AfD klettert auf 17,5 Prozent und überholt die SPD. Was bedeutet das für Deutschland?

    Zitat

    Die AfD zieht einer neuen Umfrage zufolge an der SPD vorbei: Im Insa-Meinungstrend liegt sie mit einem Rekordwert von 17,5 Prozent nun ganz knapp vor den Sozialdemokraten. Die große Koalition kommt nur noch auf 46 Prozent.


    Quelle: https://www.welt.de/politik/de…nd-ueberholt-die-SPD.html

    https://www.wahlrecht.de/umfragen/


    Damit wird die Parteienlandschaft endgültig und vollständig durcheinander gewirbelt. Was heißt das für die etablierten Parteien? Was für Schlüsse wird die AfD daraus ziehen? Wie werden die Wähler damit umgehen? Eins ist jedenfalls klar: es ist eine Zäsur in der bundespolitischen Geschichte.

  • 90 Antworten

    Deswegen tut man derzeit alles, damit keine Neuwahlen stattfinden müssen, und seien es oberfaule Wort-Kompromisse. Aussitzen und abwarten. Selbst wenn die CDU mit der AfD koalieren müsste/würde, sehe ich die Gefahr eines "4. Reiches" allerdings nicht. Vielleicht sowas wie Ungarn. Guck Dir Thüringen an - eine linke Regierung! Was hat man da nicht den Weltuntergang heraufbeschworen. Und was ist passiert? NICHTS, alles ganz normal. Deswegen hört man von dort nämlich auch NICHTS.

    Hampsa schrieb:

    Was heißt das für die etablierten Parteien?

    Die "selbstverschuldete Entmündigung!" Die AfD kann ihr Glück kaum fassen. Wird sie doch ohne eigenes Zutun auf einer Woge nach oben getragen, weil die Regierungsparteien mit ihren Streitereien auf Talfahrt sind. In Bayern stehen Landtagswahlen an. Erstmals könnte die CSU die absolute Mehrheit verlieren. Wir dürfen gespannt sein, wer die neue Regierung bildet. Übrigens: Als Petra Kelly und Gert Bastian Anfang der 90-er eine neune Partei gründeten, die Grünen, wurde sie ebenso stigmatisiert wie die AfD zur Zeit.

    Belafonte schrieb:

    Als Petra Kelly und Gert Bastian Anfang der 90-er eine neune Partei gründeten, die Grünen, wurde sie ebenso stigmatisiert wie die AfD zur Zeit.

    So isses - die Linke ebenso. Die damals noch neue Katja Kipping wurde bei Sabine Christiansen dermaßen fertiggemacht (sie hielt damals tapfer dagegen), dass ich Christiansen schon dafür hasste. Der Umgang mit einer "neuen" (also nicht "etablierten") Partei ist immer der gleiche:

    Ignorieren -> Lächerlichmachen -> Verunglimpfen -> Bekämpfen -> Tolerieren -> Integrieren.

    *:)

    Die übrigen Parteien müssen sich jetzt entscheiden ob sie zu ihren Werten stehen, oder ob sie in einen "Fremdenfeindlichkeitswettbewerb" mit der AfD treten. wollen. Was natürlich nicht funktioneren wird, denn in dieser Disziplin ist die AfD unchlagbar.


    Broderick schrieb:

    Die übrigen Parteien müssen sich jetzt entscheiden ob sie zu ihren Werten stehen, oder ob sie in einen "Fremdenfeindlichkeitswettbewerb" mit der AfD treten. wollen. Was natürlich nicht funktioneren wird, denn in dieser Disziplin ist die AfD unchlagbar.

    Da muss ich Dir sogar recht geben! :)z;-)Allerdings habe ich den Glauben an einen verlässlichen Wertekanon der Parteien bereits verloren.

    Wertekanon, verlässlicher?! Also bitte. Dass es primär um Ausbau und Erhalt der eigenen Macht geht, ist doch nicht ernstlich in Zweifel zu ziehen. Da leidet die Konsistenz schon ein bisschen, wobei ich mich durchaus frage, warum Merkel immerhin noch eisern an ihren Ideen festhält. Ich denke aber, weil sie sich die Blöße eines zurückruderns nicht geben will.

    Warum die AfD so hoch liegt, ist garantiert nicht auf ihre sonstige, gute Politik (Zwangsdienste für junge Menschen, reaktionäres Familienbild, Restriktionen i.B.a. Frauenrechtlerin, Rückzug aus der EU) zurückzuführen, sondern auf den einen, wunden Punkt. Mich wundert es wirklich, warum die olle Merkel das nicht für sich nutzbar macht, politisch wäre das durchaus möglich. Aber s.o.

