ja auch nicht leichtfertig einsetzen, leuchtete mir ein. Sobald ich wieder zu Hause war wurde die Stelle aber wieder röter, und blieb so auch. Also bin ich heute früh wieder hin, sie meinte das sei eindeutig eine Wanderröte. Trotzdem hat sie mich wieder überredet auf das Ergebnis des Bluttests zu warten. Das Problem ist, dass das Bluttest-Ergebnis erst am Freitag kommt, ich aber ab morgen früh verreist bin. D.h. ich könnte frühestens in 5 Tagen, am Montag mit der Antibiotika-Therapie beginnen. Dabei soll man doch möglichst früh anfangen und Wanderröte ist ein klarer Beweis, oder?


    Auf der anderen Seite leben wir hier in einem zeckenreichen Gebiet, daher denke ich die Ärztin hat Erfahrung mit Borrelliose und weiß was sie tut. Aber mir leuchtet es nicht ganz ein und ich mache mir sorgen, dass die Verzögerung sich später rächt.


    Was soll ich machen? Was ist das Risiko?


    Vielen Dank schonmal für eure Antworten!

  • 8 Antworten

    Hm, ich gebe dir jetzt mal als Laie eine Antwort. Eine Wanderröte ist eigentlich ein relativ sicheres Zeichen. Den Bluttest abzuwarten finde ich ehrlichgesagt etwas sinnfrei, da es derzeit keine zuverlässigen Bluttests gibt. Auf der anderen Seite ist es meiner Meinung nach ausreichend, wenn du erst in 5 Tagen mit dem Doxycyclin beginnst. Borrelien vermehren sich sehr langsam. Sie teilen sich nur alle 7 Tage. Deshalb ist es nicht so schlimm noch ein paar Tage zu warten. Wichtiger ist es, das Antibiotika dann auch konsequent für 3 Borrellienzyklen (mindestens 21 Tage) einzunehmen und sich genau an die Vorschriften zur Einnahme zu halten, damit alle erwischt werden.


    Bis Montag würde ich die Stelle täglich photographieren um den Verlauf zu dokumentieren. So hast du selbst auch Vergleichsmöglichkeiten.


    Hast du sonst irgend welche Symptome? Wenn ja, dann würde ich eher nochmal zur Ärztin gehen.


    Ich habe meine Wanderröte damals im Urlaub entdeckt und bin dann erst nach einer Woche zum Arzt gekommen. Es war aber ausreichend. Keine Panik. *:)

    Danke für die Antwort, das beruhigt mich schon mal etwas. Aber wie gesagt, ich vermute dass der schuldige Zeckenbiss nun auch schon fast vier Wochen her ist. Und mir erschließt sich der Sinn des Wartens halt auch nicht, jetzt ärgere ich mich dass ich nicht mehr nachgehakt habe. Liefert der Bluttest vielleicht Aufschluss über den Borrelien-Stamm und damit über das wirksamste Antibiotikum?


    Das mit der Dokumentation des Verlaufs ist eine gute Idee. Und nein, außer der Wanderröte sind mir noch keine Symptome aufgefallen.


    Wie sieht es denn mit Sport aus? Gestern habe ich noch Kraftsport gemacht und es lief auch gut, aber im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass das mit einer Bakterien-Infektion eine wahrscheinlich eher dumme Idee ist, oder?

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    Zitat

    Aber wie gesagt, ich vermute dass der schuldige Zeckenbiss nun auch schon fast vier Wochen her ist

    eben


    das dachte ich auch beim lesen deines beitrages


    schrieb dir eben eine pn


    würde darauf bestehen sofort mit den Antibiotika anzufangen


    und nicht zu warten


    achte drauf daß die Dosis stark genug ist und lange genug

    du kannst deinen Urlaub verschieben oder im Urlaub dir von einem anderen Arzt oder Klinik vor ort Antibiotika verschreiben lassen, kannst ja deine wanderröte zeigen den Arzt


    oder kannst heute nacht evtl. zur notfallpraxis deiner Stadt geben daß die dir was geben sollen was für 5 tage ausreicht.

    Zitat

    Danke für die Antwort, das beruhigt mich schon mal etwas. Aber wie gesagt, ich vermute dass der schuldige Zeckenbiss nun auch schon fast vier Wochen her ist.

    War bei mir auch so. Der Zeckenbiss war Ende Mai, die Wanderröte ist mir Ende Juni im Urlaub aufgefallen und am 8. Juli begann ich mit Antibiotika. Bis so eine Wanderröte auftritt kann es schon mal ein paar Wochen dauern. ":/

    Zitat

    Liefert der Bluttest vielleicht Aufschluss über den Borrelien-Stamm und damit über das wirksamste Antibiotikum?

    Nein, dafür braucht es wohl andere Untersuchungen. Die gängige Therapie ist so weit ich weiß Doxycylin 200mg für 3 Wochen.

    Zitat

    Wie sieht es denn mit Sport aus? Gestern habe ich noch Kraftsport gemacht und es lief auch gut, aber im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass das mit einer Bakterien-Infektion eine wahrscheinlich eher dumme Idee ist, oder?

    Da sehe ich jetzt eigentlich kein Problem. Aber wenn du dich schwach fühlst oder andere Symptome dazukommen würde ich da auf jeden Fall etwas langsamer tun.

    Zitat

    Und mir erschließt sich der Sinn des Wartens halt auch nicht, jetzt ärgere ich mich dass ich nicht mehr nachgehakt habe.

    Ich würde mich persönlich nicht auf den Bluttest verlassen, sollte er negativ sein und auf das AB bestehen. Wenn du bis Freitag Photos machst kannst du die Wanderröte ja ganz gut beurteilen. Die müsste bis dahin ja etwas größer geworden sein. Und wie gesagt, Borrellien teilen sich seeehr langsam. Es reicht auch noch aus, wenn du Freitag, oder sogar erst Montag mit dem AB beginnen würdest.

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    Zitat

    Ich würde mich persönlich nicht auf den Bluttest verlassen, sollte er negativ sein und auf das AB bestehen

    :)z

    Eine Wanderröte ist nicht ein relativ sicheres Anzeichen für eine Borreliose, sondern 100% sicher.


    Nicht sicher sind sämtliche Bluttests. Du kannst z.B. borrelieninfiziert sein und der Bluttest ist negativ.


    Es macht überhaupt keinen Sinn einen unsicheren Bluttest abzuwarten, wenn ein sicheres körperliches Symptom vorliegt.


    Aus diesem Grund glaube ich nicht, dass deine Hausärztin mit dieser Erkrankung Erfahrung hat. Wenn du im Süden wohnst, hast du den Vorteil dort viele Spezialisten oder Ärzte, die sich wirklich auskennen, zu finden. Ich würde mich an so einen Arzt wenden. Besonders was die richtige Behandlung einer Erstinfektion betrifft.


    Hier bei mir im Norden ist man echt aufgeschmissen, was Experten anbelangt. Hatte eine Zecke in Bad Kissingen eingefangen und erst viel später kam die Wanderröte (erythema migrans). Mein Hausarzt war auch so schlau zu erkennen, dass es eine Wanderröte war und wollte vor einer Behandlung den Bluttest abwarten. Dieser war zum Glück positiv. Seine Behandlung mit Doxyclin war viel zu kurz (14 Tage) und zu niedrig dosiert (100 mg täglich). Danach hatte ich mit einem heftigen Rückfall zu kämpfen. Er ließ auch nicht mit sich reden. Der Rückfall müsse etwas ganz anderes sein.


    Danach hatte ich in meiner Not doch noch einen Termin bei einem der wenigen kundigen Ärzte hier bekommen und die Behandlung war erfolgreich.


    Ich finde es so traurig, dass Ärzte es nicht hinkriegen sich und ihren Patienten einzugestehen, dass sie für etwas (in deinem Fall Borreliose) überfragt sind. Kein Mensch erwartet von einem Arzt, dass er auf allen Gebieten fachkundig ist. Hilfloses Rumdoktern schadet sehr viel mehr.


    Gute Besserung und viel Erfolg bei der Arztsuche @:)

    Hi, also ich kann dir nur sehr stark ans Herz legen, dass du sobald als möglich dir einen fachkundigen Arzt suchst und mit der AB anfängst. Noch vor deinem Urlaub.


    Meine Tante hatte das Schicksal, sich 1990 mit Borelliose zu infizieren. Daraus wiederum entwickelte sich eine MS. Das ist alles wirklich worst case, aber leider gibt es diese Variation. Meine Tante saß wenige Jahre später im Rollstuhl, irgendwann bewegte sie nur noch eine Hand und auch das irgendwann nicht mehr. 2013 starb sie - mit 48.


    Sie hatte damals auch das Pech, dass es lange Zeit nicht erkannt wurde. Und als es erkannt wurde, war es zu spät.


    Auch an alle anderen die das Lesen sollten: nehmt einen Zeckenbiss niemals auf die leichte Schulter!

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