    Mich wundert Merkels Verhalten auch sehr! Zumal sie ja bei anderen Themen (Atomkraft, erst war sie ziemlich dafür, nach Fukushima dann die Kehrtwende) gezeigt hat, daß sie ihre Meinung durchaus ändern kann...

    Aber ich schätze, es paßt ihr ganz gut in den Kram, wenn möglichst viele billige Arbeitskräfte ins Land kommen...genau wie der FDP!

    Aedgiva schrieb:

    Aber ich schätze, es paßt ihr ganz gut in den Kram, wenn möglichst viele billige Arbeitskräfte ins Land kommen...genau wie der FDP!

    Neulich habe ich gelesen, die gesamte Wirtschaft steht hinter Merkel, warum wohl? Vermieter, Anwälte, Gutachter die brauchen Nachschub und je größer die Armee der Billiglöhner um so besser kann man sie mit niedrigen Löhnen erpressen und gegeneinander ausspielen.

    Was hat die Bevölkerung für Möglichkeiten den regierenden Parteien mitzuteilen das sie die Schnauze voll haben, außer sie damit zu ärgern die AfD zu wählen.

    Aber die Groko diskutiert trotzdem lieber wochenlang über das Baukindergeld, statt sich mal den wirklichen Problemen im Land zu widmen. (Die Afd wird die Probleme allerdings auch nicht lösen.)

    Reizende schrieb:

    Wertekanon, verlässlicher?! Also bitte. Dass es primär um Ausbau und Erhalt der eigenen Macht geht, ist doch nicht ernstlich in Zweifel zu ziehen. Da leidet die Konsistenz schon ein bisschen, wobei ich mich durchaus frage, warum Merkel immerhin noch eisern an ihren Ideen festhält.

    Kann ich dir beantworten: Weil sie ihre Ideen für richtig hält.

    Und für wichtiger als die verlorenen Stimmen des Pöbels.

    Aedgiva schrieb:

    Mich wundert Merkels Verhalten auch sehr! Zumal sie ja bei anderen Themen (Atomkraft, erst war sie ziemlich dafür, nach Fukushima dann die Kehrtwende) gezeigt hat, daß sie ihre Meinung durchaus ändern kann...

    Die Risikoeinschätzung einer Technologie ändert man halt leichter als eine christliche Einstellung.

    Kulturschaffender schrieb:

    Selbst wenn die CDU mit der AfD koalieren müsste/würde, sehe ich die Gefahr eines "4. Reiches" allerdings nicht. Vielleicht sowas wie Ungarn.

    Sowas wie Ungarn wäre aber schon ziemlich schlimm. Änderung des Wahlrechts, um die Oposition klein zu halten, da das Verhältniswahltecht übelst ausgehebelt wird.

    Gleichschaltung der Medien, u. a. durch Störung oder Verbot regierungskritischer Zeitungen und Radiostationen.

    Etc.

    Ich würde in einer "Demokratie" a la Ungarn als Verfassungspatriot nicht leben wollen!

    Marathonleser schrieb:

    Ich würde in einer "Demokratie" a la Ungarn als Verfassungspatriot nicht leben wollen!

    Da sind wir uns wohl einig! Als zusätzliches (kleines) Sicherheitsnetz sehe ich noch die bestehenden Verträge mit anderen Staaten.

    Broderick schrieb:

    Kann ich dir beantworten: Weil sie ihre Ideen für richtig hält.

    Und für wichtiger als die verlorenen Stimmen des Pöbels.

    Jeder der nicht Merkel wählt, ist also Pöbel. Interessant!

    Broderick schrieb:

    Die Risikoeinschätzung einer Technologie ändert man halt leichter als eine christliche Einstellung.

    Du glaubst echt noch an den Weihnachtsmann, was?

    Christliche Einstellung die CDU, ha-ha-ha-hi-hi..........ich lach mich kaputt.

    Wo bleibt den die Nächstenliebe bei Frau Merkel für Menschen in Pflegeberufen, für Pflegebedürftige, für Lehrer die immer größere Klassen bekommen und vor den Ferien entlassen werden und danach wieder eingestellt werden, für die ganzen Armutsrentner die in den nächsten Jahren kommen usw. und so fort?

    esta1 schrieb:

    Jeder der nicht Merkel wählt, ist also Pöbel. Interessant!

    Ja, in der Tat, das wäre interessant....

    Trotzdem versuch ich jetzt erst garnicht deiner Logik zu folgen. Das ist mir zu blöd.



    Und nein: An den Weihnachtsmann glaube ich nicht.

    Nur ein Bischof namens Nikolaus hat mal tatsächlich existiert.